DARKNESS

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Manchmal macht dir das Leben einen Strich durch die Rechnung und das Einzige, was du fühlen kannst sind Schmerz und Trauer und eine große Leere. Irgendwann wird es besser werden, aber das Leben wird nie wieder so sein wie zuvor. Sie war immer da und nun nie mehr.

Beyond the door
There’s peace, I’m sure
And I know there’ll be no more
Tears in heaven

(Eric Clapton)

Das Bild stammt aus meiner Serie “After the Darkness there will be Light”.

Erinnerung, in Auflösung begriffen

Mallorca 1975

Auf Facebook kreist gerade die Aufgabe, an 5 Tagen je ein Foto von sich zu zeigen, welches älter als 20 Jahre ist. Das war für mich der Anlass, in alten Fotoalben und Fotoschachteln zu kramen. Unter anderem fand ich dieses Bild, welches ich ziemlich lustig finde. (Im Vordergrund bin übrigens ich im Alter von ca. 11 Jahren zu sehen.)

Immerhin erkennt man auf diesem Foto noch etwas. Andere Fotos sind in Auflösung begriffen, sehen aus, als hätte man zu stark in den Filtertopf gegriffen. Die Kontraste und die Schärfe lösen sich auf. So schade! Alles verblasst wie eine flüchtige Erinnerung. Und ich kann sie nicht mehr retten.

Conny 1975

Visual Leader

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Samstag war ich, wie jedes Jahr, in der Ausstellung “Visual Leader” in den Hamburger Deichtorhallen. Ausgestellt werden die Nominierten  der diesjährigen Lead Awards. Wie immer, eine supertolle Ausstellung, auch für Menschen, die sich nicht der Fotografie oder dem Journalismus verschrieben haben. Es ist immer ein bisschen eine Zusammenfassung des vergangenen Jahres, da das Beste/Relevanteste/Interessanteste aus Printmedien und Online-Portalen ausgestellt wird.

Mein Favorit ganz klar die Arbeit von Peter Lindbergh, nominiert in der Kategorie “Mood- und Modefotografie”. Seine klaren und wunderbaren s/w Portraits des Models Amber Valetta, erschienen im Zeit Magazin, ist meines Erachtens aus rein fotografischer Perspektive die beste Arbeit.

Die Reportage, die mich nachhaltig beschäftigt, ist die von Michael Ober und Armin Smailovic. Ihre Reportage “Der Fluch der weißen Haut” erschien in der Süddeutschen und hat mich sehr berührt. Und hier muss ich die Auswahl der Jury der ausgestellten Bilder kritisieren. Das Thema ist hart. Es handelt davon, dass Albinos im Osten Afrikas verstümmelt und getötet werden, weil Teile ihres Körpers, so wird es von Medizinmännern verkündet, Glück bringen. In der Ausstellung sieht man aber nur Bilder von Afrikanern schwarzer und weißer Hautfarbe. Das Thema geht aus den Bildern nicht hervor. Die Jury habe sich dafür entschieden, hiervon nur “nette” Bilder zu zeigen, so erklärt uns die Dame, die durch die Halle führt. Als Besucher fühle ich mich irgendwie veräppelt. Bilder von Mädchen mit Prothesen, weil ihnen Gliedmaßen abgehackt wurden, sind dem Zuschauer nicht zuzumuten? Raubt das Fehlen dieser Bilder nicht der Reportage ihren ursprünglichen Sinn, nämlich genau darauf aufmerksam zu machen? Die verstörenden Bilder von Roger Ballen stellen kein Problem dar, die Arbeit von Florian Müller “Alles im Lack” auch nicht.

Nichtsdestotrotz ist die Ausstellung in diesem Jahr überwältigend. Was sich gerade in den Printmedien abzeichnet, ist geprägt von einer Qualität, vor der ich nur den Hut ziehen kann. Ausdrucksstark, bewegend, innovativ. So viele, wirklich großartige Beiträge. Das alles zu beschreiben, würde hier zu weit führen. Schaut sie euch selbst an. Was der NDR über die “Visual Leader” sagt, könnt ihr hier ansehen.

Eine Besonderheit gibt es noch: Momentan weiß noch niemand, wie die Jury entschieden hat, die Gewinner stehen zwar schon fest, werden aber erst Mitte/Ende Oktober bekannt gegeben. Man schaut so alle Beiträge neutral an und stürzt sich nicht gleich auf die Medaillenträger, so hofft die Jury. Das stimmt, denke ich.

