Makro mal anders

RESISTENCE I zeigt die Silhouette zweier Miniaturfiguren in Uniform, einer führt einen Schäferhund, der andere hebt den Arm zum Gruß

 

RESISTENCE II zeigt die Silhouetten des Miniatur-Wachmanns mit Schäferhund, der einem Reisenden mit Koffern entgegen steht.

 

RESISTENCE III zeigt die Silhouetten einiger Menschen, die sich dem Wachmann mit Hund bedrohlich nähern.

Resistence I, II, III

Unlängst geriet ich in einen Makro-Workshop. Ja, “geriet” :-D, warum und wieso erzähle ich bestimmt ein anderes Mal, aber dass ich blühende Blumen nur selten im Visier habe, ist wohl bekannt. Der Dozent hielt schöne Orchideen bereit, hatte aber zum Glück für mich auch etwas anderes im Petto. Falls ihr nach neuen Einsatzmöglichkeiten für euer Makro-Objektiv sucht und zufällig noch ein paar Miniaturfiguren im Keller rumliegen habt, könnte euch dieser Beitrag vielleicht inspirieren, mal etwas ganz anderes ausprobieren. Ihr braucht dazu tatsächlich nur eine Gegenlicht-Situation, hier ist es Fensterlicht, und eine oder mehrere Figuren.  Die Kamera kommt auf´s Stativ, damit man in Ruhe an der Szene arbeiten kann. ‘Live View’ fand ich wegen der Arbeitshöhe ebenfalls sehr hilfreich.  Und dann könnt ihr eurer Kreativität und Phantasie freien Lauf lassen. Szenen gestalten, verschiedene Lichtsettings (z. B. mit einer Taschenlampe) ausprobieren, Folien, Farben……. und und und. Für den geneigten Fotografen eine nette Indoor-Beschäftigung bei schlechtem Wetter, aber auch für ein Outdoor-Shooting kommen mir tausend Ideen. Das Ganze ist so schön verspielt :-).

Mir hat das ziemlich viel Spass gemacht und ich bin auf der Suche nach kleinen Figuren. Also, falls ihr daran kein Interesse habt, aber ein paar Figuren, die ihr Dasein in einem dunklen Karton fristen, freue ich mich über jede, die ihr mir schickt :-) :-D.

Hier noch eine zweite Serie “The Wall”, für die ich auch den Wachmann beleuchtet und in Bild III ordentlich mit einer Taschenlampe herumgewirbelt habe:

Die Silhouetten von Miniaturfiguren hinter einer Folie signalisieren einer davor stehenden Polizeifigur mit Hund, dass sie raus wollen.

 

Die Silhouetten von Miniaturfiguren hinter einer Folie signalisieren einer davor stehenden Polizeifigur mit Hund, dass sie raus wollen.

 

Die Silhouetten von Miniaturfiguren hinter einer Folie signalisieren einer davor stehenden Polizeifigur mit Hund, dass sie raus wollen.

 The Wall I, II, III

Ein Fotograf muss kein Animateur sein!

D75_2112

 

Eine Fotograf muss kein Animateur sein und sollte es auch nicht sein!?

Oh je. Wenn ich Menschen fotografiere, mache ich das anders, als ich es machen sollte, wenn ich der einschlägigen Fach-Literatur glauben würde. Meine Shootings laufen ruhig ab. Da wird nicht pausenlos geredet. Kein “Ja, genauso so.” “Super” usw., ihr wisst schon. Ich habe lange versucht, das zu  können, aber es liegt mir nicht und die Erfahrung zeigt mir, dass ich das auch nicht leisten muss. Im Gegenteil. Die Menschen fühlen sich vor meiner Kamera wohl. Sie können loslassen, sich entspannen und fühlen sich frei von jeglichem Druck. Und mir geht es auch so. Ich finde das Sich-Einlassen aufeinander viel wichtiger. Lass dich auf den Menschen ein, höre ihm zu, nehme ihn wahr, nicht als Model, sondern als Menschen und schon ist die Chemie eine ganz andere. Eine Annehmende, Akzeptierende. Und schon zeigen dir Menschen ganz andere Facetten, als die, die sie zeigen, wenn sie etwas verbergen wollen. Vertrauen ist das Stichwort.

