Im Infrarot-Rausch

Brücke im Duvenstedter Brook. Infrarot-Aufnahme.Ich bin im Rausch, im Infrarot-Rausch. Zur Zeit tauche ich oft in die Natur ab, sobald sich die Sonne am einigermaßen blauen Himmel zeigt. Bei der Wetterlage der letzten Zeit ist das Entschleunigung pur, da ich auf den richtigen Moment bzw. das richtige Licht warten muss. Wie oft bin ich losgefahren, um unverrichteter Dinge umzukehren, da sich der Himmel zugezogen hatte. Etwas Zeit und Erfahrung braucht es auch, die richtigen Motive zu finden. Besonders toll finde ich für IR-Fotos einen Himmel mit dicken Kumuluswolken, hinter denen sich aber die Sonne verstecken kann und je nach Wolkengröße kann es lange dauern, bis sie wieder zum Vorschein kommt. Und dann sitzt man da und wartet, lässt die Seele baumeln, spinnt ein Netz aus Ideen, verliert sich in Tagträumen und verpasst den kurzen Moment, in dem sich die herbeigesehnten Sonnenstrahlen zeigen ;-). Je nach Situation sind die Belichtungszeiten recht lang und schon kann man Gedankenfäden weiterspinnen…..

Ich wollte nur mal kurz etwas von mir hören lassen. Im nächsten Post gibt es mehr Bilder und ein bisschen was zur Technik, versprochen!

29 Antworten zu Im Infrarot-Rausch

  1. Obwohl ich in den Bergen aufgewachsen bin und die Wetterbeobachtung von klein auf ein integraler Bestandteil meines Lebens ist, gebe ich dir Recht, es braucht Zeit und Geduld, um das Motiv im „richtigen“ Licht einzufangen. Ich freue mich schon auf die technischen Hintergründe deiner neuen Leidenschaft.

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    • Verfasser

      In den Bergen erlebt man „Wetter“ sicher viel intensiver, als in der Stadt auf dem platten Land. Aber, wie Kiki weiter unten schrieb: Ein bisschen Wetterfrosch steckt in jedem Fotografen :-).

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  2. hansekiki sagt:

    Moin Conny,
    bei solchen Motiven rast mein Herz 😀 Infrarot und so eine wunderschöne Spiegelung. Mir gefällt, daß es viel Schatten und damit auch Kontrast gibt, anstatt den „Wood-Effekt“ bis zum Erblinden auszureizen. 😉 Solche Bilder haben immer eine besondere mystische Stimmung, vielleicht, weil man in etwas eintaucht, was man eigentlich gar nicht wahrnehmen kann. Mit dem Himmel ist es so eine Sache, da hast du völlig recht. Man wird bei der Fotografie sowieso ein wenig zum Wetterfrosch, hier ist es ganz besonders wichtig 😉 Jetzt ist also die Fuji am werkeln, hattest du mit der Nikon kein Glück?
    LG und ein sonniges Wochenende 😉
    kiki

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    • Verfasser

      Moin Kiki, ich arbeite jetzt erstmal mit der Fuji und warte ab, ob mich die IR-Fotografie dauerhaft interessiert. Im Moment ist meine Begeisterung noch ungebremst und wächst eher noch :-). Die Vorteile einer umgebauten Kamera liegen auf der Hand, so dass ich den Schritt sicher gehen werde. Zum Ausprobieren war die Lösung mit dem Filter günstiger ;-).

      Den Wood-Effekt habe ich auch ausgereizt, weil man erstmal staunt, aber rein weiße Bilder sind dann doch irgendwie langweilig ;-).

      LG und ein schönes WE, Conny

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      • hansekiki sagt:

        Moin Conny, ich hatte überlegt, ob es mit der Nikon vielleicht nicht geklappt hat. Oft wird bei neuen DSRL’s so gut wie kein IR Licht mehr auf den Sensor gelassen, das war’s dann mit dem Experimentieren. Oft macht der Hot Spot dem Spuk ein Ende, aber bei der Fuji scheint es ja keine Probleme zu geben. So ist es doch wirklich schön anzusehen. Ich behalte meine IR Filter, falls ich auf Fernreise etwas entdecke kommen die zum Einsatz. Eine IR Kamera schleppe ich da nicht mit mir rum.
        LG kiki

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  3. Ulf sagt:

    Ich mag diesen Infrarot-Look wirklich sehr. Moderne Kameras machen es einem aber nicht leicht. Hast du da auch Erfahrungen mit der D750 gesammelt? Jedenfalls steht dem meine Komfortzone „losziehen ohne Stativ“ ein wenig entgegen …
    Ich bin jedenfalls gespannt was kommt und freue mich drauf. Das Foto oben gefällt mir schon mal gut, weil es so traumwandlerisch daherkommt.
    Liebe Grüße, Ulf

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    • Verfasser

      Nein, mit der D750 habe ich es nicht versucht oder aber gleich wieder verworfen, denn ich habe keine Bilder davon auf der Festplatte :-D.
      Mit einem kleinen, sehr leichten Carbon-Reisestativ, der Fuji und einem Smartphone liegt das Ganze komplett in meiner Komfortzone ;-).

      Traumwandlerisch…. ja, es hat schon eine besondere Atmosphäre, durch das Licht, danke für die Beschreibung.

