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Objektivschutz ja oder nein?

Die Diskussion, ob man einen Filter als Schutz vor sein Objektiv schrauben sollte oder nicht, ist in einschlägigen Foren beinahe eine tägliche und ein Konsens scheint unerreichbar zu sein. Dieses Entscheidung triff jeder Fotograf für sich. Ich habe zugunsten meiner Frontlinsen entschieden, sie mit einem Filter zu schützen und will euch gern erklären warum.

Ein hochwertiges Objektiv kostet viele Euronen und das Frontglas ist empfindlich. Kann die aufgeschraubte Gegenlichtblende noch gut vor leichten Stößen schützen, schützt sie doch nicht vor Umwelteinflüssen und Berührungs- und Putzschäden. Ich denke z. B. an den Strandbesuch, der feinsten Sandstaub und Salzkristalle auf dem Glas hinterläßt.  Beim Putzen werden Mikropartikel auf der Oberfläche verrieben, was dem Glas schaden kann. Man kann das Objektiv schließlich nicht wie eine Brille unter fließendem Wasser reinigen. Das kann ich aber mit einem Schutzfilter. Und ich kann ihn bei Regen und selbst am Strand trocken rubbeln, ohne viel zu riskieren, nun jedenfalls nicht mehr als die ca. 70€ für die Neuanschaffung ;-). Außerdem bieten Filter einen gewissen Schutz davor, dass feinste Staubpartikel in die Linse eindringen, was gerade bei Zoom-Objektiven eine Rolle spielt. Allerdings benutze ich mittlerweile keine UV-Filter mehr.

Wenn man sich als Foto-Newbie nach Filtern erkundigt, werden meist UV-Sperrfilter als Schutzfilter empfohlen. Durch die Anzahl der Linsen, der Vergütung und Dicke des Glases, lassen die heutigen Objektive keine UV-Strahlung mehr durch und der Sensor ist durch den Tiefpassfilter (nochmal Glas) zusätzlich geschützt. Eine Notwendigkeit, einen UV-Filter zu benutzen, besteht als Fotograf mit digitalem Equipment also nicht. Da ich Wert darauf lege, dass der Einfluss des Filters auf die Bildqualität so gering wie möglich ist, schaffe ich nun zu jedem neuen Objektiv einen sogenannten Clear-Schutzfilter ein. Der Filter tut nichts, gar nichts, außer die Linse vor Kratzern und Verschmutzungen zu schützen. Ich habe mich für ein Modell von B+W entschieden, weil die Firma für ihre hochwertigen Filter bekannt sind und in Deutschland produziert. Das Glas ist besonders lichtdurchlässig, hat eine MRC-Nano-Vergütung und soll dadurch unerwünschte Reflexe minimieren.

Ohne Filter

Mit Filter

 

 

 

 

 

Gegner behaupten, dass jeder Filter die Leistung des Glases beeinträchtigt, Licht schluckt und zu unangenehmen Flares führen kann. Eigentlich habe ich aber noch nie Beweisbilder gesehen, die dies wirklich wasserdicht beweisen. Die Werte scheinen mir eher theoretischer Natur zu sein. Und wenn schon? Wenn es bei einem Foto um die Wurst geht, schraube ich den Filter halt ab und gut ist´s.

Dass ich meine Objektive stets mit Filtern schütze, hat außerdem auch positive Auswirkungen auf den Wieder-Verkaufswert, nicht ganz unwichtig!

Ein Tipp noch zum Schluss: Bevor ich den Filter aufschraube, reinige ich die Linse und die Unterseite des Filters mit Druckluft, damit möglichst kein Staubkörnchen  eingeschlossen wird.

Und ihr? Wie haltet ihr das mit dem Objektivschutz?