Vertrauen kann nicht da wachsen, wo ein vermutlich erwartetes Verhalten abgespult wird. Da fühlt sich doch auch niemand ernst genommen oder? Was würde ich erwarten, wenn mich jemand portraitieren würde? Dass er mich wahrnimmt, akzeptiert, im richtigen Moment abdrückt und genau den Moment erkennt, wo ich etwas zeige, was ich normalerweise verhülle.

Wie sind da eure Erfahrungen oder Erwartungen?

Was inspiriert dich?

 

DREAMY LAKE II

Eine Stippvisite auf Facebook und eine Diskussion um die Technik, welche Marke, welche Linsen, ISO, Rauschen, Schärfe und und und. Ich mag solche Diskussionen lesen, es kommt aber relativ selten vor, dass ich über Foto-Technik schwafle. Marketing-Beratern würden deshalb vermutlich die Haare zu Berge stehen, denn die Balken der Statistik an “Technik-Tagen” gleichen Wolkenkratzern in einem norwegischem Dorf ;-). Ich habe einige E-Mails mit der Frage erhalten, warum ich denn nicht über meine neue Kamera schreibe, das wäre doch was, was die Leser interessiert. Ja, vielleicht, einige zumindest. Aber das können andere besser und tun es auch fleissig. Oft schon, bevor das neue Gerät überhaupt erschienen ist ;-)

“It is an illusion that photos are made with the camera… they are made with the eye, heart and head.” – Henri Cartier-Bresson

Mir persönlich ist es mittlerweile relativ schnurz, womit jemand fotografiert. Es ist doch völlig egal und du siehst doch nicht, mit welchem Gerät ein Foto gemacht wurde.  Neulich sagte mir jemand, ich habe die fette Kamera, weil es nicht sein kann, dass der Kunde eine fettere Kamera hat als ich. Hmm, solange der Kunde nicht die besseren Fotos macht, sollte auch das egal sein :-D. Wenn mich Technik fasziniert, dann sind es eher die verschiedenen Möglichkeiten, ein Foto zu machen. Obiges ist mein allererstes Bild mit einer Lochblende, also einem Plastikdeckel mit Loch. Ich mag staunen und das hat mich zum Staunen gebracht :-). Das funktioniert tatsächlich ;-). Scharf geht anders, aber ich mag es.

Wichtig ist, dass ein Bild mich irgendwie berührt. Das Ergebnis zählt und der Weg dahin ist egal. Mir ist egal, ob analog, digital, ob s/w oder Farbe, iPhone oder Leica, mit oder ohne Photoshop. Das alles sind nur Werkzeuge!

Wonach wir doch alle suchen, ist Inspiration. Das, was den Funken entzündet, Ideen wachsen und neue Wege sichtbar werden lässt. Mich interessiert, was oder wer dich inspiriert? Ich würde mich freuen, wenn du mir ein bis maximal drei Künstler oder Bildbände nennst, die dich zum Staunen bringen, dich inspirieren, begeistern. 

VASTNESS

VASTNESS I

 

Weite verbinde ich mit Meer oder hohen Bergen, von denen man den Blick über die Täler schweifen lassen kann. Leider liegt Hamburg auf dem platten Land, aber dafür gibt es hier viel Wasser. Leider kein Meer, aber immerhin Alster und Elbe.

 

VASTNESS II

 

VASTNESS III

 

  1. Am Elbstrand im Westen Hamburgs kann man nicht nur weit schauen, sondern auch den Schiffen nachschauen, die in die weite Welt fahren.
  2. Mitten in der Stadt an der Alster lieben wir den weiten Blick, eine Erholung für die Sinne.
  3. In den Vier- und Marschlanden im Südosten Hamburgs, kann man vom Deich aus das Treiben auf der Dove-Elbe beobachten.

 

Mein Beitrag zu Pabuca – Vastness.

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 20.57.14

Objektivität in der Fotografie?

