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Sensor selbst reinigen – einfach und günstig

Sensordreck bei f/8 - 100%-Ausschnitt

Sensordreck bei f/8 – 100%-Ausschnitt

Die Belichtung mit einer Lochblende zeigt sehr schön, was sich so auf Sensor tummelt, mit einem normalem Objektiv würde man vermutlich nur die Striche als Punkte sehen. Klick macht groß

Die Belichtung mit einer Lochblende zeigt sehr schön, was sich so auf Sensor tummelt. Klick macht groß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Belichtung mit kleiner Blende oder Lochblende bringt zum Vorschein, dass unsere Kameras kein staubfreier Raum sind. Wer nur mit einer Festbrennweite arbeitet, wird das Problem nur selten haben, wer Objektive wechselt, schon häufiger. Beim Gebrauch von Zoom-Objektiven bzw. dem Zoomen selbst, wird Staub förmlich in die Kamera gesogen. Handlungsbedarf besteht dann, wenn man den Dreck als Punkt auf dem Foto sieht. Manchmal hilft es, vorsichtig mit einem Blasebalg in Richtung Sensor zu blasen. Aber wenn der Staub auf dem Sensor klebt, muss er richtig gereinigt werden. Unlängst war meine Kamera mal wieder zur Sensor-bzw. Tiefpassfilter-Reinigung im Service, was beim örtlichen Nikon Service-Point jedes Mal mit € 29,- zu Buche schlägt, vom Zeitaufwand mal ganz abgesehen. Nun, kurze Zeit später, waren schon wieder Flecken auf den Bildern zu sehen und ich entschloss mich, eine Reinigungsmethode auszuprobieren, über die Stefan mal geschrieben hat und die so klang, als könne man dabei nicht groß was falsch machen, ganz im Gegensatz zu manch anderer Methode. :-) Also habe ich mir das Reinigungsset von eyelead bestellt (als es endlich wieder verfügbar war), es nach der Lieferung noch zwei Tage umkreist (wage ich es oder nicht ;-) ) und es getan. Und es ist wirklich empfehlenswert. Werbung gibt es auf meinem Blog nicht, aber wenn mich etwas wirklich überzeugt, empfehle ich es gern weiter und hierfür gibt es eine klare Empfehlung.

Wie wird es gemacht?

Man nimmt das Objektiv ab und wählt im Kameramenü den Reinigungs- bzw. Wartungsmodus, wodurch der Spiegel hochklappt und den Blick auf den Tiefpassfilter frei gibt. (Dies ist bei Kameras ohne Tiefpassfilter, wie z. B. der D800e natürlich anders.) Die Kamera legt man nun auf den Rücken und drückt den Adhäsionstupfer sanft auf die zu reinigenden Stellen auf dem Tiefpassfilter bzw. Sensor und beim Anheben klebt der Dreck am Tupfer. Einfacher geht es nicht! Anschließend reinigt man den Tupfer mit beigelegten speziellen Streifen. Fertig. Keine Flüssigkeiten, nichts, womit man etwas zerkratzen könnte.

 

DSCF8451

Blick auf den Tiefpassfilter

DSCF8453

Adhäsionstupfer

DSCF8452

Lieferumfang

 

Wie erkenne ich, wo der Dreck sitzt?

Mit bloßem Auge gar nicht. Ein Testfoto, unscharf ist hier von Vorteil, mit kleiner Blende vor einer weißen Fläche gibt Aufschluss, aber Achtung, auf dem Sensor ist das spiegelverkehrt. Sitzt der Dreck auf dem Bild an den linken Bildkante, ist die rechte Seite des Sensors zu reinigen. Es gibt auch spezielle Lupen zu kaufen, aber ich meine, das Geld kann man sich getrost sparen.

vorher

vorher (Dreck vom ersten Bild)

nachher

nachher

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was muss ich beachten?

Die Akku-Laufzeit sollte noch ausreichend sein, sonst klappt der Spiegel während der Behandlung herunter, allerdings ist man so schnell fertig, dass dieser Punkt nicht sonderlich relevant zu sein scheint. Staubarme Umgebung wird empfohlen, aber wer hat die schon? Ich habe mich einfach an den Schreibtisch gesetzt.

