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IN THE AIR TONIGHT

IN THE AIR TONIGHT

 

Kürzlich besuchten mein Mann und ich gute Freunde in Hannover. Während wir am Maschsee stehen, erinnere ich mich an unseren Besuch vor 22 Jahren in dieser netten Stadt.

Es war 1992 und Genesis spielte im  Stadion am Maschsee. Es war ein heißer Sommertag und nachdem wir gefühlte Stunden im Stau gesteckt hatten, saßen wir doch noch früh genug auf dem Rasen im Innenraum, hatten einen guten Platz ergattert und schmorten in der Sonne. Das Konzert begann, die Sonne ging begleitet von vielen tollen Songs allmählich unter, der Wind frischte auf und kühlte die schweißverklebte Haut.  Und dann hörte ich die ersten Töne des Stückes, auf das ich den ganzen Abend gewartet hatte: In the air tonight. Ein Stück, dass schon seit Jahren einen festen Platz auf meinen Mixtapes hatte. Phil saß an der Bühne und sang und ich hatte eine Gänsehaut. Schritt für Schritt bewegte er sich ganz langsam hinter seine Drums. Als er zu trommeln begann, war ich emotional so berührt, dass ich dickes Pipi in den Augen hatte.

Als ich meinen Freunden davon erzähle, ist dieser Moment so präsent, dass ich mich weg drehe, denn die Emotionen sind wieder da, während ich von weitem nur das Dach des Stadions sehe und dieses Foto mache.

 

 

 

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AFTER THE DARKNESS THERE WILL BE LIGHT

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Die Serie “AFTER THE DARKNESS THERE WILL BE LIGHT” entstand in einem undefiniertem Zeitraum in den letzten Jahren, während meiner vielen Spaziergänge über Friedhöfe, hauptsächlich dem Ohlsdorfer Friedhof. Ich wandelte auf den Spuren von Erinnerung und Trauer der anderen und so lautete auch der Arbeitstitel der Serie. Während der Arbeit an diesem Thema und dem Sichten des Materials veränderte sich mein Gefühl dazu. Es ging immer weniger um die Trauer der anderen und immer mehr um meine eigene.

Eine kleine Auswahl zeige ich unten. Die ganze Serie ist hier zu sehen: AFTER THE DARKNESS THERE WILL BE LIGHT

 

 

Memento 

Vor meinem eigenen Tod
ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer,
die mir nah sind.
Wie soll ich leben,
wenn sie nicht mehr da sind?
Allein im Nebel tast ich todentlang
und laß mich willig
in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht
halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl,
dem gleiches widerfuhr,
und die es trugen,
mögen mir vergeben.
Bedenkt, den eigenen Tod
den stirbt man nur,
doch mit dem Tod des anderen
muß man leben.

(Mascha Kaléko)

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Ein Blog Award

 

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forgottenforawhile hat mich schon vor einer Weile als einen ihrer liebsten Blogs nominiert – vielen Dank dafür – und mich gebeten, einige Fragen zu beantworten, was ich gern tue, auch weil ich die Fragen mag, für die sie sich entschieden hat.

1) Warum hast du dich für das Medium entschieden, mit dem du künstlerisch tätig bist?

Das Medium hat, glaube ich, mich gesucht. Ich lebte zu der Zeit weit weg in Hongkong und es entstand der unbändige Wunsch meine Eindrücke festhalten zu können. Und dann gab es diesen kleinen Fotoladen, in dem eine Nikon D80 stand und mir zurief: “Ich bin die, die du brauchst.” ;-) Na ja, ein bisschen war das wohl so, aber es gibt auch einen Hintergrund, der mir erst später klar wurde: Ich war und bin ein Mensch mit ausgeprägten Sinnen für Musik, Gerüche, feinste Stimmungen und Bilder, vor allem für Bilder. Ich habe früher viel gemalt und gezeichnet, aber ich war viel zu ungeduldig. Die Fotografie gaukelte mir vor, schnell zu sein. Ich konnte endlich ohne großen Zeitaufwand Bilder machen. Heute weiß ich, das ein gutes Bild Zeit braucht, manchmal auch viele Wiederholungen bis es gelingt, aber es gibt auch die schnellen und trotzdem guten Bilder. Aber die gibt es nur, weil ich viel Zeit und Neugierde investiert habe, achtsamer sehen zu lernen. Mal ganz abgesehen davon, brauchte es auch viel Zeit, die Technik zu beherrschen.

2) Woher nimmst du deine Inspiration?

Manchmal inspirieren mich die Arbeiten anderer Fotografen, aber oft sind es ganz klitzekleine Alltagsmomente, ein Licht, ein Schatten, eine Farbe…. Musik, Filme und vor allem Gefühle und Gedanken. Aktuell finde ich z. B. Steve McCurry inspirierend, von ihm kann man u. a. viel über Komposition lernen und ich bin ein großer Fan der Fotos von Jessica Backhaus. Ich mag Künstler, die sich nicht auf technische perfekte Bilder beschränken (ausser in der Architektur-Fotografie), sondern versuchen Gefühle zu transportieren, etwas ausdrücken.  Ein Portfolio, das mir z. B. sehr gefällt ist das von Zewar Fadhil. Ausserdem verändert sich das immer mal wieder. Früher mochte ich die “großen” Bilder, perfekt und “postertauglich”, heute mag ich oft die “leisen” Bilder, die einen nicht immer auf Anhieb umhauen.

