Auch wenn die Herbstfarben noch so schön sind, schleicht sich immer ein wenig Melancholie in meine täglichen Gedanken. Herbst steht schließlich auch für Abschied. Abschied vom Sommer und auf unser Leben übertragen, Abschied von der Mitte des Lebens. Die Gedanken eines alten Mannes hierzu hat Theodor Fontane in folgendem Gedicht festgehalten:
Herbst
O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.
Ich geh den Wald, den Weiher entlang;
Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,
Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf
Erinnerungen ziehen herauf.
Erinnerungen sehen mich an,
Haben es wohl auch sonst getan.
Nur eins hält nicht mehr damit Schritt.
Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.
Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,
Vergangenheit hat mir’s angetan;
Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,
Den Blick in den Herbst. Aber der Mai?
Theodor Fontane (1819-1898)
Dies ist mein zweiter Beitrag zu dem Projekt
HerbstSicht des Blogs
MüllersSicht. Irritiert etwas an dem Bild? Das sollte es