Experiment IR-Fotografie mit DSLR

DIE GRAUSAME GRÄFIN

 

Infrarot-Fotografie hat mich schon immer fasziniert. Lange Zeit hing an einer unserer Wände eine IR-Aufnahme eines Parks mit großen, alten Bäumen und dem typischem “Wood-Effekt“. Wunderschön und so anders als normale Aufnahmen. Natürlich wollte ich auch solche Bilder machen, als ich mit der Fotografie begann, aber ich habe mich informiert und stieß immer wieder darauf, dass die digitalen Spiegelreflex-Kameras das nicht können, weil sie einen IR-Sperrfilter vor dem Sensor sitzen haben. Also habe ich das Vorhaben ad acta gelegt. Fataler Fehler! Zufällig sah ich mir diese Woche ein IR-Foto an, welches mit einer D700 aufgenommen wurde und recherchierte dass es doch möglich sei, wenn auch unter erschwerten Bedingungen (Langzeitbelichtung). Das schreckt mich natürlich nicht ab und so habe ich mir kurzerhand einen IR-Filter gekauft (IR 720) und gestern und heute experimentiert. Die Ergebnisse sind natürlich noch nicht perfekt, denn sooo einfach ist das Ganze nicht, aber sie zeigen mir, dass es funktioniert und ich bin absolut begeistert.  Wenn ich mich eingearbeitet habe, werde ich mit Sicherheit ein Tutorial schreiben, aber soweit bin ich noch nicht. Im Moment bin ich noch am Lesen und Probieren, auch was diesen unansehnlichen Hotspot (siehes 2. Foto, so ooc) angeht, der angeblich nur mit Linsen entsteht, die aus genau diesem Grund für diese Technik nicht geeignet sind, mein 24-70mm soll aber geeignet sein (?). Trotzdem: Hach, wie toll, ich freu mich, dass es überhaupt geht! Falls hier jemand mit handfesten Erfahrungen und Erkenntnissen liest, ich freue mich über das Teilen dieser oder über informative Links :-)

 

Hotspot in der MItte

Hotspot in der MItte

 

STRIPES IF

3 Momente in der Zeit

16.10.47

16.10.49

16.10.51

 

 

Wieder in St. Peter-Ording. Diesmal nicht aufgeregt, so wie beim letzten Mal, als es das erste Mal im Jahr war. Diesmal ruhig und entspannt. In der gleichen Ecke am Strand, um ihn, diesen Ort, erneut zu fühlen. Wieder sind nur wenige Menschen dort und die unglaubliche Weite und Ruhe umfängt mich ganz intensiv. Einfach sitzen und schauen. Die Bilder kommen lassen. Diesmal ist ablandiger Wind, der den Sand aus den Dünen Richtung Wasser peitscht. Ich lasse mich ganz ein auf dieses Bild. Gedanken, Ängste, Stress und Begehrlichkeiten sind nach und nach vergessen. Ganz im hier und jetzt, den Sand beobachtend, sitze ich da. Fotografie ist Meditation. Die vollständige Konzentration, die Achtsamkeit für eine Sache, einen Moment. Wenn ich durch den Sucher der Kamera sehe, ist nur noch ein begrenzter Raum sichtbar, auf dem sich meine ganze Konzentration richtet. Diesmal habe ich ein Teleobjektiv dabei, welches den Blick noch mehr konzentriert. Im Ohr die Musik dieses Ortes.

Drei scheinbar gleiche Bilder. Würde der weiße, trockene Dünensand nicht vom Wind über den Strand getrieben, wären es drei scheinbar gleiche Bilder. Doch es sind drei Momente in der Zeit.

