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HANGING AROUND AT CONVAY’S

imageEnnistymon, ein Ort nahe der irischen Westküste. 813 Einwohner. Langeweile, Arbeitslosigkeit. Da trifft sich die Jugend dort, wo noch am ehesten was los ist und hängt rum. Chillen und Zeit totschlagen.

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Am Ufer

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Filigrane,  fragile Formen bilden sich am Ufer des kleinen Flusses. Abgeschirmt durch hohe Bäume und Büsche muss man sie entdecken wollen, die kleinen Kunstwerke. Der Weg ist mühsam, matschig, aber die Neugier ist Antrieb genug. Mit dem einen Fuß im Schlamm versinkend,  mit dem anderen Halt suchend auf fast versunkenen Baumstämmen, konzentriere ich mich darauf, die Kamera ruhig zu halten. Ein kleiner Drahtseilakt, ein paar Wackler, aber der Wille ist groß, es zu schaffen und die Mühe wird belohnt :-)

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Ich habe die kleine Serie in schwarzweiß konvertiert, aber dabei ging die Ausstrahlung der Bilder komplett verloren. Für die Bildwirkung ist hier bei fast jedem Foto Farbe die bessere Wahl.

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BROKEN

BROKEN

 

Achtlos umgestoßen, zerbrochen und im letzten Moment davor gerettet, für immer entsorgt zu werden, entfaltet das alte Glas erst seine Schönheit.

 

 

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Gute Aussichten in den Deichtorhallen Teil II

Nicolai Rapp

 

Der zweite Teil meines Berichts über die “Gute Aussichten”-Ausstellung in den Deichtorhallen beginne ich mit der Arbeit, die der von Henning Bode vom Konzept her gegenüber steht.  “Dead White Men´s Clothes” von Nicolai Rapp. Ebenso wie Henning Bode, ist Nicolai Rapp in ein fremdes Land gereist, doch sind die Ergebnisse völlig unterschiedlich.

Auf den Bildern sieht man ein geschnürtes Paket, sonst nichts. Bei näherem Hinsehen entdeckt man, dass der Inhalt bunt ist und hier und da ein Teil eines Kleidungsstücks zu sehen ist. Tagtäglich entsorgt die Überfluss-Gesellschaft der westlichen Nationen ihre gebrauchten Kleidungsstücke, Altkleidercontainer und Sammelstellen gibt es reichlich. Rapp interessierte, was mit der gebrauchten Kleidung passiert, wenn sie wieder auf den Weltmarkt zurück geschickt wird. Er reiste nach Africa und machte sich auf die Suche. Er verfolgte die Altkleider-Pakete bis auf die Märkte, wo afrikanische Frauen sie verkaufen und stieß auf völliges Unverständnis, dass Menschen so gute Sachen zum Anziehen nicht behalten und auftragen, was die Afrikanerinnen zu der Annahme verleitete, dass dies die Kleidung von Toten sein muss. In seiner Arbeit ging es ihm aber nicht darum, eine Sozial-Dokumentation zu fotografieren, er reduzierte sich auf die Objekte an sich. Trotzdem gelingt ihm damit der Denkanstoß im Kopf eines jeden Betrachters.

Fabian Rook ist für sein Projekt “Desktop Evidence” auch gereist, allerdings nicht mit irgendwelchen Verkehrsmitteln, sondern mit Google Street View und in verschiedene Bildarchive. Entstanden sind fiktive Bilder, die man aber erst auf den zweiten oder gar dritten Blick als solche entlarvt. Kleine Störungen irritieren ebenso wie die Bildinhalte, die wie eine Dokumentation und zugleich unwirklich wirken. Spannend. Auf der Webseite kann man die Bilderstrecke betrachten und die ausführliche Erläuterung des Künstlers lesen.

Svetlana Mychkine zeigt “Zuckerblau”, Bilder, die in russischen Kinderheimen entstanden sind und, wie ich es empfand, sehr bedrückend wirken. Die Farben auf diesen Bildern sind schwer, ein schweres Blau-Grün. Die portraitierten Kinder wirken isoliert, teilweise fast etwas verstört, haben aber kurz vor der Aufnahme noch draußen fröhlich mit anderen Kindern gespielt, wie der Kurator erzählt. Die Farbgebung findet die russische Fotografin nicht schwer, sondern typisch russisch, denn in russischen Ämtern und Kinderheimen sei das ein ganz normaler Anblick. Im Gegenteil: Die Farben hätten etwas verbindliches und gar nichts melancholisches. Mit dieser Hintergrund-Information betrachtet man die Bilder ganz anders, was ich sehr interessant fand.

Jacob Weber hat sich erinnert. Seine Bilderstrecke “In Gegenwart” stellt den Zusammenhang zwischen öffentlichen Nachrichten und dem persönlichen Erleben von Momenten her, in denen über Katastrophen wie z. B. die “Loveparade” berichtet wurde.

Auf die Arbeiten von Susann Dietrich und Saskia Groneberg gehe ich an dieser Stelle nicht ein, weil ich dafür in der Ausstellung wirklich nicht mehr aufnahmefähig war. Kennt der eine oder andere bestimmt, irgendwann ist man “dicht”.

