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THE DESK

 

Aufgeräumt, umgeräumt, leergeräumt. Ein Schreibtisch, Überbleibsel geschäftigen Treibens. Vermutlich vermisst er den Menschen nicht, der bis vor Kurzem noch an ihm saß, Fotos seiner Lieben auf ihm aufstellte, an  ihm lachte, verhandelte, überredete oder Verträge unterschrieb. Der sein Kaugummi, wie früher in der Schule, auf seine Unterseite klebte, wenn Kunden sich näherten. Der ihm die Kerben in der Ecke zufügte, weil eine Verhandlung zu scheitern drohte. Ob es umgekehrt anders ist? Ob der Mensch seinen Schreibtisch vermisst? Ich weiss es nicht, weiss nicht mal, wer an diesem Tisch arbeitete, aber durch die Scheiben sehe ich ein Bild, welches all diese Fragen offen lässt.

 

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Hilfreiches Gadget: Der Aufnahmetisch

Wir alle machen ab und zu einen Ausflug in die Produktfotografie. Sei es, weil Tante Frieda uns bittet, ihre Schmucksammlung für die Versicherung abzulichten oder wir  ein schönes Foto von einem Produkt brauchen, welches wir verkaufen möchten. Ziemlich professionell sieht das Ganze aus, wenn wir eine Hohlkehle im Hintergrund haben. Durch die sanfte Rundung zwischen Boden und Wand erscheint der Hintergrund endlos. Wenn man nur selten eine Hohlkehle braucht, kann man sich aus Fotokarton eine basteln. Hier gibt es eine Anleitung dazu. Das hilft für´s Erste auf jeden Fall.

Wesentlich komfortabler ist ein Aufnahmetisch. Ich habe mir vor kurzem einen solchen Tisch gekauft und bin wirklich glücklich, mich nicht lange mit selbstgebastelten Sachen rumärgern zu müssen. Wichtig war für mich, dass das Gerät platzsparend aufbewahrt werden kann, superschnell und unkompliziert aufgebaut ist und Licht durchlässt, damit ich die Möglichkeit habe, Licht von unten durchscheinen zu lassen. Ich habe ein Modell gefunden, bei dem man das Gestell zusammenklappen und in eine Nische stellen kann und die Auflage passt auf den Kleiderschrank ;-). Perfekt. Der Auf- und Abbau dauert keine Minute und dadurch setze ich dieses Gadget gern und oft ein ;-). Man kann den Tisch prima auf dem Bett oder einem größerem Tisch aufbauen und hat so eine bequeme Arbeitshöhe. Er ist belastbar,  knickt nicht ein und ist abwaschbar. So sieht der Tisch aus:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Auflage ist aus einem Kunststoff und sehr robust. Trotzdem lässt sie Licht durch, was für schöne Effekte sorgt, wie man auf diesem Bild sieht:

Hier habe ich mit einer normalen Glühlampe von hinten durch die Platte geleuchtet und die Lichteffekte auf dem Boden mit zwei Blitzen erzeugt, die ich einfach seitlich auf den Tisch gelegt habe. Wie man hier sehr schön sieht, reflektiert der Kunststoff, obwohl er eigentlich recht rau aussieht. Das gefällt mir besonders! Man kann natürlich auf farbigen Karton passgenau zuschneiden und auflegen oder Stoffe oder oder oder….. Meist leuchte ich die Gegenstände mit einer 60×60 großen Softbox aus, das macht schön weiches Licht wie ganz oben auf dem Foto und zusätzlich arbeite ich gern mit einem Reflektor, weil ich damit gezielt goldige oder silberne Effekte ins Bild bringen kann.

