„Dresscode“ – Wäsche im öffentlichen Raum

Dresscode-1Hamburgs Mönckebergstraße glänzt zur Zeit durch die Lichtinstallation „Dresscode“ des Lichtkünstlers Tobias Zapf, die sich mit der Grenzüberschreitung von privatem und öffentlichem Raum auseinandersetzt. Unterhosen, BH´s, Slips und ein paar rote Socken ( ein Gruß an den Hamburger Senat? ) hängen an einer riesigen Wäscheleine quer über einer der Haupt-Einkaufsstraßen Hamburgs.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass früher – so das Wetter es zu ließ – überall Wäsche im Garten oder auf dem Balkon im Wind flatterte und man sich schon das eine oder andere Mal über die riesigen Unterhosen von Opa Müller oder die Liebestöter seiner Frau amüsiert hat. Wir Kinder liefen aufgeregt zu unserer Mutter, um ihr lauthals von unserer neuesten Entdeckung zu erzählen: Frau Fuchs trägt schwarze Spitzenhöschen, damals höchst anrüchig ;-). Heute sieht man das nur noch in dörflichen Regionen. Wäsche im allgemeinen wird im Stadtbereich ganz privat und unsichtbar für andere getrocknet. Was hier so privat und intim ist, ist es in anderen Ländern nicht. So prägen Wäschestücke im öffentlichen Raum z. B. in China ganze Straßenzüge. Ob man das nun schön findet oder nicht – interessant ist es allemal und oft auch ein schönes Motiv für das eine oder andere Foto:

Shanghai
Shanghai
Hongkong
Hongkong
New Territories
New Territories
New Territories
New Territories
Macao
Macao

 

 

 

 

14 Antworten zu „Dresscode“ – Wäsche im öffentlichen Raum

  1. Pixel Point sagt:

    Ein interessantes Thema, was früher und in anderen Ländern normal war und noch immer ist, wird bei uns zu einer Kunstinstallation. Aber tatsächlich finden wir es antiquiert in unserer „ordentlich /spießigen“ Nachbarschaft Wäsche an der Leine zu demonstrieren. In Flensburg habe ich mal einen Straßenzug gesehen wo Schuhe an einer Leine über die Straße gespannt wurden, den Sinn habe ich bis Heute noch nicht so ganz begriffen. Deine Fotos welchen den Artikel begleiten sind natürlich wunderbar passend und zudem sehr gut fotografiert. Besonders das aus Hongkong ist schon sehr krass, man stelle sich mal solch eine Verschandelung der Fassade mit Stahl bei und vor 😉

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  2. eklof sagt:

    Das hast Du mal wieder sehr schön kontrastiert!!

    Ich las, dass Zaft mit der Installation auch testen will, wie hoch der Kontrast zwischen privatem und öffentlichen Raum in einer modernen Gesellschaft geworden ist. So gesehen ist er bei uns tatsächlich größer geworden, denn die „öffentliche“ Wäsche, die auch ich aus Kindertagen erinnere, ist heute kaum noch zu sehen – wahrscheinlich auch „dank“ Maschinen, wie dem Trockner.

    So gesehen wundert es mich schon etwas, dass in Deinen Bildern aus China, der private Raum so sehr in den öffentlichen hineinragt. Ist es nicht in China sonst eher so, dass das Private sehr stark aus der Öffentlichkeit rausgehalten wird?!

    In jedem Fall: Tolle Gegenüberstellung!

    f.

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    • Verfasser

      Nun, in den Großstädten China´s sind die Wohnungen so teuer und winzig, dass dort oft viele Menschen auf engstem Raum leben und für die Wäsche einfach kein Platz ist und schon gar nicht für einen Trockner.

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  3. Michael sagt:

    Hier sieht man das in einigen Viertel seit Jahren. Vor 5 – 6 Jahren gab’s hier mal aufgehaengte Unterwaescheteile in die irgendwie leuchtendes Material eingearbeitet war, sogar bunt, hat witzig ausgesehen. In engen Strassen im Altstadtviertel ist Waescheaufhaengen ueber die Strassen immer noch beliebt..

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  4. Luiza sagt:

    Ja, in Marokko war das auch so. Ich kenne es von früher auch noch aus dem Garten. Dank der Trockner ist alles schnell erledigt und wieder im Schrank:-)

    Guten Start in die neue Woche!

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  5. Ich liebe solche Themen, die die Veränderung dieser/unserer Gesellschaft – aus welchen Gründen auch immer – so illustrativ darstellen. Dieses „Wäsche-Sujet“ eignet sich dazu ja wirklich beispielhaft. Wahrscheinlich gibt es hier von Land zu Land große Unterschiede und wohl auch zwischen Stadt und Land. Jedenfalls sehe ich noch viele Leinen im Sommer auf dem Dorf, aber kaum welche in der Stadt. Auf dem Dorf findet sich dann dort allerdings weniger Unterwäsche… 🙂
    Deine Fotos machen das Thema schön sichtbar.

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    • Verfasser

      Die Veränderung fand ganz schleichend statt und sicher gibt es große regionale Unterschiede, das sehe ich auch so. Aber deiner Wahrnehmung nach, hängt nun auch auf den Dörfer weniger Unterwäsche, das war früher aber ganz normal. So hat sich ein Stück weit auch da etwas verändert.

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  6. Kerstin sagt:

    Am Mittwoch bin ich wieder in der Mö, da muss ich doch auch mal genauer hinschauen…schön, deine Wäsche-Impressionen, ich finde das auch im Süden immer sehr spannend und einen Hingucker oder auch Foto wert, wenn man sieht was wie alles aufgehängt wird 😉
    Ich melde mich zurück von meiner Reise, bin noch am ankommen und Fotos sortieren 😉

    Liebe Grüße, Kerstin

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    • Verfasser

      Ja, du hast auch ein Foto veröffentlicht, worauf Wäsche aus einem Fenster heraus getrocknet wird. Irgendwo in Südeuropa war das. Ich komme gerade nicht drauf, war jedenfalls eine hübsche alte Stadt 😉

      Welcome back!

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      • Kerstin sagt:

        Wäsche, besonders im Süden – da muss ich auch immer fotografieren 😉 Ich habe es mir am Mittwoch angeschaut und versuche immer noch die roten Socken zu interpretieren 😉 Tolle Idee, jedenfalls für den Winter und für die Mö 🙂 (Es hat nur für ein Handyschnappschuss gereicht…ist ja soooo kalt draußen…)
        LG, Kerstin

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