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Stolpersteine und ihre Angehörigen

Nur noch bis zum 4. März 2012 ist in Hamburg die Ausstellung “Stolpersteine und ihre Angehörigen” zu sehen, die ich gestern besucht habe. Gestern erst, weil gestern die Fotografin Gesche Cordes zu einem Künstlergespräch geladen hatte und ich sehr gern vom Künstler oder Kurator selbst durch eine Ausstellung begleitet werde, nicht zuletzt deswegen, weil man sehr viele Infos und Hintergrundgeschichten erfährt.

Die Geschichte der Stolpersteine begann, als der Künstler Gunter Demnig, der sich in seiner künstlerischen Arbeit schon länger mit dem Thema “Spuren” beschäftigt,  1992 in Köln den ersten Stein zum Gedenken an die Deportation von Roma und Sinti nach Auschwitz legte.  Der Stein ist mit Messing versehen und auf ihm zu lesen stehen die ersten Zeilen des Deportationserlasses Himmlers. In den Folgejahren dehnte Demnig seine Aktion auf alle von den Nazis verfolgten Gruppen aus und entwickelte das Projekt “Stolpersteine“. Seit 2002 wurden in Hamburg knapp 4.000 Stolpersteine verlegt und als die Fotografin Gesche Cordes davon las, stand für sie fest, dass sie das Projekt für Hamburg dokumentieren wollte. Von nun an nahm sie aktiv an der Verlegung der Steine teil und fotografierte die bewegenden Momente des Gedenkens der Angehörigen, die teilweise aus weit entfernten Ländern anreisten und vielfach erstmals die Möglichkeit eines Abschieds hatten. Selbstverständlich sei es eigentlich befremdlich, einen so intimen Moment als Fotografin festzuhalten, aber diese Fotos seien als Dokument der Erinnerung einfach wichtig, so Gesche Cordes, die zu jedem der Bilder die Geschichte kennt. So z. B. die von dem 13-jährigem Jungen, der, nachdem Vater, Mutter und der Bruder von den Nazis umgebracht wurden, mit dem Pass seines toten Bruder emigrierte, weil man dafür 15 Jahre alt sein musste. Er kam zur Verlegung der Stolpersteine für seine Familie und konnte endlich das Kaddisch, ein besonderes Gebet,  sprechen, was im jüdischen Glauben seine Aufgabe als nächster männlicher Verwandter war. Es sind die Geschichten von Juden, Behinderten, Homosexuellen, Sinti und Roma und politisch Verfolgten. Vor manchem Hauseingang in Hamburg liegen 12 Stolpersteine!

Die Verlegung folgt stets einem festen Ritual: Der bzw. die Steine werden mit einem schwarzen Tuch abgedeckt. Die Anwesenden werden begrüßt und lesen  Namen, Deportationstag und -ort und das Datum des Todestages ihres Verwandten vor. Sie erzählen etwas über die Opfer und dann wird der Stein enthüllt und ihrer gedacht. Dies kann sehr individuell geschehen. Manchmal wird gesungen, es werden Kerzen und Blumen auf die Gedenksteine gelegt. Einige bringen Fotos ihrer Verwandten mit und legen diese neben die Gedenksteine, damit man weiss, wem man dort gedenkt.

Individuell ist auch diese Form der dezentralen Denkmäler. Das Schicksal Einzelner steht hier im Vordergrund und die Verteilung der Stolpersteine macht uns deutlich, dass dieses Grauen mitten unter uns passiert ist und wirft die Frage auf, ob die Menschen, die damals auch in diesem Wohnhaus gewohnt haben, wirklich nichts davon mitbekommen haben? Über Stolpersteine kommen Menschen ins Gespräch. Vielleicht diejenigen, die heute in dem Haus wohnen, vielleicht Passanten, ältere und jüngere, die über sie stolpern. Stolpersteine regen zur Auseinandersetzung an, schaffen soziale Kommunikation und eine Verbindung zwischen den Generationen. So geschah es bei einer Gedenkfeier, dass die angereisten Angehörigen sagten, dass sie gar nicht wüssten, wie der Opa aussah. Das bekam ein Bewohner des Hauses mit, der ein Schulkamerad des Opas gewesen war und schnell lief er in seine Wohnung und holte ein Klassenfoto herunter, um den Angehörigen das Bild zu zeigen.