3) Gibt es Menschen, die dich unterstützen?

Ja, da ist vor allem mein Mann, der meine Arbeit wertschätzt und mich nicht nur mental, sondern manchmal auch praktisch unterstützt  und ein sehr enger, auch fotografierender Freund.

4) Was kostet dich deine “Kunst” (also die Medien dafür) im Schnitt monatlich?

Puh, manchmal zuviel und manchmal relativ wenig. Kommt drauf an, was gerade ansteht. Gutes Equipment ist teuer, aber oft eine Anschaffung für´s Leben. Hoffe ich zumindest, bin ja nicht mehr Zwanzig ;-). Dann sind da die laufenden Kosten für die Creative Cloud, den Blog, die Internetpräsenzen, in Summe eigentlich zuviel, aber mir ist es das wert.

5) Welches Medium würdest du gern ausprobieren, traust dich aber nicht und warum?

Die analoge Fotografie. Mir ist das zu aufwändig und ich scheue die vielen Fehlversuche, die es sicher nach sich ziehen würde. Dabei mag ich sie sehr, ich finde, dass analoge Bilder oft wesentlich mehr Charme haben, als digitale Bilder. Aber über die Jahre habe ich mich an so manches getraut und suche in der Fotografie neue Herausforderungen, daher würde ich nicht ausschließen, dass ich eines Tages doch plötzlich einen Film entwickle ;-) Und ich merke, dass ich Herzchen in den Augen habe, wenn ich alte Kameras sehe, so würde ich wahnsinnig gern mal  eine Rolleiflex ausprobieren, wenigstens mal durchgucken :-).

6) Was würdest du tun, wenn du plötzlich deine Kunst nicht mehr umsetzen könntest, weil du körperlich dazu nicht mehr in der Lage wärest (Lähmung, Erblindung….)? 

Also, wenn ich als Fotografin die Kamera nicht mehr halten könnte, wäre das schon auch dramatisch. Aber tatsächlich denke ich manchmal darüber nach, was geschehen würde, wenn ich erblinden würde. Eine der größten Katastrophen, die ich mir vorstellen kann. Furchtbar, grausam. Dann musst du das Leben neu lernen und die Fotografie wäre nur eine Sorge von vielen. Vielleicht würde ich versuchen, meine inneren Bilder über Texte zu transportieren. Das müsste ich lernen, denn so gut bin ich nicht im Schreiben. Aber es wäre mir ein Bedürfnis. Daran mag ich aber eigentlich nicht denken, nächste Frage.

7) Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Im Moment schön aufgeräumt, was ich mag. Aber es sammelt sich immer wieder viel Zeugs auf meinem Schreibtisch an, vor allem aufgeschlagene Bildbände und Fotomagazine. Da steht ein Mac, ein Grafiktablett, ein Foto von meiner Tochter, Festplatten und eine transparente Schreibtischunterlage, unter der Shortcuts für PS, LR und Apple liegen, die ich trotzdem nur selten nutze ;-). Jede Menge Memos, also kleine Erinnerungszettel “Morgen Müll rausbringen” :-D. Manchmal ein paar weiße Blumen, die ich sehr mag.

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8) Warum bloggst du?

Vermutlich um einen Spiegel zu haben. Mich mitzuteilen. Eine Zeitlang  dachte ich (und das war auch meine Motivation am Anfang), das tue ich hauptsächlich für mich, um mich zu strukturieren, zu sammeln, mich intensiv auseinanderzusetzen, aber bloggen ohne Resonanz wäre auch doof. Ich freue mich über die Auseinandersetzung mit meinen Lesern und würde mir diesbezüglich manchmal mehr wünschen, auch konstruktiv-kritisch, aber in der schnelllebigen Internet-Welt gehört der schnelle Klick auf das “gefällt mir” halt dazu. Als Blogger liest du auch in vielen anderen Blogs und da bleibt oft einfach keine Zeit für einen ausführlichen Kommentar, das kenne ich von mir selbst.

9) Welches Zitat oder Motto beschreibt dein Leben derzeit am treffendsten?

Puh, das ist schwierig. Wo andere “yeah – das mach ich”  schreien, gehe ich erstmal einen Schritt zurück und beobachte. Ein Zitat von Kafka begleitet mich schon lange mahnend: “Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.”

10) Zu welchen Themen würdest du gerne mehr Blogs sehen und welche Themen hast du schon völlig über?

Völlig über sind mir zahlreiche Blogs, aber die muss ich ja nicht lesen ;-). Wünschen würde ich mir mehr Blogs, die sich mit Bildern auseinandersetzen, einen Text dazu schreiben, für Kritik offen sind und insofern meine Auseinandersetzung mit der Fotografie bereichern. Ich mag es auch sehr, wenn Blogger sich mit der Kunstszene rund um die darstellende Kunst beschäftigen. Ein Blog, der das zumindest auf dem Sektor der Fotografie immer wieder gut umsetzt, ist kwerfeldein.de, wobei ich es nicht schaffe, das alles zu lesen, leider.