Fazit: Damit kann wirklich jeder seinen Sensor selbst reinigen. Der Tupfer wird in einer Metallbox zusammen mit den Reinigungsstreifen verwahrt. Davon sind 10 Stück dabei, außerdem je 5 Tücher (nass/trocken) zur Reinigung der Objektive. Ob der Preis von knapp € 35,- für diese Sachen zu teuer ist, mag jemand anders entscheiden. Ich spare 10 Service-Besuche = € 299,- + Zeitaufwand, muss nicht mit Lupe und Flüssigkeiten hantieren und kann das bequem mit in die Kameratasche stecken.

 

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Experiment IR-Fotografie mit DSLR

DIE GRAUSAME GRÄFIN

 

Infrarot-Fotografie hat mich schon immer fasziniert. Lange Zeit hing an einer unserer Wände eine IR-Aufnahme eines Parks mit großen, alten Bäumen und dem typischem “Wood-Effekt“. Wunderschön und so anders als normale Aufnahmen. Natürlich wollte ich auch solche Bilder machen, als ich mit der Fotografie begann, aber ich habe mich informiert und stieß immer wieder darauf, dass die digitalen Spiegelreflex-Kameras das nicht können, weil sie einen IR-Sperrfilter vor dem Sensor sitzen haben. Also habe ich das Vorhaben ad acta gelegt. Fataler Fehler! Zufällig sah ich mir diese Woche ein IR-Foto an, welches mit einer D700 aufgenommen wurde und recherchierte dass es doch möglich sei, wenn auch unter erschwerten Bedingungen (Langzeitbelichtung). Das schreckt mich natürlich nicht ab und so habe ich mir kurzerhand einen IR-Filter gekauft (IR 720) und gestern und heute experimentiert. Die Ergebnisse sind natürlich noch nicht perfekt, denn sooo einfach ist das Ganze nicht, aber sie zeigen mir, dass es funktioniert und ich bin absolut begeistert.  Wenn ich mich eingearbeitet habe, werde ich mit Sicherheit ein Tutorial schreiben, aber soweit bin ich noch nicht. Im Moment bin ich noch am Lesen und Probieren, auch was diesen unansehnlichen Hotspot (siehes 2. Foto, so ooc) angeht, der angeblich nur mit Linsen entsteht, die aus genau diesem Grund für diese Technik nicht geeignet sind, mein 24-70mm soll aber geeignet sein (?). Trotzdem: Hach, wie toll, ich freu mich, dass es überhaupt geht! Falls hier jemand mit handfesten Erfahrungen und Erkenntnissen liest, ich freue mich über das Teilen dieser oder über informative Links :-)

 

Hotspot in der MItte

Hotspot in der MItte

 

STRIPES IF

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WITHERED BEAUTIES

WITHERED BEAUTY II

Blumen über Blumen, viele Fotografen sind infiziert vom Blumenvirus. Gerade sah ich auf FotoTV einen Vortrag eines Fotografen, der von Blumen und Pflanzen geradezu besessen war und um die ganze Welt gereist ist, um besondere Exemplare vor die Linse zu bekommen. Ich mag Blütenportraits, so sie gut fotografiert sind, gerne anschauen, aber es ist nicht mein – wie sagt man so schön – Sujet. Allerdings fasziniert mich, wie sich manche Schnittblumen im Laufe des Absterbens und Trocknens zu wahren Schönheiten entwickeln. Sie verlieren die Farbe, bekommen aber skurrile Formen und wunderschöne Strukturen mit dem Verlust des Wassers in den Zellen. Und so habe ich einen Strauß Tulpen einige Monate in der Vase belassen und sie jetzt endlich fotografiert.

Ich habe mit verschiedenen Hintergründen experimentiert. Die erste Wahl war ein Schwarzer, dann natürlich weiß, aber auch ein tuftiger Stoff und Tageslicht im Hintergrund.  Je nach Ausgangsbild habe ich unterschiedliche Entwicklungen ausprobiert, aber diese Bilder sind die, die ich zuerst umgesetzt habe und die mir am allerbesten gefallen, weil hier z. T. ein fast schon metallisch anmutender Glanz und stark herausgearbeitete Strukturen das Wesen der vertrockneten Schönheiten betonen.