      LG, Conny

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  4. Seh-N-Sucht sagt:

    Ich liebe IR, aber es ist auch nicht so einfach. So sind meine Erfahrungen, dass es im Wald nicht so gut klappt – im Schatten auch nicht, aber es muss ja auch nicht immer der Wood-Effekt schlechthin sein. ich bin auch schon im Winter mit der IR-Kamera losgezogen 😉 Entgegen aller Behauptungen bekommt man auch da Bilder aus der Kamera 🙂

    Und eigentlich habe ich auch die Zeit geliebt, als ich noch den Filter vor der Kamera hatte. Der Umbau ist praktisch, weil man kein Stativ mehr braucht und auch mal schneller ist. Alles was sich bewegt war bei mir definitiv aus dem Bild verschwunden oder verwischt. Aber genau das hat auch einen Reiz. Bewegte Blätter, glattes Wasser … Menschen, die dir aus dem Bild „rauslaufen“. Daher habe ich sogar schon überlegt einen ND-Filter an die Kamera zu setzen 😉

    So oder so – es hat was 🙂 , was man an Deinem Bild doch sehr gut sieht 😉

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    • Verfasser

      Danke, Birgit. Bewegte Blätter können sehr reizvoll aussehen, aber manchmal stören sie auch den Gesamteindruck, mich jedenfalls. Deine Lösung mit dem ND-Filter gibt dir die Freiheit im Einzelfall zu entscheiden, daher werde ich eine alte Kamera umrüsten lassen. Momentan kann ich das nur über die ISO regeln, wobei das starke Rauschen bei 6400 auch nicht grundsätzlich schön ist ;-). Im Winter eignet sich auch Architektur ganz gut, so las ich.

      LG, Conny

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  5. Stefan sagt:

    Hallo Conny,
    das ist ein wundervoller Stilmix. Ich mag Natur-Spiegelungen wie auch Infrarot-Kunst, die fernab von weißen Flächen mich einlädt in ein Foto einzutauchen. Kurz gesagt: Dein Foto ist Top! Das Motiv, die Landschaft, die dicht bewachsene Natur, das Licht…und natürlich die Spiegelung geben dem Foto das besondere. Hier transportiert sich der Infrarot-Rausch in bemerkenswertester Weise auf die Betrachter. So simpel und so gut und kreativ umgesetzt. Ich bin gespannt auf weitere inspirierende Fotografische Gedankenfäden.
    Liebe Grüße,
    Stefan

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  6. Infrarot, HDR, Macro – das alles sind fotografische Techniken, die sehr nah am Ufer vordergründiger „Effekte“ bauen. Ob ihr Einsatz auch wirklich dem Ausdruck dient und das jeweils gewählte Thema nach vorne bringt, ist immer eine Frage, der man sich kritisch stellen sollte. Nur „schön“ oder „ungewöhnlich“ ist nicht genug. In diesem Sinne: viel Freude beim Fotografieren und beim Hinterfragen. Und viele Grüße aus Köln, Christian

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    • Verfasser

      Hallo Christian, mein Thema bei der Fotografie mit dem Infrarot-Filter ist genau das, Infrarot-Fotografie. Nicht tiefgründig und einfach just for fun, weil mich IR-Fotos schon früh in meinem Leben fasziniert haben. Vielleicht ergibt sich im Laufe der Zeit ein Thema, aber das ist im Moment gar nicht mein primäres Ziel. Das Ziel ist momentan tatsächlich, einfach nur schöne und/oder ungewöhnliche Aufnahmen zu machen und das finde ich sehr reizvoll :-).

      Aber natürlich verstehe ich deinen Ansatz. Würde ich eine Serie über die Bäume im heimischen Wald machen, müsste ich mich fragen, ob der Einsatz dieser oder einer anderen Technik sinnvoll ist, was ich dann auch tun würde.

      Liebe Grüße aus dem verregneten Hamburg

      Conny

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  7. Jürgen sagt:

    Hallo Conny,

    Infrarot-Fotografie… Echt cool, da hab ich mich noch nicht rangetraut… Die langen Belichtungszeiten halt… Aber bei deinem Ergebnis hab ich doch gleich wieder Lust das auszuprobieren…

    Bin mal gespannt auch die kommenden Bilder. Vielleicht magst du uns etwas mehr über den Workflow erzählen…

    Liebe Grüße aus dem regnenden aber warmen Süden
    Jürgen

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    • Verfasser

      Vielen Dank für dein Interesse und ja, ich werde im nächsten Post etwas über den Workflow schreiben. Kann noch ein paar Tage dauern 🙂

      LG aus dem heute überraschend schönen Hamburg, ist aber auch launisch das Wetter…..

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  8. fotopaletti sagt:

    Liebe Conny,
    das sieht schon mal nach einer tollen Kostprobe aus. Freue mich auf mehr. Die IR-Fotografie interessiert mich auch sehr, aber ich hätte keine Geduld auf eine bestimmte Lichtsituation zu warten…;-)
    Liebe Grüße
    Nora

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    • Verfasser

      Vielen Dank, liebe Nora! Du brauchst aber doch auch ohne IR manchmal ein bestimmtes Licht und muss warten oder „schenkst“ du dir dann das Bild? 🙂

      LG, Conny

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  9. Paleica sagt:

    bei infrarot-fotografie bin ich ja immer etwas zwiegespalten. rein technsch finde ich es sehr spannend, rein ästhetisch mag ich die bilder meistens nicht so. deines aber schon. das hier ist ganz toll!

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      • Paleica sagt:

        oh ja, du sagst es. wie eh im prinzip die meisten ausgefallenen fotografischen techniken. aber sie haben alle ihre berechtigung, nur wenn sie inflationär und gedankenlos benutzt werden, weil der „effekt cool ist“, ohne das motiv wirklich zu berücksichtigen, dann nützen sie sich ab.

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