Manchmal ist analog einfach sinnlicher ;-)

Analog

Es ist lange her, aber den Geruch werde ich nie vergessen. Den Geruch der königsblauen Tinte, die mir aus dem Schulheft in die Nase stieg und den ich liebte. Mein Vater saß bei mir und schaute mir ab und zu während Schularbeiten über die Schulter. Ich war stolz wie Bolle auf meinen Pelikan-Füller und die feucht-glänzende Tinte. Ich gab mir besonders viel Mühe und wollte die leeren Zeilen mit meiner schönsten Schrift füllen. Tintenkiller sollten erst in ein paar Jahren erfunden werden (und würden dann hässliche, gelbe Spuren auf dem Papier hinterlassen) und so stand jeder kleinste Wackler und natürlich erst Recht jedes falsch geschriebene Wort unwiderruflich in dem Heft. Schon damals hatte ich einen klitzekleinen Hang zum Perfektionismus 😉  und hätte am liebsten bei jedem Fehler ein neues Heft angefangen, um endlich mal ein fehlerfreies zu haben. Das hat nie geklappt :-). Die ersten Seiten sahen toll aus und dann begann der Schlendrian, vielleicht kennt ihr das.

Geblieben ist meine Liebe zur Tinte, schönen Schreibgeräten und noch schöneren Heften. Ehrlich, ich kenne alle meine Stifte ganz genau und auch ihr Verhalten auf unterschiedlichen Papieren. Ich hüte sie wie meine Augäpfel und wenn ich tatsächlich mal einen verliere, bin ich untröstlich. Dabei schreibe ich nicht wirklich. Ich notiere, zitiere, fixiere, manchmal meine Gedanken, die anderer oder Lyrics, die mir etwas bedeuten. Aber das Tun mag ich. Es ist im Grunde eine kleine Kunst, die wir damals gelernt haben. Schönschrift, der ausgedehnte Schreibübungen vorausgingen. Man schrieb eine Seite nur mit dem  kleine „l“ voll, die Hand musste locker kreisen und bald die komplizierten Schlingen des „Schreib-Gs“  sauber auf das Papier bringen ohne die Tinte zu verwischen. Eine schöne Fertigkeit, die Ruhe und Konzentration erfordert, Sorgfalt und Umsicht.

Heute schreibe ich selbstverständlich auch auf der Tastatur, die alles verzeiht, löscht und kopiert. Ob es schön aussieht oder nicht, entscheidet die Wahl der Schrift, nicht meine Sorgfalt. Alles geht schnell und effektiv. Das ist auch gut so, natürlich! Und die Vorstellung, die Möglichkeit nicht mehr zu haben, wäre gruselig.

Aber sinnlicher ist es analog. Deswegen habe ich meinen Füller, der keine Tinte mehr aufziehen wollte, nun für richtiges Geld reparieren lassen und freue mich (mal wieder) an einem neuen Buch, welches mit Worten gefüllt werden möchte. Übrigens ziert das Cover die Handschrift  von Antoine de Saint-Exupéry und es ist einfach schön. Die erste Seite liegt blank vor mir und einige Zeilen geht es gut, aber dann – verschrieben *grrrr*. Der Versuch, die Seite so herauszureißen, dass es nicht auffällt, scheitert. Das Buch ist verletzt. Dann heute beim „Fotoshooting“  für diesen Artikel: Absturz! Buchabsturz – die Länge des Objektivs unterschätzt und beim Runterfahren des Stativs damit auf´s Buch gehauen, welches am Rand des Küchentisches liegend natürlich vorn runter, hinten hoch klappte, den Füller ins Rollen brachte, den ich im letzten Moment vor dem Absturz retten konnte, die Finger verschmiert mit dokumentenechter schwarzer Tinte, das schöne Blatt auch. Aber ich habe ja das Löschblatt parat ;-). Ach, analog ist irgendwie cool. Wenn ich das Buch später mal in die Hand nehme, werde ich mich schmunzelnd an diesen Moment erinnern und das Geschreibsel ist so wirklich  einzigartig. Copy & Paste unmöglich.

Ich verstehe euch, die ihr mit echtem Film und Chemie in der Nase in der Dunkelkammer steht, ehrlich :-). Und ich schiele immer öfter in entsprechende Kursangebote.