WITHERED BEAUTY III

WITHERES BEAUTY VI

WITHERED BEAUTY V

WITHERED BEAUTY I

Zur Technik: Ich habe bei diesen Bildern von der einen Seite einen Blitz und auf der anderen einen Aufheller benutzt. Das geht gerade bei relativ kleinen Objekten auch gut mit einem kleinen Stück weißem Styropor, es muss nicht gleich ein professioneller Aufheller sein. Man sieht durch den Sucher dann sehr schön, welche Stellen man aufhellt und kann das sehr gezielt einsetzen.

Dies ist mein Beitrag zu Magic Monday.

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Mal in sich gehen: Was ist nützlich und was unnütz?

Mal in sich gehen

Heute habe ich mir mal wieder ein Fotomagazin gekauft und als ich es mir  damit gemütlich machte, fiel mir daraus ein Heftchen entgegen, welches sich “Zubehör Ideen” nennt. Ja, das liebe Zubehör gehört zu den Dingen, die bei manchen Leuten den Sammeltrieb auslösen. Zugegeben, mein Sammeltrieb scheint auch nicht gerade ohne zu sein. Besonders stark kommt er bei jeder Art von Printmedien i. S. Photographie zum Vorschein. Vier davon hatte ich im Abo und bei jeder Gelegenheit wurden die anderen gekauft. Bis mein Bett irgendwann umrandet war von Fotomagazinen, die ich noch nicht gelesen hatte und wohl auch nicht mehr lesen werde. Anfang des Jahres habe ich alle Abos gekündigt und mir fest vorgenommen, nur noch dann und wann ein Heft zu kaufen, wenn es einen besonders interessanten Artikel enthält. So weit zum Vorsatz ;-). Jedenfalls veranlasste mich oben genanntes Heftchen darüber nachzudenken, was ich eigentlich nützlich finde und was ich mir hätte sparen können. Da gibt es doch das eine oder andere worüber sich nachzudenken lohnt,  was natürlich total subjektiv und nicht auf andere fotografisch ambitionierte Menschen übertragbar ist ;-).  Ich verzichte auf Links zu den Produkten, weil es darum in diesem Geschreibsel nicht geht ;-).

Absolut nützlich war die Anschaffung einer Kamera und einer Auswahl an guten Objektiven. Den Kamerabody werde ich in ferner Zukunft sicher noch mal gegen einen vermeintlich besseren austauschen, die Objektive werden bleiben, daher habe ich hier nicht gespart. Und wichtig ist, dass ich momentan keinen Wunsch nach noch einer Linse habe. Die vorhandenen decken eigentlich jede Situation ab. Sicher wäre ein Tilt/Shift-Objektiv interessant, aber würde ich es so häufig einsetzen, dass sich der Anschaffungspreis lohnt? Einen Fernauslöser brauche ich immer wieder, sehr nützlich, vor allem, wenn er über Funk gesteuert werden kann, denn das gibt Freiheit. Kamerataschen fallen auch unter diese Kategorie, denn ich habe eigentlich nur eine, von der ich mich trennen könnte, die anderen fünf nutze ich je nach Situation tatsächlich und mag sie alle sehr. Ein vernünftiger Kameragurt, der es ermöglicht, die Kamera diagonal zu tragen,  hat sich als mehr als nützlich herausgestellt und darauf möchte ich nicht mehr verzichten. Diverse ND-Filter und Ronny´s Anleitung für Langzeitbelichtungen möchte ich nicht missen, ebenso wie die Eneloops nebst Ladegerät ;-). Der Aufnahmetisch und der faltbare Hintergrund (für den ich eine youtube-Anleitung brauche, um ihn wieder zusammenzufalten) sind auch oft im Einsatz, also nützlich. Besonders nützlich ist natürlich die Anschaffung eines Bildbearbeitungsprogramms, mit dem man auch umgehen kann, sonst würde es sofort in die Kategorie unnütz rutschen. Ich habe Lightroom und Photoshop und bin an dieser Stelle froh, verkünden zu können, beides auch zu nutzen und zwar mit wachsender Begeisterung.

In den Bereich nice-to-have fällt meine Ersatzkamera. Gut, ich habe schon von dem Fiasko gelesen, wie es wäre, wenn die Hauptkamera ausfällt und man keinen Ersatzbody dabei hat. Na gut, sie rutscht doch in den Bereich “nützlich”. Aber mein Sunbounce-Reflektor, der ohne Frage ganz toll ist, kam bisher kaum zu Einsatz, ebenso wenig wie die Polfilter, die ohne Frage auch ihre Daseinsberechtigung haben, wenn man dann nicht zu faul ist, sie zu benutzen ;-). Oder das viel angepriesene Einbein-Stativ. Hmm, bestimmt hat es irgendwann seinen großen Auftritt.

