Der erste Tag im neuen Jahr

Die Treene bei Friedrichstadt im Winter

Der erste Tag im neuen Jahr hat etwas merkwürdiges. Alles steht auf Anfang und Neubeginn und gleichzeitig ist da das Gefühl, dass irgendwie doch alles wie immer ist. Es ist der Wunsch, der die Hoffnung nährt und allzu oft in guten Vorsätzen mündet, die nach ein paar Wochen zu einem schlechten Gewissen führen. Also lasse ich das mit den Vorsätzen lieber gleich 😉.

Allerdings wünsche ich mir, dass meine Verstummung hier nur temporärer Natur ist und ich wieder in meinen früheren Flow finde. Mich haben einige Mails erreicht, in denen sich nach meinem Befinden erkundigt wurde. Vielen Dank dafür. Es geht mir gut, aber wenn ich daran denke, einen Blogbeitrag zu verfassen, stockt und stottert es in mir.

Früher hatte ich immer den Blog im Hinterkopf, wenn ich fotografierte. Oder ich hatte einen Text, den ich mit einem bestimmten Bild untermalen wollte. Im vergangenen Jahr habe ich meine ganze Energie in meinen neuen Lebensort gesteckt. Mein Haus und das Drumherum eingerichtet und bepflanzt. Menschen kennengelernt und neue Freundschaften geschlossen. Und meine Fotografie wurde sehr persönlich und vielleicht auch sehr viel belangloser, nicht für mich, aber sicher für euch hier. Es ist über weite Strecken die Dokumentation der Entwicklung meines neuen Zuhauses. Snapshots von Spaziergängen in der neuen Umgebung und dem Himmel über mir.

Gleichzeitig verloren Internetplattformen für mich an Interesse. Ja, auch, weil ich immer noch kein normales Internet habe und ich die raren GB lieber zum Streamen nutze, als sie für fb & Co zu verschwenden. Aber verpassen tue ich wohl nicht wirklich etwas 😉.

Doch der Blog ist mir wichtig. Er war in den letzten Jahren immer der Ort, an dem ich mich ausdrücken konnte und ein Weg, Menschen zu erreichen, die sich wirklich für die Inhalte interessierten und nicht nur ein schnelles Like verteilten. Dafür war und bin ich dankbar.

Also bitte, liebes neues Jahr, ich wünsche mir meinen Flow zurück und den Mut, meine hohen Ansprüche loszulassen und mich nicht an dem Urteil anderer, welches ich nicht kennen kann, zu orientieren.

Portraitmodus des iPhones funktioniert 🙂

Der erste Frost im Kropper Wald

20 Antworten zu Der erste Tag im neuen Jahr

  1. Ulf sagt:

    Liebe Conny,
    schön, dass es dir gut geht. Den sozialen Medien mal den Rücken zuzukehren, kann ja nicht schaden – solange es nicht ein Totalrückzug ist und stattdessenn anderen in den Vordergrund rückt.
    Ganz schön blau sind deine Bilder, schon fast knallig – sehr ungewohnt bei dir, wo du sonst meist Bilder in Schwarzweiß oder eher in braunen Tönen gezeigt hast.
    Dir für 2022 alles Gute! Was immer es bringt … Vielleicht ja auch mal schnelles Internet!
    Liebe Grüße
    Ulf

    Gefällt 2 Personen

    • Verfasser

      Lieber Ulf,

      ich mag blau in Bildern sehr und auf dem ersten habe ich nicht an den Farben gedreht, frühe eisigblaue Stunde. Auch ein gutes Neues! Das Jahr ist noch lang und ich gebe die Hoffnung auf‘s Glasfaser nicht auf 😉.

      Liebe Grüße

      Conny

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  2. Thomas sagt:

    Es freut mich sehr, dass es Dir gut geht und ich freue mich sehr, mal wieder was von Dir zu lesen. Hilft mir selbst gerade wirklich sehr. Danke dafür!

    Gefällt 2 Personen

  3. Hi Conny,

    schön, von Dir zu lesen!