 

52/7-11

71 FEEDING BIRDS

71 FEEDING BIRDS

72 THE LEAVE AND THE BALLOON

72 THE LEAVE AND THE BALLOON

73 FEEDED BIRDS

73 FEEDED BIRDS

74 H

74 H

75 NO PHOTO TODAY

75 NO PHOTO TODAY

76 OFFLINE

76 OFFLINE

77 AT THE DENTIST

77 AT THE DENTIST

Das war eine nette Woche, doch schon, obwohl das Wetter ziemlich bescheiden war und ich so einiges auf dem Zettel hatte. Na ja, und eine Lücke gibt es dieses Mal, ein Tag, an dem ich einfach keine Lust hatte, so gar keine. Auch das gehört zu einem Projekt und da ich nun mal (vor allem) mich selbst nicht betrügen will, habe ich heute schnell einen Lückenbüßer erstellt :-D.

Projekte sind nicht starr, sollten sie auch nicht sein. Sie können angepasst werden, wenn man feststellt, dass da irgendetwas unrund läuft. Und für mich läuft im Moment mein Blog unrund. Es ist mir zu projektlastig und ich würde gern wieder andere Posts verfassen. Ja, rein theoretisch könnte ich das zusätzlich, aber in der  zurückliegenden Zeit hat sich für mich eine Frequenz von ca. 2 Post pro Woche als gut und praktikabel herausgestellt. Ich würde gern wieder einzelne Bilder zeigen und “richtige Artikel”, also solche mit mehr Inhalt, schreiben. Und auf “Pabuca” will ich nicht verzichten, denn das Projekt macht mir so richtig viel Spaß.

Außerdem hatte ich schon angesprochen, dass mich eure Reaktionen, so toll sie auch sind, bei meinem Projekt beeinflussen. Bei der täglichen Fotografie denke ich dann schon daran, welches Bild ich posten, was ich dazu schreiben könnte und wie ich die Bilder zusammenstelle. Das untergräbt die Spontanität, den Spaß und die Freiheit. Bitte nicht falsch verstehen, ich freue mich natürlich über die Resonanz, aber sie beeinflusst mich und da ich das in mir nicht abstellen kann, habe ich mir folgendes überlegt:

Ab der nächsten Woche, die ja schon begonnen hat,  werde ich die Bilder meines 52/7-Projektes nur noch in der Galerie auf lichtbildwerkerin.de zeigen. Dort könnt ihr bei Interesse gelegentlich oder via RSS-Feed (unten rechts ist so ein kleines Zeichen neben meinem ©) dauerhaft auf dem Laufendem bleiben. Einen Link dazu werde ich auch in die Seitenleiste des Blogs einbauen.( Edit: Auf fickr könnt ihr das Album auch verfolgen: 52/7 flickr.) Frei nach Udo Lindenberg:

“Und Ich mach mein Ding, 
egal was die anderen sagen 
Ich geh meinen Weg, 
ob gerade ob schräg, das ist egal”

;-)

52/7 – 10

64 THE OTHER SIDE

64 THE OTHER SIDE

65 DREAMY LAKE

65 DREAMY LAKE

66 POINT OF VIEW

66 POINT OF VIEW

67 THE WHITE ONE

67 THE WHITE ONE

68 FAT BOB

68 FAT BOB

69 BREDENBEKER TEICH

69 BREDENBEKER TEICH

70 TAKE A WALK

70 TAKE A WALK

70 Tage, das ist schon eine Hausnummer. Die 10. Woche ist deutlich beeinflusst von dem frühlingshaftem Wetter, bei dem man ja nur raus will und jeden Sonnenstrahl genießen. Am ersten Tag war ich (mal wieder) auf dem Friedhof. THE OTHER SIDE zeigt eine Brücke auf dem Ohlsdorfer Friedhof und der Titel ist natürlich doppeldeutig. DREAMY LAKE entstand am nächsten Tag. Was für ein Glück, noch einen nebeligen Morgen erleben zu dürfen. Wieder wunderschön, aber ganz anders, weil an diesem Morgen keine Sonne schien, fast noch schöner. Mein Lieblingsbild dieser Woche. In den folgenden drei Tagen habe ich mich mit Perspektivwechsel beschäftigt, was aber keineswegs zu dem Ergebnis geführt hat, dass ich komplett andere Bilder gemacht habe. Mein Auge ist ein Gewohnheitstier und liebt offensichtlich die Mitte, Fluchten. Immer wieder nehme ich solche Bilder auf. Selbst wenn ich das ungeliebte und ungewohnte Super-Weitwinkel benutze, kommt dabei ein Bild mit einer mittigen Flucht heraus :-(. Oder Schatten oder Reflexionen…..)