Hier könnt ihr bis Mitte/Ende Oktober für den Publikumspreis abstimmen, wenn ihr Lust habt. Leider nur für einzelne Bilder, nicht für die Reportage oder den Beitrag an sich, was ich mir gewünscht hätte.

Und nun noch ein paar Impressionen (alle Fotos nur mit dem Smartphone aufgenommen, sorry):

 

 

 

 

 

 

 

 

Infinity Dream Award

Bildschirmfoto 2015-09-16 um 00.36.03Markus – den ich über Pabuca kenne, hat neben 10 anderen auch meinen Blog für den “Infinity Dreams Award” nominiert. Diesen Award habe ich mal zum Anlass genommen, in den unterschiedlichsten (Fotografie-) Blogs zu stöbern. Meist bewegt man sich als Blogger doch in einem gewissen Dunstkreis und hier kann man sich über diesen hinausbewegen, so man mag ;-).

Vielen Dank jedenfalls an Markus, ich werde mir alle Mühe bei der Beantwortung deiner Fragen geben :-).

Das Original ist in englisch verfasst, aber ich switche aus Gründen der Bequemlichkeit in meine Muttersprache :-D. Zunächst soll ich 11 Fakten über mich offenbaren, 11 Fragen beantworten und schließlich 11 Fragen an die von mir nominierten Blogger stellen. Los geht´s:

11 Fakten über mich:
 
  1. Ich reise zwar für mein Leben gern, aber ich hasse Shopping im Urlaub (absolute Zeitverschwendung)
  2. Wenn man mir 15 Minuten einräumt,  um mich auf die neue Situation einzustellen, bin ich sehr spontan ;-)
  3. Alleinsein kann ich genießen.
  4. Meine Platte für die Insel ist “Dark Side of the Moon” von Pink Floyd, die ich mir kürzlich sogar auf weißem Vinyl gekauft habe, obwohl ich keinen Plattenspieler besitze :-).
  5. Ich bin furchtbar pünktlich.
  6. Für eine Frau besitze ich erstaunlich wenig Schuhe.
  7. Meine Zeit reicht nie, all das zu lesen, was ich an Printmedien nach Hause schleppe.
  8. Ich mag keine Menschen, die sich permanent selbst auf die Schulter klopfen.
  9. Mehrmals im Jahr schaue ich den Film “American Beauty”
  10. Als Recycling-Freak wasche ich Plastik-Behälter, in denen Lebensmittel verkauft werden, aus und verwende sie weiter. Ok, mein Mann würde jetzt sagen, ich sammle sie im Schrank. ;-) Aber es kommt der Moment, wo ich sie wiederverwenden kann, bestimmt!
  11. Ich träume davon, etwas wirklich Sinnvolles zu tun, wie z. B. für “Ärzte ohne Grenzen” zu arbeiten, vor deren Arbeit ich den Hut ziehe.

Meine Antworten auf Markus Fragen:

  1. Imagine you would have an exhibition, but you are not allowed to choose the photos by yourself. By whom you would let create the selection? Oha, das ist schwer. Herr Taubhorn, Kurator der Hamburger Deichtorhallen, würde das sicher ganz wunderbar und für mich überraschend machen. Ich würde eine Menge über mich und meine Bilder lernen. Imagine… ;-)
  2. Which historical event you would like to have captured with your camera? Die Rede von Martin Luther King „I have a dream“
  3. Which special place you would like to capture? Auschwitz und Ground Zero. Fotografie bedeutet für mich auch immer Auseinandersetzung und Verarbeitung.
  4. Which Person you would like to portrait? Axel Prahl, ein Mensch mit so vielen Facetten. Würde sie noch leben, wäre Audrey Hepburn meine erste Wahl.
  5. Who should do the portrait photo of you for your biografy? Stefan Groenveld, der das nächste Bild von mir machen wird, weil er eine sehr sensible Sicht auf Menschen hat
  6. What will be the title of your biography? Die mit den Selbstzweifeln tanzt.
  7. Which historical event you would like to change? 9/11 – ich werde diesen Tag in meinem Leben nicht vergessen.
  8. If there would be no photography, which creativ activity you would exercise? Ich würde zeichnen.
  9. What makes you smile? Liebe Gesten im zwischenmenschlichen Bereich.
  10. What makes you cry? Wenn Menschen Ungerechtigkeit geschieht und Mauern gebaut werden, wo Hände gereicht werden sollten.
  11. What three qualities should a person have? Loyalität, Zuverlässigkeit und eine gesunde Portion Hirn.