11) Könntest du dir eine Welt ohne Internet vorstellen und würdest du in einer solchen leben wollen

Ich bin ohne Computer aufgewachsen, ohne Internet, ohne Handy. Und ich erinnere mich gut an diese Zeit. Zeit…… ich hatte viel Zeit für viele Dinge, für die ich heute durch das Internet keine Zeit mehr habe. Ich hatte immer ein Buch dabei und habe gelesen, sobald sich die Möglichkeit dazu bot. Heute lese ich kaum mehr, sondern höre Hörbücher, weil ich die hören kann, während ich andere Dinge tue. Ich habe mehrere Abende an einem Bild gezeichnet, jeden Morgen eine Zeitung gelesen oder mich auch einfach mal gelangweilt, was wirklich zu einem kreativem Schub führen kann :-). Ehrlich: Internet, Computer und Handys kosten Zeit, viel Zeit. Das finde ich manchmal ganz schön bitter. Andererseits eröffnet es mir Welten, von denen ich vorher nur geträumt habe. Und ich weiß gar nicht, wie es mit der Fotografie so wäre, wenn es das Internet nicht gäbe. Würde man sich dann in Fotogruppen treffen, um seine Bilder zu besprechen? Würde man nur für sich allein Fotos machen? Spannende Frage. Aber es ist keine Antwort auf deine Frage und ich kann dir leider keine geben, außer vielleicht der, dass ich weiß, dass man ohne Internet leben kann :-).

 

Ich gebe diesen Award mit diesen Fragen, die angepasst werden dürfen, weiter an folgende Blogs, die ich persönlich sehr mag und die sich bitte nicht verpflichtet fühlen, ihn anzunehmen, denn ich weiß, manche haben da gar keine Lust zu oder es passt gerade oder sowieso nicht in den Blog (kein Stress! :-) :

 

Jörg Kruth malt, zeichnet und fotografiert und diese Kombination finde ich erfrischend und inspirierend

Baphomet´s Throne rue23 fotografiert und musiziert

aebby LOG fotografiert, denkt, schreibt – interessante Mischung

kiekste hier Patrick fotografiert hauptsächlich, ich mag die Fotos

alleaugenblicke.de Werner fotografiert und schreibt und hat eine besondere Sicht auf die Welt

moodway Jörn fotografiert, “äppelt” und musiziert

kreuzberg süd-ost Tikerscherk schreibt und das richtig gut

Frau Doktor, Tom & Jamie Marion bloggt sehr persönlich und fotografiert hauptsächlich Blumen und bearbeitet die Bilder aufwändig

Das Pixel Café Cologne Luiza und Thorsten fotografieren hauptsächlich Menschen und amerikanische Autos und sind cool drauf

Pabuca Christian und Markus, die mit Pabuca ein wirklich tolles Projekt ins Leben gerufen haben

Jarg´s Blog, schreibt unglaublich gute Film- und Buchrezensionen

Spiegelbremse, Hansekiki fotografiert und ich bin wegen ihrer Bilder aus Asien bei ihr gelandet und hängengeblieben :-)

 

 

 

 

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Im Wald

Im Wald (5 von 5)

 

“Mein Freund der Baum ist tot, er fiel im frühen Morgenrot.” Dieser Text bzw. dieses Lied hat mich als Kind tief beeindruckt. Es gab eine Erwachsene, die so viel für einen Baum empfunden hat, dass sie dieses melodramatische Lied sang und mir aus der Seele sprach. Und wie sie sang! Ich lauschte andächtig und manchmal weinte ich ein bisschen. Nach dem Umzug in eine andere Wohnung wuchs vor meinem Zimmerfenster eine zierliche, kleine Birke. Mein Baum. Wie oft habe ich auf der Fensterbank gesessen und ihr von meinem Sorgen und Nöten berichtet. Sie war eine geduldige Zuhörerin. Mit 12 Jahren sollte ich aus dem Alter des magischen  Denkens eigentlich heraus gewesen sein, aber ich war fest überzeugt, dass sie nur deswegen nicht antwortete, weil es in der Welt der Bäume so langsam zuging, dass wir weder sehen können, wie sie zustimmend nicken, noch ihre Sprache verstehen, von Ents wusste ich damals zum Glück noch nichts, sonst hätte ich das Bäumchen sicher nicht mehr aus dem Auge gelassen ;-).  Natürlich liebte ich den Wald, und Ausflüge dorthin, um Pilze zu sammeln, Heidelbeeren zu pflücken oder einfach im Herbst mit den Füßen durch das raschelnde Laub zu laufen, waren das Größte für mich.

Heute wohne ich in den Hamburger Walddörfern, irgendwie klar oder? ;-) Es sind nur ein paar Minuten in den Wald und ich bin oft und gern dort. Die Gedanken, die ich als Kind hatte, haben mich nie ganz verlassen und die Zuneigung zu Bäumen auch nicht.