Insgesamt bin ich lockerer in meinen Ansprüchen und habe wieder mehr Spaß. Ich weiß, dass ich nicht immer kreativ sein kann. Manchmal ist es eben ein Bild, was ich normalerweise nie zeigen würde. Und an manchen Tagen ist eine Idee da und ich mache Bilder, die ich (noch) nicht zeigen will, weil ich damit noch etwas anderes vor habe und es mir noch nicht “fertig” scheint, vielleicht noch einmal anders fotografiert oder umgesetzt werden will.

Eine Erkenntnis habe ich aber: Auch wenn ich denke, heute kommt kein (mir) Bild (und ich mir schon den Text, den ich statt eines Bildes veröffentliche, ausdenke), brauche ich mich nur auf eine Situation, einen Ort einlassen und es kommt. Es kommt immer. Fotografie braucht Achtsamkeit.

52/7 – 9

WHITE TULIPS

57 WHITE TULIPS

58 BEAUTIFUL MORNING

58 BEAUTIFUL MORNING

59 FLAT TULIP

59 FLAT TULIP

60 DON´T KICK ME!

60 DON´T KICK ME! Die Motorrad-Saison hat begonnen :-D

61 FAIRY DUST

61 FAIRY DUST

62 JUST A SECOND

62 JUST A SECOND

63 MURDERED

63 MURDERED

 

Die 9. Woche verging wie im Flug. Tag 58 begann wunderschön. Nebel lag über den Wiesen und Feldern und ich war sehr früh unterwegs und habe mich an dem Licht gefreut, bin mal wieder regelrecht versunken in den Augenblicken.

An Tag 62 habe ich mich sehr lange mit der Umsetzung eines Gefühls beschäftigt. In der Sekunde, in der ich auf eines meiner Bilder schaue, werden Millionen andere ins Netz geladen. Über verschiedene Interpretationen kam ich dann zu der Bild-Idee, eine Mehrfachbelichtung aus 7 Fotos zu machen, jedes zeigt Bilder in der Google-Bildersuche. Aus einem Video über analoge Fotografie nahm ich ein Bild, also einen Teil einer Sekunde, der genau 2 belichtete Negative zeigt. Das Finish entstand in Photoshop, wo ich dieses Bild halbtransparent über die Mehrfachbelichtung legte, wodurch auf dem belichteten Teil des Films, die Masse der Google-Bilder wieder durchscheint. Andere Interpretationen zeigten aber auch mich inmitten dieser Bilderflut oder eines meiner Bilder darüber. Ein Thema für mich, nicht erst nachdem ich an Tag 61 auf die wahnsinnige Idee kam, ein paar Fotos auf dem Venezianischem Maskenfest zu machen, wie gefühlt alle Hamburger, die über eine Kamera, vorzugsweise mit riesigen Linsen, verfügen. Ob die aufwändig verkleideten und ein Spiel darbietenden Künstler sich wohl in die Zeiten zurückgesehnt haben, als das Publikum noch zu sah und applaudierte und nicht nur Fotos schoss wie bekloppt? Eine Flut dieser Fotos überschwemmte nicht nur die Hamburger Internet-Region und alle sahen irgendwie gleich aus. ;-)

Am nächsten Tag war ich auf einem Friedhof, um an meiner Serie weiter zu arbeiten. Auf einem Sektor mit den Gräbern von italienischen Kriegsgefangenen fiel mir auf, dass die Gräber wie mit einer Schnur gezogen und weit gespreizt angeordnet sind . Es sind so viele und man müsste sie viel kompakter angeordnet sehen, um die Masse zu erfassen. So war mein Gefühl. Der Versuch, dies in einer Mehrfachbelichtung festzuhalten, ist auf dem letzten Bild zu sehen.

