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Experiment IR-Fotografie mit DSLR

DIE GRAUSAME GRÄFIN

 

Infrarot-Fotografie hat mich schon immer fasziniert. Lange Zeit hing an einer unserer Wände eine IR-Aufnahme eines Parks mit großen, alten Bäumen und dem typischem “Wood-Effekt“. Wunderschön und so anders als normale Aufnahmen. Natürlich wollte ich auch solche Bilder machen, als ich mit der Fotografie begann, aber ich habe mich informiert und stieß immer wieder darauf, dass die digitalen Spiegelreflex-Kameras das nicht können, weil sie einen IR-Sperrfilter vor dem Sensor sitzen haben. Also habe ich das Vorhaben ad acta gelegt. Fataler Fehler! Zufällig sah ich mir diese Woche ein IR-Foto an, welches mit einer D700 aufgenommen wurde und recherchierte dass es doch möglich sei, wenn auch unter erschwerten Bedingungen (Langzeitbelichtung). Das schreckt mich natürlich nicht ab und so habe ich mir kurzerhand einen IR-Filter gekauft (IR 720) und gestern und heute experimentiert. Die Ergebnisse sind natürlich noch nicht perfekt, denn sooo einfach ist das Ganze nicht, aber sie zeigen mir, dass es funktioniert und ich bin absolut begeistert.  Wenn ich mich eingearbeitet habe, werde ich mit Sicherheit ein Tutorial schreiben, aber soweit bin ich noch nicht. Im Moment bin ich noch am Lesen und Probieren, auch was diesen unansehnlichen Hotspot (siehes 2. Foto, so ooc) angeht, der angeblich nur mit Linsen entsteht, die aus genau diesem Grund für diese Technik nicht geeignet sind, mein 24-70mm soll aber geeignet sein (?). Trotzdem: Hach, wie toll, ich freu mich, dass es überhaupt geht! Falls hier jemand mit handfesten Erfahrungen und Erkenntnissen liest, ich freue mich über das Teilen dieser oder über informative Links :-)

 

Hotspot in der MItte

Hotspot in der MItte

 

STRIPES IF

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Experimente

Normale Aufnahme

 

Letztens war ich mal wieder  in der Natur unterwegs und nehme dabei eigentlich immer dieselben Wege. Das x-te Bild von immer demselben wollte ich aber nicht machen und hatte Lust zu experimentieren. Sicherheitshalber hatte ich mir einen ND-Filter eingesteckt, der mir 2 Blendenstufen schenkt (ND 0,6 bzw. 4x). Obige Aufnahme zeigt den Ort meines Experiments. Ich wollte ausprobieren, ein Bild, das funktioniert, zu entfremden. Vom Ausschnitt her ist es nicht immer ganz gelungen, aber das ist nicht so wichtig. Technisch habe ich die Belichtungszeit so verlängert, dass Bewegung ins Bild kommen kann (zwischen 1/50 und 1/8), wofür selbst bei recht trüben Lichtverhältnissen, der Einsatz des ND-Filter nötig wurde. Ich habe während der Belichtung verschiedene Bewegungen mit der Kamera ausprobiert und finde die Ergebnisse recht interessant. Eine Technik, die es noch zu verfeinern gilt. Es sind auch wunderschöne, abstrakte Bilder dabei herausgekommen, aber hier zeige ich euch die, an denen man gut erkennt, was ich gemacht habe.

 

Kamera gedreht:

Kamera gedreht

 

 

Kamera waagerecht bewegt:

Kamera waagerecht bewegt

 

Rausgezoomt:

Gezoomt

 

Stärker rausgezoomt:

stärker rausgezoomt

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THREE VIEWS

One staircase – three views

Man sieht bzw. komponiert ein Bild, hält es mit der Kamera fest und geht weiter. Aber oft lohnt es sich, eben nicht weiterzugehen, sondern das abgelichtete Motiv aus anderen Perspektiven anzusehen und ein bisschen zu experimentieren. Hier hatte ich den Impuls und auch die Zeit und bin im Nachhinein froh darüber, denn dieses drei Bilder zusammen wirken ganz anders, als eines der Bilder allein.

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Taschenlampen-Experiment

In meinem Lieblingsbuch “Schärfe deinen Blick”, werden einige Bilder von Gary Schneider vorgestellt, der seine Modelle im Dunkeln fotografiert hat. Die Belichtung erfolgte auf ungewöhnliche Weise: Er leuchtete während einer Langzeitbelichtung seine Modelle mit einer kleinen Taschenlampe aus. Auf diese Weise ist die Serie “Heads” entstanden. Wenn ihr dort genau hinseht, z. B. in die Brillengläser, kann man die Taschenlampen-Spuren sehen. Die Idee hat mich fasziniert und ich war neugierig und wollte das  gern ausprobieren. Mangels Modell habe ich einen Selbstversuch gewagt.

Das Setting sah so aus, dass ich abends in einem dunklen Raum gearbeitet habe. Im Einsatz waren 2 Taschenlampen, die ich mit Farbfolien in gelb und blau bestückt hatte, weil die LED-Taschenlampen einfach zu hell waren und ich mit der Farbschattierung spielen wollte. Die Kameraeinstellungen: ISO 200, 20 Sek. bei f/8.0. Zum Fokussieren ein Buch auf die Ebene gestellt, den Autofokus deaktiviert, Auslöser gedrückt und mich positioniert.

Während der Belichtung saß ich im Profil zur Kamera und habe mein Gesicht auf- und ab bewegt, die Augen und den Mund mal geschlossen, mal geöffnet und bin dabei langsam mit beiden Taschenlampen über mein Gesicht gefahren. (Klingt ziemlich albern, gelle?) Zwischendurch ließ ich die Lampen auch pausieren, 20 Sek. sind laaaaang :-)

Das Ergebnis

(…) Fotografie gibt vor, die Realität zu zeigen.(…) Thomas Ruff

Ein verrücktes Ergebnis ist zu sehen. Keine Sorge, so sehe ich nicht aus. Das Bild erinnert mich an Laurence Olivier in “Der Marathon-Mann” , hat mit meiner äußeren Erscheinung rein gar nichts zu tun. Übrigens trug ich keine Brille, das ist ein Effekt der Taschenlampen. Ich finde es gruselig, aber auch spannend. Der Versuch will fortgesetzt, die Technik verfeinert werden, zumal dies etwas ist, was bei gepflegtem Hamburger Sauwetter gut indoor-geeignet ist ;-).

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