Frust und Lust

Da ist sie. Ohne Vorwarnung hat sie mich erwischt. Erst fand ich keine Worte, keine Beschreibung. Es war mehr ein undefinierbares Gefühl, das mich lähmte. Keine Lust, die Kamera in die Hand zu nehmen. Wenn ich meine Bilder so durchsah, fand ich keines mehr gut genug. Alles doof sozusagen. Aber nun ist mir klar, was passiert ist. Mich hat die Schaffenskrise erwischt. Ich habe das Gefühl, dass alles, was ich bisher in Sachen Fotografie gemacht habe, in die Abteilung „Abgelegt“ gehört und nun etwas Neues passieren muss. Aber was?

Ich würde gern mehr im Studio arbeiten, an konkreten Ideen für Portraits u. ä. Eine gute Aussicht habe ich: Im Frühjahr wird hier das ehemalige Zimmer meiner Tochter für mich zu einem kleinen Studio umgebaut, aber im Moment ist es halt noch nicht soweit. Viele andere Ideen verwerfe ich als zu langweilig, Fotos die ich mache, ebenfalls. Mit dem Blog geht es mir da natürlich ähnlich, denn ich schreibe über Fotografie und wenn, dann soll es auch interessant für andere sein. Wenn ich natürlich selbst nicht interessant finde, was ich mache, werde ich darüber auch nicht bloggen…. Ein Teufelskreis….

Hinzu kommt, dass ich den Austausch brauche. Es frustriert mich, immer allein, quasi im Zwiegespräch mit meinem Kamera-Equipment ;-), zu arbeiten. Ich wäre gern Teil einer Atelier-Gemeinschaft, möglichst mit Künstlern querbeet, aber so etwas ist, zumindest in Hamburg, schwer zu finden. Da bräuchte es wohl bester Beziehungen zur Kunstszene und dann müsste es auch noch bezahlbar sein….. Mein Fotobuddy hat sich zwar noch nicht offiziell verabschiedet, aber ich denke nach 10-monatigem Break und zögerlicher Resonanz auf Vorschläge meinerseits brauche ich mir keine Hoffnungen mehr zu machen. Der Gute hat seine Passion in einem völlig anderen Metier gefunden. Schön für ihn, Pech für mich 😦

Aber deswegen in einem Tränental zu versinken? No way! Das bringt mich schon gar nicht weiter. Also habe ich überlegt, was ich tun kann und die erste Maßnahme ist dieser Post. Darüber zu schreiben, befreit nämlich schon mal, denn darüber öffentlich schreiben, setzt voraus, die Krise anzunehmen :-). Als zweite Maßnahme habe ich mich zu zwei Fotokursen angemeldet. Im ersten Workshop geht es um die professionelle Umsetzung eines Fotoprojekts, von der Konzepterstellung bis zur Veröffentlichung. Der Zweite beschäftigt sich mit dem Einfluss von Hand und Fuß auf´s Portrait, Gesten und Bewegungen können viel erzählen. In beiden Workshops werde ich sicher Impulse und Ideen für meine Arbeit finden und vielleicht lerne ich den einen oder anderen fotografie-besessenen Menschen kennen :-). Der dritte Schritt wird sich dann ergeben. Ich freue mich jetzt erstmal auf die Kurse, Ende des Monats geht´s los 🙂

Als Sofort-Maßnahme steht ein Tripp nach Berlin, zum „Festival of Lights“ an und nächste Woche  ein Besuch der Albert-Watson-Ausstellung im Haus der Photographie 🙂

Keine Angst, diese Krise ist kein Virus und nicht ansteckend :-), sollte sie euch je erwischen, hilft es wirklich enorm, sie einfach zu akzeptieren. Oder hat sie euch sogar schon mal erwischt? Was geht ihr damit um? 

 

 

 

 

31 Antworten zu Frust und Lust

  1. Anna-Lena sagt:

    Oh ja, das kenne ich auch! Ist mir aber zum Glück erst einmal passiert. Mir hat es damals geholfen, einfach die Kamera mal Kamera sein zu lassen und mich anders auszuleben.
    Ich wünsche dir „gute Besserung“!! Das wird schon wieder! 😉

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  2. Puuh, Conny… und ich dachte zuerst, das sei nun das Ende deines Blogs.. Das wäre sehr schade. Ich schätze deine Arbeiten sehr. Und du bist immer wieder Impuls für einen Laien wie mich. –
    Krisen gehören zur Kreativität, wie zum Leben an sich. Darüber zu schreiben ist eine gute Entscheidung. Sich neue und andere Impulse zu holen, ist eine weiser Schritt. Ich bekomme immer wieder neue Impulse aus der Literatur (die ich ja auch besessen betreibe..), meinem Job und auch dem Austausch mit anderen Menschen…. und nicht nur Fotografen.
    Aus vielen Krisen kommt man ja erstarkt heraus. Das wünsche ich Dir!