Ich stelle fest, dass mich die Veröffentlichung der Bilder beeinflusst, was ich so nicht vermutet hätte. Rein theoretisch hätte ich mich vielleicht durchaus die ganze Woche mit den Tulpen beschäftigen können. Wie gesagt, rein theoretisch ;-). Aber so würde ich das hier nicht zeigen. Warum eigentlich nicht? Joakim Eskildsen hat sich schliesslich auch wochenlang auf ein Motiv konzentriert und z. B. eine Zeit lang nur Bäume fotografiert. Auseinandersetzung, dass ist doch das, was ich will. Und im Grunde sollte mir doch egal sein, wie das “draußen” so ankommt. Daran arbeite ich noch ;-), nee wirklich, im Ernst! :-)

Die Schönheit des Gewöhnlichen

FLITTERING TAPES_Ein kalter, nasser Abend. Eigentlich will ich ein großes Gebäude bei Nacht fotografieren, aber ein Geräusch lenkt mich ab. Ein Knistern, ein Schlagen geht von dem als Absperrung aufgebautem Autoreifen mit den rot-weiß gestreiften Absperrbändern aus. Ich lausche und betrachte. Es sieht wunderschön aus, wie die Bänder im Wind flattern. Rhythmisch, laut und leise werdend, im Fordern nach Freiheit, so scheint es. Rundherum ist alles nacht-ruhig. Nirgendwo ist Bewegung wahrnehmbar, kein Auto, keine Menschen, nichts. Nur die Bänder, mit denen der Wind spielt. Die Szene fängt mich ein. In einer Langzeitbelichtung halte ich meinen Eindruck fest und schaue noch lange hin. Ein Zauber geht von den sich im Wind bewegenden Tapes aus und ich hätte sie gern gefilmt.

Wenn ich jetzt wieder an “meinen” Bändern vorbei komme, denke ich an den Augenblick und freue mich über diesen besonderen Moment, den ich erlebt habe.  Es liegt so viel Schönheit im Gewöhnlichem. Man muss nur Hinschauen und sich  öffnen und man entdeckt die Poesie, die daran liegen kann. Habt ihr schon einmal beobachtet, wie wunderschön es aussieht, wenn der Wind eine Plastiktüte umher wirbelt? In meinem Lieblingsfilm “American Beauty” wird so eine Szene gezeigt. Und Rick, der sie gefilmt hat, sagt zu seiner Freundin, während er ihr diesen kleinen Film zeigt,:

 

Sometimes there’s so much beauty in the world I feel like I can’t take it, like my heart’s going to cave in.”  

 

52/7 – 7

43 RAYS

43 RAYS – Ein Glücksmoment. Ich liebe Bilder, die Sonnenstrahlen sichtbar machen. Die App Tadaa sorgt für ein stimmungsvolles Bild.

44 WALKING SHADOW

44 WALKING SHADOWS – Beinahe wäre es geschehen. Ich hätte eine Grafik mit dem Text “Heute habe ich kein Foto für dich” erstellen müssen. (Anm.: Ich bin kein Klum-Fan!!!) Ein Tag, an dem ich absolut keine Lust auf Fotos hatte. Ich war mit einer Bloggerin zum ausgiebigen Frühstück verabredet und war, wie immer, zu früh da. Wunderschönes Licht, wunderschöne Schatten. 

45 BESIDE THE AUTOBAHN

45 BESIDE THE AUTOBAHN – Auf dem Weg in ein langes Wochenende auf Usedom. Langweilige Autobahnfahrt. Zeit, sich mit der Hipsta-App zu beschäftigen. Woah, was damit möglich ist. 

