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Objektivität in der Fotografie?

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Ein sauberer Strand, türkisblaues Wasser und zwei Angler in ihrem Tun versunken. Idylle pur. So habe ich dieses Bild am ligurischem Meer (Italien) aufgenommen. Leider war das Wetter nicht optimal, aber um den Lieben zu Hause einen Eindruck zu vermitteln, sollte es reichen. Jetzt, einige Jahre später, muss ich bei der Lektüre des Kapitels über “die vermeintliche Objektivität in der Fotografie” an dieses Bild denken. Der Autor Torsten Andreas Hoffmann ermutigt in seinem Buch “Fotografie als Meditation” zur subjektiven Fotografie, was den Umkehrschluss zulassen könnte, dass es auch eine objektive gibt, doch das stellt er in Frage. In seiner Arbeit “Janusblicke” setzt er sich mit der Frage auseinander, ob die vermeintliche Objektivität etwas verschweigt, wenn sie eben nicht zeigt, was im Rücken des Fotografen zu sehen ist. Und nun zurück zu meiner Strandidylle. Mich erschrak, was ich in meinem Rücken sah, da es doch meiner Vorstellung von Strand entschieden widersprach, daher fotografiere ich auch die andere Ansicht. Da ich damals noch nicht an einen Janusblick dachte, stimmt die Perspektive nicht ganz, aber es verdeutlicht, was ich meine:

 

Realität?

 

Bam. Und welches Foto zeigt nun die Realität? Die Antwort kann nur lauten keines. Nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Thema bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es keine Objektivität in der Fotografie gibt, geben kann. Das Subjekt “Fotograf” agiert subjektiv, anders kann er nicht. Das fängt mit der Wahrnehmung an. Wir alle kennen die Geschichten um Zeugenaussagen, bei denen am Ende herauskommt, dass bei 10 Zeugen nicht selten 10 verschiedene Personen- und Handlungsbeschreibungen herauskommen. Das Auge als funktionelles Sinnesorgan mag ja noch objektiv sein können, spätestens beim Gehirn hört das auf. Und das leitet die Blickrichtung des Auges ebenso wie der Fotograf sein Objektiv und verarbeitet anschließend die Eindrücke. Ähnlich wie der Fotograf hat es diverse Möglichkeiten vor, während und nach einer Aufnahme einzugreifen. Ihr kennt das. Zu Hause, am Computer, seht ihr plötzlich Dinge im Bild, die ihr vor Ort nicht wahrgenommen, ausgeblendet habt. Das können wir gut.

Wie oft habe ich in der Fotografie-Szene die Aussage gelesen, ein Bild sei ja nicht echt, nicht objektiv, weil Photoshop zum Einsatz kam. Nur ein unverfälschtes Foto habe den Anspruch auf Objektivität und Echtheit. “Nur Lightroom, sonst nix”, heißt es dann im Text zum Bild. Das sagt aber lediglich etwas über die Aus- bzw. Bearbeitung eines Fotos aus. Selten wird erwähnt, wie durch die Wahl des Bildausschnittes, der Wahl der Blende, der Schärfe/Unschärfe, der Entwicklung in s/w Einfluss genommen wurde. Durch eine Langzeitbelichtung verschwinden sich im Ausschnitt bewegende Dinge, durch die Wahl der Brennweite rücken Motive zusammen oder breiten sich aus. Euch fallen sicher noch weitere Möglichkeiten ein.

Will ich eine Landschaft “schön” darstellen, werde ich sie nach meinen Vorstellungen fotografieren, wünscht ein Model sich, etwas schmaler zu wirken, werde ich eine lange Brennweite wählen usw. Sorgt die Retusche in Photoshop zur Verbesserung des Fotos, wäre es meiner Meinung nach fragwürdig, sie nicht einsetzen. Das alles ist noch recht harmlos und passt zu meiner Ansicht, dass am Ende nur das Bild zählt, egal wie der Weg dahin sein mag.