Die Bilder sind wunderbar aufgenommen. Um aus der Nähe sowohl die Angehörigen als auch die Stolpersteine auf ein Bild zu bekommen, setzte Cordes ein Weitwinkel ein und dadurch entsteht optisch der Eindruck eines geschlossenen Kreises inmitten des öffentlichen Raums. Damit die Bilder einen echten Erinnerungscharakter haben, fotografierte sie streng dokumentarisch, unverfälscht.

Stolpersteine sind übrigens nicht unumstritten und in manchen Ländern gar ganz verboten. So werden auf Wunsch der jüdischen Gemeinde in München keine Stolpersteine verlegt, weil die Steine schließlich getreten werden. Dabei hat der Künstler Demnig ausgeführt, dass man sich verbeugen muss, wenn man die Inschrift eines Stolpersteines lesen möchte. In Hamburg möchten Roma und Sinti nicht, dass die Steine hier verlegt werden. Sie hätten sie lieber in ihren Herkunftsländern. Oft wehren sich Besitzer hochwertiger Immobilien gegen die Verlegung vor ihrer Haustür, weil sie befürchten, dass ihnen unterstellt wird, unrechtmäßig in den Besitz gekommen zu sein oder schlicht eine Entwertung ihres Grundstücks fürchten. Da die Steine im öffentlichen Raum verlegt werden, können sie sich nicht dagegen wehren.

Meiner Meinung nach sind die Stolpersteine ganz wichtig gegen das Vergessen und für die Auseinandersetzung!

Da ich finde, dass die Ausstellung bzw. die Bilder  insbesondere durch die Geschichten lebendig werden, empfehle ich das Buch von Gesche Cordes, in dem sie zu jedem Bild auch die Geschichte erzählt hat.

Die Ausstellung findet nur noch bis zum 4. März 2012  im Kunsthaus Hamburg statt. Kontaktdaten und Öffnungszeiten finden sich auf der Homepage.

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FEAR OF DEATH

FEAR OF DEATH

Im Moment treibe ich mich viel auf Friedhöfen herum, dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr. Heute ein Bild, welches letzte Woche auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg entstanden ist.

Frontal betrachtet sieht die Statue übrigens so aus: FEAR OF DEATH II

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Stille Post – Das E-Book ist fertig.

Vielleicht habt ihr von Birgit Engelhardts Projekt “Stille Post” gehört oder gelesen, welches sie im vergangenen Jahr organisiert hat? Nicht? Dann erkläre ich es kurz nochmal: Ich denke, jeder kennt das Spiel “Stille Post”? Ein Wort wird von Ohr zu Ohr geflüstert und es ist meist lustig, welches Wort am Ende dabei heraus kommt. Durch die Stille Post wurde in diesem Fall kein Wort, sondern ein Foto geschickt. Der Empfänger pickt sich einen Aspekt aus dem Bild und erstellt damit ein neues, welches er wieder weiterschickt. Es haben 300 Fotografen teilgenommen, die Birgit in 27 Gruppen eingeteilt hat. Man kann sich vorstellen, wie viel Arbeit sie mit dieser Aktion hatte, wie viel Ärger, weil Menschen leider nicht immer zuverlässig sind, aber auch wie viel Freude. Aus einer kleinen Idee ist ein großartiges Projekt entstanden. Die Ergebnisse stellt Birgit Engelhardt  nun in Form eines sehr gelungenen E-Books vor. Ein Buch voller schöner Fotografien und Überraschungen. Es ist spannend, welchen Aspekt des Vorgänger-Fotos die Einzelnen ausgewählt und wie sie  ihr Bild umgesetzt haben.

Ich war Teil von Gruppe 9 (ab Seite 84)  und wenn ich mir unsere “Storyline”  ansehe, so ist auffällig, dass wir mit “dunklen Männern”, Messern und Blut, relativ gewalttätig anfingen und dann mittendrin ein Bruch stattfindet, der den Rest der Geschichte regelrecht kuschelig erzählt ;-).  Ich bin überzeugt, dass ihr die Ergebnisse total cool finden werdet, auch wenn ihr nicht daran teilgenommen habt. Enjoy!

