HAMBURG FOR PABUCA – NO FUN

NO FUN I

 

Was fällt mir ein zum Thema “no fun” in Hamburg? Da gäbe es so einiges, womit ich viele viele Blogposts füllen könnte. Sei es die zunehmende Vermüllung der Stadt, u. a. weil die Mülleimer einfach eingespart wurden. Gentrifizierung, die Menschen aus ihren Bezirken drängt, um mit teuren Mieten den Reibach zu machen. Der Zustand der Straßen, der z. T. wirklich kriminell ist. Kindertagesstätten, die in Räumlichkeiten gequetscht werden, für die es vor 20 Jahren niemals eine Genehmigung gegeben hätte. Der rasante Anstieg von Menschen ohne Wohnung, der im Stadtbereich immer sichtbarer wird. Das zu teure und nur im Zentrum komfortabel zu nennende öffentliche Verkehrsystem. Das Verschwinden kleiner Traditionsgeschäfte zugunsten der großen Ketten. Öffentliche Plätze, die kahl und unattraktiv ungenutzt bleiben und und und…….

Ich habe die drei Aspekte mit Bildern dokumentiert, die mir zu “no fun” als erstes einfielen. Absolut nicht funny sind die unzähligen Verbotsschilder, die sich an Kinder richten und die selbst in reinen Wohngebieten, die ursprünglich familienfreundlich konzipiert waren, zu finden sind. Nazi-Parolen, Hakenkreuze und antisemitisches Geschmiere sind kein Spaß! Und last but not least der rasant zunehmende Abriss von alten Häusern.

 

NO FUN II

 

NO FUN III

 

 

 

Mein Beitrag zu Pabuca´s NO FUN.

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 20.57.14

PABUCA – LOST

Lost Place

 

Mit vielen, bei Fotografen so begehrten “Lost Places” kann Hamburg nicht dienen. Zu kostbar sind die Flächen hier, als dass sie lange brach liegen. Es wird abgerissen und neu gebaut. Dennoch gibt es sie, diese Orte, die ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben und als kleine Oasen für Obdachlose, Sprayer und Fotografen eine neue bekommen und die sich die Natur Stück für Stück zurück erobert.

Auch gibt es Plätze in Hamburg, die zu bestimmten Zeiten ihre Bedeutung verlieren und an denen man sich dann ganz “lost” fühlt. In der Hafencity sitzen tagsüber viele Sonnenanbeter und schauen bei einem Kaffee auf die Elbe. Manchmal ist hier kaum ein Platz zu bekommen. Samstag-Abends ist es hier sehr einsam.

Und schließlich gibt es Orte, die noch keine Bedeutung zu verlieren haben, wie der neue Bahnhof in der Hafencity, dessen Ausgang noch ins Nichts führt und und an denen ich mich ganz verloren fühlen würde, wenn ich nicht Leere und Linien mögen würde ;-).

 

LOST IN THE EVENING

 

NOT IN USE_

Mein Beitrag zu Pabuca – Lost.

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 20.57.14

 

PABUCA – EXHIBITION

THE CUBE

Exhibitions, Ausstellungen, gibt es in Hamburg natürlich jede Menge und auch sehr interessante. Unzählige kleine und größere Galerien laden zum Bummeln ein. Einige, darunter die Galerien Morat und Hilaneh von Kories, engagieren sich sehr, nicht nur für die Künstler, sondern auch für die Besucher. Veranstaltungen, Künstlergespräche und Führungen bieten Information und Auseinandersetzung. Die Deichtorhallen, bzw. das Haus der Photographie ist in Sachen Fotografie sicher führend in Hamburg.

Im Cube der Kunsthalle wird zur Zeit die Ausstellung von Karl Lagerfeld gezeigt. Ob die Beiden die Ausstellung besucht haben, entzieht sich meiner Kenntnis, man hat aber den Eindruck, dass sie sich mehr füreinander interessieren.

Aber Ausstellung bedeutet nicht nur die Ausstellung von Kunst. Jedes Schaufenster bietet eine kleine Ausstellung und z. B. auf dem Hamburger Dulsberg gibt es kleine Läden, an deren Schaufenstern man sich die Nase platt drücken kann, weil die Ausstellung einfach spannend ist.

FULL OF SURPRISES

 

Es gibt aber auch Orte des Gedenkens, an denen ausgestellt wird. Ausstellungen, die ich für unglaublich wichtig halte, weil sie Geschichte an realen Orten emotional transportiert. So wie in der KZ-Gedächnisstätte Hamburg-Neuengamme.

DEPORTATION

 

Dies ist mein Beitrag zu Pabuca – Exibition.