Mit dem Bereich der Reportage und Dokumentation kommt aber ein anderer Aspekt hinzu: Die Manipulation, die die nicht mögliche Objektivität hier nach sich ziehen kann. Beiden Bereichen wird von der breiten Masse die Wahrheit zugestanden. “Das Foto war in allen Zeitungen!” Aber auch hier wird unbeabsichtigt oder gezielt das Abbild der subjektiven oder sogar manipulierten Wirklichkeit fotografiert. Ein Beispiel: Sicher kennt ihr das Bild von dem sogenannten “Napalm-Mädchen“. Ein Bild, das den Betrachter betroffen macht, mit dem man Krieg, Gewalt, Flucht und Hilflosigkeit assoziiert. Das alles zeigt es auch, aber auch etwas ganz anders. Weiß man darum, dass das Foto beschnitten wurde, dem Mädchen die Schatten zwischen den Beinen, die als Schambehaarung gedeutet hätten werden können, wegretuschiert wurden, damit es jünger wirkt, beginnt man zu ahnen, dass eine Absicht hinter dieser Manipulation steckte. Die Geschichte zu dem Foto kann man z. B. hier oder hier nachlesen.

Fazit: Ein Bild ist immer ein Bild von einem Bild. Selbst wenn ich mich, wie die Bechers, um die größtmögliche Objektivität bemühen würde, ist es doch immer noch mein Bild, mein ganz subjektives Bild. Und ich finde, das ist gut so, man darf es nur nicht vergessen, wenn man Fotos in den Medien betrachtet. Notiz an mich: Nicht vergessen, den “Janusblick” im Hinterkopf zu haben.

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OLD AND YOUNG

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BUILDINGS

 

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HUMANS

 

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“FACING THE SOUL OF YOUR CITY” lautet der Untertitel von Pabuca, deren Wochenthema OLD AND YOUNG aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachtet werden kann. Für Hamburg habe ich mich für drei Bilder aus drei Bereichen entschieden. Gebäude, Menschen und die Vegetation, ohne die drei wäre eine Stadt wohl auch nicht lebenswert ;-).

 

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Workshop-Review “Available Light – Portraits” bei Markus Brügge

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Gestern habe ich einen Workshop des Fotografen Markus Brügge besucht, der diese in Hamburg und Lüneburg anbietet. Auf seine Workshops wurde ich durch einen Artikel bei Stefan Groenveld aufmerksam. Das Thema hat mich sofort angesprochen: “Available Light – Portraits mit einfachen Mitteln”. Genau das Richtige, um den Umgang mit natürlichem Licht zu vertiefen. Böse Zungen behaupten ja, dass Available Light gern von Fotografen genutzt wird, die nicht blitzen können ;-). Blöd bloß, wenn der Blitz ausfällt und man auf dem Schlauch steht. Außerdem finde ich es sowieso sinnvoll mehr über das Licht zu lernen, welches wir immer vorfinden und nutzen können. Dieser Workshop kann also nur hilfreich sein, dachte ich mir.

Nach der netten Begrüßung in den Seminarräumen in Hamburg gab es erstmal ein kleines Frühstück in lockerer Atmosphäre. Eine gute Idee, denn meist kennt man sich untereinander nicht und kann sich erstmal beschnuppern. Nach einer kurzen Präsentation einiger Bildbeispiele wurde indoor mit Fensterlicht und weißen Aufhellern gearbeitet, auch solchen, die jeder leicht und kostengünstig selber bauen kann. Markus gab uns Tipps, half je nach Kenntnisstand der Teilnehmer mit den Kamera-Einstellungen und stand jedem  mit Rat und Tat zur Seite. Obwohl ich schon mit Fensterlicht gearbeitet habe, habe ich wertvolle Tipps und Ideen mitnehmen können. Gerade auch was den Umgang mit dem Menschen vor der Kamera und seine Körperhaltung angeht, aber auch zur Bildgestaltung, Weißabgleich und vieles mehr.

Danach folgte ein kleiner Ausflug in die RAW-Entwicklung mit Lightroom und Markus zeigte uns anhand einiger Beispiele sein Vorgehen in der Bildbearbeitung.

Martin at workAnschließend ging es nach draussen, wo wir unter verschiedenen Bedingungen das Licht analysierten, Vorgehensweisen und Bild-Ideen erarbeiteten und jeder mit Model Ricarda seine Fotos machen konnte. Auch hier kam jeweils nur ein Reflektor zum Einsatz. Leider hatten wir optimales Portrait-Wetter, spricht einen bedeckten Himmel, der wie eine große Softbox wirkt. Ich hätte nicht nur wegen der Temperaturen gern ab und zu knallende Sonne gehabt, damit wir auch den Umgang damit hätten lernen können, aber das Wunsch-Wetter kann man leider nicht buchen ;-).

