Polfilter: ein sinnvolles Zubehör

Rund um unsere Kameras gibt es viel Zubehör über deren Sinn oder  Unsinn man streiten kann. Nicht so beim Polfilter, in Langform Polarisationsfilter. Der kann nämlich etwas ganz besonderes, etwas was wir nachträglich mit keiner Bildbearbeitung wett machen können. Nein, ich meine nicht, dass er den Himmel und die Blätter schön blau bzw. grün macht und die Kontraste verstärkt. Das könnte man auch nachträglich mit Bildbearbeitung erreichen, wenngleich die Benutzung des Polfilters in der Natur durchaus zu Ergebnissen führen kann, die dann eben nicht mehr nachbearbeitet werden müssen. Ein Beispiel:

Ohne Polfilter

Mit Polfilter

 

Der Unterschied ist deutlich sichtbar. Das funktioniert aber nur, wenn die Sonne in etwa im 90° Winkel zum Filter steht. Kommt sie direkt von vorn oder gar von hinten, hat der Filter keine Funktion mehr und schluckt nur Licht, daher sollte man ihn nicht unötig lange auf dem Objektiv lassen. Es sei denn, man wünscht eine längere Belichtungszeit, z. B. um strömendes Wasser weicher wirken zu lassen.

Der Polfilter kann zaubern. Ok, das ist eine recht unnütze Funktion, eine Spielerei, aber doch faszinierend. Er zaubert das Bild meines Computers einfach weg:

Ohne Polfilter…

… ein bisschen gedreht……

… nochmal gedreht und weg ist das Bild!

 

Keine Zauberei: Ein LCD-Bild sendet linear polarisiertes Licht, welches ein Polfilter blocken kann. Man sieht gut auf dieser Grafik der Wikipedia, wo ein Polfilter vor einen LCD-Bildschirm gehalten wird.

Aber was der Polfilter noch kann, seht ihr auf folgenden Bildern. Die Funktion kann man mit einer Bildbearbeitungs-Software meines Wissens nicht erreichen und sie funktioniert auch auch auf Wasser, sprich: Du kannst durch die Wasseroberfläche fotografieren, was mitunter sehr reizvoll ist.

Ohne Polfilter

…. mit Polfilter

Ich finde die Möglichkeit, durch Glas fotografieren zu können, ziemlich cool. Das geht sonst ja nur, wenn man mit dem Objektiv ganz dicht an der Scheibe klebt.  Aber auch hier muss man beachten, dass man in einem bestimmten Winkel zum Fenster bzw. zur Wasseroberfläche steht. Eine Zahl will ich hier nicht nennen, man kann es prima im Sucher sehen, wenn man den Filter dreht. In diesem Beispiel hätte es z. B. nicht funktioniert, wenn ich mich frontal zum Schaufenster positioniert hätte. Ich stand ziemlich seitlich.

Ein Effektfilter, der Sinn macht, aber auch Nachteile hat, die ich nicht verschweigen möchte. Einen habe ich schon genannt: Dieser Filter schluckt deutlich Licht und sollte nur im Bedarfsfall aufgeschraubt werden. Ein weiterer ist, dass er “friemelig” ist. Das Aufschrauben ist schon nicht so einfach, weil man aufpassen muss, dass er sich nicht verkantet und sitzt er erstmal fest, ist es oft schwierig, ihn wieder abzuschrauben, was an den zwei Rändelrädern liegt. Und fest sitzen muss er, sonst ist die Gefahr groß, dass man ihn aus Versehen abdreht, wenn man den Filter verdreht. Ich habe ja immer einen Klarglasfilter drauf und das erweist sich hier als praktisch: Man dreht beide zusammen ab und dann ist es ganz einfach, den Klarglas- und den Polfilter auseinander zu schrauben, warum auch immer ;-).

Wer jetzt tiefer in die Materie einsteigen möchte und  sich für die technischen Details interessiert, dem empfehle ich den Artikel zum Thema auf der Seite traumflieger.de. Besser kann man  nicht erklären, wie dieser Filter funktioniert und als Sahnehäubchen wird der Frage nachgegangen, ob es immer der teuerste Polfilter sein muss. Zusätzlich ist der Wikipedia-Artikel lesenswert.

  1. Ohne Polfilter würde ich erst gar nicht aus dem Haus gehen. Selbst wenn es tatsächlich ziemlich friemelig ist. Aber gerade wenn es um Kontraste, Lichtreflexe, Spiegelungen geht, gehört er einfach dazu. Es ist übrigens durchaus spannend, auch mal zur Dämmerung mit dem Filter zu arbeiten. Allerdings ist es wegen der Lichtreduktion noch schwieriger, das Bild zu gestalten. Aber es lohnt sich.
    LG Michel

    • Hallo Michel, ich habe bisher kaum mit einem Polfilter gearbeitet, aber die Ergebnisse haben mich überzeugt und deinen Tipp werde ich demnächst ausprobieren, danke! Liebe Grüße, Conny

  2. Ich nutze ihn gar net..habe auch keinerlei Erfahrungen damit.Da ich aber neugierig bin,werde ich mal schauen,ob net jemand in meiner Nähe einen hat und mich mal testen lässt :D.
    LG,Laura

  3. Danke für diese Informationen und die schönen Beispiele.
    Besonders die Photos von den Spiegelungen überzeugen mich, dass ich mir so einen Filter kaufen sollte.

  4. Danke für den Impuls :-) Ich denke, ich werde den Polfilter mal wieder öfter aufschrauben. Analog nutzte ich ihn fast ausschließlich. Digital aber eher selten.

  5. pfiffiger Beitrag, Polfilter sind in der Tat oft ein nuetzliches Werkzeug, wobei die Zirkular Polfilter von Nikon gut, aber recht teuer sind, insbesondere wenn man eine Menge Scherben hat geht das ins Geld. Ich benutze auch gern ND Graufilter, besonders um belebte Plaetze mit Langzeitbelichtungen “freizufegen”. Du hast ein paar sehr anschauliche Beispiele gezeigt. Egal wo man nun meist altersbedingt herkommt (analog/digital), gilt wohl immer noch, “mach’s besser mit der Kamera” bevor du schweres Geschuetz in PS auffaehrst…

    • Ich denke, es ist gut, um diese Hilfsmittel zu wissen. Diejenigen, die mit der digitalen Technik gestartet sind, lernen stattdessen, wie man Effekte in PS & Co erreicht, dabei geht handwerkliches Wissen verloren. Ich selbst zähle mich auch dazu und habe Hochachtung vor denjenigen, die die analoge Fotografie beherrschen, denn da ist m. E. viel mehr Wissen um das Handwerk vorhanden und diese Fotografen wissen genau was sie tun. In der digitalen Fotografie erreicht man heute schon mit dem iPhone und entsprechenden Apps coole Bilder, aber meist ohne zu wissen, was da eigentlich passiert ;-) Gut, am Ende zählt das Bild, aber sinnig wäre, man könnte nachvollziehen, was da passiert ist ;-)

      Mit ND-Filtern habe ich auch schon experimentiert und möchte das auch noch intensiver tun.

  6. Habe schon länger einen Polfilter hier rumliegen und nach deinem Artikel bekomme ich wieder Lust damit zu experimentieren :)

  7. Pingback: Mal in sich gehen: Was ist nützlich und was unnütz? « lichtbildwerkerin.com

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