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 20.57.14

 

PABUCA – NIGHT

NIGHT CLOUDS

 

 

GREEN TILES

 

 

SPOOKY

 

Nachts ist in Hamburg abseits des Kiezes und einigen anderen ausgewählten Orten nicht viel los. Die meisten Menschen sind längst zu Hause, die anderen sitzen im Restaurant oder genießen ein Stück Kultur. Draussen sind die Hamburger bei Nacht nur im Hochsommer, wenn die lauen Nächte locken.

Ich fotografiere gern in den menschenleeren Straßen und mag es, wenn die Lichter oder die Dunkelheit der Nacht das Bild der Stadt prägen. Man gewinnt Einblicke, die bei Tag nicht möglich sind, so entdeckte ich das Treppenhaus mit den den schönen grünen Wandfliesen bei Nacht, bei Tag bin ich daran bisher immer vorbeigelaufen, ohne es zu beachten. Die Ausfahrt eines Parkhauses wird zu einem interessanten Objekt, wenn der Asphalt die Lichter reflektiert. Während ich dort hockte, beschäftigt mit der Ausrichtung der Kamera, tauchte plötzlich dieser Schatten auf und ich habe mich so erschrocken, dass ich die Kamera verriss :-D. Aber genau wegen dieser Geschichte mag ich das Bild so.

Dies ist ein Beitrag zu Pabuca – Night.

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 20.57.14

52/7-11

71 FEEDING BIRDS

71 FEEDING BIRDS

72 THE LEAVE AND THE BALLOON

72 THE LEAVE AND THE BALLOON

73 FEEDED BIRDS

73 FEEDED BIRDS

74 H

74 H

75 NO PHOTO TODAY

75 NO PHOTO TODAY

76 OFFLINE

76 OFFLINE

77 AT THE DENTIST

77 AT THE DENTIST

Das war eine nette Woche, doch schon, obwohl das Wetter ziemlich bescheiden war und ich so einiges auf dem Zettel hatte. Na ja, und eine Lücke gibt es dieses Mal, ein Tag, an dem ich einfach keine Lust hatte, so gar keine. Auch das gehört zu einem Projekt und da ich nun mal (vor allem) mich selbst nicht betrügen will, habe ich heute schnell einen Lückenbüßer erstellt :-D.

Projekte sind nicht starr, sollten sie auch nicht sein. Sie können angepasst werden, wenn man feststellt, dass da irgendetwas unrund läuft. Und für mich läuft im Moment mein Blog unrund. Es ist mir zu projektlastig und ich würde gern wieder andere Posts verfassen. Ja, rein theoretisch könnte ich das zusätzlich, aber in der  zurückliegenden Zeit hat sich für mich eine Frequenz von ca. 2 Post pro Woche als gut und praktikabel herausgestellt. Ich würde gern wieder einzelne Bilder zeigen und “richtige Artikel”, also solche mit mehr Inhalt, schreiben. Und auf “Pabuca” will ich nicht verzichten, denn das Projekt macht mir so richtig viel Spaß.

Außerdem hatte ich schon angesprochen, dass mich eure Reaktionen, so toll sie auch sind, bei meinem Projekt beeinflussen. Bei der täglichen Fotografie denke ich dann schon daran, welches Bild ich posten, was ich dazu schreiben könnte und wie ich die Bilder zusammenstelle. Das untergräbt die Spontanität, den Spaß und die Freiheit. Bitte nicht falsch verstehen, ich freue mich natürlich über die Resonanz, aber sie beeinflusst mich und da ich das in mir nicht abstellen kann, habe ich mir folgendes überlegt:

Ab der nächsten Woche, die ja schon begonnen hat,  werde ich die Bilder meines 52/7-Projektes nur noch in der Galerie auf lichtbildwerkerin.de zeigen. Dort könnt ihr bei Interesse gelegentlich oder via RSS-Feed (unten rechts ist so ein kleines Zeichen neben meinem ©) dauerhaft auf dem Laufendem bleiben. Einen Link dazu werde ich auch in die Seitenleiste des Blogs einbauen.( Edit: Auf fickr könnt ihr das Album auch verfolgen: 52/7 flickr.) Frei nach Udo Lindenberg:

“Und Ich mach mein Ding, 
egal was die anderen sagen 
Ich geh meinen Weg, 
ob gerade ob schräg, das ist egal”

;-)

People in Hamburg

THREE FRIENDS

 

WINTERBEACH

 

SUNNY WALK

 

People – Menschen in Hamburg. Beim ersten Sonnenstrahl sind sie alle draußen unterwegs. Sitzen trotz der Kälte an der Alster, flanieren am Elbstrand oder in der Hafencity. Das unterscheidet Hamburg sicher nicht von anderen deutschen Städten. Vielleicht eher die Überzeugung, besonders stylisch und hipp zu sein, was z. B. dem Berliner nur ein müdes Lächeln entlockt. Hamburger sind im Vergleich zu Menschen anderer Weltstädte ein Stückchen zu konservativ, zu steif, zu reserviert. Aber durchaus liebenswert. ;-)

Mein Betrag zu PABUCA – PEOPLE

Bildschirmfoto 2014-02-10 um 20.57.14.