41 Antworten zu Manchmal ist analog einfach sinnlicher ;-)

  1. Oh ja, SW-Fotos im Labor zu entwickeln, das hatte seinen Reiz. Aber es war immer verdammt zeitintensiv und anstrengend. Es hat auch lange gedauert, bis ich das Know-How hatte, etwas Gescheites zu produzieren. Und es war fehleranfällig. Ein Lichtspalt? Teile des Films zerstört. Die Chemikalien zu lange auf dem Film: zu hohe Kontraste … Das hat mich ganz schön was gekostet – viel Trial & Error. Das ist heute alles viel einfacher. Und ich brauche wegen der Chemikalien nicht mehr ein schlechtes Umweltgewissen zu haben. Alles in allem bin ich froh, dass das jetzt am Computer vergleichsweise einfach geht.
    Ja, schöne Bilder.
    Viele Grüße, Ulf

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    • Verfasser

      Ach Ulf, das ist jetzt abtörnend ;-). Ja, auch eine Seite fehlerfrei zu schreiben war eine Herausforderung. Ich habe noch nie einen Film entwickelt, aber es reizt mich. Was dabei herauskommt, ist ein Unikat. Dein Abzug, deine Vergrößerung – whatever…. Analog ist immer mühseliger. Alles, was nun digital ist, ist einfacher, aber auch beliebiger. Was sind wir damals nach LP´s gelaufen, die in Japan gepresst wurden. Heute ist es egal, ein MP3 wird einfach nur kopiert. Fertig.

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      • Du musst das einfach so sehen: Ich habe das schon für mich erledigt, SW-Fotos im Labor entwickeln (das ist jetzt gut 20 Jahre her!); du noch nicht. Von daher kann ich das locker sehen, während du noch das Gefühl hast, du willst was nachholen.
        Ach, den verkratzbaren LPs trauere ich nicht hinterher, Kassetten auch nicht. Eigentlich bin ich mit digitaler Musik alles in allem zufrieden (in meinem Alter hört man sowieso keinen Unterschied). Es gibt viele Dinge am Computer, die angeblich ja arbeitserleichternd sind – mein Eindruck ist, dass das in der Regel überhaupt nicht so ist, sondern man immer mehr macht als früher. Musikkaufen und -hören, da passt das aber wirklich mal.

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        • Verfasser

          Ja, das stimmt, es ist komfortabler und es ist auch viel einfacher, bestimmte Platten/ein Stück zu finden :-D. Vieles versinkt aber auch in den Tiefen der Festplatten und wird nie wieder gehört. Ansonsten teile ich deinen Eindruck, dass Computertechnik viel Zeit frisst, Updates und Problemlösungen sind ja an der Tagesordnung und die Kisten eignen sich nicht dazu, sich auf eine Sache zu fokussieren. 😉

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    • David sagt:

      Na, da stellst du die Sache aber etwas komplizierter da als sie es wirklich ist, Ulf. SW Film ist eigentlich nachsichtig. Um einen Film komplett zu ruinieren und unbrauchbare Ergebnisse zu erzielen, muss man sich schon etwas anstrengen. Klar, das Finetuning ist eine Sache die Erfahrung und Fingerspitzengefühl braucht.
      SW Film selbst zu entwickeln ist echt kein Hexenwerk. Es gibt Schritt-für-Schritt Anleitungen, die leichter verständlich sind als die meisten Kochrezepte. Also: keine falsche Scheu und einfach ausprobieren.
      Und apropos Umweltverträglichkeit der Entwicklungschemie: Ich glaube, der Dreck, der bei der Herstellung von hochreinem Silizium entsteht, wird durch wenig überboten (vom Energieverbrauch ganz zu schweigen). Weiterhin werden durch die seltenen Erden, die zur Halbleiterherstellung benötigt werden, blutige Konflikte in Zentralafrika finanziert (Stichwort: Konfliktmetalle). Berücksichtig man dann noch die kurzen Generationszeiten von Digitalkameras (mal ehrlich, wer hat eine DSLR, die älter als 3 Jahre ist, und liebäugelt nicht mit dem Nachfolgemodell) ist die analoge Fotografie mit Sicherheit die umweltfreundlichere Variante. Besonders, wenn man berücksichtigt, dass es umweltverträgliche Entwickler wie XTOL gibt.
      Viele Grüße,
      David

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  2. Stefan Senf sagt:

    Jetzt habe ich Lust, meinen alten Artpen, den ich einfach nicht mehr sauber zum Laufen bringe durch einen Neuen zu ersetzen. Die sind zwar nicht wirklich edel aber sie sind ‚ich‘. Mit meinem Artpen habe ich Akte gezeichnet, Entwürfe geskribbelt, Illustrationen gepinselt und zuletzt (vor allem) to-do-Liste verfasst. Danke, Conny 😛

    Analog zu fotografieren? Ja, hab ich immer wieder versucht. Wie Du weisst, habe ich – auch wegen Dir – gerade einige alte Dias rausgekramt und eingescannt. Da spürt man dann, dass Schärfe nicht alles ist und dass Dias ganz wunderbare Farben haben. Vielleicht hole ich auch mal wieder eine Spule aus dem Kühlschrank?

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  3. Jörn sagt:

    Füller, Tinte, Schönschrift … Lauter Worte, die „voll Retro“ sind. 😉

    Ich selbst kann kaum noch gut leserlich schreiben. Einen Füller habe ich seit fast 40 Jahren nicht mehr angefasst. Und ja, analoge Produktionen sind Unikate – egal, ob nun Fotografien, Zeichnungen auf Papier, oder Aufnahmen auf Tonbändern.

    Bei meinem Fotoshooting in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel konnte ich eine alte Druckerei ablichten. Da „wehte“ mich etwas an, das längst verloren gegangen ist …

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    • Verfasser

      Es ist schade, dass dieses alte Handwerk nur noch im Museum einen Platz findet. Wobei es sicher Menschen gibt, die darauf achten, dass das Können nicht ganz verloren geht. Hoffe ich zumindest.
      Ich habe übrigens immer einen Füller besessen und auch immer damit geschrieben, nur in der letzten Zeit nicht, also war ich immer voll „Retro“ ;-). Vielleicht solltest du mal eine Nase „Tinte“ nehmen, was meinst du, wie viele Erinnerungen das wach ruft 🙂

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  4. Paleica sagt:

    wunderbare bilder und ja, die sache mit den füllfedern kann ich nur zu gut nachvollziehen, auch mit dem perfektionismus. ich kann von „stiften“ immer noch nicht genug kriegen und füllfedern sind einfach die königsklasse. ich schreibe viel zu wenig mit der hand, dabei liebe ich „analoge briefe“ wirklich sehr.

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    • Verfasser

      Die Königsklasse, genau das sind sie. Und jeder ist anders, hat seine Macken und will so oder so auf´s Papier gesetzt werden. Wir verlernen es langsam, mit der Hand zu schreiben, weil es kaum noch eine Notwendigkeit dafür gibt. Schade!

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      • Paleica sagt:

        wie recht du hast! ich merke auch oft, wenn ich es dann doch mal mache, wie schnell die hand angestrengt ist, weil die muskulatur gar nicht mehr geübt wird. ich finde es sehr schade um die handschrift, dadurch geht persönlichkeit verloren.

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  5. Mein Ziel für 2015: Weniger fotografieren, aber dafür Intensiver.
    Einfach einmal die Kamera sinken lassen, wenn man nicht 100 %ig zufrieden ist.
    Einfach mal wieder „Analog denken“.
    In der heutigen, hektischen Zeit hat das Analoge etwas Beruhigendes, darin liegt vermutlich das stetig wachsende Interesse für dieses Theme begründet.
    Sehr schöne Bilder und ein toller Text.

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    • Verfasser

      „Analog denken“ ist ein guter Vorsatz. Tun mit voller Achtsamkeit beruhigt, das ist sicher ein Grund für den analogen Boom. Ich wünsche dir intensive Augenblicke mit deiner Kamera! Vielen Dank für deinen Kommentar.

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  6. Ich glaube, der Wunsch nach „analogem Tun“ entspringt der Sehnsucht nach dem Begreifen mit unseren Sinnen. – Unsere Welt ist beliebig und schnell geworden: Im digitalen Zeitalter ist (fast) alles (perfekt) reproduzierbar. Auf der Strecke bleiben sehr oft unsere Sinne (und sehr oft auch die Sinnhaftigkeit), mit denen wir „Begreifen“, „Fühlen“, „Erspüren“, „Erleben“.
    Was ist das Abspielen eines „Musik-Datensatzes“ gegen das Aufsetzen einer Nadel auf einer Langspielplatte? Was ist das Hämmern auf einer Tastatur gegen das Formulieren eines Gedankens mit Füllfederhalter auf einem schönen Blatt Papier ? Was ist das Überspielen eines Bild-Datensatzes gegen das Enstehen eines Fotos im Entwicklerbad?
    Wir sind uns selbst fremd geworden im Streben „modern“ sein zu wollen.
    Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner digitalen Möglichkeiten. Unser Leben ist und bleibt analog.