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  3. Uwe Boll sagt:

    Oh Conny,

    was lese ich da? Du, meine – nein unsere Conny – deren Ideen mich stets an mich zweifeln lassen goes crisis. Holla! Das ist arg. Aber deine Offenheit ist die Chance. Ich habe festgestellt, dass Diäten beispielsweise dann nichts bringen, wenn man den Entschluss nur mit sich selbst teilt.

    Nun ist es raus, willkommen im Krisenmanagement. Deine Workshops sind der Fahrkorb aus dem Seelenschacht. Mir gefallen die Themen – wäre gerne dabei.

    Nur zu!

    Liebe Grüße
    Uwe

    PS: Wenn mir nichts einfällt fotografiere ich meine Familie. Weißt du wie viele Bilderberge sich von Frau und Kind eigentlich hier vor mir türmen?

    PPS: Lies mal den Kommentar von Eklof: http://www.macwelt.de/tipps/Foto-Blogs-Die-besten-Fotoblogs-6779596.html#

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    • Verfasser

      Hi Uwe, genau: Nur zu! Keine Sorge, ich kämpfe mich da durch. Ja schade, dass du nicht an den Workshops teilnehmen kannst, dass wäre sicher eine Begegnung, bei der was Cooles heraus kommen würde 🙂 LG, Conny

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  4. Benjamin sagt:

    Oh, ich kenne das auch.

    Pause machen: Keine Angst.
    Einatmen – Ausatmen – Aufhören zu denken: Keine Angst.
    Dann wieder Fotos machen: Keine Angst.
    Sie werden besser als zuvor.

    Bassig, Benjamin

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  5. einfachtilda sagt:

    Dann gibt es das tatsächlich…und ich wundere mich, warum mir vieles keinen Spaß mehr macht und ich bin nur Hobbyfotografin, die noch lernen möchte.
    Kein Makro und wenn, dann absolut schlecht, mehr Fotos gelöscht wie nie zuvor, immer wieder probiert, aber meine Unzufriedenheit wächst täglich und noch schlimmer wird es, wenn ich durch manche Fotoblogs gehe…frustriert… und jetzt warte ich, bis das alles vorbei ist.
    Liebe Grüße zu dir und Danke für deinen Beitrag.

    Mathilda 🙂

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    • Verfasser

      Hi Mathilda, wenn du mehr Fotos löscht bist du auf einem guten Weg 😉 Ja, ich glaube, diese Krise erleben viele und schau´n wir mal, was die Früchte sein werden 😉 LG, Conny

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  6. Michael sagt:

    hi, voellig normale, geradezu unabdingbare Vorausetzung fuer den naechsten Kreativitaetsschub, mit der meist eine zunaechst unerklaerliche Spannung,heftige Selbskritik und mangelnde Motivation einhergehen. Ein wenig Stille und Ruhe zulassen, ist nicht immer einfach, weil unser Geist dann meist unruhig ist und im Kreis zu laufen scheint, aber mit etwas gutem Willen geht das. Es klingt vielleicht verrueckt, aber ich versuche das „Problem“ zu erkennen und zu benennen und dann haeufiger laut auszusprechen, es verliert so schnell an Bedeutung, macht sich so oft gar laecherlich und Neues entsteht wie von selbst. Anyhow, solche Phasen sind wie milestones und die sind bekanntlich recht nuetzlich.

    LG Michael

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  7. „Es frustriert mich, immer allein, quasi im Zwiegespräch mit meinem Kamera-Equipment“

    Das geht mir zu Zeit ähnlich, mit den gleichen Symptomen (sogar im Urlaub). Schade dass man so weit auseinander wohnt. Das Workshop Angebot im www habe ich mir auch angeschaut und zum abkühlen schon mal eine DVD von Martin Krolop gekauft. Immerhin weisst Du in welche Richtung es gehen soll, ich bin da noch hin und her gerissen.

    Mit Deinem Blogbeitrag und den eingeleiteten Maßnahmen klopfst Du gerade an die Pforte zum Fotografenhimmel. Ich wünsche Dir einen kreativen Höhenflug und inspirierende Menschen die Dich begleiten.