    Gute Vorsätze haben schon einen Sinn, aber man sollte sie sorgfältig dosieren und einen guten Workflow anbinden und sich nicht zu viel auf einmal vornehmen. Letztlich geht es dabei ja darum, neue Gewohnheiten zu etablieren und alte evtl. loszuwerden.

    Wenn man also eine Vision davon hat, wie man im neuen Jahr (mehr) leben möchte, dann ist es schon ein machtvolles Instrument, sich das aufzuschreiben, immer mal wieder durchzulesen, evtl. zu verfeinern usw. Und sich jeden Tag fragen: Welche Tat heute bringt mich dieser Vision näher?

    Dranbleiben ist total wichtig – und das Gewohnheitsschiff langsam auf einen neuen Kurs bringen.

    Viel Erfolg!
    LG, Christian

    Gefällt 1 Person

    • Verfasser

      Mir ist auch schon aufgefallen, dass es auf vielen von mir abonnierten Blogs sehr still geworden ist, nicht nur auf deinem und meinem. Freut mich, dass dir die Bilder gefallen!

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  4. cecil535 sagt:

    „Der erste Tag im neuen Jahr hat etwas merkwürdiges.“ und „irgendwie doch alles wie immer“: schon seit längerer Zeit kehre ich immer wieder gern in deinen Blog zurück, habe deinen Umzug ‚mitverfolgt‘ und die Probleme mit dem lieben Internet… Mit den ersten Sätzen sprichst du mir, wie so oft, aus der Seele, bringst immer wieder Saiten zum Klingen, die wissend schwingen und sich wohlig verstanden und angesprochen fühlen. Das mit dem raren Internet zwingt zur Konzentration auf’s Wesentliche, ich hoffe es bremst dich nicht zu sehr aus und du bleibst uns mit deinem Blog erhalten, ob nun mit Außen- oder Innenansichten. Deine Bilder sind immer wieder kleine Offenbahrungen und auch wenn mal Schweigen herrscht, dennoch findest du immer wieder passende Worte. Hab Dank dafür. Ein gutes und herzerwämendes Neues Jahr mit guten Begegnungen auch mit dir selbst 😉
    Cecil

    Gefällt 3 Personen

  5. Liebe Conny, ich hoffe, dich hat meine nachricht erreicht, dass ich nun in einem neuen kleidchen unterwegs bin… ich finde deine ersten eindrücke vom neuen jahr sehr schön und ich kann deine gefühle dem bloggen gegenüber sehr gut nachvollziehen. ich habe daher einen neustart gewagt und bin gespannt, wohin die reise mich führen wird…alles liebe für dihc, ich denke, die dinge, die dich im vergangenen jahr vom bloggen abgehalten haben waren – bis auf die einschränkung der downloadmöglichkeiten – ja durchaus lebenswert..

    Gefällt 1 Person

    • Verfasser

      Liebe Sophie, ja, deine Nachricht hat mich erreicht, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, mir deinen Neustart anzusehen, aber ich bin neugierig und schaue die Tage mal vorbei. Ein mutiger Schritt!
      Du hast Recht, es ist das Lebenswerte, was mich abgehalten hat 😊.

      Gefällt mir

  6. Aebby sagt:

    Hallo Conny,

    ich war viel offline in den letzten Wochen, daher schreibe ich erst jetzt. Ich wünsche Dir viel Gutes für das neue Jahr und dass es am neuen Ort weiter gut geht. Über einen Deinen Sätze bin ich halb gestolpert:

    „Und meine Fotografie wurde sehr persönlich und vielleicht auch sehr viel belangloser, nicht für mich, aber sicher für euch hier.“

    Dem will ich zumindest was mich betrifft widersprechen. In der vermeintlich belanglosen aber persönlichen Fotografie steckt viel mehr drin. Solche Bilder schaue ich mir viel lieber an.

    Bei den obigen hat es mir das Frost-Bild angetan – einerseits kalt und unwirtlich, andererseits klar und wegweisen.

    Liebe Grüße Aebby

    Gefällt 1 Person

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