DSC_3956

 

Ein sauberer Strand, türkisblaues Wasser und zwei Angler in ihrem Tun versunken. Idylle pur. So habe ich dieses Bild am ligurischem Meer (Italien) aufgenommen. Leider war das Wetter nicht optimal, aber um den Lieben zu Hause einen Eindruck zu vermitteln, sollte es reichen. Jetzt, einige Jahre später, muss ich bei der Lektüre des Kapitels über “die vermeintliche Objektivität in der Fotografie” an dieses Bild denken. Der Autor Torsten Andreas Hoffmann ermutigt in seinem Buch “Fotografie als Meditation” zur subjektiven Fotografie, was den Umkehrschluss zulassen könnte, dass es auch eine objektive gibt, doch das stellt er in Frage. In seiner Arbeit “Janusblicke” setzt er sich mit der Frage auseinander, ob die vermeintliche Objektivität etwas verschweigt, wenn sie eben nicht zeigt, was im Rücken des Fotografen zu sehen ist. Und nun zurück zu meiner Strandidylle. Mich erschrak, was ich in meinem Rücken sah, da es doch meiner Vorstellung von Strand entschieden widersprach, daher fotografiere ich auch die andere Ansicht. Da ich damals noch nicht an einen Janusblick dachte, stimmt die Perspektive nicht ganz, aber es verdeutlicht, was ich meine:

 

Realität?

 

Bam. Und welches Foto zeigt nun die Realität? Die Antwort kann nur lauten keines. Nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Thema bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass es keine Objektivität in der Fotografie gibt, geben kann. Das Subjekt “Fotograf” agiert subjektiv, anders kann er nicht. Das fängt mit der Wahrnehmung an. Wir alle kennen die Geschichten um Zeugenaussagen, bei denen am Ende herauskommt, dass bei 10 Zeugen nicht selten 10 verschiedene Personen- und Handlungsbeschreibungen herauskommen. Das Auge als funktionelles Sinnesorgan mag ja noch objektiv sein können, spätestens beim Gehirn hört das auf. Und das leitet die Blickrichtung des Auges ebenso wie der Fotograf sein Objektiv und verarbeitet anschließend die Eindrücke. Ähnlich wie der Fotograf hat es diverse Möglichkeiten vor, während und nach einer Aufnahme einzugreifen. Ihr kennt das. Zu Hause, am Computer, seht ihr plötzlich Dinge im Bild, die ihr vor Ort nicht wahrgenommen, ausgeblendet habt. Das können wir gut.

Wie oft habe ich in der Fotografie-Szene die Aussage gelesen, ein Bild sei ja nicht echt, nicht objektiv, weil Photoshop zum Einsatz kam. Nur ein unverfälschtes Foto habe den Anspruch auf Objektivität und Echtheit. “Nur Lightroom, sonst nix”, heißt es dann im Text zum Bild. Das sagt aber lediglich etwas über die Aus- bzw. Bearbeitung eines Fotos aus. Selten wird erwähnt, wie durch die Wahl des Bildausschnittes, der Wahl der Blende, der Schärfe/Unschärfe, der Entwicklung in s/w Einfluss genommen wurde. Durch eine Langzeitbelichtung verschwinden sich im Ausschnitt bewegende Dinge, durch die Wahl der Brennweite rücken Motive zusammen oder breiten sich aus. Euch fallen sicher noch weitere Möglichkeiten ein.

Will ich eine Landschaft “schön” darstellen, werde ich sie nach meinen Vorstellungen fotografieren, wünscht ein Model sich, etwas schmaler zu wirken, werde ich eine lange Brennweite wählen usw. Sorgt die Retusche in Photoshop zur Verbesserung des Fotos, wäre es meiner Meinung nach fragwürdig, sie nicht einsetzen. Das alles ist noch recht harmlos und passt zu meiner Ansicht, dass am Ende nur das Bild zählt, egal wie der Weg dahin sein mag.

Mit dem Bereich der Reportage und Dokumentation kommt aber ein anderer Aspekt hinzu: Die Manipulation, die die nicht mögliche Objektivität hier nach sich ziehen kann. Beiden Bereichen wird von der breiten Masse die Wahrheit zugestanden. “Das Foto war in allen Zeitungen!” Aber auch hier wird unbeabsichtigt oder gezielt das Abbild der subjektiven oder sogar manipulierten Wirklichkeit fotografiert. Ein Beispiel: Sicher kennt ihr das Bild von dem sogenannten “Napalm-Mädchen“. Ein Bild, das den Betrachter betroffen macht, mit dem man Krieg, Gewalt, Flucht und Hilflosigkeit assoziiert. Das alles zeigt es auch, aber auch etwas ganz anders. Weiß man darum, dass das Foto beschnitten wurde, dem Mädchen die Schatten zwischen den Beinen, die als Schambehaarung gedeutet hätten werden können, wegretuschiert wurden, damit es jünger wirkt, beginnt man zu ahnen, dass eine Absicht hinter dieser Manipulation steckte. Die Geschichte zu dem Foto kann man z. B. hier oder hier nachlesen.