 

Hier sind die 11 von mir nominierten Blogs:

Fly to the Rainbow – Konzertfotos|Reisefotos|Sonstiges||Ein Fotoblog. Autor: Ulf Cronenberg

Freiraum – Image, Text, Blog and View. Autor: Stefan Haase

grenzenlos – Fotografie-Blog.  Autorin: Franzi Thoelken

hopeinpictures – Fotografie-Blog.  Autorin: Stefanie Kisbauer

limonadenrezepte – Ein Blog über das Leben, die Liebe & das Glück. Autorin: Franziska Schmid

lomoherz.de – Film-Fotografie. Autorin: Conny “Lomoherz”

Minetta – La vie en noir et blanc. Moins de couleur. Plus de vie. Autorin: Minette Beauregard

nakedberlin – Worte und Gedanken. Autorin: Kate

sogesehen. – Weblog über Lo-Fi und langsame Fotografie. Autor: Stefan Bucher

Motivprogramm – Fotografie-Blog. Autor: Stefan Senf

thomas-clemens-photography.de – Fotografie-Blog. Autor: Thomas Clemens

 

Und hier die Regeln:

  1. Thank and follow the blog that nominated you.
  2. Tell us 11 facts about yourself.
  3. Answer the questions that were set for you to answer.
  4. Nominate 11 bloggers and set questions for them.

Last but not least meine Fragen:

  1. Welcher Post auf deinem Blog liegt dir besonders am Herzen?
  2. Was inspiriert dich?
  3. Auf welche deiner Arbeiten bist du besonders stolz?
  4. Welchem Künstler würdest du gern mal über die Schulter schauen?
  5. Deine Freunde beschreiben dich. Welche Eigenschaft würden sie an erster Stelle nennen?
  6. Welche Eigenschaft an anderen Menschen magst du gar nicht?
  7. Was darf neben Kamera und Objektiv auf gar keinen Fall in deiner Kameratasche fehlen?
  8. Arbeitest du eher intuitiv oder planst du alles sorgfältig?
  9. Wobei wirst du schwach, obwohl es finanziell gerade eng ist?
  10. Was wolltest du werden, als du ein Kind warst?
  11. Wenn du nur eine Platte/CD mit auf die sprichwörtliche Insel nehmen könntest, welche wäre das?

Euch viel Spaß beim Beantworten und Nominieren!

 

NEW YORK, A CITY IN MOTION

New York in Bewegung, in Motion, monochrom. Über den Dächern von Manhattan, Empire State Building

New York, wie komme ich in diesen Tagen bloß auf New York? Vielleicht wie der eine oder andere Blogger komme auch ich nicht am neuen Bildband des Stilpiraten vorbei, den Werner hier wunderbar appetitanregend rezensiert hat. Wenn man die Bilder ansieht, blättert man sofort – sofern vorhanden – in den eigenen NY-Bildern und kramt einige hervor.

New York fand ich großartig. Eine Stadt, die pulsiert, dich mitreißt und ihre Besonderheiten eigentlich erst offenbart, wenn du dich ganz auf sie einlässt. Die Zeit hatte ich, im Gegensatz zum Stilpiraten,  nicht. Wir waren nur 5 Tage dort, wovon wir zwei Tage ziemlich mieses Wetter hatten. New York hat mich am ersten Tag überfordert. Hamburg tickt so ganz anders. In NY sind überall Menschen und alle in Bewegung, die ganze Stadt ist in Bewegung, so ist mein Gefühl, meine Erinnerung. Und alle sind meist zu Fuß unterwegs.

Lang ist´s her und ich würde diese Stadt gern noch einmal besuchen, mit und in  meinem Tempo. Ankommen, einen Nachmittag im Central Park abhängen und die Leute beobachten, durch Manhattan oder andere Viertel streifen, einen Kaffee trinken und erst am dritten Tag die Kamera in die Hand nehmen und die Bilder kommen lassen. Wie bei einem intensiven Portrait.

Show must go on!?