Günstige Aufnahmetische gibt es schon ab ca. 80€ . Mein Modell ist von der Firma Mettle, aber wenn ich das richtig gesehen habe, gibt es das gleiche Produkt auch ohne Namen und etwas günstiger. Man kann optional auch spezielle Leuchten dafür kaufen, wenn man mit dem Blitzen nicht klar kommt. Aber eigentlich ist gerade die Table-Top-Fotografie bestens dafür geeignet, sich im Blitzen zu üben ;-)

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Monalisen der Vorstädte

Die Mona Lisa kennt jeder. Es ist das wohl bekannteste Gemälde der Welt. Eine junge Frau, eine klassische Schönheit, die geheimnisvoll lächelt. Die Mona Lisa inspirierte das Berliner Fotografen-Ehepaar Ute und Werner Mahler zu einer besonderen Portrait-Serie. Eine Serie, die auch vom Umbruch handelt. Sie wollten Mädchen portraitieren, die zum einen klassische, zeitlose Gesichter haben und zum anderen im  Übergang vom Mädchen zur Frau stecken. Gesucht haben sie diese Mädchen in den Vorstädten von Reykjavik, Minsk, Berlin, Liverpool und Florenz. Vorstädte, die am Rande großer Städte liegen. Übergangsorte.

Während der drei Monate, die die Fotografen durch Europa reisten, entstanden Hunderte von Portraits. Die Arbeitsweise forderte dem Künstlerehepaar mitunter einiges an Geduld ab: Zuerst suchten sich die Mahlers den Ort, der dem Bild als Hintergrund dienen sollte.  Dort bauten sie die Plattenkamera auf und richteten den Portraitstuhl ein. Ein Stuhl ohne Lehnen, dafür aber mit einer Kopfstütze, die den Mädchen helfen sollte, ihre Haltung während der Fotositzung beizubehalten. Einer der beiden Fotografen saß für die Einstellungen und die Festlegung des Ausschnitts Modell. Dann erst hielten sie Ausschau nach einem geeigneten Mädchen, was manchmal viele Stunden gedauert hat und sprachen es an. Fast immer hatten sie Glück und die jungen Frauen, die das berühmte Gemälde alle kannten,  ließen sich bereitwillig auf das Projekt ein, nahmen auf dem unbequemen Sitzmöbel Platz und schauten in die Kamera wie die Mona Lisa, bzw. wie sie selbst die Mona Lisa in Erinnerung hatten. Die eigentliche Prozedur des Fotografierens dauerte ungefähr 20 Minuten. Zeit genug, um einen besonderen Ausdruck in den Gesichtern festzuhalten. So entstanden ganz wunderbare Bilder, von denen eine Auswahl zur Zeit in der Hamburger Galerie Morat zu sehen ist.

Dieser Film gibt einen kleinen Einblick in Arbeitsweise:

Im Künstlergespräch zur Ausstellungseröffnung am 23. März 2012 stellten die Mahlers ihre Arbeit vor und beantworteten geduldig die Fragen der Anwesenden. Am meisten schien das Publikum die Frage zu interessieren, wer denn jeweils auf den Auslöser gedrückt, sprich fotografiert hat. Die Antwort der Künstler gibt das nicht preis. Ein echtes Gemeinschaftsprojekt halt.

Im Online-Kunstmagazin art  ist ein interessantes Interview mit den Mahlers zu dieser Arbeit zu lesen.

Die Ausstellung “Monalisen der Vorstädte”  ist noch bis zum 28. April 2012 in der Galerie Morat in Hamburg zu sehen.

Das Buch zur Serie ist im Verlag Meier und Müller erschienen.

Ein Leser machte mich auf dieses Video aufmerksam, in dem Jörg M. Colberg (Verlag Meier und Müller) das Buch zur Serie ausführlich vorstellt (englisch). Sehr empfehlenswert!

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Abstimmung über den besten Fotoblog

Die fotocommunity sucht den besten Fotoblog. Erfreulicherweise kann man dort mehrere Stimmen abgeben und zusätzlich nicht aufgeführte Blogs vorschlagen und so würde ich mich sehr über eure Unterstützung freuen. Man muss dafür übrigens kein Mitglied in der Community sein :-)

Zur Abstimmung

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Darlings

März 2010 in New York. Kaputt nach einem Tag Sightseeing und durchgefroren nach einem Abend Langzeitbelichtung an der Brooklyn Bridge kehren wir in ein Lokal am Broadway ein. Während mein allerliebster Ehemann ein großes Bier für uns ordert, wandert mein Blick über die Tische und schon habe ich die Kamera wieder in der Hand und das Bild ist gemacht. Eine banale Szene. Ein überhaupt nicht perfektes Bild. Und dennoch eines meiner absoluten Darlings. Ich mag das dunkle, glatt polierte Holz, in dem sich viele Reflexionen zeigen. Durch die Scheibe fällt der Blick auf ein gelbes Taxi, typisch für New York. Ein Mann steht auf dem Bürgersteig. Eine unspannende Szene. Es sind die Spiegelungen und die Farben, die ich an diesem  Bild absolut liebe. Aber auch, und das ist mir durchaus klar, die Stimmung, die ich empfunden habe, als ich da saß und die transportiert das Bild wahrscheinlich nur für mich.

