Jahresrückblick

FLOWKurz vor Weihnachten und noch ein bisschen hin bis Sylvester. Das Jahr geht zu Ende. Komisch, dass wir dem stets so eine große Bedeutung bei messen. Vielleicht, weil der Abschluss eines Jahres die Chance für einen Neuanfang im nächsten bedeutet. Alles, was in diesem Jahr nicht gelang, gelingt vielleicht im nächsten. So geht es mir jedenfalls. Ich hatte einen großen Hänger, eine “Schaffenskrise”, obwohl ich gerade in diesem Jahr meine ersten Aufträge bekam und erfolgreich erledigt habe. Aber so ist es im Leben, alles ist irgendwie widersprüchlich, wenn man es genauer betrachtet. Nichts hat nur Vor- oder Nachteile, nichts ist nur gut oder schlecht, schwarz oder weiss. Und obwohl man das Gefühl hat, dass es einen Stillstand gibt, ist das nicht so. Es geht immer weiter und selbst wenn es mal zwei Schritte zurück geht, ist da doch Bewegung.

Und wir neigen dazu, dem, was nicht optimal gelaufen ist, zu viel Bedeutung beizumessen. Was ist also gut gelaufen in diesem Jahr? Ich habe es geschafft, den “Hänger” als solchen anzunehmen und zu schauen, was das mit mir macht. Und da ist viel passiert. Ich habe viele Ideen entwickelt, die ich umsetzen möchte und auf die ich richtig Lust habe. Und ich habe gelernt, dass ich dafür halt die Zeit brauche, die es brauchen wird. Ich setze mich nicht mehr unter Druck. Ich habe über den Blog einige Anfragen von potentiellen Auftraggebern bekommen, denen explizit meine Bilder so gut gefallen haben, dass sie gern mit mir arbeiten wollen. Ich habe regelmäßige Leser dieses Blogs, eine feine Schar Facebook-Fans und nette Kontakte darüber geknüpft. Ich habe einige gute Bilder gemacht, einige Blogbeiträge geschrieben, die ich richtig gut finde und mittlerweile das Equipment, das ich mindestens brauche, wenn ich professionell arbeiten möchte und wage nun den Schritt, das auch zu tun. Mein Lieblingspost, der gleichzeitig auch mein Lieblingsbild aus diesem Jahr enthält ist “TOO SCARED TO CLOSE MY EYES“. Hat übrigens so gar nichts damit zu tun, welcher Post die meisten Leute erreicht hat. Ich blogge, ohne ständig auf Zahlen zu schielen und weiss darüber meist auch nichts, ich Ignorant ;-) .

Was ist für das nächste Jahr geplant? Neben dem Schritt in die Selbstständigkeit die Einrichtung eines kleinen Studios bei uns im Haus. Die Größe und die Dachschrägen sind nicht optimal, aber für´s Erste muss es reichen und wird es :-) . Mein Ziel ist es nicht, in Vollzeit Auftragsfotografie zu erledigen. Eine begrenzte Anzahl feiner Aufträge wäre mein Ziel, damit ich genügend Zeit dafür habe, meine Sachen umzusetzen. :-) Allerdings muss dafür auch noch eine Internet-Seite für den Kundenbereich her. Um diesbezüglich etwas bewegen zu können, habe ich mich bei Michael (fotografr.de) für ein Online-Seminar angemeldet. Ausserdem  gibt vage Ideen für Photowalks oder eine Photogruppe, aber das ist noch nicht spruchreif. Mal schauen…..

Auf das neue Jahr bin ich gespannt, gespannt darauf, was sich tatsächlich entwickeln wird. Wie ist das bei euch? Seid ihr zufrieden mit diesem Jahr? Habt ihr Pläne oder Vorsätze für 2013? Ich bin gespannt!

 

1 Jahr

 

Heute ist es ein Jahr her, dass ich hier meinen ersten Blogartikel veröffentlicht habe. Ich weiß noch, wie aufregend ich es fand, auf den Button “Publizieren” zu drücken. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Ich finde es noch immer aufregend, einen Artikel zu schreiben oder ein Bild zu posten. In jedem Artikel steckt ein Stück von mir und es ist jedes Mal spannend, wie mein Post bei euch ankommt. Manchmal finde ich etwas richtig gut und es kommt wenig Resonanz, manchmal bin ich skeptisch, ob ein Artikel oder ein Bild Anklang findet und es hagelt Kommentare, manchmal ist das alles umgekehrt ;-) .

