Daria Endresen – Ausdrucksstarke Werke mit Tiefgang

 

Künstler, die überwiegend sich selbst portraitieren, gibt es viele, aber selten haben ihre Bilder mich so in den Bann gezogen, wie die von Daria Endresen. Als ich die Galerie der Norwegerin das erste Mal durchstöberte, haben mich ihre ausdrucksstarken Werke tief berührt. Seit dem war ich oft auf ihrer Website zu Besuch und schließlich bat ich sie um ein Interview und die Erlaubnis, ihre Arbeiten hier vorzustellen und Daria gab mir freundlicherweise beides.

Interview:

Frage: Gibt es einen besonderen Grund, warum du so oft dein eigenes Model bist?

Daria: Meine Lieblingsmalerin Frida Kahlo sagte einst: „Ich male Selbstportraits, weil ich ich so oft allein bin…weil ich die Person bin, die ich am besten kenne.“ Ich schätze, dass kann man so auf mich übertragen.

Frage: Wann hast du mit Selbstportraits begonnen?

Daria: 2007, wenn ich mich nicht irre.

Frage: Daria, was für Fähigkeiten braucht man, um solche Arbeiten zu erstellen?

Daria: Ich würde sagen, Grundwissen in der Fotografie und fortgeschrittene Kenntnisse in Photoshop. Ich fotografiere digital und verwende nur natürliches Licht. Alle Bilder werden später in Photoshop bearbeitet – ich habe kein spezielles Rezept und ziehe es vor, zu experimentieren und zu sehen, was dabei eventuell heraus kommt. Ich bin ein Autodidakt, alles was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht.

Frage: Kannst du uns bitte ein bisschen über deinen Workflow erzählen?

Daria: Es beginnt mit einer Idee, die mit der Zeit in meinem Kopf Gestalt annimmt (das kann eine Woche, einen Monat oder ein Jahr dauern). Ich beginne nie mit einem Shooting, bis ich genau weiß, was ich will. Wenn ich fühle, dass der visuelle Part fertig ist, zeichne ich gewöhnlich einige Skizzen, um die beste Komposition zu finden. Der Trick beim Schießen von Selbst-Portraits ist, das du niemals siehst, was du gerade fotografierst. Die Planung hilft dabei, das perfekte Bild zu machen. Wenn ich die Skizzen fertig habe, gibt es ein oder zwei Fotosessions, wobei 200-300 Bilder entstehen. Davon suche ich das Beste aus und editiere es in Photoshop. Das kann eine Weile dauern, je nach Schwierigkeit des Bildes. Ich ziehe es vor, nichts zu überstürzen und die Dinge langsam anzugehen. Wenn ich das Gefühl habe, das  Bild ist fertig, lasse ich es für einige Tage ruhen und schaue dann noch einmal darauf. Bin ich zufrieden, so zeige ich es der Öffentlichkeit, wenn nicht, geht es zurück in den Photoshop.

Frage: Was für eine Absicht verfolgst du mit diesen Fotos? Hast du es jemals mit anderen Motiven wie Bäumen und Bergen versucht?

Daria: Ja, als ich meine erste DSLR bekam, habe ich viele Landschaftsaufnahmen gemacht, aber ich glaube nicht, dass ich darin jemals gut geworden wäre. Was mich am meisten langweilte, war die Tatsache, dass alles bereits abgeschossen war, bevor ich damit begann: Berge, Fjorde, Nebel… Für mein Gefühl war das nicht fesselnd genug und half mir nicht dabei, das auszudrücken, was ich wollte. Ich arbeite am liebsten mit Menschen, weil es dann einzigartig und jedes Mal anders ist. Ausserdem erfordert es Menschenkenntnis und Mut, die Geschichte der Person, die du fotografierst, einzufangen. Und das ist etwas, was mich sehr fasziniert.

Frage: Gibt es noch etwas, was du über dich oder deine Arbeit erzählen möchtest?

Daria: Nein, da gibt es nicht so viel zu erzählen. Ich hoffe, meine Bilder sprechen für mich.

Ich bedanke mich bei Daria für das Interview und freue mich auf ihr nächstes Werk!

 

 

Zur Website der Künstlerin

Galerie der Künstlerin


 

 

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