Und so bin ich neulich, früh am morgen, mal wieder im Wald gewesen. Es war nebelig und kühl. Ich ließ mich treiben und stapfte abseits des Weges in ihn hinein und ließ mich ganz auf die Stimmung ein. Vielleicht haben die Bäume versucht mir etwas zu erzählen und ich war immer noch zu laut? ;-)

Wenn ihr Lust & Zeit habt, werft gerne einen Blick in die Galerie mit 22 Bildern.

 

Im Wald (4 von 5)

 

Im Wald (2 von 5)

 

Im Wald (3 von 5)

 

Im Wald (1 von 5)

 

Der Wald ist ein besonderes Wesen,
von unbeschränkter Güte und Zuneigung,
das keine Forderungen stellt
und großzügig die Erzeugnisse
seines Lebenswerks weitergibt;
allen Geschöpfen bietet er Schutz
und spendet Schatten selbst dem Holzfäller,
der ihn zerstört. 

Siddhartha Gautama / Buddha (ca. 420 – 368  v. Chr.)

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Tschüss 2013!

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Nach ein paar Tagen Winterstille schreibe ich heute den letzten Post in diesem Jahr. Es ist die Zeit der Jahresrückblicke und auf vielen Blogs gibt es dieser Tage nachdenkliche Bestandsaufnahmen zu lesen. So auch hier.

Für 2013 hatte ich mir jede Menge vorgenommen, aber abgesehen davon, dass ich es versäumt habe, mir konkrete Ziele und Zeiträume zu stecken, in denen ich sie erreicht haben wollte, passierte einfach das Leben und machte mir einen dicken Strich durch die Rechnung. Und so sehe ich dem neuen Jahr anders entgegen. Nichts ist selbstverständlich und du weißt nie, was morgen passiert. Ich springe jetzt nicht auf dem Tisch und rufe “Carpe diem”, vielmehr ist es die Erkenntnis, dass die Zukunft stets von einem Nebelschleier umhüllt wird und das, was sich dahinter verbirgt komplett unberechenbar ist. Man geht vorwärts, Schritt für Schritt, und der Weg schiebt sich einem unter die Füße und das Spannende ist, ob es gelingt, ihn anzunehmen und voller Neugier zu betrachten und die Schätze findet, die immer am Wegesrand verborgen sind. Ich bin gespannt, wohin mich das nächste Jahr führen wird. Die Schätze diesen Jahres habe ich im Gepäck. Und einige wenige, aber wichtige Pläne i. S. Fotografie habe ich auch gemacht:

  • Ab morgen werde ich für mich das Projekt 52/7 starten. Eigentlich ist es ein 365-Tage-Projekt, da ich aber dem Stress des täglichen Hochladens entgehen will, poste ich einmal die Woche 7 Bilder. Ich habe darüber lange nachgedacht, denn es ist eine absolute Herausforderung, aber ich denke, genau die brauche ich jetzt. Und ich bin gespannt, welche Erkenntnisse ich aus dem Projekt ziehe. Inspiriert hat mich Jörg Rüger´s 365-Tage Projekt, das ich schon länger auf Facebook verfolge.
  • Ich möchte an einem  themen-orientiertem  Projekt arbeiten. Allerdings nicht allein, sondern mit einem befreundeten Fotografen. Es gilt noch einiges zu besprechen, aber am Ende steht möglicherweise die Veröffentlichung als E-Book. Das Thema steht, mal schauen, ob wir das so realisieren können.
  • Ebenfalls ab morgen werde ich mit einer jungfräulichen Bibliothek in Lightroom starten. Ich hatte über die Gründe hier schon geschrieben und ich ziehe das durch. Es ist ja nicht so, dass ich an die “alten” Bilder nicht mehr herankomme, aber ich will mich gezielt auf etwas Neues einlassen.

Was für Pläne und Vorsätze habt ihr in fotografischer Hinsicht? Vielleicht habt ihr Lust, darüber in einem Kommentar etwas zu schreiben? Falls ihr auf eurem Blog schon etwas darüber geschrieben habt, könntet ihr auch einfach den Link dahin im Kommentar posten. Ich bin neugierig! :-)

Zum Abschluss möchte ich euch allen danken, für eure Besuche, Kommentare und E-Mails – für euer Interesse! Kommt gut und gesund ins neue Jahr! 

 

 

 

 

 

 

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Kreuzberg Süd-Ost fragt und ich antworte

Stöckchen

Kreuzberg Süd-Ost hat mir ein sogenanntes #Stöckchen zugeworfen und habe es gefangen und beantworte gern die Fragen, da ich denke, es erzählt euch ein bisschen was von mir. So let´s go:

10 Fragen:

1. Warum bloggst du? Könntest du deine Zeit nicht sinnvoller nutzen? Nein, ich könnte die Zeit, die ich ins Bloggen investiere, nicht sinnvoller nutzen, da ich mich in den Blogposts mit fotografischen Themen oder meinen Bildern intensiv auseinandersetze. Ich muss selektieren, genau überlegen, welches Bild ich warum posten möchte und das führt zu einer kritischeren Betrachtung. Gleiches gilt für die Theorie, sei es die Fotografie, Bildbearbeitung oder Ausstellungsberichte. Ich würde ohne den Blog sicher nicht so intensiv über Themen recherchieren.