    LG, Gilles

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  8. Es beruhigt mich immer wieder, dass wir alle durch diese Krisen durch müssen. Ich selbst kenne sie, Amateure sind davon betroffen, Profis bis hin zu Künstlern, deren Werke in Museen hängen. Bei mir half bisher immer eine Ruhephase bzw. das Loslassen des Gefühls viele Bilder machen zu müssen, wenn pro Jahr nur 5 oder 6 Bilder fertig werden mit denen ich zufrieden bin reicht mir das inzwischen.

    Ich denke das krtische Hinterfragen des eigenen Schaffens ist ein wichtiger Bestandteil der Weiterentwicklung. Deshalb freue ich mich auf das was hier weiter zu Sehen und zu Lesen sein wird.

    LG Aebby

    P.S. sorry für die neue Mailadresse, wordpress erzwingt jetzt einen Login, da musste ich eine für das Kommentieren anlegen.

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    • Verfasser

      Hi Aebby, sicher hast du damit Recht, wenn wir unsere Arbeit nicht hinterfragen und stets zufrieden mit dem sind, was wir tun, ist eine Weiterentwicklung fast ausgeschlossen, dennoch muss man sicher auch aufpassen, dass die eigenen Ansprüche auf einem realistischen Niveau bleiben. Das Loslassen lerne ich gerade 🙂

      Ja, die Login-Geschichte bei wordpress.com nervt gewaltig und stellt für viele sogar eine Hürde dar, die sie nicht bereit sind, zu überwinden. Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast! LG, Conny

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  9. Hallo Conny,
    mir ging es die letzten Wochen ähnlich, aber eigentlich nur weil ich schlichweg platt von der Arbeit war.
    Demnächst werde ich aber mit einer Kollegin/Freundin ihr Hobby das Geocaching mit meinem Hobby dem fotografieren verbinden 😉
    Das gibt sicherlich neue Impulse für beide und wir können Orte aufsuchen, wo man sich alleine nicht unbedingt hintraut 🙂
    Viele Grüße und alles Gute zur Krisenbewältigung wünscht dir Angela 🙂

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  10. JOLOMY sagt:

    … Lassen Sie mich dieses letzte Beispiel zum Ausgangspunkt für weitere Klarstellung des Unterschiedes zwischen Absicht und Sinn und deren Bedeutung nehmen, wie ich es sehe: Anfänger beginnen ihre fotografische Laufbahn meist mit Schnappschüssen ihrer Kinder, Frauen, Freundinnen, Wohnungen, Tiere usw. Wenn auch solche Bilder in der Regel weder »künstlerischen Wert« aufweisen, noch für Außenstehende interessant sind: vom Hersteller aus gesehen besitzen sie beides, Absicht und Sinn, weil sie der bleibenden Erinnerung an Familie und Freunde, fröhliche Stunden und wichtige Ereignisse dienen.

    Aber früher oder später kommt der ehemalige Anfänger in seiner Entwicklung als Fotograf an einem Wendepunkt an, von dem an er sich selbst als Amateur bezeichnen kann, also als einen Menschen, in dessen Leben die Fotografie eine bezeichnende Rolle spielt, ein nicht-berufsmäßiger Fotograf, der die Technik seines Handwerks so weit gemeistert hat, daß er fähig ist, foto-technisch einwandfreie Bilder zu liefern. Leider ist das auch oft der Augenblick, in dem sich seine Auffassung von Absicht und Sinn der Fotografie grundsätzlich ändert. Er ist nicht länger damit zufrieden, Bilder von seiner Familie zu machen oder Bildberichte von seinen Ferien; nun fühlt er sich berufen, Fotos einer höheren Ordnung herzustellen, Bilder, die Klasse haben. Stolz auf seine technische Vervollkommnung und im Einklang mit seinem neuen Standpunkt, muß er »schöpferisch« werden – und wenn auch nicht nach dem Wahlspruch »l’art pour l’art«, so doch nach dem Motto »Fotos um der Fotografie willen« arbeiten. Und so geht er hin und beginnt solche langweiligen Bilder zu machen, wie man sie Jahr für Jahr in den Fotojahrbüchern und auf den Ausstellungen der Fotovereine sieht: Rollen von Tauen, die auf einem Kai liegen; eingeölte Akte in gekünstelten Verdrehungen, weil das Gesicht oder ein anderer Teil des Körpers, der nicht im Bild gezeigt werden darf, verborgen werden soll; alte Männer mit Bart; alte Frauen, Kruzifixe in knorrigen Händen halten; Stilleben mit einem offenen Buch oder einer Bibel, vorzugsweise mit einer daneben stehenden brennenden Kerze; in grobe Leinwand gekleidete Mönche; sommersprossige Jungen, die Apfel essen; und Stilleben mit Aluminiumschalen und Vasen – alles Bilder ohne jedes Interesse, sinnlos hergestellte fotografische Massenware.