Direktlink zum Buch

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SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AUF DEM EIS

Nikon D700 - Nikkor 24-70mm 2.8

 

Mitte der Woche war ich in der Hamburger Hafencity, weil ich Eindrücke der durch den Hafen treibenden Eisschollen einfangen wollte. Auf dem Weg dorthin sah ich aber viel spannendere Bilder. So dieses hier. Ich finde die Spiegelung der “SPIEGEL”-Front auf der vereisten Wasseroberfläche einfach genial.

 

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GHOSTS ON ICE

 

GHOSTS ON ICE

Die Alster ist zugefroren und Hunderttausende feierten am Wochenende das Alstereisvergnügen. Überall klickten die Kameras und wäre interessant zu wissen, wie oft die Menschenmassen auf dem Eis fotografiert wurden. Ich hatte die Idee, eine Langzeitaufnahme von dem Gewimmel zu machen und so sind wir am Samstag auf´s Eis geschlittert. Stativ aufgebaut und das ganze Prozedere der Langzeitbelichtung mit einem ND-Filter durchgeführt, obwohl die Finger am Filter festzufrieren drohten. Die Ergebnisse auf dem Display sahen vielversprechend aus und wir setzten unseren Streifzug fort, drängten uns durch die Menge, suchten zunächst einen neuen Parkplatz und dann ein fotogenes Plätzchen auf der Lombardsbrücke, Nach 2 Stunden hatte ich meine Bilder im Kasten und freute mich auf den Moment, die Bilder in Lightroom durchzublättern.

Der Schreck saß tief. Alle Bilder lagen nur in JPEG Basic vor, die schlechteste Qualität, die ich aufnehmen kann :-( . Ihr dürft raten, wer sich grün und blau geärgert hat. Ich fotografiere immer in RAW und der Wahlschalter ist geschützt. Wie ich das Kunststück hinbekommen habe, kann ich mir kaum erklären.

Am nächsten Tag also wieder an die Alster. Leider war es ziemlich nasskalt, eklig, windig und noch trüber als am Tag zuvor. Also wurde diesmal nur die Langzeitbelichtung wiederholt und ab nach Hause :-). (Weichei? Ja. ;-) )

Hausaufgabe: Schreibe 100x Kameraeinstellungen kontrollieren!

Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren. Kameraeinstellungen kontrollieren.

 

 

 

 

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1 Jahr

 

Heute ist es ein Jahr her, dass ich hier meinen ersten Blogartikel veröffentlicht habe. Ich weiß noch, wie aufregend ich es fand, auf den Button “Publizieren” zu drücken. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich finde es noch immer aufregend, einen Artikel zu schreiben oder ein Bild zu posten. In jedem Artikel steckt ein Stück von mir und es ist jedes Mal spannend, wie mein Post bei euch ankommt. Manchmal finde ich etwas richtig gut und es kommt wenig Resonanz, manchmal bin ich skeptisch, ob ein Artikel oder ein Bild Anklang findet und es hagelt Kommentare, manchmal ist das alles umgekehrt ;-).

Ein Jahr in Zahlen:

  • Beiträge: 105
  • Kommentare: 647
  • ca. 15.000 Aufrufe insgesamt
  • Ø 70 Besucher kommen täglich vorbei

Ich habe in diesem Jahr einige sehr nette Zuschriften von Lesern bekommen und es haben sich nette Internet-Kontakte daraus entwickelt. Manche Blogger gucken hier regelmäßig rein und ich verfolge ihre Blogs ebenso interessiert und so “kennt” man sich allmählich. Von vielen Lesern weiß ich leider nichts, außer das sie einen Blick auf den einen oder anderen Artikel geworfen haben. Aber wie dem auch sei: Ich freue mich, dass ihr hier lest, schaut und kommentiert, vielen Dank dafür!