Unter die Rubrik “überflüssig”  fällt vor allem die in den Blitzschuh zu steckende Wasserwaage. Gaaanz wichtig, las ich irgendwo und schon war sie gekauft, kostet ja nicht die Welt so´n Ding. Noch nie benutzt…..  Das Lee-Filter-Set ist auch so ein Teil, was fast nichts kostet, also mal eben mitbestellt und noch nie benutzt. Irgendwo wurden die Vorteile eines Bohnensackstatives angepriesen und zwar sehr einleuchtend. Yepp, ihr ahnt es schon: Auch das habe ich mir gekauft und noch nie benutzt. Schmerzhaft wird es dann aber bei teuererem Equipment wie z. B. einem Belichtungsmesser. Ich dachte tatsächlich, den brauche ich unbedingt, nachdem ich auf einem einschlägig bekanntem Blog darüber gelesen hatte. Ja, wie bin ich bloß bisher ohne klargekommen? Richtig, ihr ahnt es schon, ich habe ihn noch nicht wirklich benutzt. Mein allerliebster Ehemann wird jetzt die Stirn runzeln – zu Recht, aber das ist eine andere Geschichte….

Dann gibt es noch die Sachen, die eine Funktion haben, die besonders nützlich sein kann, wenn man sie denn nutzt. Dazu zählen die diversen, auf ein angenehmes Packmaß zu faltenden Lichtformer, wie z. B . Softboxen usw. Ja, toll, aber ich bin froh, wenn ich sie einmal aufgebaut habe und werde einen Teufel tun, sie aus diesem Zustand zu befreien. Bisher passen sie auch in voller Pracht in mein Auto ;-).

Dann gibt es noch die diversen tollen Apps für´s Smartphone. Wow, was die alles können, die kann man bestimmt alle ganz prima gebrauchen. Gekauft und….. na ja, ihr ahnt es schon :-D

Mein Fazit: Manchmal ist weniger mehr oder? Wie ist es bei euch? Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Was sind eure must-haves? Und was beschäftigt eher den Staubwedel? 

 

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Nachtfotografie

D300, Tokina 12-24mm, 8 Sek./ f 8, ISO 200, Spotmessung, manueller Modus

Aufnahmen bei Nacht haben ihren eigenen Zauber und mit ein bisschen Wissen darum, worauf man achten muss, gelingen sie wirklich jedem. Es gibt ein paar technische Voraussetzungen, ohne die Available-Light-Aufnahmen bei Nacht nur selten gelingen werden und eine Reihe an Zubehör, das zwar nicht zwingend notwendig, aber doch sehr hilfreich ist:

Voraussetzungen:

  • Du brauchst ein Stativ, denn die Belichtungszeiten sind so lang, dass dir keine scharfen Aufnahmen gelingen werden, wenn die Kamera keinen stabilen Untergrund hat, das schafft nachts auch kein Objektiv mit Bildstabilisator (VR/IS/OS). Eine Mauer o. ä. hilft, falls du kein Stativ dabei hast, allerdings ist man dann in der Bildgestaltung sehr eingeengt.
  • An deiner Kamera solltest du die Belichtungszeit manuell wählen können, ebenso den Iso-Wert und den Fokus, der Autofokus funktioniert ab einem gewissen Grad der Dunkelheit nämlich nicht mehr zuverlässig bis gar nicht.
  • Deine Kamera sollte in den Bulb-Modus versetzt werden können. Die meisten Kameras beherrschen eine Belichtungszeit von bis zu 30 Sekunden, das reicht aber manchmal nicht aus und dann braucht man den Bulb-Modus, der ermöglicht, dass man die Belichtungzeit manuell steuern und wesentlich länger als 30 Sek. belichten kann.
  • Ein Fernauslöser, denn er ist nicht nur bequemer zu bedienen, sondern verhindert auch, dass die Kamera durch Drücken des Auslösers in Schwingungen gerät. Einen kabelgebundenen Fernauslöser bekommt man schon für kleines Geld (ca. 10 €) und selbst die simpelste Version hat eine Einrast-Funktion, was sehr hilfreich ist, wenn du deutlich längere Belichtungszeiten wählst. Besonders fein sind Infrarot-Auslöser, die man bequem in der Tasche verschwinden lassen kann, die aber nicht an jeder Kamera funktionieren. Hat man aber gar keinen, kann man zur Not auch den Selbstauslöser der Kamera benutzen, wobei dabei das Risiko besteht, leicht verwackelte Aufnahmen zu bekommen.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, steht gelungenen Nachtaufnahmen nichts im Wege.