Der Workshop fand in netter Atmosphäre statt und Markus Brügge führte aufmerksam und fachlich versiert durch diesen Tag. Das Konzept ist praxis-orientiert, was ich sehr gut finde, denn dabei lernt man am meisten. Auch der unterschiedliche Kenntnisstand der Teilnehmer war überhaupt kein Problem, so dass ich diesen Workshop auch denjenigen empfehlen kann, die noch nicht so lange fotografieren. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, kann Markus anschreiben. Ich werde auf jeden Fall noch einen Workshop bei ihm buchen: “Portraits bei Nacht & Dämmerung”. Da freue ich mich jetzt schon drauf :-).

Workshop-Fotos sind ja immer Fotos von Übungen, die unter relativ unruhigen Bedingungen stattfinden, aber mir gefallen einige der Bilder ausgesprochen gut, was nicht zuletzt an dem Model Ricarda Geist liegt, die nicht nur wunderhübsch, professionell und geduldig ist, sondern auch super-sympathisch. Danke, Ricarda, dass ich die Bilder hier zeigen darf. Entstanden sind die Fotos übrigens mit der D700 und dem 85er 1.4. Entwickelt in Lightroom und s/w in Silver Efex Pro 2. Auf das große Bild bin ein bisschen stolz. :-)

 

 

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SPEED

PREPARE FOR LANDING

1 PREPARE FOR LANDING

Zu SPEED in Hamburg fielen mir doch tatsächlich nur Negativ-Beispiele ein ;-). Aber wenn man sich etwas abseits des normalen Verkehrs bewegt, geht dann doch was.

  • Bild 1 Ein iPhone-Schnappschuss, aufgenommen in der City-Nord.
  • Bild 2: Dafür habe ich meinen Hals riskiert ;-), daher zeige ich dieses Archiv-Bild doch gern noch einmal
  • Bild 3: Ein typisches Motiv, nachts, in der Hafen-City

 

NO RISK NO FUN?

2 NO RISK NO FUN?

NO NEED FOR SPEED3 NO NEED FOR SPEED


Mein Beitrag zu Pabuca´s Wochenthema “SPEED”.

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CLOSED: PROJEKT 52/7

TOO MANY THOUGHTS

Das Jahr ist noch nicht um, aber nach knapp 5 Monaten ist es für mich an der Zeit, Konsequenzen aus meinen Erfahrungen mit meinem 52/7-Projekt zu ziehen.

Ich habe stets in Frage gestellt, ob mich ein 365-Tage-Projekt voran bringen würde, wenn ich bei anderen davon las. Das kannst du nur herausfinden, wenn du es probierst und tatsächlich hat es mir in einigen Bereichen wertvolle Erfahrungen gebracht. Ich kannte mein Equipment schon vorher sehr gut, nun kenne ich es noch besser, aber braucht es dazu tatsächlich die tägliche Fotografie?

Im Laufe des Projektes stellte ich immer mal wieder die Frage nach dem Sinn und in den letzten Wochen erschien es mir zunehmend sinnlos und wurde zum Zwang. Es ist für die Kreativität nicht förderlich, wenn du dem Entstehen von Ideen keinen Raum lassen kannst. Und wo ist der Sinn darin, aus einer schönen Serie von drei oder mehr Bildern, das eine als Tagesfoto herauszunehmen und dadurch die Aussage der Serie zu zerstören? Langsames, bewusstes Arbeiten, das Verwerfen von Ideen, die Modifikation, die Wiederholung, das Beschäftigen mit dem eigenen Kern führt sicher zu anderen Bildern, als das “Ich brauche heute noch ein Foto”. Wenn ich fotografiere, dann lasse ich mich oft ganz ein auf Stimmungen, Szenen, Situationen, Gedanken, was sehr intensiv sein kann. Danach brauche ich eine Pause. Es ist ein bisschen so, als hättest du im Kino einen ganz intensiven Film gesehen. Danach braucht man, so geht es mir jedenfalls, Ruhe und Zeit, Gedanken und Emotionen oder einfach nur die Eindrücke sacken zu lassen. Es läge für mich kein Sinn darin, gleich in den nächsten Kinofilm zu gehen, wenn mein Kopf noch voll mit Bildern des anderen ist.