Wie steht es um eure Darlings? Verstauben sie genauso auf der Festplatte oder zeigt ihr sie im Internet? Leider könnt ihr hier keine Bilder hochladen, aber verlinken geht ja immer. Ich freu mich!

 

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Hype hin, Hype her…..

… Fakt ist, dass ich eine nahezu unbenutze F65 im Schrank liegen habe. Seit fast 10 Jahren liegt sie da. Damals wollte ich unbedingt fotografieren und so schenkte mir der liebste Ehemann von allen eine analoge Nikon. Logisch, denn Digitale gab es damals – zumindest für das Amateur-Portmonaie – noch nicht. Kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Damals zog ich also hochmotiviert los und war kurze Zeit später völlig fustriert angesichts der Ergebnisse, die Film 1 und 2 so mit sich brachten. Da ich weder Zeit noch Lust hatte, mich mit der Theorie der Fotografie auseinanderzusetzen, fristete das gute Stück sein Dasein im Schrank. Dass mein Mann mir einen tollen Blitz dazu schenkte, wollte ich eigentlich nicht erwähnen, denn mit dem wusste ich damals schon gar nichts anzufangen. ;-)

2007, also 5 Jahre später,  begann ich dann mit der D80 zu fotografieren und diesmal hat es mich gepackt, denn 100 Bilder vom gleichen Motiv waren kein Problem und die Motiv-Programme lieferten schnelle Ergebnisse. Ich lebte im Ausland und schoss Motive ab, was das Zeug bzw. die Speicherkarte hergab. Ich konnte die Fotos sofort sehen, in Ansätzen selbst bearbeiten und versenden oder whatever. Es hat einfach Spass gemacht.

Intensiv, also auch theoretisch und im manuellen Modus, beschäftige ich mich seit 4 Jahren mit meiner Leidenschaft. Und das ist natürlich digital viiiel einfacher, da man die verwendeten Kameraeinstellungen je nach Ergebnis sofort anpassen kann oder später am Computer ausliest. Kein mühseliges Notieren mit Stift und Zettel und 100x probieren, mit jeweils langer filmentwicklungsbedingter Wartezeit dazwischen.

Neulich öffne ich den Kühlschrank und mein Blick fällt auf zwei Kodak-Filme, die ich irgendwann im Vorbeigehen mal in den Einkaufswagen geschmissen hatte. Ah ja, da war doch was? Eine kleine F65, die noch nie so richtig zum Einsatz gekommen ist. Und nun sollte es ja klappen. Blende, ISO und Belichtungszeit sind keine böhmischen Dörfer mehr und wie ich mit Schärfe und Unschärfe spielen kann, weiss ich auch. Außerdem macht sich das 50mm 1.4 ganz gut an der schnuckeligen Kleinen.

Wie man den Film einlegt, dachte ich auch zu wissen. Nun, das erste Viertel ist wohl versaut, weil ich den Deckel noch mal öffnen musste, da der Film nicht weit genug eingerollt war und nicht transportiert wurde. Pech. Und nun nehme ich sie ab und zu und fotografiere analog. Wow ;-) Ist zwar keine Hasselblad, auch keine Graflex, keine Polaroid, keine Zenza Bronica und schon gar keine Rolleiflex, aber meine Analoge, die hier im Schrank lag ;-). Falls ich wirklich Blut lecke, kann ich überlegen, ob ich tiefer in die Materie einsteige. Noch ist der erste Film nicht entwickelt ;-) und ich warte noch auf das Aha-Erlebnis in Sachen “Entschleunigung” und “back to the roots”. Abwarten…..

Und ihr? Fotografiert ihr auch manchmal analog oder würde euch das reizen?

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