Hilfreich wäre außerdem:

  • Ein Smartphone mit Stopp-Uhr, um die Belichtungszeit zu erfassen, wirklich sehr hilfreich im Bulb-Modus!
  • Je nach Lichtsituation eine Okkular-Abdeckung, die den Sucher abdeckt, damit während der langen Belichtung kein Licht durch den Sucher eindringt. Er ist eigentlich im Lieferumfang der Spiegelreflexkameras enthalten und wird quasi über den Sucher geschoben. Bei manchen teureren Modellen braucht man nur einen Riegel am Sucher vorschieben.
  • Eine Taschenlampe, nicht nur um in der Dunkelheit Bedienungsknöpfe oder eventuell runtergefallene Sachen oder einfach den Weg zu finden ;-), sie kann auch beim Fokussieren helfen. Dazu später mehr.
  • Eine Streu- bzw. Gegenlichtblende hilft gegen unerwünschte Lichtreflexe
  • Ein Neutral-Dichte-Filter, kurz ND-Filter genannt, kann helfen, wenn man für bestimmte Effekte (z. B. seidige Wasseroberfläche) eine längere Belichtungszeit nutzen möchte, das Umgebungslicht aber zu hell dafür ist, wie es z. B. bei illuminierten Häuserfassaden der Fall sein kann. Wie man ihn einsetzt, ist hier gut beschrieben.
  • Ein Ersatz-Akku, denn falls es kalt ist, kann es dir passieren, dass der Akku leer ist, bevor du fertig bist (Ehrlich gesagt, ist mir das noch nie passiert, wenn der Akku vorher voll geladen war, aber das ist sicher auch vom Fabrikat abhängig)

Wenn die Fototasche gepackt und die Location erreicht ist, kann es los gehen:

Die beste Zeit für schöne Nachtaufnahme ist die blaue Stunde. Das ist die Zeit 1/2 Stunde vor und nach dem Sonnenuntergang. Das obere Foto ist zur blauen Stunde aufgenommen worden. die Zeit der blauen Stunde ändert sich täglich, aber es gibt zum Glück eine Tabelle dazu.

Ich fotografiere grundsätzlich RAWs und keine JPGs, da ich damit alle Entwicklungsmöglichkeiten behalte und mich auch nicht um den Weißabgleich kümmern muss.

Nun könnte man denken, es ist dunkel, also stelle ich Lichtempfindlichkeit (Iso) des Sensors höher ein. Das wäre ein fataler Fehler, denn bei Dunkelheit gilt: Je höher die Iso, je höher das Rauschen. Richtig ist, den Iso-Wert auf den niedrigsten einzustellen, der für der für die jeweilige Kamera optimal ist. Bei der D300/D700 ist das z. B. 200, andere Kameras geben 100 oder sogar nur 50 Iso an.

Da wir mit einem Stativ arbeiten, müssen wir den Bildstabilisator (VR/IS/OS) ausschalten, denn er würde hier zu unerwünschten Verwacklungen führen. Auf Nummer sicher geht man, wenn man die Spiegelvorauslösung nutzt, denn selbst das Hochklappen des Spiegels kann zu kleinen Erschütterungen führen.

Für die Messung der Kamera sollte man die Matrix- bzw. Mehrfeldmessung einstellen, weil sie ausgeglichenere Ergebnisse liefert als die Spotmessung.

Das Fokussieren im Dunkeln stellt oft ein echtes Problem dar. Der Autofokus spielt verrückt und im Sucher sieht man nicht so recht etwas. Für die Bildgestaltung hilft hier, kurz die Iso zu erhöhen, die Blende aufzureißen und dann das Bild komponieren und den Schuss am Monitor kontrollieren. Steht die Komposition, stellen wir Iso und Blende wieder zurück. Für´s Fokussieren kommt nun die (einigermaßen leistungsstarke) Taschenlampe ins Spiel. Damit kann man das Objekt anleuchten, fokussieren und dann auf manuellen Fokus gehen, damit er sich nicht wieder verstellt. Man kann sicher auch einen Blitz dafür nutzen. Ist das Objekt, z. B. eine Skyline,  weiter weg, stellt man am Objektiv am besten “unendlich” ( ∞ ) ein.