2. Welcher Artikel aus anderen Blogs ist dir spontan im Kopf geblieben? (nicht zu lange nachdenken) Da ist ein Blogpost von Werner Pechmann: “Diesmal Venedig”. Ich denke tatsächlich oft an seine Geschichte, lies sie, sie ist einfach wunderschön geschrieben. Dann “Der Regen”, eine längere Geschichte, die es auf foodandwineporn.de zu lesen gab. Interessanterweise mag ich in letzter Zeit zunehmend die Verbindung von Bildern und Geschichten. Und ohne Geschichten aktuell das 365 Tage Projekt von sichtbarkeiten.de. Faszinierend! Und Jörn Daberkows Projekt “Hamburg auf dem iPad”. Jörn hat just ein E-Book fertiggestellt und hat in einem Projekt-Tagebuch seine Erfahrungen festgehalten.

3. Dein absoluter Lieblings-Artikel in deinem Blog? (bitte mit Linkangabe) Da muss ich nicht lange nachdenken – TOO SCARED TO CLOSE MY EYES, der sehr persönlich ist, auch wenn eigentlich gar kein Text dabei ist, und Jessica Backhaus im Artist Talk, der meine Begeisterung für diese Künstlerin widerspiegelt und für mich selbst eine schöne Erinnerung ist, denn sie hat mich mit ihrer Begeisterung förmlich angesteckt.

4. Welchem Blog wird aus deiner Sicht zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt? werpec-bildgeschichten, bereits weiter oben erwähnter Blogger, der die Fotografie und das Schreiben liebt und in dieser Kombination ganz wunderbare Posts verfasst. Und neu entdeckt habe ich schiesswohl-blog.com, dessen Auseinandersetzung mit der Fotografie mich anspricht.

5. Stelle dir vor, du müsstest über ein tiefgründiges Thema schreiben. Worüber schreibst du? Es wäre vermutlich ein sehr persönliches oder ein soziales Thema. Ich komme aus dem sozialen Bereich und meine soziale Ader lässt mich nie los und mein Fundus an Themen wäre reich, leider. Aber dafür würde ich vermutlich eine andere Plattform wählen als diese.

6. Freundschaft. Hast du mehr Freunde im Internet oder in deinem Zimmer neben dir? Deutlich (!) mehr in meinem direktem Umfeld, wobei ich vereinzelt auch schon wirklich wertvolle Freunde durch die Bloggerei kennengelernt habe.  Internet-Bekanntschaften sind meist oberflächlicher Natur und stark von aktuellen Interessen abhängig und können von heute auf morgen ohne Abschied verschwinden. Da liest du dann “deleted” und das war´s. Echte Freundschaften wachsen über Jahre und im direkten Kontakt, nicht über likes und Kommentare. Trotzdem mag ich viele Internet-Kontakte sehr und sie sind mir über einen gewissen Zeitraum irgendwie ans Herz gewachsen. Vielleicht mag ich auch deswegen die Foto-Blogs, die mitunter auch viel schreiben und nicht nur Bilder posten, denn nur über Fotos kann ich keine “Beziehung” zu dem Menschen aufbauen, den ich dahinter vermute, dazu brauche ich auch ein wenig Geschreibsel und sei es über den Austausch in den Kommentaren.

7. Ganz ehrlich und unter uns: wie oft checkst du die Statistik deines Blogs?  Guter Punkt. Ich bin da sehr schlusig. Manchmal, wenn ein Balken in der Grafik heraussticht, schau ich schon mal, aber eigentlich interessiert mich das nicht so sehr.  Als ich den Blog ins Leben rief, tat ich das in erster Linie für mich selbst. Ich brauchte einen Ort, an dem ich meine Gedanken, Bilder und Erfahrungen zentrieren konnte. Natürlich habe ich gehofft, dass auch ein paar Leser vorbeischauen, aber ich hätte nie damit gerechnet, dass meine Beiträge von so vielen Menschen gelesen werden, das war mir anfangs richtig unheimlich. Ich freue mich über interessierte Besucher und finde es besonders schön, wenn ich Leserpost bekomme und interessante Kommentare. Aber das hat so gar nichts mit der Statistik zu tun. Allerdings kann ich gut verstehen, wenn die Zahlen für andere Blogs wichtig sind, die die Werbe-Einnahmen nutzen, um die Kosten des Blogs aufzufangen.

8. Was hast du für deinen Blog für Wünsche oder Pläne? Ich möchte wieder mehr über Ausstellungen und Künstler schreiben. Das vergangene Jahr verlief privat sehr turbulent, so dass ich nicht die Ruhe für Ausstellungsbesuche fand. Außerdem möchte ich gern intensiver an Themen arbeiten, die von Interesse für meine Leser und mich selbst sind. Ich habe einige Ideen im Kopf, aber sie müssen noch ein wenig reifen. Ach, und langfristig möchte ich von wordpress.com weg. Zwar ist diese Plattform bequem, aber schränkt mich auch sehr ein und ist teuer geworden, so man nicht gewillt ist, Werbung auf seinem Blog hinzunehmen, auf die man überhaupt keinen Einfluss hat.