Und so schließe ich das Projekt mit dem Fazit, dass ich nur blutigen Anfängern ein solches empfehlen würde. Am Anfang braucht man viel Praxis und da kann das tägliche Üben nur von Vorteil sein, damit einem Begriffe und Einstellungen in Fleisch und Blut übergehen. Wer das drauf hat, findet sicher sinnvollere Methoden sich weiterzuentwickeln oder sucht etwas anderes als ich.

Noch ein abschließender Gedanke: “Geh deinen eigenen Weg” sagt sich so leicht und tatsächlich ist es vielleicht einfacher, als es zu sein scheint. Hast du mal probiert am Strand in den Fußstapfen anderer zu laufen? Sicher hast auch du das schnell wieder aufgegeben, weil es anstrengend ist. Das ist schwer! Du musst dich sehr konzentrieren, verlierst dein eigenes Ziel aus den Augen und kommst von deinem Weg ab. So in etwa fühlte ich mich mit dem Projekt es fühlt sich jetzt gut und richtig an, meine Ziele im Auge zu behalten und zu schauen, welche Wege mich dorthin führen. Am Ende des Jahres 365 Einzelbilder zu haben, ganz sicher nicht. :-)

 

“Wer sein Ziel kennt, findet seinen Weg.” (Laotse)

 

GO YOUR OWN WAY

 

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Tipp: Die Mahler-Ausstellung in den Deichtorhallen

 

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Noch bis zum 29. Juni 2014 ist in den Hamburger Deichtorhallen die erste gemeinsame Werkschau des Fotografen-Ehepaares Ute und Werner Mahler zu sehen. Ich war jetzt zweimal dort und sicher nicht das letzte Mal.

Schon als ich die Halle betrat, spürte ich ein bisschen Ehrfurcht. Die ganze Halle (und die ist wahrlich groß) ist den Mahlers gewidmet. Der zentrale Punkt liegt ungefähr in der Mitte, von der aus man den Blick auf ihre Monalisen der Vorstädte, die Arbeit “Wo die Welt zu Ende war” und ihre neuesten, bzw. aktuellen Arbeiten “Die seltsamen Tage” hat, die sie als Fazit aus ihren bisherigen Arbeiten bezeichnen. Es sind ca. 500 Bilder ausgestellt, ich glaube es sind 19 Serien, was die Kuratoren vor eine große Aufgabe stellte, die sie meines Erachtens sehr gut gelöst haben.

Es ist eine Ausstellung, die auch von der Geschichte der ehemaligen DDR geprägt ist. Die Mahler sind Mitbegründer der Ostkreuz-Agentur. In einer Abteilung der Ausstellung hört man Rockgrößen wie Silly und City, während man die Portraits der damaligen Stars betrachtet. Modefotografie, Dokumentation und Reportage zeigen auch DDR-Geschichte.

Am meisten beeindruckte mich die aktuelle Arbeit “Die seltsamen Tage”. Großformatige Bilder, von unglaublichem Ausdruck. Manche wirken fast arrangiert, surreal, bilden aber ab, was die Mahlers vor Ort entdeckt haben.

Ich kann euch diese Ausstellung empfehlen, sie ist beeindruckend. Aber bringt Zeit mit! :-) Solltet ihr fotografieren wollen, könnt ihr euch für 2€ und die schriftliche Versicherung, dass ihr die Fotos nicht kommerziell nutzen werdet, einen Fotografen-Schein kaufen und eure Eindrücke festhalten.

Die Öffnungszeiten findet ihr auf der Webseite der Deichtorhallen.

 

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WEEKEND IN HAMBURG

BIKER´S World

Weekend in Hamburg. Unzählige Möglichkeiten der Freizeit-Gestaltung. Daher diesmal drei Dinge, die ich gern am Wochenende mache :-), allesamt mit dem Motorrad abgegrast:

1 BIKER’S WORLD  – Frei nach Wolf Maahn: Irgendwo in Hamburg

2 SMALLTALK – Zollenspieker Fähranleger, Biker- und Oldtimer-Treff

3 TAKE A REST – Vom Dockland aus fotografiert

SMALLTALKTAKE A REST

 

Mein Beitrag zu Pabuca’s WEEKEND.