D80, Nikkor 18-200mm, 1,6 Sek./ f 4, ISO 100, Mehrfeldmessung, manueller Modus

 

Wie schon erwähnt, sollte man keine Belichtungsautomatiken nutzen, da diese  mit dieser Lichtsituation meist überfordert sind und nur erstrebt wären, das Bild gleichmäßig hell zu kriegen, was ja gar nicht erwünscht ist und eine schöne Lichtstimmung kaputt machen kann. Also nutzen wir den manuellen Modus. Zwar sollte man immer versuchen, das Bild korrekt zu belichten, aber bei Nacht liegt die Schwierigkeit oft darin, die Lichter korrekt zu belichten. Hier kann man in dem Fall also lieber einen Tick unterbelichten, was hinterher mit Bildbearbeitung eher wieder ausgeglichen werden kann. In überbelichtete Lichter bekommt man schwerer Zeichnung zurück, als man dunklere Stellen aufhellen kann. Auf Nummer sicher geht man, wenn man eine Belichtungsreihe erstellt, so hat man eine Auswahl und/oder  kann daraus später ggfls. ein HDR machen, so man mag.

Zwischendurch das Bild am Monitor zu überprüfen macht natürlich Sinn, allerdings sollte man dann auch ins Bild zoomen, denn auf dem kleinen Monitor der Kamera sieht ein nicht ganz scharfes und nicht richtig gut belichtetes Bild vielleicht noch knackig aus, auf dem Computer-Monitor stellt sich dann die Enttäuschung ein. Ob viele Lichter ausgefressen sind, zeigt uns das Histogramm.

Das hier ist das Histogramm zu dem Bild der Raffinerie darunter:

D700, Nikkor 12-24mm, 1/4 Sek./ f 8, ISO 400, Spotmessung, manueller Modus

Man kann hier am Histogramm ablesen, dass das Bild weder  “abgesoffene Tiefen” noch “ausgefressene Lichter” hat. Wichtig ist, dass der rechte Rand (Spitze der Lichter) nicht überläuft. Sucht euch doch ein Bild von der Festplatte und hebt die Belichtung per Regler an und beobachtet dabei das Histogramm, dann wird sehr schnell klar, was das Histogramm zeigt.

Immer wieder wird in Foren die Frage gestellt, wie man den Sternchen-Effekt erreicht. Das ist ganz einfach, man muss die Blende weiter schließen. Je nach Objektiv und Lamellenzahl ab einem Blendenwert von 8, ganz sicher mit 16 hat man die schönsten Sternchen im Bild:

D300, Tokina 12-24mm, 15 Sek./ f 20, ISO 200, Mehrfeldmessung, manueller Modus

Lichtschlangen brauchen gar keine so lange Belichtungszeit, das folgende Bild wurde 1,6 Sekunden lang belichtet:

D80, Nikkor 18-200mm, 1,6 Sek./ f 4, ISO 100, Mehrfeldmessung, manueller Modus

Auch um nette Bokehs zu fotografieren, eignen sich die Lichter in der Nacht sehr gut:

D700, Nikkor 70-200mm, 1/25 Sek./ f 3,5, ISO 400, Spotmessung, manueller Modus

So schwer ist das also gar nicht und die Fotografie bei Nacht lädt zum Experimentieren ein. Spielt doch einfach mit Blende und Belichtungszeit und schaut, was dabei rauskommt. Ich hoffe, mit diesem Artikel habe ich euch die Basics vermitteln können und euch Lust gemacht, abends die Fototasche zu schnappen und auf Fototour zu gehen. Die Stimmung nachts ist schön und nachfolgende Termine hat man auch nur selten, so dass viel Zeit und Ruhe da ist ;-).

Wer mehr dazu lesen möchte und dem dieser Artikel nicht weit genug geht, dem empfehle ich neben Tante Google, auf das Buch von Ronny (blogtimes.de) zu warten. Ronny ist ein Spezi auf diesem Gebiet und der Langzeitbelichtungen und schreibt gerade an einem Buch, auf das ich schon sehr gespannt bin.

