Workshop-Review „Gutes Licht, schlechtes Licht“ bei Stefan Groenveld

Experiment mit zwei entfesselten Aufsteckblitzen

Am Wochenende habe ich an einem Workshop von Stefan Groenveld teilgenommen. Thema war „Gutes Licht, schlechtes Licht“. Wir waren eine kleine Gruppe, was auf intensive Lernerfolge hoffen ließ. Zunächst stand ein bisschen Theorie auf dem Plan. Stefan ging mit uns Grundlegendes durch und schon bekamen wir die erste Aufgabe und erste Erkenntnisse über das Licht in diesem Raum. Ein wenig Theorie und weiter ging es. Es ist wichtig, zu verstehen, wie der Blitz arbeitet, wie sein Licht eigentlich aussieht und das geht am besten im manuellen Modus. Im manuellen Modus steuern wir den Blitz und er tut genau das, was wir einstellen, denn die TTL-Technik versucht nicht, das Ergebnis zu beeinflussen. Wir probierten verschiedene Einstellungen und Lichtformer aus, wobei wir das Umgebungslicht erst mal ausblendeten. Was macht ein Beauty Dish? Warum ist ein Belichtungsmesser beim Blitzen hilfreich? Stefan überraschte uns mit kleinen Tricks, denn wer käme auf die Idee, den Reflektorschirm im fast zugeklapptem Zustand zu benutzen (und damit ein Rembrandt-Dreieck zu erzeugen)? Wie arbeitet man mit mehreren entfesselten Blitzen? Welche Fernauslöser sind empfehlenswert?

1/20 Sek. bei F/3,5, ISO 400

Am Nachmittag ging es nach draußen. Wir experimentierten mit Einstellungen und lernten, dass man auch auf der Straße wunderbare Reflektionsflächen zum Bouncen findet, z. B. ein weißer LKW, auf den wir den Blitz richteten und damit die gegenüberliegende Wand perfekt ausleuchten konnten.  Technisches kam dabei nicht zu kurz und so rechneten wir zwischendurch immer mal wieder mit Blenden- und Zeitwerten und zählten Klicks rauf und runter ;-). Interessant war auch, dass man mit dem Einsatz eines entfesselten Blitzes, den richtigen Einstellungen mit einer 1/20 Sek. einen springenden Menschen „einfrieren“ kann und dass man das warme Licht der Glühlampen mit korrektem Weißabgleich schön darstellen kann, ohne das sich mein geblitztes Portrait im Vordergrund bläulich verfärbt. Dazu kamen Filterfolien zum Einsatz.  Gewusst wie. Dieses Bild kommt also perfekt aus der Kamera und ich spare mir die Bearbeitung.

Weißabgleich Kunstlicht ohne Folie
Weißabgleich Kunstlicht mit Folie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Workshop war spannend, sehr praxisorientiert und wurde kompetent und supernett geleitet. Die Räumlichkeiten waren großzügig und gemütlich und wir hatten das Glück, dass wir eine sehr kleine Gruppe waren. Stefan hat sich immer die Zeit genommen, auf unsere Fragen und Wünsche einzugehen und hat uns aber auch gefordert. Ich habe mich gut betreut gefühlt und habe eine Menge gelernt. Insbesondere hat das Blitzen im manuellen Modus seinen Schrecken verloren und ich habe verstanden, dass ich die Belichtungsergebnisse damit sehr viel besser kontrollieren und reproduzieren kann, als wenn ich denn TTL-Modus nutze (der in bestimmten Situationen natürlich trotzdem seine Berechtigung hat).

Die angesetzte Zeit von 8 Stunden empfand ich als genau richtig und fand es positiv, dass wir die Zeit auch bis zum Schluss genutzt haben, denn sie verging wie im Fluge. 🙂

Jetzt bin ich schon gespannt, welche Workshops Stefan in Zukunft anbieten wird. Die Teilnahme an diesem kann ich nur jedem empfehlen, der sicherer im Umgang mit Aufsteckblitzen werden möchte.

11 Antworten zu Workshop-Review „Gutes Licht, schlechtes Licht“ bei Stefan Groenveld

  1. fudelchen sagt:

    Find ich schon klasse.
    Suche in mener Gegend auch immer noch jemanden, der mir mal ein paar Einstellungen an meiner Kamera erklärt, in den Büchern habe ich immer keine Lust zu lesen und würde das gerne in der Praxis ausprobieren.

    GLG Marianne 😉

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    • Verfasser

      Man lernt in einem Workshop doppelt so schnell, als wenn man sich das Wissen aus Büchern herausliest oder aus Filmen abschaut, da fehlt einfach die Kommunikation. GLG zurück!

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  2. fudelchen sagt:

    Das denke und empfinde ich ebenso, ich bleibe auf der Hut, es wird sich bestimmt noch einmal etwas fnden, sonst gibt es eben einen Urlaub, der der Fotografie gewidmet ist 😆

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  3. eklof sagt:

    …damit ist es amtlich: Ich habe definitiv etwas Großartiges verpasst 😦
    das Gute ist, ich nehme nächstes Mal an einem lichtbildwerkerin-getesteten Workshop teil – kann auch nicht jeder (dann) sagen …. 🙂
    f.

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  4. Kerstin sagt:

    Dein Bericht klingt interessant und ich muss gestehen, ich habe Null Ahnung vom Umgang mit Blitzen, ich vermeide es einfach ihn zu benutzen, aber wenn ich deine Beispielfotos betrachte, lohnt es sich, sich damit mal auseinanderzusetzen – von daher wäre so ein Workshop wohl mal was für mich 😉

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  5. Luiza sagt:

    …das hört sich sehr interessant an. Wir haben uns schon letzts Jahr ein Blitzbuch bestellt, mussten drauf warten bis es dann hiess, dass es nicht veröffentlicht wird:-|

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  6. transience sagt:

    Habe so gut wie keine Erfahrung mit Blitzen, aber dein Erfahrungsbericht macht Lust darauf sich damit mal näher zu beschäftigen und einen entsprechenden Workshop zu besuchen. Leider gibts hier auf dem Ländlichen keine (brauchbaren). Aber es scheint sich zu lohnen in längere Hin- und Rückreisen zu investieren 🙂

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