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Wonder – Jessica Backhaus

Über die Fotografin Jessica Backhaus habe ich im letzten Jahr anlässlich einer Ausstellung in Hamburg berichtet. Zu lesen ist der Artikel hier. Nun hat foam Amsterdam einen kleinen und sehr feinen Dokumentarfilm über die Künstlerin gedreht, in dem sie einen Einblick in ihre Arbeitsweise und ihre Art zu sehen gibt. Schaut ihn euch an, ich finde ihn sehr gelungen.

Zum Film “Wonder – Jessica Backhaus” 

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Jessica Backhaus im Artist Talk

Die Galerie Morat in Hamburg stellt zur Zeit einige Bilder von Jessica Backhaus aus. Am vergangenen Freitag, kurz vor der Vernissage, stellte sich die Künstlerin in einem Artist Talk einem kleinen Publikum vor, ich war auch dabei und ich bin froh darum. Ich kannte Jessica Backhaus´ Fotos bisher nur aus dem Internet und habe mich bei einigen Werken gefragt, warum sie das auf diese Weise oder warum sie es überhaupt fotografiert hat.  Das war z. B. ein angebissener Apfel, der irgendwo rumlag, ein im Wasser vergessener Ball, irgendwelche wirr um einen Pfahl gebundenen Bänder…..  Nun habe ich diese Fotografin erlebt, habe ihr zugehört, als sie von ihrem Leben und ihrer Leidenschaft für die Fotografie und für das Geheimnis zurück gelassener Gegenstände erzählt hat. Von ihrer Freundschaft zu ihrer Lehrerin Gisèle Freund, der die Künstlerin nur ein einziges ihrer Fotos gezeigt hat, weil sie immer glaubte, nicht gut genug zu sein. Von den Schwierigkeiten, das umzusetzen, was sie so gern machen wollte, weil eine Idee allein eben nicht ausreicht. Sie erzählt von dem Moment, als sie aufgeben wollte und es dann doch nicht tat. Von der Zeit, als sie in der Dunkelkammer immer mehr Abzüge für ihr erstes Projekt anfertigte und davon, wie die Freundin ihr den Anstoß für den nächsten Schritt gab: Endlich einen Dummy von ihrem Buch  “Jesus and the Cherries” anzufertigen und mit dem bewaffnet, alle Verleger auf der Frankfurter Buchmesse abzuklappern. Von dem Stolz auf ihre Arbeit und ihren Erfolg. Von ihrem aktuellen Projekt und den harten Kritiken, die sie dafür hat einstecken müssen. Die unterschwellige Botschaft habe ich vernommen: Geh mutig deinen Weg und lasse dich nicht davon abbringen!

Ich bin fasziniert von dieser fröhlichen Frau, die so konsequent und mutig macht, was sie machen möchte. Auch wenn der Weg dahin nicht einfach war. Auf ihre Biografie und frühere Projekte will ich hier nicht weiter eingehen. Der interessierte Leser möge das z. B. hier nachlesen. Mich hat die Geschichte zu ihrem aktuellen Projekt, welches mittlerweile als Buch veröffentlicht wurde, besonders beeindruckt. Nach der Trennung von ihrem Mann, kehrt sie New York nach 15 Jahren den Rücken und geht zurück nach Deutschland. Noch bevor sie wirklich hier ankommt, reist sie nach Venedig, um sich zu sortieren.

In dieser Woche entstehen die ersten Aufnahmen zu ihrer aktuellen Arbeit “I wanted to see the World”, während sie an einem Ufer sitzt und die Faszination der Spiegelungen der bunten Häuser von Burano im Wasser entdeckt. Die Fotografien zeigen teils sehr abstrakte Bilder dieser Wasser-Reflektionen. Bilder, die zu fliessen scheinen, die in Bewegung sind, wie das Leben selbst. Die Fotografin schildert, wie man ihr davon abrät, diese Serie zu publizieren, weil diese Art der Fotokunst zu “dekorativ” sei, vom Anspruch nicht an ihre vorigen Werke anknüpfen und sich schlecht verkaufen würde. Man prognostiziert ihr sogar das künstlerische Ende, da sie von nun an nur noch darauf reduziert werden würde. Es hagelt Kritik von allen Seiten, aber Jessica Backhaus bleibt dabei und veröffentlicht diese Arbeit und der Erfolg gibt ihr Recht: Auch wenn die Stimmen der Kritiker laut sind, ist es, kommerziell gesehen, ihr bisher erfolgreichstes Werk und mit einem Augenzwinkern bemerkt sie, dass sie mit dem Geld nun ihre nächsten Ideen verwirklichen kann.

In der Galerie Morat werden erstmals auch Fotografien aus ihrem neuen Projekt “Once, still and forever”,  ausgestellt, die bisher noch nicht publiziert wurden.

Die Webseite der Künstlerin erreicht man hier: Jessica Backhaus.

Hier ist ein sehr interessantes Interview mit Jessica Backhaus zu lesen: PROFIFOTO 06/2010.

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