Ein Jahr in Zahlen:

  • Beiträge: 105
  • Kommentare: 647
  • ca. 15.000 Aufrufe insgesamt
  • Ø 70 Besucher kommen täglich vorbei

Ich habe in diesem Jahr einige sehr nette Zuschriften von Lesern bekommen und es haben sich nette Internet-Kontakte daraus entwickelt. Manche Blogger gucken hier regelmäßig rein und ich verfolge ihre Blogs ebenso interessiert und so “kennt” man sich allmählich. Von vielen Lesern weiß ich leider nichts, außer das sie einen Blick auf den einen oder anderen Artikel geworfen haben. Aber wie dem auch sei: Ich freue mich, dass ihr hier lest, schaut und kommentiert, vielen Dank dafür!

Pünktlich zum Geburtstag traf heute morgen ein Geschenk ein. Ich habe mein Wunschbuch bei Fotografr gewonnen :-) Toll!

 

 

 

 

 

Bitte helft!

Nein, heute geht es nicht um Fotografie. Heute habe ich eine Bitte an euch.

Heute war ich in der Hamburger City. Es war eiskalt und ich hatte das Gefühl, fast zu erfrieren, als ich von der Europapassage Richtung Alsterhaus lief. Auf der Brücke ein Blick nach links – er ist nicht da, es ist ihm wohl zu kalt und ich hoffte, er hat einen wärmeren Platz gefunden. Einige Einkäufe später bin ich auf dem Rückweg. Nun ist er da, wie immer. Eingehüllt in Decken sitzt er da und ich gehe zu ihm und lege einige Euros in seinen Hut. Er schaut auf und bedankt sich. Sein kleiner Hund, den er im Arm, sorgfältig von einer wärmenden Decke bedeckt hält, schaut zu mir auf. Er wünscht mir einen schönen Tag und ich wünsche ihm einen ebensolchen. Wie dumm von mir. Wie soll das ein schöner Tag für ihn werden?  Er ist einer von so vielen Obdachlosen in Hamburg. Er sitzt bei dieser Kälte auf dem Bürgersteig und hofft auf Menschen, die ihm ein wenig Geld spenden. Das ist das ganze Jahr über so, aber etwas war heute anders. Heute kämpft er mit der Kälte und vielleicht um sein Leben. Heute begegneten mir auffallend viele Obdachlose, ihr Hab und Gut in einem Rucksack verschnürt, eine billige Thermomatte obendrauf.Vermutlich suchen sie nach ein wenig Wärme zwischen den Häusern in der City .

Ich gehe in die Europapassage, in die Wärme. Hier sitzen viele Menschen mit vollen Einkaufstaschen und trinken oder essen etwas.

Sie werden oft nicht gesehen, die Obdachlosen, nicht wahrgenommen. Unsichtbar. Verachtet. Wenn du mal schaust, wer ein paar Münzen übrig hat, so sind es fast immer alte Damen, die selbst noch harte Zeiten durchlebt haben und insofern Mitgefühl haben. Die Leute verstehen nicht, dass diese Menschen nicht da sitzen, weil zu faul zum arbeiten sind,  sondern dass ein jeder sein Schicksal hat, dass ihn auf diesen Weg geführt hat und für viele ist er eine Sackgasse. Dabei kann niemand über diese Menschen richten, wir müssen nicht verstehen, warum sie dieses Leben leben. Aus den verschiedensten Gründen können oder wollen sie auch nicht zurück in ein “normales” Leben. Viele leben inkognito auf der Platte und wollen von der Gesellschaft nichts mehr, sind so enttäuscht vom Leben und von den Menschen.

Ich dachte, was wäre ihnen geholfen, wenn man ihnen gestatten würde, sich in der einen oder anderen Ecke in den Einkaufszentren aufzuwärmen und man dort vielleicht heißen Tee oder Kaffee bereit hält. Aber diese Gesellschaft ist so kalt und herzlos, sie vertreiben sie ja sogar aus geschützten Ecken in der Stadt, weil sie potenzielle Kunden abschrecken könnten.

Auf meinem Weg standen mir die Tränen in den Augen und ich wünsche mir, dass ihr an diesen Menschen nicht vorbeigeht, als seien sie unsichtbar. Und wenn ihr zu Hause eine warme Jacke oder Decken übrig habt, so denkt an die Obdachlosen, die sich ganz bestimmt sehr darüber freuen würden. Eine Anlaufstelle findet sich über Google sicher auch in deiner Stadt.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 65 Followern an