
Angekommen, endlich! Gute 2 Monate wohne ich jetzt im hohen Norden und es fühlt sich einfach nur richtig an. Kein Heimweh, kein sich zurücksehnen. Vertraute Menschen vermisse ich natürlich, aber meine neuen Nachbarn machen es mir wirklich leicht, sie haben mich herzlich begrüßt und es gibt schon einen sehr netten, engeren Kontakt zu Menschen mit Hunden und den täglichen Schnack mit anderen. Corona und Winter im Bundle sind nicht gerade ideal, wenn du irgendwohin ziehst, wo du niemanden kennst. Ich denke, im Frühling, wenn es alle ins Freie drängt, wird auch das anders. Wir sind hier, ein wenig abseits des Dorfes, zwei Straßen, die einen Ring bilden, vielleicht 20 Häuser und es gibt eine nette WhatsApp-Gruppe, ein Wir-Gefühl, ein Dorf in einem Dorf ;-). Und immer wieder die Beteuerung, dass sich alle gegenseitig helfen. Ohne Corona gäbe es hier ein Straßenfest, einen lebendigen Advent und vieles mehr. Ich bin gespannt auf diese Aktivitäten.
Am Anfang war jeder kleine Weg neu. Wenn du einen Hund hast, kennst du das vielleicht. Wichtig ist erstmal, gute Hunderunden zu finden. Manche gefallen mir, manche nicht so. Ein Weg, den ich ziemlich schnell gefunden habe und sehr mag, ist der in den Börmer Koog. Wann immer es geht, gehen die Hündin und ich dort unsere Runde. Ein Koog ist ein künstlich entwässertes Gebiet, welches hier unter dem Meeresspiegel liegt. Ursprünglich war dort einst ein See. Im Moment sehe ich dort leere Weiden und an der einen oder anderen Stelle Schafe. Manchmal sammeln sich Wasservögel zu Hunderten. Gänse, Sing- und Zwergschwäne. Ein Rehrudel flüchtet regelmäßig vor uns, dabei sind wir wirklich weit weg. In Ammersbek, am Rande Hamburgs, sind die Rehe 3m vor uns gemütlich über den Weg gestapft und manchmal stehen geblieben. Hier sind die Tiere deutlich scheuer. Im Koog ist „Wetter“. Es ist eine weite Ebene und es gibt nur mal hier und da einen Knick und viele Wassergräben. An sonnigen Wintertagen großartig, weil du die ganze Zeit in der Sonne gehst. Wenn es stürmisch und regnerisch ist, kriegt man auch das ganz pur ab. Gestern kam ich mit Schnee in allen Ritzen und Umschlägen meiner Kleidung nach Hause ;-).
Und es ist ruhig dort. Fast schon still, wenn man nicht ab und zu doch die Autos oder Trecker hören würde, die auf der schmalen Straße durch den Koog fahren. Ein Ort zum Runterkommen. Ich bleibe manchmal stehen und lausche. So schön…….
Neulich landeten nicht weit von mir bestimmt 80 Gänse. Dieses Geräusch hatte ich noch nie gehört und es bereitete mir wirklich eine Gänsehaut. Ein lautes Surren lag in der Luft.







Gestern fiel viel Schnee und heute Morgen war die Welt hier wie in Watte getaucht. Schnee und dichter Nebel. Also packte ich die kleine Fuji ein und stapfte mit der Hündin durch den fast jungfräulichen Schnee. Ein paar Tierspuren waren zu sehen, aber ich war der erste Mensch im Koog.






Die Fotos dazu wären fast nicht vorhanden gewesen, hätte ich nicht auch JPGs gemacht. Die RAFs der Fuji waren kaputt. Beim ersten Foto meldete die Fuji einen Speicherkartenfehler. Ich habe die Karte raus und wieder reingesteckt und es schien zu funktionieren. In Lightroom begann dann die Katastrophe. Im Modus Entwicklung Geflacker der Benutzeroberfläche, oder es fror gleich der ganze Mac ein, nichts ging mehr und ich befürchtete schon, mein Mac hat ein Problem. Zum Glück kam mir die Idee, ob das auch mit den Dateien aus dem iPhone passiert und mit denen verlief alles unauffällig. Also die RAFs der letzten Tage probiert. Musste den Computer ständig zwangsresetten. Nicht gut. Mit den JPGs aus der Fuji ging es über eine gewisse Zeit gut, zumindest solange, dass ich die Fotos verwerten kann. Ich hoffe, es ist nur ein Problem der Speicherkarte und keines der Fuji. Aber ich bin so froh, dass ich die Bilder überhaupt verwerten kann, denn die Wetterlage heute war schon besonders.

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