9. Verhältst du dich manchmal noch wie ein Kind? Wenn ja, in welcher Situation? Ich kann manchmal über Kleinigkeiten staunen, mich empören über Ungerechtigkeiten und mich in in meinem Tun verlieren wie ein Kind und ich habe mir die Authentizität bewahrt. Nicht immer von Vorteil im Leben. ;-)

10. Was würdest du anders machen, wenn du mit den Erfahrungen von heute noch einmal neu im Alter von 14 Jahren beginnen dürftest? Hehe, mit dem Wissen und den Erfahrungen von heute wäre die Schule ein Spaziergang durch ein sonnenüberflutetes Feld gewesen ;-). Ach, da gibt es vieles und eigentlich ist es immer wieder ein Traum, die Erfahrungen von heute früher schon gehabt zu haben. Ich würde mir nicht reinreden lassen welchen Beruf ich ergreifen soll, würde meine künstlerische Ader als Basis für diesbezügliche Entscheidungen nehmen und vermutlich Fotografie und Kunst studieren. Von privaten Entscheidungen mal ganz abgesehen….. Eine Fülle an Verirrungen und Verwirrungen wären mir erspart geblieben, aber wäre ich dann heute die, die ich bin?

Ach und ich würde ganz sicher nie nie nie wieder mit dem Rauchen anfangen!

Vielen Dank für das Interesse, Tikerscherk. Ich gebe das #Stöckchen jetzt an Werpec-Bildgeschichten weiter und wünsche viel Spaß bei der Beantwortung. :-)

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Verschlungene Kurven

SOUNDS LIKE A MELODY

 

Ungefähr wie auf diesem Bild geht es mir mit der Fotografie im Moment. Ich habe ein paar Linien im Blick, die nach vorn führen. Von der Seite kommen aber immer wieder verschlungene Pfade, die ich nur allzu gern verfolge und mich in ihnen verfange.

Die geraden Linien zeigen mir den Weg meinen Ideen nachzuspüren, ein paar angedachte neue Wege einzuschlagen. Die melodiösen, verlockenden Pfade sind mein reicher Vorrat an Bildern, in denen ich mich immer wieder verliere. Kennt ihr das? Statt so häufig wie möglich neue Fotos aufzunehmen, wird in der Bibliothek gekramt, sortiert, neu entwickelt. Klar, wenn ich durch meine LR-Bibliothek scrolle, breitet sich mein Leben vor mir aus. Das ist das eine. Das andere ist mein sich verändernder Blick auf Bilder. Ich entdecke das Potential von manchem Foto erst heute und manch andere, die ich vorher richtig toll fand, entpuppen sich als langweilig. Die Verlockung ist groß, die neu entdeckten Perlen noch einmal neu zu entwickeln, denn da hatte ich anfangs noch kein gutes Händchen für. Und so verfranse ich mich regelrecht in meinem Bilderpool. So kann es aber nicht weitergehen und daher muss sich etwas ändern.

Meine Hauptseite lichtbildwerkerin.de ist inhaltsmäßig überarbeitet, vielleicht habt ihr Lust und schaut mal vorbei und toll wäre ein feedback, positiv wie negativ. Ich habe im zweiten Schritt noch so an die 100 Bilder für eine eventuelle Veröffentlichung bereit gelegt und muss noch zwei Serien neu entwickeln und exportieren, dann werde ich einen neuen Katalog anlegen. Klar, der ist jederzeit aufrufbar, aber man arbeitet halt doch mit dem Aktuellen. Keine Ablenkung mehr.

Allerdings ist das schwer, ein Abschied. Gerade habe ich das Bild aus dem letzten Post auf 500px hochgeladen. Das Potential dieses Bildes hatte ich lange Zeit nicht gesehen, es ist schon 2007 entstanden, als ich gerade erst begann zu fotografieren. Nun, dieses Bild ist (zumindest kurzfristig) mein bisher erfolgreichstes auf 500px. Trotzdem, der Schnitt muss sein. Manchmal muss man sich befreien, damit Neues möglich sein kann.