Fazit: Ein Bild ist immer ein Bild von einem Bild. Selbst wenn ich mich, wie die Bechers, um die größtmögliche Objektivität bemühen würde, ist es doch immer noch mein Bild, mein ganz subjektives Bild. Und ich finde, das ist gut so, man darf es nur nicht vergessen, wenn man Fotos in den Medien betrachtet. Notiz an mich: Nicht vergessen, den “Janusblick” im Hinterkopf zu haben.

Workshop-Review “Available Light – Portraits” bei Markus Brügge

Ricarda 9

 

Gestern habe ich einen Workshop des Fotografen Markus Brügge besucht, der diese in Hamburg und Lüneburg anbietet. Auf seine Workshops wurde ich durch einen Artikel bei Stefan Groenveld aufmerksam. Das Thema hat mich sofort angesprochen: “Available Light – Portraits mit einfachen Mitteln”. Genau das Richtige, um den Umgang mit natürlichem Licht zu vertiefen. Böse Zungen behaupten ja, dass Available Light gern von Fotografen genutzt wird, die nicht blitzen können ;-). Blöd bloß, wenn der Blitz ausfällt und man auf dem Schlauch steht. Außerdem finde ich es sowieso sinnvoll mehr über das Licht zu lernen, welches wir immer vorfinden und nutzen können. Dieser Workshop kann also nur hilfreich sein, dachte ich mir.

Nach der netten Begrüßung in den Seminarräumen in Hamburg gab es erstmal ein kleines Frühstück in lockerer Atmosphäre. Eine gute Idee, denn meist kennt man sich untereinander nicht und kann sich erstmal beschnuppern. Nach einer kurzen Präsentation einiger Bildbeispiele wurde indoor mit Fensterlicht und weißen Aufhellern gearbeitet, auch solchen, die jeder leicht und kostengünstig selber bauen kann. Markus gab uns Tipps, half je nach Kenntnisstand der Teilnehmer mit den Kamera-Einstellungen und stand jedem  mit Rat und Tat zur Seite. Obwohl ich schon mit Fensterlicht gearbeitet habe, habe ich wertvolle Tipps und Ideen mitnehmen können. Gerade auch was den Umgang mit dem Menschen vor der Kamera und seine Körperhaltung angeht, aber auch zur Bildgestaltung, Weißabgleich und vieles mehr.

Danach folgte ein kleiner Ausflug in die RAW-Entwicklung mit Lightroom und Markus zeigte uns anhand einiger Beispiele sein Vorgehen in der Bildbearbeitung.

Martin at workAnschließend ging es nach draussen, wo wir unter verschiedenen Bedingungen das Licht analysierten, Vorgehensweisen und Bild-Ideen erarbeiteten und jeder mit Model Ricarda seine Fotos machen konnte. Auch hier kam jeweils nur ein Reflektor zum Einsatz. Leider hatten wir optimales Portrait-Wetter, spricht einen bedeckten Himmel, der wie eine große Softbox wirkt. Ich hätte nicht nur wegen der Temperaturen gern ab und zu knallende Sonne gehabt, damit wir auch den Umgang damit hätten lernen können, aber das Wunsch-Wetter kann man leider nicht buchen ;-).

Der Workshop fand in netter Atmosphäre statt und Markus Brügge führte aufmerksam und fachlich versiert durch diesen Tag. Das Konzept ist praxis-orientiert, was ich sehr gut finde, denn dabei lernt man am meisten. Auch der unterschiedliche Kenntnisstand der Teilnehmer war überhaupt kein Problem, so dass ich diesen Workshop auch denjenigen empfehlen kann, die noch nicht so lange fotografieren. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, kann Markus anschreiben. Ich werde auf jeden Fall noch einen Workshop bei ihm buchen: “Portraits bei Nacht & Dämmerung”. Da freue ich mich jetzt schon drauf :-).