 

 

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Gute Aussichten in den Deichtorhallen Teil I – Henning Bode

IMG_1477-BearbeitetAm Wochenende habe ich die Ausstellung “Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie” in den Hamburger Deichtorhallen besucht. “Gute Aussichten” ist ein privat initiiertes Projekt, bei dem jedes Jahr von den verschiedenen Hochschulen und Akademien Deutschlands die vier besten Abschlussarbeiten junger Fotografen einer Jury vorgelegt werden, die darüber entscheidet, welche Arbeiten in dieser Ausstellung gezeigt werden. Diesmal sind es die Arbeiten von Susann Dietrichs, Saskia Groneberg, Svetlana Mychkine, Nicolai Rapp, Fabian Rock, Jakob Weber und Henning Bode. Da mir die Arbeit von Henning Bode besonders gut gefiel und der Künstler vor Ort persönlich über seine Motivation und Erfahrungen berichtet hat, widme ich ihm einen größeren Teil meines Berichts.

IMG_1473Henning Bode hat an der Fachhochschule Hannover Fotojournalismus und Dokumentarfotografie studiert.  Zu seinen Vorbildern zählt u. a. Walker Evans. Für das Foto-Essay “Die Kinder des Cotton”  ist er weit gereist, in den Süden der USA, ins Mississippi-Delta. Dorthin, wo Touristen auf den Spuren des Blues wandeln. Im Gegensatz zu ihnen blieb er  dort für 3 Monate. Sein Interesse an der Region erklärt der Künstler zum einen damit, dass es eine der ärmsten Regionen der USA ist und ihn die Menschen beeindrucken, deren Einfachheit und Lockerheit, mit der sie ihr hartes Los annehmen und zum anderen mit seinem Interesse am Mythos Mississippi, am Ursprung des Blues. Ausserdem ließ sich beides perfekt mit seinem fotojournalistischem und dokumentarischen Ansatz verbinden Und nach zwei Wochen war klar, dass dies seine Abschlussarbeit werden würde.

Er wählte die Form des Essays, weil (…) er verhindern wollte, zu sehr von Vorurteilen geleitet zu werden: “Der Essay ermöglicht es mir, starke, voneinander unabhängige Fotos zu produzieren.” Anders als die in sich geschlossene Reportage lässt ein Essay mehr Raum, um der Spontaneität des Augenblicks zu vertrauen und nicht mit einem dramaturgischen Konzept im Kopf zuvor festgelegten Motiven nachzujagen.” (Spiegel online)

Es ist dem Fotografen gelungen, seine Essenz der Realität auf den Bildern abzubilden, er hat einen melancholischen Blick auf die Region und die Menschen, nicht fokussiert auf die Armut. Henning Bode erzählt, dass die Menschen im Mississippi-Delta sich selbst gar nicht als arm empfinden, locker und besonders gastfreundlich sind, so dass man schon aufpassen müsse, dies nicht auszunutzen. Und wie ungewohnt es für ihn war, inmitten der Einwohner immer im Mittelpunkt zu stehen und nicht als Fotograf hinter der Kamera zu verschwinden, was sicher den meisten Fotografen so ginge. Interessant fand ich auch seinen Eindruck, dass in diesem Teil Amerikas bis heute keine Rassenvermischung stattzufinden scheint, weil das Süd- und Nordstaaten-Problem in dieser Region besonders tief verwurzelt zu sein scheint.

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Die Fotos werden gerahmt, aber ohne Glas gezeigt, was mir sehr gut gefällt, da man einen viel direkteren Blick auf die Werke hat. Der mittlere Block in der Ausstellung zeigt öffentliche Orte,rechts und links daneben wurden die privateren Portraits gehängt. Portraits seien eine tolle Art, etwas über die Region zu erzählen, so der Künstler. Die Portraits sind ausdrucksstark und kontrastreich – intensiv. Bilder, die man lange betrachtet, eben weil sie etwas erzählen.  Alle Bilder wurden analog und in schwarzweiß aufgenommen. Um die Personen realer abbilden zu können und wegen der höheren Auflösung des Negativs wurden diese mit einer Mittelfomat-Kamera (Rolleiflex) aufgenommen, erklärte mir Henning, und ruhiger würden die Bilder im 1×1-Format wirken. Beim Essay hat er sich für das Kleinbildformat entschieden. Die Fotos sind ebenso faszinierend. Die Aufnahme der Sumpflandschaft ist eine der eindringlichsten Naturaufnahmen, die ich bisher gesehen habe. Ein anderes Bild zeigt zwei abgetrennte Hirsch-Köpfe in einem Raum und wirkt schon fast surrealistisch. Die abgebildeten Szenen aus dem Leben der Menschen haben etwas so lebendiges, dass man fast meint, die Geräusche dazu zu hören. Aber bevor ich hier noch mehr ins Schwärmen verfalle, schaut euch die Bilder an, am besten live vor Ort:

Bilderstrecke  Essay

Bilderstrecke  Portraits

Gute Aussichten in den Deichtorhallen

 

->Teil II

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WITHERED AND LOST

WITHERED AND LOSTSpaziergang in der Sonne. Die interessanteren Motive findet man unter Umständen, wenn man nicht ins Licht schaut.

 

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LENA VI

LENA VI

Heute hatte ich ein sehr hübsches junges Mädchen zu Besuch und das habe ich natürlich gleich genutzt, um ein paar schöne Aufnahmen von ihr zu machen. Dieses ist mein Lieblingsbild aus der kleinen Serie. Die anderen werde ich hier aber auch noch zeigen. Das Licht kommt von zwei Systemblitzen, einer auf einem Stativ mit Durchlichtschirm von rechts oben und, um die Schatten links aufzuhellen, ein Blitz mit einem Flash Bender mit Diffusor von links.

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