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Sehenswerte Reportage von Hannes Jung

Auf dem Blog “kwerfeldein.de” wird heute eine sehr gute Reportage von Hannes Jung vorgestellt und diskutiert. Hannes Jung hat eine Familie mit der Kamera durch den Alltag begleitet, die nach 17 Jahren Duldung in Deutschland in den Kosovo abgeschoben wurde. Eine Reportage, die sehr nachdenklich stimmt.

Zum Artikel auf kwerfeldein.de

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Daria Endresen – Ausdrucksstarke Werke mit Tiefgang

Künstler, die überwiegend sich selbst portraitieren, gibt es viele, aber selten haben ihre Bilder mich so in den Bann gezogen, wie die von Daria Endresen. Als ich die Galerie der Norwegerin das erste Mal durchstöberte, haben mich ihre ausdrucksstarken Werke tief berührt. Seit dem war ich oft auf ihrer Website zu Besuch und schließlich bat ich sie um ein Interview und die Erlaubnis, ihre Arbeiten hier vorzustellen und Daria gab mir freundlicherweise beides.

Interview:

Frage: Gibt es einen besonderen Grund, warum du so oft dein eigenes Model bist?

Daria: Meine Lieblingsmalerin Frida Kahlo sagte einst: “Ich male Selbstportraits, weil ich ich so oft allein bin…weil ich die Person bin, die ich am besten kenne.” Ich schätze, dass kann man so auf mich übertragen.

Frage: Wann hast du mit Selbstportraits begonnen?

Daria: 2007, wenn ich mich nicht irre.

Frage: Daria, was für Fähigkeiten braucht man, um solche Arbeiten zu erstellen?

Daria: Ich würde sagen, Grundwissen in der Fotografie und fortgeschrittene Kenntnisse in Photoshop. Ich fotografiere digital und verwende nur natürliches Licht. Alle Bilder werden später in Photoshop bearbeitet – ich habe kein spezielles Rezept und ziehe es vor, zu experimentieren und zu sehen, was dabei eventuell heraus kommt. Ich bin ein Autodidakt, alles was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht.

Frage: Kannst du uns bitte ein bisschen über deinen Workflow erzählen?

Daria: Es beginnt mit einer Idee, die mit der Zeit in meinem Kopf Gestalt annimmt (das kann eine Woche, einen Monat oder ein Jahr dauern). Ich beginne nie mit einem Shooting, bis ich genau weiß, was ich will. Wenn ich fühle, dass der visuelle Part fertig ist, zeichne ich gewöhnlich einige Skizzen, um die beste Komposition zu finden. Der Trick beim Schießen von Selbst-Portraits ist, das du niemals siehst, was du gerade fotografierst. Die Planung hilft dabei, das perfekte Bild zu machen. Wenn ich die Skizzen fertig habe, gibt es ein oder zwei Fotosessions, wobei 200-300 Bilder entstehen. Davon suche ich das Beste aus und editiere es in Photoshop. Das kann eine Weile dauern, je nach Schwierigkeit des Bildes. Ich ziehe es vor, nichts zu überstürzen und die Dinge langsam anzugehen. Wenn ich das Gefühl habe, das  Bild ist fertig, lasse ich es für einige Tage ruhen und schaue dann noch einmal darauf. Bin ich zufrieden, so zeige ich es der Öffentlichkeit, wenn nicht, geht es zurück in den Photoshop.

Frage: Was für eine Absicht verfolgst du mit diesen Fotos? Hast du es jemals mit anderen Motiven wie Bäumen und Bergen versucht?

Daria: Ja, als ich meine erste DSLR bekam, habe ich viele Landschaftsaufnahmen gemacht, aber ich glaube nicht, dass ich darin jemals gut geworden wäre. Was mich am meisten langweilte, war die Tatsache, dass alles bereits abgeschossen war, bevor ich damit begann: Berge, Fjorde, Nebel… Für mein Gefühl war das nicht fesselnd genug und half mir nicht dabei, das auszudrücken, was ich wollte. Ich arbeite am liebsten mit Menschen, weil es dann einzigartig und jedes Mal anders ist. Ausserdem erfordert es Menschenkenntnis und Mut, die Geschichte der Person, die du fotografierst, einzufangen. Und das ist etwas, was mich sehr fasziniert.

Frage: Gibt es noch etwas, was du über dich oder deine Arbeit erzählen möchtest?

Daria: Nein, da gibt es nicht so viel zu erzählen. Ich hoffe, meine Bilder sprechen für mich.

Ich bedanke mich bei Daria für das Interview und freue mich auf ihr nächstes Werk!

 

 

Zur Website der Künstlerin

Galerie der Künstlerin

 


 

 

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“Traummänner” in den Hamburger Deichtorhallen

Vor drei Jahren zeigte das Haus der Photographie in Hamburg die vielbeachtete Ausstellung “Traumfrauen. 50 Starfotografen zeigen ihre Version von Schönheit“. Heute startet dort der Nachfolger “Traummänner. 50 Starfotografen zeigen ihre Version vom Ideal“.