Nachtrag:

Michael hat eine App empfohlen, die die Planung einer Nachtaufnahme entscheidend erleichtern könnte:

The Photographer´s Ephemeris – TPE. Die App ist als Desktopversion kostenlos (gut, um sich überhaupt erstmal ein Bild von den Funktionen zu machen) , die App gibt es für Android, iOS – auch für´s iPad und kostest 9€. Robert Blasius hat sich die Mühe gemacht, die App auf deutsch zu erklären und hat 4 Tutorials dazu veröffentlicht, die kostenlos über seine Webseite herunter geladen werden können.

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Polfilter: ein sinnvolles Zubehör

Rund um unsere Kameras gibt es viel Zubehör über deren Sinn oder  Unsinn man streiten kann. Nicht so beim Polfilter, in Langform Polarisationsfilter. Der kann nämlich etwas ganz besonderes, etwas was wir nachträglich mit keiner Bildbearbeitung wett machen können. Nein, ich meine nicht, dass er den Himmel und die Blätter schön blau bzw. grün macht und die Kontraste verstärkt. Das könnte man auch nachträglich mit Bildbearbeitung erreichen, wenngleich die Benutzung des Polfilters in der Natur durchaus zu Ergebnissen führen kann, die dann eben nicht mehr nachbearbeitet werden müssen. Ein Beispiel:

Ohne Polfilter

Mit Polfilter

 

Der Unterschied ist deutlich sichtbar. Das funktioniert aber nur, wenn die Sonne in etwa im 90° Winkel zum Filter steht. Kommt sie direkt von vorn oder gar von hinten, hat der Filter keine Funktion mehr und schluckt nur Licht, daher sollte man ihn nicht unötig lange auf dem Objektiv lassen. Es sei denn, man wünscht eine längere Belichtungszeit, z. B. um strömendes Wasser weicher wirken zu lassen.

Der Polfilter kann zaubern. Ok, das ist eine recht unnütze Funktion, eine Spielerei, aber doch faszinierend. Er zaubert das Bild meines Computers einfach weg:

Ohne Polfilter…

… ein bisschen gedreht……

… nochmal gedreht und weg ist das Bild!

 

Keine Zauberei: Ein LCD-Bild sendet linear polarisiertes Licht, welches ein Polfilter blocken kann. Man sieht gut auf dieser Grafik der Wikipedia, wo ein Polfilter vor einen LCD-Bildschirm gehalten wird.

Aber was der Polfilter noch kann, seht ihr auf folgenden Bildern. Die Funktion kann man mit einer Bildbearbeitungs-Software meines Wissens nicht erreichen und sie funktioniert auch auch auf Wasser, sprich: Du kannst durch die Wasseroberfläche fotografieren, was mitunter sehr reizvoll ist.

Ohne Polfilter

…. mit Polfilter

Ich finde die Möglichkeit, durch Glas fotografieren zu können, ziemlich cool. Das geht sonst ja nur, wenn man mit dem Objektiv ganz dicht an der Scheibe klebt.  Aber auch hier muss man beachten, dass man in einem bestimmten Winkel zum Fenster bzw. zur Wasseroberfläche steht. Eine Zahl will ich hier nicht nennen, man kann es prima im Sucher sehen, wenn man den Filter dreht. In diesem Beispiel hätte es z. B. nicht funktioniert, wenn ich mich frontal zum Schaufenster positioniert hätte. Ich stand ziemlich seitlich.

Ein Effektfilter, der Sinn macht, aber auch Nachteile hat, die ich nicht verschweigen möchte. Einen habe ich schon genannt: Dieser Filter schluckt deutlich Licht und sollte nur im Bedarfsfall aufgeschraubt werden. Ein weiterer ist, dass er “friemelig” ist. Das Aufschrauben ist schon nicht so einfach, weil man aufpassen muss, dass er sich nicht verkantet und sitzt er erstmal fest, ist es oft schwierig, ihn wieder abzuschrauben, was an den zwei Rändelrädern liegt. Und fest sitzen muss er, sonst ist die Gefahr groß, dass man ihn aus Versehen abdreht, wenn man den Filter verdreht. Ich habe ja immer einen Klarglasfilter drauf und das erweist sich hier als praktisch: Man dreht beide zusammen ab und dann ist es ganz einfach, den Klarglas- und den Polfilter auseinander zu schrauben, warum auch immer ;-).