Workshop-Fotos sind ja immer Fotos von Übungen, die unter relativ unruhigen Bedingungen stattfinden, aber mir gefallen einige der Bilder ausgesprochen gut, was nicht zuletzt an dem Model Ricarda Geist liegt, die nicht nur wunderhübsch, professionell und geduldig ist, sondern auch super-sympathisch. Danke, Ricarda, dass ich die Bilder hier zeigen darf. Entstanden sind die Fotos übrigens mit der D700 und dem 85er 1.4. Entwickelt in Lightroom und s/w in Silver Efex Pro 2. Auf das große Bild bin ein bisschen stolz. :-)

 

 

SPEED

PREPARE FOR LANDING

1 PREPARE FOR LANDING

Zu SPEED in Hamburg fielen mir doch tatsächlich nur Negativ-Beispiele ein ;-). Aber wenn man sich etwas abseits des normalen Verkehrs bewegt, geht dann doch was.

  • Bild 1 Ein iPhone-Schnappschuss, aufgenommen in der City-Nord.
  • Bild 2: Dafür habe ich meinen Hals riskiert ;-), daher zeige ich dieses Archiv-Bild doch gern noch einmal
  • Bild 3: Ein typisches Motiv, nachts, in der Hafen-City

 

NO RISK NO FUN?

2 NO RISK NO FUN?

NO NEED FOR SPEED3 NO NEED FOR SPEED


Mein Beitrag zu Pabuca´s Wochenthema “SPEED”.

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 20.57.14

CLOSED: PROJEKT 52/7

TOO MANY THOUGHTS

Das Jahr ist noch nicht um, aber nach knapp 5 Monaten ist es für mich an der Zeit, Konsequenzen aus meinen Erfahrungen mit meinem 52/7-Projekt zu ziehen.

Ich habe stets in Frage gestellt, ob mich ein 365-Tage-Projekt voran bringen würde, wenn ich bei anderen davon las. Das kannst du nur herausfinden, wenn du es probierst und tatsächlich hat es mir in einigen Bereichen wertvolle Erfahrungen gebracht. Ich kannte mein Equipment schon vorher sehr gut, nun kenne ich es noch besser, aber braucht es dazu tatsächlich die tägliche Fotografie?

Im Laufe des Projektes stellte ich immer mal wieder die Frage nach dem Sinn und in den letzten Wochen erschien es mir zunehmend sinnlos und wurde zum Zwang. Es ist für die Kreativität nicht förderlich, wenn du dem Entstehen von Ideen keinen Raum lassen kannst. Und wo ist der Sinn darin, aus einer schönen Serie von drei oder mehr Bildern, das eine als Tagesfoto herauszunehmen und dadurch die Aussage der Serie zu zerstören? Langsames, bewusstes Arbeiten, das Verwerfen von Ideen, die Modifikation, die Wiederholung, das Beschäftigen mit dem eigenen Kern führt sicher zu anderen Bildern, als das “Ich brauche heute noch ein Foto”. Wenn ich fotografiere, dann lasse ich mich oft ganz ein auf Stimmungen, Szenen, Situationen, Gedanken, was sehr intensiv sein kann. Danach brauche ich eine Pause. Es ist ein bisschen so, als hättest du im Kino einen ganz intensiven Film gesehen. Danach braucht man, so geht es mir jedenfalls, Ruhe und Zeit, Gedanken und Emotionen oder einfach nur die Eindrücke sacken zu lassen. Es läge für mich kein Sinn darin, gleich in den nächsten Kinofilm zu gehen, wenn mein Kopf noch voll mit Bildern des anderen ist.

Und so schließe ich das Projekt mit dem Fazit, dass ich nur blutigen Anfängern ein solches empfehlen würde. Am Anfang braucht man viel Praxis und da kann das tägliche Üben nur von Vorteil sein, damit einem Begriffe und Einstellungen in Fleisch und Blut übergehen. Wer das drauf hat, findet sicher sinnvollere Methoden sich weiterzuentwickeln oder sucht etwas anderes als ich.