 

 

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REFLECTIONS

metal and blue - City Nord

 

Reflexionen  können optisch reizvoll sein, wie auf dem oberen und unteren Bild oder neue Bilder schaffen, wie auf der Spiegelung in der Glas-Fassade des Sumatrakontors, die einen Teil der Hafencity zeigt. Durch die Schrägstellung der Scheiben ergibt sich hier ein Überblick, den ich von meinem Standort aus nicht gehabt hätte. Die Farbkontraste, die sich durch Reflexionen oft ergeben, erhöhen den Reiz zusätzlich, das Bild in der Spiegelung und nicht in direkt aufzunehmen. Reflexionen finden sich fast überall und sind natürlich nicht typisch für eine Stadt. Die Auswahl fiel daher auf Gebäude bzw. Areale, die Hamburg charakterisieren. Oben die City-Nord, dann die Hafencity und schließlich die Speicherstadt, die ihren besonderer Charme vor allem am Abend ausspielt.

EDIT 14. 5. 14: Im zweiten Bild sieht man nicht mich, das wäre perspektivisch unmöglich. Außerdem geht aus meinem Text nicht klar hervor, dass ich hier nicht nur Spiegelungen zeige, sondern auch Reflexionen auf Metall und am Boden, sorry. Als Reflexion bezeichnet man lt. Wiki “das Zurückwerfen von Wellen bzw. Strahlen.” Auch weißer Stoff reflektiert das Licht……..

 

reflection in sumatrakontor

 

reflections on the floor, Speicherstadt

 

Mein Betrag für PABUCA´S Wochenthema REFLECTIONS.

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Ein Blog Award

 

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forgottenforawhile hat mich schon vor einer Weile als einen ihrer liebsten Blogs nominiert – vielen Dank dafür – und mich gebeten, einige Fragen zu beantworten, was ich gern tue, auch weil ich die Fragen mag, für die sie sich entschieden hat.

1) Warum hast du dich für das Medium entschieden, mit dem du künstlerisch tätig bist?

Das Medium hat, glaube ich, mich gesucht. Ich lebte zu der Zeit weit weg in Hongkong und es entstand der unbändige Wunsch meine Eindrücke festhalten zu können. Und dann gab es diesen kleinen Fotoladen, in dem eine Nikon D80 stand und mir zurief: “Ich bin die, die du brauchst.” ;-) Na ja, ein bisschen war das wohl so, aber es gibt auch einen Hintergrund, der mir erst später klar wurde: Ich war und bin ein Mensch mit ausgeprägten Sinnen für Musik, Gerüche, feinste Stimmungen und Bilder, vor allem für Bilder. Ich habe früher viel gemalt und gezeichnet, aber ich war viel zu ungeduldig. Die Fotografie gaukelte mir vor, schnell zu sein. Ich konnte endlich ohne großen Zeitaufwand Bilder machen. Heute weiß ich, das ein gutes Bild Zeit braucht, manchmal auch viele Wiederholungen bis es gelingt, aber es gibt auch die schnellen und trotzdem guten Bilder. Aber die gibt es nur, weil ich viel Zeit und Neugierde investiert habe, achtsamer sehen zu lernen. Mal ganz abgesehen davon, brauchte es auch viel Zeit, die Technik zu beherrschen.

2) Woher nimmst du deine Inspiration?

Manchmal inspirieren mich die Arbeiten anderer Fotografen, aber oft sind es ganz klitzekleine Alltagsmomente, ein Licht, ein Schatten, eine Farbe…. Musik, Filme und vor allem Gefühle und Gedanken. Aktuell finde ich z. B. Steve McCurry inspirierend, von ihm kann man u. a. viel über Komposition lernen und ich bin ein großer Fan der Fotos von Jessica Backhaus. Ich mag Künstler, die sich nicht auf technische perfekte Bilder beschränken (ausser in der Architektur-Fotografie), sondern versuchen Gefühle zu transportieren, etwas ausdrücken.  Ein Portfolio, das mir z. B. sehr gefällt ist das von Zewar Fadhil. Ausserdem verändert sich das immer mal wieder. Früher mochte ich die “großen” Bilder, perfekt und “postertauglich”, heute mag ich oft die “leisen” Bilder, die einen nicht immer auf Anhieb umhauen.