46 RIDE BETWEEN THE GARAGES

46 RIDE BETWEEN THE GARAGES – Usedom liegt nah an der polnischen Grenze. Ein Ausflug dorthin schenkt mir dieses Bild. 

47 CLOSE ENCOUNTER

47 CLOSE ENCOUNTERS – Was soll ich dazu schreiben? Auf dem Heimweg halten wir auf meinem Wunsch in einem Städtchen, dessen Namen ich schon vergessen habe. Es ist kalt und mein Mann möchte eigentlich nur nach Hause. Fast im Vorbeigehen sehe ich dieses Bild und habe Glück, dass das flüchtig eingefangene Bild geglückt ist. 

48 PRESERVATION

48 PRESERVATION – Ein Traum? Frisch sein, jung sein. Faltenfrei und glatt. So wird es uns (nicht) nur von den Medien suggeriert. Cremes und Seren versprechen ewige Jugend und desillusionieren die Käufer. Die Chirurgen reiben sich die Hände, Frauen verzweifeln, Männer wiegen sich in trügerischer Sicherheit. Fotografen fotografieren alte Menschen mit tief zerfurchten Gesichtern, weil so ein Gesicht doch vom Leben erzählt, aber bitte nicht das eigene…….. Forever young – ein heimtückischer Traum. 

49 I SEE YOU! III

49 I SEE YOU III – Die Idee zum dem Bild wuchs langsam. Als begeisterte Kino-Gänger sammeln sich bei uns immer mal wieder viele 3D-Brillen an. Eigentlich war die Idee, sie schön aufgereiht zu fotografieren. Warum nicht mal probieren, wie viele auf meine Nase passen? Ich sehe dich, du mich nicht :-D Sorry, keine Zeit zum retuschieren oder putzen der Brillen gehabt :-D

7 Wochen, 49 Tagesbilder. Mittlerweile ein fester Bestandteil meines Tagesablaufs, aber durchaus nicht nur positiv. Mir fehlt die Zeit, mich intensiv mit Bildern am Rechner zu beschäftigen, andere Blog-Beiträge zu schreiben oder zu lesen. Auch, weil ich viel in Büchern über Fotografie lese und *upps* auch noch ein Leben neben der Fotografie habe. Die Fuji, die ja auf weiteres im Service ist, geht mir wirklich ab. Die Wahl zwischen iPhone und großem Equipment nervt.

Bild-Ideen habe ich reichlich, aber oft fehlt es an der Idee, wie ich sie realisieren könnte. Ich will nicht nur rumlaufen, um auf Bilder zu warten. Das Projekt fordert mich, mehr, als ich es vermutet hätte. Aber am leichten Weg wächst man nicht, Widerstände wollen überwunden werden usw. Hach, sind solche Sprüche nicht schön ;-)

Ein Danke an jemanden, der weiß, dass er gemeint ist :-):

 

Gesehen? Michael Dylka: 100 Bilder 100 Menschen

© Michael Dylka

© Michael Dylka

 

Zufällig sah ich auf FotoTV.de einen Film, in dem der Kölner Fotograf Michael Dylka praktische Tipps für natürliche Portraits gibt und sein Projekt “100 Bilder 100 Menschen” vorstellt, welches mir bisher nicht bekannt war und euch vielleicht auch nicht. Ich finde dieses Projekt spannend und den Michael Dylka total sympathisch. Im Video kommt er mit einer Kamera, einem Objektiv und sich selbst zum Shooting. Kein Assistent, keine Blitzanlage, dafür viel Gefühl für die Portrait-Fotografie, wobei er sich in diesem Projekt komplett auf den Menschen vor der Kamera einlässt und nichts vorgibt, weder Styling, noch Location oder Pose. Er lässt sich ein auf das, was die Menschen ihm (vor) geben. Im Gegensatz zu manch anderen Projekten dieser Art, ließ der Fotograf die Menschen auf sich zu kommen. Über seine Facebook- und die Webseite verbreitete er seine Idee und ermunterte Menschen, die Lust hatten sich von ihm portraitieren zu lassen, sich bei ihm zu melden. Location und Zeitpunkt durften frei gewählt werden. Michael Dylka gab ihnen eine Geschichte oder Musik, in die sie sich hinein fühlen können und beobachtet, welche Gefühle sich in den Gesichtern spiegelten. Ein Ansatz, der mir sehr gefällt und die Ergebnisse sprechen für sich.  Im Video erzählt er von seinem Projekt, von der Idee bis hin zum fertigen (nicht-kommerziellen) Buch.