Noch ein abschließender Gedanke: “Geh deinen eigenen Weg” sagt sich so leicht und tatsächlich ist es vielleicht einfacher, als es zu sein scheint. Hast du mal probiert am Strand in den Fußstapfen anderer zu laufen? Sicher hast auch du das schnell wieder aufgegeben, weil es anstrengend ist. Das ist schwer! Du musst dich sehr konzentrieren, verlierst dein eigenes Ziel aus den Augen und kommst von deinem Weg ab. So in etwa fühlte ich mich mit dem Projekt es fühlt sich jetzt gut und richtig an, meine Ziele im Auge zu behalten und zu schauen, welche Wege mich dorthin führen. Am Ende des Jahres 365 Einzelbilder zu haben, ganz sicher nicht. :-)

 

“Wer sein Ziel kennt, findet seinen Weg.” (Laotse)

 

GO YOUR OWN WAY

 

Experiment IR-Fotografie mit DSLR

DIE GRAUSAME GRÄFIN

 

Infrarot-Fotografie hat mich schon immer fasziniert. Lange Zeit hing an einer unserer Wände eine IR-Aufnahme eines Parks mit großen, alten Bäumen und dem typischem “Wood-Effekt“. Wunderschön und so anders als normale Aufnahmen. Natürlich wollte ich auch solche Bilder machen, als ich mit der Fotografie begann, aber ich habe mich informiert und stieß immer wieder darauf, dass die digitalen Spiegelreflex-Kameras das nicht können, weil sie einen IR-Sperrfilter vor dem Sensor sitzen haben. Also habe ich das Vorhaben ad acta gelegt. Fataler Fehler! Zufällig sah ich mir diese Woche ein IR-Foto an, welches mit einer D700 aufgenommen wurde und recherchierte dass es doch möglich sei, wenn auch unter erschwerten Bedingungen (Langzeitbelichtung). Das schreckt mich natürlich nicht ab und so habe ich mir kurzerhand einen IR-Filter gekauft (IR 720) und gestern und heute experimentiert. Die Ergebnisse sind natürlich noch nicht perfekt, denn sooo einfach ist das Ganze nicht, aber sie zeigen mir, dass es funktioniert und ich bin absolut begeistert.  Wenn ich mich eingearbeitet habe, werde ich mit Sicherheit ein Tutorial schreiben, aber soweit bin ich noch nicht. Im Moment bin ich noch am Lesen und Probieren, auch was diesen unansehnlichen Hotspot (siehes 2. Foto, so ooc) angeht, der angeblich nur mit Linsen entsteht, die aus genau diesem Grund für diese Technik nicht geeignet sind, mein 24-70mm soll aber geeignet sein (?). Trotzdem: Hach, wie toll, ich freu mich, dass es überhaupt geht! Falls hier jemand mit handfesten Erfahrungen und Erkenntnissen liest, ich freue mich über das Teilen dieser oder über informative Links :-)

 

Hotspot in der MItte

Hotspot in der MItte

 

STRIPES IF

3 Momente in der Zeit

16.10.47

16.10.49

16.10.51

 

 

Wieder in St. Peter-Ording. Diesmal nicht aufgeregt, so wie beim letzten Mal, als es das erste Mal im Jahr war. Diesmal ruhig und entspannt. In der gleichen Ecke am Strand, um ihn, diesen Ort, erneut zu fühlen. Wieder sind nur wenige Menschen dort und die unglaubliche Weite und Ruhe umfängt mich ganz intensiv. Einfach sitzen und schauen. Die Bilder kommen lassen. Diesmal ist ablandiger Wind, der den Sand aus den Dünen Richtung Wasser peitscht. Ich lasse mich ganz ein auf dieses Bild. Gedanken, Ängste, Stress und Begehrlichkeiten sind nach und nach vergessen. Ganz im hier und jetzt, den Sand beobachtend, sitze ich da. Fotografie ist Meditation. Die vollständige Konzentration, die Achtsamkeit für eine Sache, einen Moment. Wenn ich durch den Sucher der Kamera sehe, ist nur noch ein begrenzter Raum sichtbar, auf dem sich meine ganze Konzentration richtet. Diesmal habe ich ein Teleobjektiv dabei, welches den Blick noch mehr konzentriert. Im Ohr die Musik dieses Ortes.

Drei scheinbar gleiche Bilder. Würde der weiße, trockene Dünensand nicht vom Wind über den Strand getrieben, wären es drei scheinbar gleiche Bilder. Doch es sind drei Momente in der Zeit.