    Schöner Artikel, Conny.
    Werner

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    • Verfasser

      Das ist sehr schön und treffend formuliert, Werner. Diese Diskrepanz zwischen unserem an sich analogen Leben und dessen digitaler Verarbeitung kann uns krank machen (ich weiß nicht, ob diese Formulierung so ganz trifft, was ich meine).

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  7. Moin Conny,
    was für ein schöner Beitrag. Du sprichst mir aus der Seele. Erst kürzlich habe ich mir neue Füller angeschaut. Für ein bestimmtes Modell konnte ich mich noch nicht entscheiden. Aber egal, mein alter Füller tut es auch noch. Analog ist definitiv mühsamer. Wenn das Resultat gut ist dann ist man dafür doppelt froh. Darüber hinaus wird etwas sauber handwerklich Erstelltes immer einen höheren Stellenwert haben als etwas maschinell beliebig oft Reproduzierbares.
    Du schielst ja schon seit längerer Zeit auf die analoge Fotografie. Wenn Du diesbezüglich Fragen hast kannst Du Dich gerne bei mir melden.
    Liebe Grüsse, Gilles

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    • Verfasser

      Hallo Gilles, das hast du richtig beobachtet :-). Dein Angebot habe ich dankend abgespeichert und komme ggfls. darauf zurück. 🙂 Immerhin habe ich den im Beitrag erwähnten Film nun zur Entwicklung gegeben.

      Ich habe demnächst einen sehr kleinen, fensterlosen Raum zur Verfügung. Es gibt sogar ein Handwaschbecken und ein Ablage-Regal. Für erste Versuche sollte das reichen. Aber zunächst muss nebenan renoviert werden, dann kann es los gehen.
      Liebe Grüße zurück!

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  8. Ingrid sagt:

    Das mit dem Perfektionismus kenne ich auch 😉 Er hält einen von so Manchem ab, was eigentlich schade ist, z.B. davon, mit der Hand zu schreiben. Dabei liebe ich das genau so wie du, auch schöne Schreibgeräte und Notizbücher. Ich für mich habe eine Kompromisslösung gefunden: ein Ringbuchsystem (Filofax). Der gibt mir das Gefühl, zur Not ein Blatt einfach rausnehmen zu können.
    Wenn ich deine Fotos allerdings sehe, kann ich nur sagen, es wäre schade, den ‚charmanten Tintenklecks‘ zu entfernen. Er sieht richtig gut aus – du hast es natürlich auch toll fotografiert. Betrachte es als Gesamtkunstwerk 😉
    Liebe Grüße, Ingrid

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  9. hansekiki sagt:

    Moin Conny,
    eine gepflegte Handschrift ist ein sehr persönliches Aushängeschild, was auch nicht jedem vergönnt ist. Handgeschriebene Zeilen zeigen heute eine gewisse Wertschöpfung, da der Verfasser sich dafür Zeit nehmen mußte 😉 Füllfederhalter zwingen zur Besonnenheit, damals reichte schon ein Kugelschreiber um die angelernte Schriftkunst wieder zu versauen 😉
    Bei der Fotografie bin ich etwas unschlüssig. Ein Foto bleibt auch immer ein ganz persönlicher Blick auf die Dinge, Motivgestaltung halt. Das Medium ist mir da oft nicht so wichtig. Natürlich wäre ich stolz, wenn ich meine Filmrollen selber entwickeln könnte, was bleibt ist die Vorfreude, wenn ich die Bilder aus dem Fotolabor abhole.
    Mit den LP’s rennste bei mir aber offene Türen ein, klar Japan Pressung, 180g schwer… buntes Vinyl, vielleicht noch ein Booklet im Cover…. kommt aber alles wieder 🙂 bzw. war eigentlich nie so richtig out. Analogfotografie könnte einen ähnlichen Platz einnehmen, nur baut wohl keiner mehr Filmkameras. Hast du denn noch so ein altes Ding bei dir herumliegen?
    LG kiki