Wer jetzt tiefer in die Materie einsteigen möchte und  sich für die technischen Details interessiert, dem empfehle ich den Artikel zum Thema auf der Seite traumflieger.de. Besser kann man  nicht erklären, wie dieser Filter funktioniert und als Sahnehäubchen wird der Frage nachgegangen, ob es immer der teuerste Polfilter sein muss. Zusätzlich ist der Wikipedia-Artikel lesenswert.

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Objektivschutz ja oder nein?

Die Diskussion, ob man einen Filter als Schutz vor sein Objektiv schrauben sollte oder nicht, ist in einschlägigen Foren beinahe eine tägliche und ein Konsens scheint unerreichbar zu sein. Dieses Entscheidung triff jeder Fotograf für sich. Ich habe zugunsten meiner Frontlinsen entschieden, sie mit einem Filter zu schützen und will euch gern erklären warum.

Ein hochwertiges Objektiv kostet viele Euronen und das Frontglas ist empfindlich. Kann die aufgeschraubte Gegenlichtblende noch gut vor leichten Stößen schützen, schützt sie doch nicht vor Umwelteinflüssen und Berührungs- und Putzschäden. Ich denke z. B. an den Strandbesuch, der feinsten Sandstaub und Salzkristalle auf dem Glas hinterläßt.  Beim Putzen werden Mikropartikel auf der Oberfläche verrieben, was dem Glas schaden kann. Man kann das Objektiv schließlich nicht wie eine Brille unter fließendem Wasser reinigen. Das kann ich aber mit einem Schutzfilter. Und ich kann ihn bei Regen und selbst am Strand trocken rubbeln, ohne viel zu riskieren, nun jedenfalls nicht mehr als die ca. 70€ für die Neuanschaffung ;-). Außerdem bieten Filter einen gewissen Schutz davor, dass feinste Staubpartikel in die Linse eindringen, was gerade bei Zoom-Objektiven eine Rolle spielt. Allerdings benutze ich mittlerweile keine UV-Filter mehr.

Wenn man sich als Foto-Newbie nach Filtern erkundigt, werden meist UV-Sperrfilter als Schutzfilter empfohlen. Durch die Anzahl der Linsen, der Vergütung und Dicke des Glases, lassen die heutigen Objektive keine UV-Strahlung mehr durch und der Sensor ist durch den Tiefpassfilter (nochmal Glas) zusätzlich geschützt. Eine Notwendigkeit, einen UV-Filter zu benutzen, besteht als Fotograf mit digitalem Equipment also nicht. Da ich Wert darauf lege, dass der Einfluss des Filters auf die Bildqualität so gering wie möglich ist, schaffe ich nun zu jedem neuen Objektiv einen sogenannten Clear-Schutzfilter ein. Der Filter tut nichts, gar nichts, außer die Linse vor Kratzern und Verschmutzungen zu schützen. Ich habe mich für ein Modell von B+W entschieden, weil die Firma für ihre hochwertigen Filter bekannt sind und in Deutschland produziert. Das Glas ist besonders lichtdurchlässig, hat eine MRC-Nano-Vergütung und soll dadurch unerwünschte Reflexe minimieren.

Ohne Filter

Mit Filter

 

 

 

 

 

Gegner behaupten, dass jeder Filter die Leistung des Glases beeinträchtigt, Licht schluckt und zu unangenehmen Flares führen kann. Eigentlich habe ich aber noch nie Beweisbilder gesehen, die dies wirklich wasserdicht beweisen. Die Werte scheinen mir eher theoretischer Natur zu sein. Und wenn schon? Wenn es bei einem Foto um die Wurst geht, schraube ich den Filter halt ab und gut ist´s.

Dass ich meine Objektive stets mit Filtern schütze, hat außerdem auch positive Auswirkungen auf den Wieder-Verkaufswert, nicht ganz unwichtig!

Ein Tipp noch zum Schluss: Bevor ich den Filter aufschraube, reinige ich die Linse und die Unterseite des Filters mit Druckluft, damit möglichst kein Staubkörnchen  eingeschlossen wird.

Und ihr? Wie haltet ihr das mit dem Objektivschutz?

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