52/7 – 10

64 THE OTHER SIDE

64 THE OTHER SIDE

65 DREAMY LAKE

65 DREAMY LAKE

66 POINT OF VIEW

66 POINT OF VIEW

67 THE WHITE ONE

67 THE WHITE ONE

68 FAT BOB

68 FAT BOB

69 BREDENBEKER TEICH

69 BREDENBEKER TEICH

70 TAKE A WALK

70 TAKE A WALK

70 Tage, das ist schon eine Hausnummer. Die 10. Woche ist deutlich beeinflusst von dem frühlingshaftem Wetter, bei dem man ja nur raus will und jeden Sonnenstrahl genießen. Am ersten Tag war ich (mal wieder) auf dem Friedhof. THE OTHER SIDE zeigt eine Brücke auf dem Ohlsdorfer Friedhof und der Titel ist natürlich doppeldeutig. DREAMY LAKE entstand am nächsten Tag. Was für ein Glück, noch einen nebeligen Morgen erleben zu dürfen. Wieder wunderschön, aber ganz anders, weil an diesem Morgen keine Sonne schien, fast noch schöner. Mein Lieblingsbild dieser Woche. In den folgenden drei Tagen habe ich mich mit Perspektivwechsel beschäftigt, was aber keineswegs zu dem Ergebnis geführt hat, dass ich komplett andere Bilder gemacht habe. Mein Auge ist ein Gewohnheitstier und liebt offensichtlich die Mitte, Fluchten. Immer wieder nehme ich solche Bilder auf. Selbst wenn ich das ungeliebte und ungewohnte Super-Weitwinkel benutze, kommt dabei ein Bild mit einer mittigen Flucht heraus :-(. Oder Schatten oder Reflexionen…..)

Insgesamt bin ich lockerer in meinen Ansprüchen und habe wieder mehr Spaß. Ich weiß, dass ich nicht immer kreativ sein kann. Manchmal ist es eben ein Bild, was ich normalerweise nie zeigen würde. Und an manchen Tagen ist eine Idee da und ich mache Bilder, die ich (noch) nicht zeigen will, weil ich damit noch etwas anderes vor habe und es mir noch nicht “fertig” scheint, vielleicht noch einmal anders fotografiert oder umgesetzt werden will.

Eine Erkenntnis habe ich aber: Auch wenn ich denke, heute kommt kein (mir) Bild (und ich mir schon den Text, den ich statt eines Bildes veröffentliche, ausdenke), brauche ich mich nur auf eine Situation, einen Ort einlassen und es kommt. Es kommt immer. Fotografie braucht Achtsamkeit.

RAIN IN HAMBURG

RAIN IN HAMBURG

RAIN IN HAMBURG II

RAIN IN HAMBURG III

Wenn wir Nordlichter ein paar Regentropfen abbekommen, so ignorieren wir das, sind wir doch an unser Schietwedder gewöhnt. Man muss schon wetterfest sein, wenn man hier lebt. Bilder von einem Meer von Regenschirmen kenne ich aus Hamburg nicht, denn Wind und Wetter trotzt man besser mit einer entsprechenden Jacke, Schirme sind was für Weicheier. Und durch die Nähe zur stürmischen Nordsee hat hier fast jeder Gummistiefel und Regenzeugs im Schrank. ;-)

Ich mag Regen. Manchmal. Und nur in schwarzweiß, was aber kein Problem ist, denn bei Regen erscheint Hamburg ganz pur monochrom. Das mittlere Bild ist ein Farbbild, man mag es kaum glauben :-D

Mein Beitrag zu Pabuca – Rain.