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    • Verfasser

      Moin Kiki! Nein, eher so das jüngste alte Ding, eine F65, nicht sehr sexy :-). Ich habe nie einen Bezug zu ihr entwickelt und den Film, den ich vor guten 2 Jahren belichtet habe, liegt immer noch im Kühlschrank. :-D. Ich glaube, ich möchte einen Kurs belegen, von der Aufnahme bis zum Abzug einmal alles erfahren, die Basics sozusagen. LG, Conny

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  10. Harald Kahles sagt:

    Hallo Conny,
    Dein Gefühl in Sachen Analog kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich wandle zwischen den Welten. Fotographiert habe ich viele Jahre in Schwarz Weiß , die negativ Formate wurden immer Größer, die Abzüge und vor Allem der Aufwand auch. Ich lebte für die Fotografie. Gewann Wettbewerbe. Dann stellte fest das ich zwar technisch unf formal kompositorische perfekte Bilder schuf, die leider aber nichts mit meinem Leben zu tun hatten. Entäuscht und durch die diverse Umzüge meiner Dunkelkammer beraubt, schlummerte der ganze Technikpark eingemottet in Kisten. Verkaufen lohnte nicht, da durch den Einzug von digitale Technik keiner mehr an Nikon, Hasseblad etc. interessiert war. Dann bekam ich mein Iphone. Ich entdeckte das fotografieren neu – konnte mal eben das einfangen was mich bewegte, und vor allem sofort weiterverabeiten, oder auch löschen. Ohne Zoomobjektiv musste ich meine Füße bewegen. Ich versank in dem Moment ,entfesselt von dem Ballast der Technik, den Ich vormals natürlich auch aufgebaut hatte. Ich bin erstaunt wie ansprechend die Vergrösserungen aus dem Labor wiederkamen. Inzwischen habe ich eine Olympus OM-D und ein paar Objektive. Verwende Lightroom um das zu machen wo ich früher sehr viel Zeit gebraucht habe. Analog fotographiere ich nur noch mit meiner alten verbeulten Leica 3 M , wegen dem sinnlichen Erlebniss. Ich entwickle den Film, scanne die Negative und verarbeite diese dann digital weiter.
    Aber eher als Event. Wenn Du noch keine Erfahrung mit analoge.r Verarbeitung hast fang einfach an – es wird gut weill Du es gemacht hast, Du hast dann was erlebt.
    Viel Spass
    Harald

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    • Verfasser

      Hallo Harald, dann habe ich was erlebt :-), ja und hoffentlich Gutes. Alles hat seine Zeit und seinen Platz und wie du freue ich mich über die Vielfalt und auch die Leichtigkeit, mit der man Fotos machen kann. Es muss nicht mehr das Riesengerät sein. Danke und nette Grüße, Conny

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  11. SagtMirNix.net sagt:

    Habe mir vor Kurzem auch eine Analoge zugelegt. Glücklicherweise passen einige der Objektive meiner digitalen Kamera auch Problemlos an die neue. Bin gespannt was sich herausholen lässt. Was mich aber am allermeisten überrascht hat: Wie unglaublich groß das Sucherfeld der Analogen ist. Mindestens doppelt(!) so groß. Gut, vor 40 Jahren war sie auch mal für den Profi-Einsatz gedacht, aber trotzdem. Habe dann ein wenig recherchiert: Sie hat sogar für alte Analogkameras ein überdurchschnittlich großes Sucherfeld. Glücksgriff! Achja: Es ist übrigens eine vollmechanische Pentax MX aus den 1970ern.

    Wer erste Resultate sehen möchte, kann gerne dies gerne hier tun: http://www.SagtMirNix.net

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  12. Sehr schöner Text, mit noch schöneren Bildern. Zu analog muss ich was sagen…. Zuallererst, deine Handschrift ist wunderbar. Ich bin überzeugter Notizbuch-User, und kann deine Sehnsucht nach Handschrift absolut verstehen. Ich nutze meine Notizbücher – egal ob privat oder beruflich – meist dazu, mein Gehirn zum Arbeiten zu bewegen, das bedeutet beim schreiben denke ich und das passiert automatisch…. Finde ich cool. Und zum analogen Fotografieren kann ich nur sagen, keine Angst! Erstens können Filme auch ganz unkompliziert und günstig beim Drogeriemarkt entwickelt werden, zweitens ist das Entwickeln von Film kein Hexenwerk. Einmal eine kleine Grundausstattung und los kann es gegen, das analoge Abenteuer. Ich habe lange gebraucht, bis ich es das erste Mal versucht habe, und die ersten Ergebnisse waren unglaublich spannend und toll.
    Viele Grüße Jürgen

