Sie ist da. Eine Krise, die die meisten von uns so plötzlich und überraschend fordert und unser aller Leben für unbestimmte Zeit verändern wird. Aus meinem Leben kann ich keinen Vergleich heranziehen, mein Vater (den ich jetzt nicht mehr im Pflegeheim besuchen darf) schon, denn er ist im Krieg aufgewachsen, hat wirklichen Hunger erlebt und eine Flucht unter schlimmsten Bedingungen. Ich nicht. Wie schnell ist unser „heiles“ Leben zu erschüttern. Wie schnell kann all das, was gestern noch wichtig war, absolut unwichtig werden. Kommt euch die Werbung im Fernsehen nicht auch vor, wie aus einer anderen Zeit? Völlig surreal. Ich habe mich informiert, richte mich nach den Empfehlungen und lebe weitgehenst isoliert, da ich nicht in einem Familienverbund lebe. Das ist nicht schlimm, denn ansonsten geht es mir gut. Ich kann mich ja immer noch in der Natur bewegen, die Hündin und ich genießen die Tage, an denen der Frühling uns zeigt, dass er nun endlich kommt. Andere Menschen haben dieses Glück nicht. Sie sind vielleicht immer allein, können ihre Wohnung aufgrund körperlicher oder seelischer Einschränkungen nicht verlassen. Müssen aufgrund einer Erkrankung immer aufpassen, nicht mit Keimen und Viren in Kontakt zu kommen.
Um uns herum passiert in dieser Krise Fürchterliches. Über die gesundheitlichen Folgen und die für unsere gesundheitliche Versorgung will ich hier gar nicht sprechen, das ist eh klar. Die wirtschaftlichen Folgen sind immens. Mitarbeiter und Betriebe bangen um ihre Existenz, das muss ich hier auch nicht näher ausführen. Der Aktienmarkt ist erschüttert, Spekulanten ergreifen die Chance der Stunde. Rettungsschirme werden milliardenschwer und für uns alle Folgen haben, die wir heute noch gar nicht erahnen.
Obdachlose müssen ohne Spenden überleben, sozial benachteiligte Menschen ohne Tafeln, medizinische Versorgungsbusse wägen den Einsatz gegen die Sicherheit ab und entscheiden momentan noch für ihre Klienten.
Und hier streitet man sich um Clo-Papier, welches für eine Haltung steht. Auch Reis, Nudeln und Mehl sind ausverkauft. Wer kann, der hortet. Nimm was du kriegen kannst, die anderen sind egal. Wenn die Krise vorbei ist, schmeiß es halt einfach weg. Demnächst wird vielleicht das verachtete Billigfleisch eine „Renaissance“ erleben, weil es noch zuverlässig in den Kühlregalen gestapelt ist. Skrupellos wurden Massen an Schutzmasken gekauft, um sie anschließend für einen vielfachen Preis zu verkaufen. Wirksame Desinfektionsmittel werden in Krankenhäusern geklaut, wie mies!!!!! Mittlerweile warnt die Polizei vor Betrügern, die sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben, um sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen, unfassbar!
Menschen ignorieren all die Empfehlungen, treffen sich sogar zu sogenannten „Corona-Partys“. Nehmen das Ganze nicht ernst. Hauchen einem beim Einkauf ihren Atem in den Nacken. Abstandsmarkierungen und Security in den Supermärkten sind nötig, damit Menschen Abstand und Anstand halten – Halloooooo????
Euch, die ihr hier lest, brauche ich das nicht sagen, da bin ich mir sicher. Aber denen da draussen (die das hier leider nicht lesen werden) schon: Ey Leute, ihr habt den Schuss nicht gehört. Wenn ihr schon den gesundheitlichen Aspekt nicht ernst nehmt: Allein der Respekt vor all denen, die sich um die Kranken kümmern und denen, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind, die nicht wissen, ob sie dies finanziell überleben, sollte doch möglich machen, dass wir uns so verhalten, dass das Ganze möglichst schnell abgemildert wird, beenden können wir es leider nicht, auch das ist klar.
Passt irgendwie und ist aktuell mein Lieblingsong:
#flattenthecurve

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