Business in Hamburg – Pabuca

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Business in Hamburg. Da denke ich spontan an die City-Nord mit ihren Bürohäusern, den Flughafen, den Hafen, die großen Einkaufszentren und die noblen Läden in der Innenstadt. Auch an die unsäglichen Ketten, die nach und nach die kleinen Schuhläden, Elektro-Fachhändler, Fotoläden und Boutiquen verdrängt haben. Aber es gibt sie noch, die kleinen Läden, die ein besondere Sortiment haben. Man bekommt dort Dinge, nach denen man in Einkaufszentren vergeblich sucht. Meiner Meinung nach ist es aber eine Frage der Zeit, wie lange sie noch überleben. Durch das Internet gewinnen sie immer weniger an Bedeutung, denn ein paar Mausklicks führen zu nahezu jedem Artikel, der dann auch noch frei Haus geliefert wird.

In Hamburg beobachte ich, dass die Fluktuation in den kleinen Läden sehr hoch ist. Ist ein alteingesessenes Geschäft erstmal raus, kommen und gehen ihre Nachfolger. Manchmal halten sich die Geschäfte nicht mal ein halbes Jahr. Und so finden sich immer öfter verhangene Schaufenster und ganze Straßen verlieren dadurch ihr Gesicht.

Mein Betrag zu Pabuca – Business.

52/7 – 9

WHITE TULIPS

57 WHITE TULIPS

58 BEAUTIFUL MORNING

58 BEAUTIFUL MORNING

59 FLAT TULIP

59 FLAT TULIP

60 DON´T KICK ME!

60 DON´T KICK ME! Die Motorrad-Saison hat begonnen :-D

61 FAIRY DUST

61 FAIRY DUST

62 JUST A SECOND

62 JUST A SECOND

63 MURDERED

63 MURDERED

 

Die 9. Woche verging wie im Flug. Tag 58 begann wunderschön. Nebel lag über den Wiesen und Feldern und ich war sehr früh unterwegs und habe mich an dem Licht gefreut, bin mal wieder regelrecht versunken in den Augenblicken.

An Tag 62 habe ich mich sehr lange mit der Umsetzung eines Gefühls beschäftigt. In der Sekunde, in der ich auf eines meiner Bilder schaue, werden Millionen andere ins Netz geladen. Über verschiedene Interpretationen kam ich dann zu der Bild-Idee, eine Mehrfachbelichtung aus 7 Fotos zu machen, jedes zeigt Bilder in der Google-Bildersuche. Aus einem Video über analoge Fotografie nahm ich ein Bild, also einen Teil einer Sekunde, der genau 2 belichtete Negative zeigt. Das Finish entstand in Photoshop, wo ich dieses Bild halbtransparent über die Mehrfachbelichtung legte, wodurch auf dem belichteten Teil des Films, die Masse der Google-Bilder wieder durchscheint. Andere Interpretationen zeigten aber auch mich inmitten dieser Bilderflut oder eines meiner Bilder darüber. Ein Thema für mich, nicht erst nachdem ich an Tag 61 auf die wahnsinnige Idee kam, ein paar Fotos auf dem Venezianischem Maskenfest zu machen, wie gefühlt alle Hamburger, die über eine Kamera, vorzugsweise mit riesigen Linsen, verfügen. Ob die aufwändig verkleideten und ein Spiel darbietenden Künstler sich wohl in die Zeiten zurückgesehnt haben, als das Publikum noch zu sah und applaudierte und nicht nur Fotos schoss wie bekloppt? Eine Flut dieser Fotos überschwemmte nicht nur die Hamburger Internet-Region und alle sahen irgendwie gleich aus. ;-)

Am nächsten Tag war ich auf einem Friedhof, um an meiner Serie weiter zu arbeiten. Auf einem Sektor mit den Gräbern von italienischen Kriegsgefangenen fiel mir auf, dass die Gräber wie mit einer Schnur gezogen und weit gespreizt angeordnet sind . Es sind so viele und man müsste sie viel kompakter angeordnet sehen, um die Masse zu erfassen. So war mein Gefühl. Der Versuch, dies in einer Mehrfachbelichtung festzuhalten, ist auf dem letzten Bild zu sehen.

Ich stelle fest, dass mich die Veröffentlichung der Bilder beeinflusst, was ich so nicht vermutet hätte. Rein theoretisch hätte ich mich vielleicht durchaus die ganze Woche mit den Tulpen beschäftigen können. Wie gesagt, rein theoretisch ;-). Aber so würde ich das hier nicht zeigen. Warum eigentlich nicht? Joakim Eskildsen hat sich schliesslich auch wochenlang auf ein Motiv konzentriert und z. B. eine Zeit lang nur Bäume fotografiert. Auseinandersetzung, dass ist doch das, was ich will. Und im Grunde sollte mir doch egal sein, wie das “draußen” so ankommt. Daran arbeite ich noch ;-), nee wirklich, im Ernst! :-)

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