
In Zeiten wie diesen ist es nicht immer leicht, das Schöne zu sehen. Die Welt wird von Krisen geschüttelt, die seit Jahren in Serie kommen. Ein Staffelende ist nicht abzusehen und ein Happy End jenseits der Vorstellungskraft. Und irgendwie trägt das vermutlich jeder und jede auf die eine oder andere Weise mit sich herum, macht sich Sorgen, spürt mehr oder weniger die Auswirkungen auf das eigene Leben und hofft. Auch ich, natürlich. Aber manchmal denke ich, um das Übel an der Wurzel zu packen, müssten wir uns wohl selbst ausrotten. Die guten Zeiten scheinen Lichtjahre entfernt. Gab es sie, oder nutzt meine Erinnerung einen Weichzeichner? Die Leichtigkeit geht verloren, wenn man zu viel darüber nachdenkt. Nicht-Denken ist auch nicht möglich.

Es ist schwer, dagegen an zu meditieren, aber oft helfen mir Meditation, Achtsamkeit und Dankbarkeit, um die innere Balance nicht zu verlieren. Die heilsamste Achtsamkeitsübung ist immer wieder die, mit der Kamera raus zu gehen. Um zu dieser Zeit in der Natur das Schöne zu finden, muss man schon genau schauen. Der ungewohnt heftige Winter hat seine Spuren hinterlassen und der Frühling weiß noch nicht so recht, ob er sich an den Kalender halten oder lieber noch etwas abwarten will. Vorsichtig lugt er an der einen oder anderen Stelle hervor, scheint sich aber nicht sicher zu sein, ob er den Temperaturen trauen kann. Sicher ist, dass er sich bald in seiner vollen Pracht zeigen wird und alles gut und das Leben sich wieder leichter anfühlen wird.

Alle Bilder: Fuji X100 VI, Rezept: Classic Chrome B&W – anschließend leicht angepasst.
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