Zeitsprung in die 70er

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Wenn ich durch die Hamburger City Nord fahre, fällt mir jedes Mal ein Gebäude besonders auf: Die ehemalige Oberpostdirektion, die nun seit knapp zwei Jahren leer steht. Gerade am Wochenende, wenn man hier weitgehend allein daran vorbeigeht, beschleicht einen das Gefühl, einen Zeitsprung in die 70er Jahre unternommen zu haben. Ein Betonklotz umrahmt von Wegen aus Waschbeton und Wabensteinen, die durch Straßenlaternen im typischen 70er Jahre Look beleuchtet werden. Fast meint man sehen zu können, wie emsige Beschäftigte mit Fönwelle und Schlaghose aus ihrem Audi 80  steigen und mit Aktentasche und Thermoskanne bewaffnet, in das Gebäude strömen.

Mich hat das Gebäude fotografisch gereizt und es war eine weitere Möglichkeit,  mit dem Superweitwinkel zu arbeiten. Alle Fotos sind mit Brennweiten zwischen 14 und 24mm (FX) entstanden und wurden in Lightroom entwickelt. Einige Bilder musste ich perspektivisch korrigieren, weil die stürzenden Linien an den angrenzenden Gebäuden störten. Dies ist in Lightroom kein Problem, allerdings sollte man den Beschnitt des Fotos, der dabei unweigerlich entsteht, bei der Aufnahme bereits mit einplanen ;-).

DSC_8415 DSC_8434 DSC_8417 DSC_8411 DSC_8399 DSC_8373 DSC_8364 DSC_8363 DSC_8360Und hier noch ein Bild in Farbe:

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INTO THE LIGHT II

ALLURING GLOW

 

Seit geraumer Zeit nehme ich mir vor, das 14-24er Superweitwinkel (SWW) mehr einzusetzen und gestern durfte es mit mir auf eine kleine Tour ohne bestimmtes Ziel. Für ein solches Superweitwinkel gibt es im Grunde, ganz grob gesagt, zwei Einsatzbereiche: Dort, wo man durch räumliche Enge begrenzt ist oder dort, wo man eine besondere Weite einfangen möchte. Letzteres findet wohl meist in der Landschaftsfotografie Anwendung, wo der weitwinklige “Sog-Look” dieser Objektive besondere Effekte in die Bilder zaubert, was bei den meisten Architekturfotografen nicht unbedingt erwünscht ist, es sei denn, man möchte mit Perspektiven und stark stürzenden Linien spielen, was mir persönlich sehr gefällt.  Besonders beliebt sind Superweitwinkel übrigens bei Maklern, denn mit ihnen lässt sich bezüglich der Größenwirkung von Räumen sehr gut tricksen ;-).

Wie dem auch sei, das Fotografieren mit diesen Objektiven ist ein Spaziergang, so man ein geeignetes Motiv vor dem Auge hat. Auf obigem Bild wollte ich ganz dicht an die Treppen ran und trotzdem auch die Wände auf dem Bild sehen, was nur mit 14mm möglich war. Dafür ist es perfekt! Ich empfinde es aber als starke Einschränkung, nur mit einem Superweitwinkel auf eine Fototour zu gehen, wie eine Beschränkung der Umsetzung meines Sehens, jedenfalls solange ich mich im Stadtbereich und nicht in den Bergen aufhalte, denn mein Auge bzw. mein Hirn tickt offensichtlich selten weitwinkelig ;-). Als ich gestern nach zwei dutzend Bildern eine andere Linse ansetzte, fühle ich mich sofort befreit und um eine Erfahrung reicher. Natürlich ist ein SSW kein Immerdrauf und bei gezieltem Ansteuern einer Location weiß ich vorher, ob ich es einsetzen möchte oder nicht, aber man muss ja mal was ausprobieren und die Herausforderung suchen. Ok, bei dem Foto habe ich mich wieder auf gewohntes Terrain begeben und die Übung will wiederholt werden ;-).

Falls ihr mehr über weitwinklige Objektive erfahren möchtet, findet ihr hier einen Artikel, der die Technik und den Effekt sehr gut erklärt.

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