3) Gibt es Menschen, die dich unterstützen?

Ja, da ist vor allem mein Mann, der meine Arbeit wertschätzt und mich nicht nur mental, sondern manchmal auch praktisch unterstützt  und ein sehr enger, auch fotografierender Freund.

4) Was kostet dich deine “Kunst” (also die Medien dafür) im Schnitt monatlich?

Puh, manchmal zuviel und manchmal relativ wenig. Kommt drauf an, was gerade ansteht. Gutes Equipment ist teuer, aber oft eine Anschaffung für´s Leben. Hoffe ich zumindest, bin ja nicht mehr Zwanzig ;-). Dann sind da die laufenden Kosten für die Creative Cloud, den Blog, die Internetpräsenzen, in Summe eigentlich zuviel, aber mir ist es das wert.

5) Welches Medium würdest du gern ausprobieren, traust dich aber nicht und warum?

Die analoge Fotografie. Mir ist das zu aufwändig und ich scheue die vielen Fehlversuche, die es sicher nach sich ziehen würde. Dabei mag ich sie sehr, ich finde, dass analoge Bilder oft wesentlich mehr Charme haben, als digitale Bilder. Aber über die Jahre habe ich mich an so manches getraut und suche in der Fotografie neue Herausforderungen, daher würde ich nicht ausschließen, dass ich eines Tages doch plötzlich einen Film entwickle ;-) Und ich merke, dass ich Herzchen in den Augen habe, wenn ich alte Kameras sehe, so würde ich wahnsinnig gern mal  eine Rolleiflex ausprobieren, wenigstens mal durchgucken :-).

6) Was würdest du tun, wenn du plötzlich deine Kunst nicht mehr umsetzen könntest, weil du körperlich dazu nicht mehr in der Lage wärest (Lähmung, Erblindung….)? 

Also, wenn ich als Fotografin die Kamera nicht mehr halten könnte, wäre das schon auch dramatisch. Aber tatsächlich denke ich manchmal darüber nach, was geschehen würde, wenn ich erblinden würde. Eine der größten Katastrophen, die ich mir vorstellen kann. Furchtbar, grausam. Dann musst du das Leben neu lernen und die Fotografie wäre nur eine Sorge von vielen. Vielleicht würde ich versuchen, meine inneren Bilder über Texte zu transportieren. Das müsste ich lernen, denn so gut bin ich nicht im Schreiben. Aber es wäre mir ein Bedürfnis. Daran mag ich aber eigentlich nicht denken, nächste Frage.

7) Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Im Moment schön aufgeräumt, was ich mag. Aber es sammelt sich immer wieder viel Zeugs auf meinem Schreibtisch an, vor allem aufgeschlagene Bildbände und Fotomagazine. Da steht ein Mac, ein Grafiktablett, ein Foto von meiner Tochter, Festplatten und eine transparente Schreibtischunterlage, unter der Shortcuts für PS, LR und Apple liegen, die ich trotzdem nur selten nutze ;-). Jede Menge Memos, also kleine Erinnerungszettel “Morgen Müll rausbringen” :-D. Manchmal ein paar weiße Blumen, die ich sehr mag.

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8) Warum bloggst du?

Vermutlich um einen Spiegel zu haben. Mich mitzuteilen. Eine Zeitlang  dachte ich (und das war auch meine Motivation am Anfang), das tue ich hauptsächlich für mich, um mich zu strukturieren, zu sammeln, mich intensiv auseinanderzusetzen, aber bloggen ohne Resonanz wäre auch doof. Ich freue mich über die Auseinandersetzung mit meinen Lesern und würde mir diesbezüglich manchmal mehr wünschen, auch konstruktiv-kritisch, aber in der schnelllebigen Internet-Welt gehört der schnelle Klick auf das “gefällt mir” halt dazu. Als Blogger liest du auch in vielen anderen Blogs und da bleibt oft einfach keine Zeit für einen ausführlichen Kommentar, das kenne ich von mir selbst.

9) Welches Zitat oder Motto beschreibt dein Leben derzeit am treffendsten?