Die Crème de la Crème internationaler (Mode-)Fotografen zeigt auf rund 150, meist großformatigen Bildern ihre Vision vom heutigen Mann. Die Liste der Fotografen klingt eindrucksvoll und unter ihnen ist auch ein Hamburger zu finden, der Fotograf Thomas Leidig. Fotografiert wurden neben unbekannten Männern, meist Prominente wie Brad Pitt, Tom Cruise, George Clooney, Johnny Depp, Tim Burton, Barack Obama, John Malkovich und viele mehr.

Wer also herausfinden möchte, was sich am Bild des Mannes verändert hat, könnte hier möglicherweise eine Antwort finden. Jeder Besucher sollte auf jeden Fall ein Bild seines Traummannes mitbringen, das man im Eingangsbereich des Ausstellungsraumes auf der dafür extra vorgesehenen Wand “ausstellen” kann. Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis.

Die Ausstellung läuft vom 11. März bis zum 22. Mai 2011. Nähere Informationen zu den Öffnungszeiten sind hier zu finden.

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UPPER EAST SIDE AT NIGHT

New York bei Nacht. In einem Hotelzimmer im 43. Stockwerk an der Central Park South. Dort am Fenster stehen und den Blick schweifen lassen. Durch den Central Park schlängeln sich hell erleuchtete Straßen, sonst ist er fast in geheimnisvolles Schwarz getaucht. Dem gegenüber, an der Fifth Avenue, stehen die schicken alten Buildings der Upper East Side. Ein Anblick, an dem man sich schon tagsüber nicht satt sehen kann, bei Nacht ist er einfach atemberaubend. So weit oben hört man kaum noch die typischen Geräusche dieser Stadt. Man ahnt sie nur und hat Raum, sich ganz auf die visuelle Wahrnehmung einzulassen.

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Gidi Morris – angehender Fotojournalist

Beim Durchstöbern meiner Bookmarks blieb ich heute bei Gidi Morris hängen. Sein Portfolio und seine Aussagen haben mich damals schon fasziniert, als ich das Lesezeichen zu seiner Seite gesetzt habe.

Gidi Morris lebt in Israel und ist ein angehender  Fotojournalist, der sich bereits auf der Highschool sozial engagiert, weil er ein Zitat Gandhis leben will: “Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen.” Religiös erzogen, entscheidet er sich gegen ein Leben nach Regeln und Vorschriften und sucht selbst nach einer Deutung seiner Wahrnehmung und hinterfragt diese immer wieder. Es ist ein Kreislauf des Beobachtens, des Auswertens und des erneut Infragestellens. Er sieht im Journalismus eine Chance, das Leben anderer zu beeinflussen und begreift, dass seine Botschaften an Macht gewinnen, je besser sie fotografiert sind. Er hat sich zum Ziel gesetzt, ein sehr guter Fotograf und Journalist zu werden, das, so findet er selbst, sei er denjenigen schuldig, die ihn so nah an ihr Leben heran lassen.

Ich finde seine Projekte spannend und mag seine Webpräsenz, die sich nicht nur durch interessante Essays, Informationen und ein schönes Portfolio auszeichnet, sondern auch durch überaus passend ausgewählte Musik, die die jeweiligen Bilder untermalt. Die Fotos sind klasse und sehr ausdrucksstark. Meine besondere Empfehlung ist der Blick in das Essay “Emo-Projekt”. Morris beschreibt dort, wie er die Aufgabestellung seiner Dozentin mit ziemlichen Schwierigkeiten umsetzte und in seiner Entwicklung schließlich einen enormen Schritt weiterkam. Die Fotostrecke ist sehr gelungen.

Zum Fotoessay “Emo-Projekt”

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Never Satisfied (Time-lapse-Video)

Ein Graffiti-Künstler bei der Arbeit, gefilmt in einer Lagerhalle für alte Autoreifen. Durch die symmetrisch angeordneten Fenster des maroden Dachs fallen Sonnenstrahlen, die die Halle durch den Time-lapse-Effekt fast wie eine Bühnenshow ausleuchten. Das Ganze in schwarzweiß und einfach schön. Dieses kleine Meisterwerk von Erik Huber, Doug Urquhart (Upthink Lab) und Fotograf Jeremy Stephenson wurde für das Gizmodo Time-Lapse Video Challenge 2011 produziert und hat prompt gewonnen. Gearbeitet wurde irgendwo im Nirgendwo in einer alten Halle in Atlanta, damit die Arbeit mit dem Künstler Never garantiert ungestört blieb. Fotografiert wurde mit Canon-Equipment.

Nun ist die “Extended Version” veröffentlicht worden und die ist noch sehenswerter.

Tipp: Genießt das Video im Vollbildmodus. Viel Vergnügen!

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