Website “100 Bilder 100 Menschen”

Facebook-Seite

FotoTV: 100 Bilder 100 Menschen (leider nur für Abonnenten)

Wo Licht ist, ist auch Schatten

IN THE KITCHEN

Dieses Schattenbild entstand im Frühling, als die Bäume noch unbelaubt waren und die Morgensonne durch ein kleines, vergittertes Fenster aus einer Kammer in meine Küche schien. Wunderschön und der Mühe wert, die Kamera von oben zu holen. Ich mag Schattenbilder und ihre Geheimnisse, ihre Malereien, die ich oft viel schöner finde, als die schattenwerfenden Objekte selbst. Besonders, wenn ich sie an so unspektakulären Orten finde ;-).

Wo Licht ist, ist auch Schatten oder? Nein, genau genommen stimmt das nicht. Nur Licht, ohne ein Objekt, auf das dieses trifft, macht noch keinen Schatten. Erst das Objekt, welches dem Licht quasi im Weg steht, erzeugt Schatten.  Vielleicht also eher so: Wo Schatten sichtbar sind, da ist auch Licht. Schatten abzubilden fasziniert mich. Vielleicht, weil sie in der Abbildung nie die Realität zeigen, sondern stets nur unsere Interpretation. Nirgends wird dies so deutlich wie in den Schattenspielen von Künstlern, die mit ihren Händen Tiere, Objekte oder Menschen darstellen. Schatten sind trügerisch und regen die Phantasie an. Am intensivsten erlebten wir das in unserer Kindheit, als wir nachts im Bett lagen und der Mond uns mit dem Licht, dass er durch die Gardinen schickte Bilder schenkte, die wir lieber nicht sehen wollten. Schatten können Angst machen. Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Schatten seiner Vergangenheit. Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ein Ereignis wird überschattet von … . Sie steht immer im Schatten von…… Jemandem wie ein Schatten folgen. Nicht über seinen Schatten springen können. Das Reich der Schatten ist dunkel. Das schattige Plätzchen im Sommer hingegen ist beliebt. Etwas, das im Schatten liegt, liegt aber meist im Dunkeln, Unerforschten, Unheimlichen. Schatten füllen die Bücher von Psychologen und Mythologen.

Die Fotografie ist ein Spiel mit Licht und Schatten. Aber auch ohne Kamera fände ich die Welt ohne Schatten äußerst langweilig. Ihr kennt diese trüben Tage, der Himmel wolkenverhangen, das Licht diffus und die fehlenden Schatten lassen alles gleich viel eindimensionaler erscheinen. Keine Struktur, keine Überraschung. Schatten können aus einem langweiligen Objekt (hier ein Vorhang)  eine spannende Projektionsfläche machen:

DSCF1001

 

Übigens finde ich auch bei Menschen Schatten(seiten) reizvoll, denn wo Schatten sind, da ist auch Licht.

 

Ein Arbeitsergebnis

Einige von euch wollten ja immer schon mal ein Ergebnis meiner Autragsarbeiten sehen. Für diesen Kunden habe ich im letzten Jahr Bilder für die Webseite angefertigt. Gewünscht waren Business-Fotos, die ein bisschen lockerer wirken und die Umsetzung von Begriffen wie Synergie, Blick über den Tellerrand, Halt, Sicherheit, Weitblick, vorausschauend und noch einige mehr, die aber auf der Website keine Verwendung fanden.

http://www.wirtschaftspruefer-revision.de

 

 

 

 

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