APPLE (1 von 7)

Apple New York

APPLE (2 von 7)

Apple Chicago

APPLE (3 von 7)

Apple-Präsentation Hamburg-Jungfernstieg

APPLE (4 von 7)

Trauer um Steve Jobs Hamburg-Jungfernstieg

APPLE (5 von 7)

Anstehen für das iPhone 6 in Las Vegas

APPLE (6 von 7)

Apple-Store Alstertal-Einkaufszentrum, Hamburg

APPLE (7 von 7)

Elektro-Händler in Lüneburg

 

Apple, eine Marke, ein Feeling. Die große Show, mit großen Ankündigungen, die Jünger hingen Steve Jobs an den Lippen. Sein Tod traf die Fan-Gemeinde tief und viele prophezeiten Apple den Untergang.  Apple trotzt den Kritikern nach wie vor mit hohen Verkaufszahlen, die Läden sind nur vor und nach den Öffnungszeiten leer. Der Konsument verlangt jährlich nach einem neuen Modell, Modekultur im Elektromarkt. Am Ende produzieren wir Berge an Elektro-Schrott. Da ist die Marke dann egal. Mac Book Pro-Müll neben Samsung- und anderem Müll. Für uns wertloser Schrott, der schlimmstenfalls seinen Weg nach Afrika findet. Worüber wir dann aber nicht mehr nachdenken. Hauptsache, wir sind up to date.

Notiz an mich: Überdenke, ob es das 6s sein muss. Andererseits hat bisher jedes (!) meiner Apple-Geräte einen nächsten Käufer/User gefunden. Alles hat mindestens zwei Seiten….

 

Familienportrait im Park

Familienportrait, Vater, Mutter, Kind

Familienportrait im Park, Vater, Mutter, Kind

Familienportrait im Park, Vater, Mutter

 

Familienportrait im Park. Die junge Familie erwartete bald Nachwuchs und es war der Wunsch der Eltern, die Dreisamkeit mit Babybauch fotografisch festzuhalten. Es war fast Mitte Juli, als wir uns zu einem gemütlichen Picknick im Hamburger Stadtpark trafen, der so angelegt ist, das man durch Hecken abgetrennte Nischen und Ecken findet, wo man fast allein ist. Richtig toll sommerlich war es nicht an diesem Tag, aber zum Fotografieren ideal wegen des leicht bedeckten Himmels.

Vorab hatten wir darüber gesprochen, wie sich die Familie Ablauf und Bilder vorstellten und verabredeten, dass wir auf allzu inszenierte Aufnahmen verzichten und ich einfach mit der Kamera dabei bin, während sie picknicken, spielen und reden. Einige Bilder sind reine Momentaufnahmen und einige sind inszeniert, denn es ist gar nicht so einfach, die Kamera zu vergessen und dann wirkt es auflockernd, einen kleinen Break für eine Inszenierung einzulegen. Entstanden sind eine ganze Reihe toller Aufnahmen und die Eltern haben mir glücklicherweise erlaubt, einige, ausgewählte Fotos zu veröffentlichen, was ich nicht selbstverständlich finde. Danke ihr Lieben!

 

 

 

 

 

 

 

 

In Sicherheit

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Das Flüchtlingslager in Hamburg-Ohlstedt während des Aufbaus. 

Gestern, als ich aus dem Bahnhof im Hamburger Stadtteil Ohlstedt kam, spielten auf der Dorfstraße zwei Kinder aus “unserem” Flüchtlingslager. Sie hatten ein kleines Fahrrad dabei und wirkten unbeschwert und fröhlich und waren vertieft in ihr Spiel.  Wie schön, dachte ich, dass sie hier spielen und zur Ruhe kommen können. Die traumatisierenden Erlebnisse, die Strapazen der Flucht, die sie mit ihren Familien durchlitten haben, werden sie nur langsam hinter sich lassen, aber dies ist ein guter Ort dafür. Was sie durchgemacht haben, kann ich mir nur ausmalen, vermutlich ist die Wirklichkeit um vieles härter. Sie haben es geschafft, sind nicht erschossen worden, nicht im Mittelmeer elendig ertrunken oder in einem Kühllaster qualvoll erstickt.

Wie schön, dass sie hier untergebracht sind, wo sie überwiegend freundlich aufgenommen wurden, wo sie vorerst wirklich in Sicherheit sind und sich ohne Angst allein aus dem Zeltlager bewegen und auf der Straße spielen können. Wie schrecklich wäre es für die Beiden gewesen in Sachsen untergebracht worden zu sein, wo sie sich einer erneuten Bedrohung gegenüber gesehen hätten. Einer Bedrohung, die von deutschen Bürgern ausgeht, vor der die Polizei sie dann hätte schützen müssen. Wie hätten sie das verstehen sollen, was nicht mal ich verstehe, die ich in Deutschland geboren wurde?

Ich habe kurz überlegt, ob ich ein Foto von den zwei kleinen, neuen Nachbarn mache, aber ich habe es sein gelassen, denn ich fand es einfach unpassend und respektlos. Ich habe das Bild in meinem Kopf und meinem Herzen und euch kann ich davon erzählen, das muss reichen.