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ME AND TWO AND 7 MILLIONS

TWO AND TWO AND MILLIONS

Metaperspektive

Es ist dunkel und ruhig hier oben. Fast nichts ist zu spüren von dieser lärmenden, pulsierenden Stadt. Ans Geländer gelehnt lässt sie ihren Blick schweifen, genießt ihn und den lauen Wind, der über ihre feuchte, vom Schweiß etwas klebrige Haut streift. Sie hatte den Nachmittag mit ihrer neu entdeckten Lieblingsbeschäftigung verbracht und viele Eindrücke fotografiert. Anstrengend war es, laut und heiß, aber die Bilder waren eine Verlockung, ein Ruf. Es ist immer noch heiß, denkt sie, zu heiß für mich. Sie sehnt sich nach Hause, nicht in die Wohnung, die sie nun mit ihrer Familie hier bewohnt, sondern nach Hause, nach Deutschland, wo sie jetzt am Abend die kühle Sommerluft in ihrem Garten genießen würde. Vielleicht wäre jemand zu Besuch, der von seinem Alltag erzählt. Vom Alltag zu Hause, der so weit weg war. Paul Young hatte Unrecht, als er sang “Wherever I lay my hat that’s my home”, denkt sie und summt leise die Melodie vor sich hin.  Der Griff um ihre Kamera wird fester, als könne sie die aufsteigenden Gefühle damit wegdrücken. Die Kamera klebt auch. Fast den ganzen Tag hatte sie sie in der Hand gehalten und ihr Handballen brennt von der ungewohnten Belastung. Sie genießt die Streifzüge durch diese fremde Welt, die sie als so widersprüchlich empfindet. Die Bilder waren auf einmal da und sie will sie festhalten, als würde es ihr helfen zu verstehen und hier anzukommen. Und jetzt gibt sie ihr Halt, wie merkwürdig das klingt. Du und ich, wir schaffen das, schien der Griff zu bedeuten. Ihre Gedanken sind in der Heimat. Heimat – ein komisches Wort, denkt sie, ein Wort, das erst hier eine Bedeutung bekam. Ein Wort, das Schmerz hervorruft. Ein Wort, angefüllt mit ihren Erinnerungen und Sehnsüchten. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, alles in einem Begriff, denn was Heimat ihr bedeutet, würde sich sicher nie ändern. Heim – at. Wie dieses Wort wohl entstanden ist?

Ein laut schnaufend vorbeirennender Jogger beendet ihre Grübelei. Jedes Mal erschrickt sie, wenn jemand hier vorbeikommt, in ihre Privatsphäre eindringt. Als würde dieser Platz ihr gehören. Nun, ein bisschen ist er es ja auch. Ihr Platz. Deshalb ist sie so gern allein hier. Im Beisein von Anderen wird er zu einem gewöhnlichen Ausflugsort.

Sie beginnt ihr Spiel zu spielen. Der Anfang ist schwierig, aber dann sucht sie sich eines der vielen Fenster aus und zoomt sich hinein. Stellt sich vor, dass dort gerade jemand stirbt, die Familie in großer Trauer ist. Es wird geweint und geschrien und die Verzweifelung über den Verlust ist groß. Ein anderes Fenster. Zoom. Wird hier vielleicht gerade ein Kind in den Schlaf gesungen? Oder raufen sich zwei Kinder um ein Stück Schokolade? Die Kinder gehen hier nicht früh ins Bett, das weiß sie. Hauswechsel – ein anderer Einblick. Zoom. Vielleicht leidet man hier unter großen finanziellen Sorgen oder eine Liebe geht in diesem Moment für immer verloren. Und daneben – zoom –  spielt ein Mensch mit dem Gedanken an eine Gesichts-Operation, weil man größere Chancen auf dem hart umkämpften Arbeitsmark hat, wenn man europäischer aussieht. Er steckt in einem Teufelskreis. Ohne Arbeit kein Geld für eine OP, ohne OP keine Arbeit, denn davon ist er fest überzeugt, weil es dieser Gedanke einfacher ist als der, nicht gut genug zu sein. Darunter – zoom –  verzweifelt ein Jugendlicher an dem Leistungsdruck seiner Eltern, die gerade lauthals um das Sorgerecht streiten. Er denkt, dass es an ihm liegt, dass sie sich nur wegen ihm und der schlechten Noten streiten und weiß nichts von der Liebschaft seiner Mutter. Hauswechsel. Zoom. Zwei blau schimmernde Penthouses. Ein reiches Ehepaar oder besser: Zwei reiche Singles bewohnen je eines und abends und morgens sehen sie sich durch die Fenster, aber im Fluss der Millionen Menschen sind sie sich noch nie begegnet. Zwei Königskinder.  Sie spielt mit ihrer Phantasie und spinnt sich etwas zurecht, womit sicher seit der Antike hunderte von Erzählungen, Liedern und Groschenromanen gefüllt wurden. Hauswechsel. Ein kleines Fenster. Zoom. Enge und Angst. Sie kann förmlich spüren, wie die Menschen in dieser Wohnung fast ersticken, weil für sie alle der Platz, ebenso wie das Geld, vorn und hinten nicht reicht, seit die pflegebedürftigen Eltern das einzige Schlafzimmer belegen.  In der kleinen Wohnung darunter – zoom – weint eine Frau um verpasste Chancen. Sie hätte es im Leben zu etwas bringen können und nun das. Das, ja was? Ihr fällt nichts ein zu der Frau. Also geht sie weiter in die Nebenwohnung  – zoom – Eine Oma telefoniert mit ihrem Enkel, der in Deutschland studiert. Das Handy hatte er ihr vor seiner Abreise geschenkt und ihr auf einem Zettel sorgfältig aufgeschrieben, welche Knöpfe sie drücken muss, wenn sie ein Gespräch annehmen will. Der Zettel hängt mit dicken Klebestreifen mitten an der Wand. Sie vermisst ihn schrecklich, aber mit der Sorglosigkeit junger Menschen wischt er ihre Sorge vom Tisch, dass sie seine Rückkehr möglicherweise nicht mehr erleben könnte.

