
Vor einiger Zeit war ich mal wieder in meinem Lieblingsbuchladen am Haus der Photographie, strich über die Stapel der Bildbände, wie andere die Qualität eines Stoffes in der Mode-Abteilung eines Kaufhauses prüfen. Ich mag besondere Bücher, schön aufgemacht, in einem visuell und haptisch interessantem Einband. Manchmal ist aber auch der Titel und „We Walk Alone“ berührte meine melancholische Ader. Also nahm ich das Buch mit auf die Couch im Laden und versank in den Bildern, in der Schwärze, dem punktuellem Licht, in dem man meist einzelne Menschen findet, Spiegelungen, Streiflichter oder Schatten von Figuren. Unglaublich, was für eine Atmosphäre der finnische Künstler in seinen Bildern schafft. Bilder, die mich hinschauen lassen, Bilder wie ein Gedicht, das Szenen nur schemenhaft umreisst und der Phantasie Spielraum lässt.
HDR adé, Kontraste satt. Dramatik, Leidenschaft. Natürlich musste ich diese Bilder mit nach Hause nehmen.
All things strange are valuable. A strange picture contains endless interpretations. It is an enigma that will not leave you alone.
(Hannes Heikura in „We walk alone“)
So großartig ich die Bilder finde, so eingeschränkt kann ich dieses Buch nur empfehlen. Wenn man von den Bildern nicht so angesprochen ist wie ich, wird man sich ärgern, denn leider ist der Band von nicht wirklich guter Qualität. Manche Seiten haben Wellen und die Bindung ist so straff, dass man das Buch an manchen Stellen nicht richtig bzw. flächig aufklappen kann. Der Mitarbeiter des Buchshops wird dieses Buch aus den Gründen auch nicht mehr nachbestellen. Schade, dieser Künstler hätte mit diesen Bildern die beste Qualität verdient.
Dark Zone and We Walk Alone. It was a challenge to make you. I hope you will stand the test of time better than we people do.
(Hannes Heikura in „We walk alone“)
Aber die Bilder lege ich euch ans Fotografen-Herz: Leider ist es schwierig, sie euch zu zeigen. Einen etwas lieblosen Blick in den Buch kann man hier sehen. Und einige Bilder auf der Webseite von Hannes Heikura sehen. Die meisten Bilder spuckt aber tatsächlich die Google-Bildersuche aus. Dieses Video zeigt ein leider nicht-untertiteltes Interview mit dem Künstler und zeigt auch einige Bilder, aber vielleicht versteht ihr ja finnisch ;-), immerhin gewährt es einen Eindruck von Herrn Heikura.
Eine tolle Präsentation mit einer unglaublich dramatischen Musik (2046 – Shigeru Umebayashi – Main Theme) habe ich auf vimeo gefunden, allerdings zu seinem Werk „Dark Zone“, am besten im Vollbildmodus ansehen! Bilder! Musik! Inspiration!

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