Pünktlich zum Geburtstag traf heute morgen ein Geschenk ein. Ich habe mein Wunschbuch bei Fotografr gewonnen :-) Toll!

 

 

 

 

 

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A FEW

D700 – 24-70mm 2.8 (70mm) – 1/2500 Sek. – f/3,5 – ISO 640

Ich habe sie eingefangen. Einige, eingefroren auf diesem Bild.

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Bitte helft!

Nein, heute geht es nicht um Fotografie. Heute habe ich eine Bitte an euch.

Heute war ich in der Hamburger City. Es war eiskalt und ich hatte das Gefühl, fast zu erfrieren, als ich von der Europapassage Richtung Alsterhaus lief. Auf der Brücke ein Blick nach links – er ist nicht da, es ist ihm wohl zu kalt und ich hoffte, er hat einen wärmeren Platz gefunden. Einige Einkäufe später bin ich auf dem Rückweg. Nun ist er da, wie immer. Eingehüllt in Decken sitzt er da und ich gehe zu ihm und lege einige Euros in seinen Hut. Er schaut auf und bedankt sich. Sein kleiner Hund, den er im Arm, sorgfältig von einer wärmenden Decke bedeckt hält, schaut zu mir auf. Er wünscht mir einen schönen Tag und ich wünsche ihm einen ebensolchen. Wie dumm von mir. Wie soll das ein schöner Tag für ihn werden?  Er ist einer von so vielen Obdachlosen in Hamburg. Er sitzt bei dieser Kälte auf dem Bürgersteig und hofft auf Menschen, die ihm ein wenig Geld spenden. Das ist das ganze Jahr über so, aber etwas war heute anders. Heute kämpft er mit der Kälte und vielleicht um sein Leben. Heute begegneten mir auffallend viele Obdachlose, ihr Hab und Gut in einem Rucksack verschnürt, eine billige Thermomatte obendrauf.Vermutlich suchen sie nach ein wenig Wärme zwischen den Häusern in der City .

Ich gehe in die Europapassage, in die Wärme. Hier sitzen viele Menschen mit vollen Einkaufstaschen und trinken oder essen etwas.

Sie werden oft nicht gesehen, die Obdachlosen, nicht wahrgenommen. Unsichtbar. Verachtet. Wenn du mal schaust, wer ein paar Münzen übrig hat, so sind es fast immer alte Damen, die selbst noch harte Zeiten durchlebt haben und insofern Mitgefühl haben. Die Leute verstehen nicht, dass diese Menschen nicht da sitzen, weil zu faul zum arbeiten sind,  sondern dass ein jeder sein Schicksal hat, dass ihn auf diesen Weg geführt hat und für viele ist er eine Sackgasse. Dabei kann niemand über diese Menschen richten, wir müssen nicht verstehen, warum sie dieses Leben leben. Aus den verschiedensten Gründen können oder wollen sie auch nicht zurück in ein “normales” Leben. Viele leben inkognito auf der Platte und wollen von der Gesellschaft nichts mehr, sind so enttäuscht vom Leben und von den Menschen.

Ich dachte, was wäre ihnen geholfen, wenn man ihnen gestatten würde, sich in der einen oder anderen Ecke in den Einkaufszentren aufzuwärmen und man dort vielleicht heißen Tee oder Kaffee bereit hält. Aber diese Gesellschaft ist so kalt und herzlos, sie vertreiben sie ja sogar aus geschützten Ecken in der Stadt, weil sie potenzielle Kunden abschrecken könnten.

Auf meinem Weg standen mir die Tränen in den Augen und ich wünsche mir, dass ihr an diesen Menschen nicht vorbeigeht, als seien sie unsichtbar. Und wenn ihr zu Hause eine warme Jacke oder Decken übrig habt, so denkt an die Obdachlosen, die sich ganz bestimmt sehr darüber freuen würden. Eine Anlaufstelle findet sich über Google sicher auch in deiner Stadt.

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