Sie spürt, wie Tränen in ihre Augen steigen. Die Geschichte mit der Oma und dem Enkel ist zu dicht an ihrer eigenen. Schluss damit. Ihr Blick wird magisch von den Königskindern angezogen. Welches Schicksal sich wohl wirklich hinter den Wänden dieser teuren Penthouses verbirgt? Millionen von Menschen, über 7 Millionen Menschen leben hier. 7 Millionen Schicksale, leichte, schwere, harte und ungerechte. In diesem Moment ist sie eine von 7 Millionen und ihr Schicksal ist im Vergleich vermutlich ein leichtes, ein aufregendes, ein spannendes und oft sogar ein glückliches.

Der Griff um die Kamera lockert sich und wieder spürt sie die Klebrigkeit ihrer verschwitzen Hand. Es ist Zeit nach Hause zu fahren. Es ist ein Geschenk, das sie hier sein darf, denkt sie. Hier und hier oben.

© Conny Hilker 2013

Ein Beitrag für das Projekt Magic Monday zum Thema “Über den Dächern – oben”.

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HOMELESS?

HOMELESS

 

An einem warmen Tag in Palma. Die Touristen erkunden die Stadt, suchen ein schattiges Plätzchen in einem Café und entspannen. Er sucht auch ein schattiges Plätzchen um zu entspannen, findet eine freie Bank, öffnet seine Kühlbox und setzt sich mit dem Schälchen Salat. Beobachtet dabei vielleicht das Treiben der Passanten, ist vielleicht in einem Tagtraum gefangen oder blickt einfach ins Leere. Die Menschen um ihn herum nehmen von ihm keine Notiz.

Ich bin zunächst fasziniert von der Ordnung, die in seinem praktisch organisiertem “Transportwagen” herrscht (Einkaufswagen passt hier irgendwie nicht). Kühlbox, Koffer, Fächer. Er muss nicht lange suchen, sondern kramt zielsicher in seinem Hab und Gut. Das Gefühl, welches ich hier in Hamburg oft habe, wenn ich Obdachlose sehe, will sich nicht so recht einstellen. Liegt es daran, dass er dort lebt, wo ich das absolute Urlaubsfeeling habe? Daran, dass er sich so selbstbewusst und stolz bewegt? Meinem Bild von einem Obdachlosen entspricht er irgendwie nicht, aber über all das denke ich erst im Nachhinein nach, während ich überlegte, ob ich dieses Bild veröffentlichen werde.

Überschreite ich eine Grenze? Ich habe Hemmungen, überprüfe meine pros und cons. Lege das Bild zur Seite, aber der Mann und das Bild wollen  mir einfach nicht aus dem Kopf. Ich recherchiere über Obdachlose in Palma, erfahre, dass dort ca. 1000 Obdachlose leben und die Tendenz steigend ist.

Dann frage ich mich, ob dieser Mensch überhaupt obdachlos ist? Es wäre auch denkbar, dass er für einige Monate ein “freies” Leben auf der Sonneninsel genießt und praktisch, wie er offensichtlich veranlagt ist, einen Einkaufswagen nutzt, um seine Koffer und ein wenig mehr, bequem durch die Straßen zu schieben. Wer bin ich, dass ich über einige wenige Merkmale darüber urteilen kann? Gefragt habe ich ihn nicht.

Das Bild beschäftigt mich immer noch ….

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Experiment Reisetagebuch

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Wie ihr ja vielleicht schon mitbekommen habt, waren wir jüngst auf “Malle” – Mallorca. Wir haben in den 2 Wochen 1500 km auf dem Tacho gehabt und ebenso viele Bilder habe ich mitgebracht (alle mit der Fuji x100s, aber einige wenige auch mit dem iPhone4S aufgeommen). Ja, da kommt die Frage auf, was macht man mit den Bildern nun eigentlich? Entstanden sind reine Urlaubsbilder, aber auch viele andere. Mir kam die Idee eines Reisetagebuches, welches jeden Tag skizziert und in dem ich die Urlaubsbilder zeigen kann, denn ich will hier nicht wochenlang Aus- und Ansichten von Malle zeigen.

Entstanden ist eine – wie ich finde – schöne Übersicht über diesen wirklich wunderschönen Urlaub und vorerst ist sie (ziemlich einsam) oben in der Menüleiste in der neuen Rubrik “Reisetagebücher” zu finden. Wenn ich das auf Dauer gut finde, werde ich die Rubrik stehen lassen und sie nach und nach füllen, da bin ich mir aber noch sicher, denn es steckt viel Arbeit dahinter und andere Formen der Präsentation (Galerie, private Galerie, Fotobuch) warten auch noch auf sich.

Wer mag, Lust und Interesse hat, darf sich also gern durch unsere Urlaubs-Impressionen klicken. Direkt geht es hier zu Mallorca September 2013. Über Feedback würde ich ich sehr freuen.

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