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    • Verfasser

      Du hast ja auch schon mal darüber geschrieben, Jürgen, ich erinnere mich. Du hast Recht, ich muss mir nur einen Ruck geben und das werde ich sicher im Laufe des Jahres 🙂 Viele Grüße zurück 🙂

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  13. juergen61 sagt:

    Hallo Conny,
    jetzt also auch ein wenig …Senf…von mir dazu : Unterscheiden muss man eindeutig zwischen Profi und Amateur…im Sinne von der Eine verdient sein Geld damit, für den Anderen ist es ein Hobby.
    Für den Profi gibt es kein zurück mehr, der ganze Workflow hat sich umgestellt…und in ein paar Jahren wird es gar keinen Fotografen mehr geben sondern einen …Bewegtbildproduzenten im 6K Modus. Was anderes ist das Hobby, hier setzt eine Gegenbewegung ein die auf die Haptik und das Erlebnis Fotografie zurückkommt ….und da ist Analog unschlagbar. Die Ergebnisse zwischen Digital und Analog sind anders aber gleichwertig, bis jetzt schafft es die digitale Fotografie nicht die Schärfe eines Kodachrome 25 zu erreichen, oder das Bilderlebnis eines 4/5 inch Planfilmes…die digitalen rühmen sich des 12 Blenden Belichtungsumfanges, dabei hat der olle Anselm Adams mit seiner Zonentheorie vor 60 Jahren bereits 14 Blenden auf einem Planfilm untergebracht. Oder denk an den SW Film Technical Pan von Kodak , der hatte eine so hohe Auflösung das es selbst heute kaum Objektive gibt die das schaffen…leider sind viele dieser analogen Superfilme verschwunden, und mit ihnen die Firmen ( Kodak bringt jetzt ein Handy raus 😦 …aber was es noch gibt ist schon ok und Du solltest es ausprobieren…eine Jobo Entwicklerdose und ein wenig Chemie reicht schon aus…und die ist nicht gefährlich und auch weitgehend der Umwelt zumutbar….und dann ein gutes Vergrösserungsgerät mit Spezialoptik…bei Fragen gerne melden..habe das Analoge in den 3 Jahren Fotografenlehre durch und durch gelernt…da gab es noch nichts digitales und meine Rekordzeit für die Filmentwicklung S/W bis zum 13/18 Print lag bei 4 Min ( vor der Tür stand ein Polizeiwagen mit Blaulicht und ich im Labor musste den Film aus der Überwachungskamera der Bankfiliale entwickeln um ein Täterfoto herauszubekommen 🙂
    LG Jürgen

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    • Verfasser

      Hallo Jürgen,
      vielen Dank für deine Zeilen, aus denen viel Knowhow spricht. Genau dieses Wissen fehlt mir. Man simuliert Filmlooks, ohne den eigentlich Look tatsächlich zu kennen ;-). Und vermutlich bin ich nicht die Einzige, die das als Defizit empfindet.

      „Bewegtbildproduzent im 6K Modus“, ich hoffe nicht. Ich hoffe, dass seitens der Kunden eingesehen wird, dass Fotografie und Film zweierlei Können erfordert. Ein Filmer erzählt doch ganz anders als ein Fotograf.

      Du hast also selbst im Fotolabor spannende Geschichten erlebt ;-). 4 Minuten klingt verdächtig schnell!

      LG, Conny

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      • juergen61 sagt:

        Hallo Conny,
        sehr verdächtig schnell, die normale Entwicklungszeit für den Film allein betrug 10min (HP 5 von Ilford) aber solange konnte die Polizei nicht warten, ich habe den Film bei 40 Grad statt 20 anentwickelt, nach 2min kurz im Fixierbad geduscht, nicht gewässert sondern per Haarföhn getrocknet und dann einen Handabzug 9/12 vom Bankräuber gemacht …Bitte deine Filme so NICHT entwickeln…:-)
        LG Jürgen

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