Puh, das ist schwierig. Wo andere “yeah – das mach ich”  schreien, gehe ich erstmal einen Schritt zurück und beobachte. Ein Zitat von Kafka begleitet mich schon lange mahnend: “Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.”

10) Zu welchen Themen würdest du gerne mehr Blogs sehen und welche Themen hast du schon völlig über?

Völlig über sind mir zahlreiche Blogs, aber die muss ich ja nicht lesen ;-). Wünschen würde ich mir mehr Blogs, die sich mit Bildern auseinandersetzen, einen Text dazu schreiben, für Kritik offen sind und insofern meine Auseinandersetzung mit der Fotografie bereichern. Ich mag es auch sehr, wenn Blogger sich mit der Kunstszene rund um die darstellende Kunst beschäftigen. Ein Blog, der das zumindest auf dem Sektor der Fotografie immer wieder gut umsetzt, ist kwerfeldein.de, wobei ich es nicht schaffe, das alles zu lesen, leider.

11) Könntest du dir eine Welt ohne Internet vorstellen und würdest du in einer solchen leben wollen

Ich bin ohne Computer aufgewachsen, ohne Internet, ohne Handy. Und ich erinnere mich gut an diese Zeit. Zeit…… ich hatte viel Zeit für viele Dinge, für die ich heute durch das Internet keine Zeit mehr habe. Ich hatte immer ein Buch dabei und habe gelesen, sobald sich die Möglichkeit dazu bot. Heute lese ich kaum mehr, sondern höre Hörbücher, weil ich die hören kann, während ich andere Dinge tue. Ich habe mehrere Abende an einem Bild gezeichnet, jeden Morgen eine Zeitung gelesen oder mich auch einfach mal gelangweilt, was wirklich zu einem kreativem Schub führen kann :-). Ehrlich: Internet, Computer und Handys kosten Zeit, viel Zeit. Das finde ich manchmal ganz schön bitter. Andererseits eröffnet es mir Welten, von denen ich vorher nur geträumt habe. Und ich weiß gar nicht, wie es mit der Fotografie so wäre, wenn es das Internet nicht gäbe. Würde man sich dann in Fotogruppen treffen, um seine Bilder zu besprechen? Würde man nur für sich allein Fotos machen? Spannende Frage. Aber es ist keine Antwort auf deine Frage und ich kann dir leider keine geben, außer vielleicht der, dass ich weiß, dass man ohne Internet leben kann :-).

 

Ich gebe diesen Award mit diesen Fragen, die angepasst werden dürfen, weiter an folgende Blogs, die ich persönlich sehr mag und die sich bitte nicht verpflichtet fühlen, ihn anzunehmen, denn ich weiß, manche haben da gar keine Lust zu oder es passt gerade oder sowieso nicht in den Blog (kein Stress! :-) :

 

Jörg Kruth malt, zeichnet und fotografiert und diese Kombination finde ich erfrischend und inspirierend

Baphomet´s Throne rue23 fotografiert und musiziert

aebby LOG fotografiert, denkt, schreibt – interessante Mischung

kiekste hier Patrick fotografiert hauptsächlich, ich mag die Fotos

alleaugenblicke.de Werner fotografiert und schreibt und hat eine besondere Sicht auf die Welt

moodway Jörn fotografiert, “äppelt” und musiziert

kreuzberg süd-ost Tikerscherk schreibt und das richtig gut

Frau Doktor, Tom & Jamie Marion bloggt sehr persönlich und fotografiert hauptsächlich Blumen und bearbeitet die Bilder aufwändig

Das Pixel Café Cologne Luiza und Thorsten fotografieren hauptsächlich Menschen und amerikanische Autos und sind cool drauf

Pabuca Christian und Markus, die mit Pabuca ein wirklich tolles Projekt ins Leben gerufen haben

Jarg´s Blog, schreibt unglaublich gute Film- und Buchrezensionen

Spiegelbremse, Hansekiki fotografiert und ich bin wegen ihrer Bilder aus Asien bei ihr gelandet und hängengeblieben :-)

 

 

 

 

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HOMES

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Homes

Privatsphäre

Rückzug

Schutz

Gemütlichkeit

Freiheit

Treffpunkt

Sicherheit

Normalität?

Grundrecht.

 

HOMES II

 

HOMES III

 

HAMBURG FOR PABUCA  zum Wochenthema HOMES.

 

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