    Es ist mir unverständlich, daß immer noch so viele Amateure ihre Energie und Zeit an dieselben abgedroschenen Motive verschwenden, die von Millionen anderer Amateure fotografiert worden sind. Ich muß dabei immer wieder auf meine These zurückkommen, daß persönliches Engagement die wichtigste Voraussetzung für gute Bilder ist. Hand aufs Herz – sind Sie wirklich an den Motiven interessiert, die auf den obenerwähnten fotografischen Abklatsch hinauslaufen? Finden Sie wirklich gedrehte Aluminiumplatten oder Taurollen unwiderstehlich? Oder ziehen Sie gestelltes Leben dem echten Leben vor? Amateure, die Fotografie lieben, aber sich noch nicht dafür entscheiden konnten, was sie fotografieren sollten, sei geraten, sich erst einmal darüber klar zu werden, wo eigentlich ihre Interessen liegen. Fragen Sie sich selbst: Was möchte ich am liebsten tun? Reisen? Jagen? Fischen? Skifahren? Segeln?

    Oder interessieren Sie sich vielleicht für alte oder neue Autos? Gärten und Blumen? Briefmarken sammeln? Tiere in freier Wildbahn? Oder vielleicht für Menschen, ihre Tätigkeiten, die Art, wie sie leben, arbeiten, beten, sich vergnügen? Ich meine dabei natürlich echtes Interesse mit Verstehen und Sympathie und nicht, »weil Menschen so gute Fotomotive sind« und »Charakterstudien« immer von Fotoausstellungen angenommen werden. Und wenn Sie wirklich an Menschen interessiert sind, dann gehen Sie hinaus und fotografieren Sie die Menschen, nicht aber, um in einer sadistischen Art das Komische in ihnen abzubilden, sondern mit der Absicht, zu zeigen, wie Menschen wirklich leben. Und je mehr Sie in ihre Aufnahmen an ihren Gefühlen, Ihren Gesichtspunkten, Ihrem Selbst investieren, je bewußter Sie an Ihr Motiv herangehen und je ausdrucksvoller Sie Ihre Bilder gestalten, um so besser werden Ihre Fotos sein. … [Andreas Feininger, 1969]

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    • Michael sagt:

      ein interessanter Beitrag mit den Zitaten eines grossen „sehenden“ Fotografens. Die Unterscheidung, Anfaenger, Amateur und Profi, sind fuer mich lediglich Hinweise auf den Grad handwerklichen Koennens und nicht zwangslaeufig auf das Ergebnis Bild, welches ohnehin sehr unterschiedlich interpretriert wird.

      Gute Bilder kommen meist von Innen, haben nichts mit Schaerfe oder gar Motiven die gerade en vogue sind zu tun, nur so koennen sie auch den Fotografen befriedigen, denn sie sind es, die ihn frei machen von Technik Hype und Trends, denen man nicht hinterherlaufen muss weil sie meist Selbstzweck ihrer Erfinder sind.

      Mehr Pixel, besser Technik und deren Beherrschung, mehr Fotoseminare und das Lesen von Buechern, koennen nur in sehr beschraenktem Umfange weiterhelfen. Wer das nicht glaubt der sollte mal einem Sechsjaehrigen einen Tag lang eine Kamera ueberlassen und sich anschliessend das Ergebnis ansehen..

      Kuenstler denken eigentlich nie ueber Kunst nach, sondern machen im Falle von Fotografen schlicht Bilder, die ihrer ureigensten, intimen Wahrnehmung und vielleicht ihrer damit verbundenen Botschaft entsprechen. Selbstverstaendlich verstosse auch ich haeufiger gegen meine eigenen Erkenntnisse..anyhow, keep pushing the release button.

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      • JOLOMY sagt:

        Der Auszug stammt von Andreas Feiningers Artikel „Wodurch wird eine Fotografie gut?“; die „URL“ habe ich verloren. Im Kapitel „Gefühlsmäßige Wirkungen“ heißt es u.a.:

        … Um Bilder zu schaffen, die sich an das Gefühl des Betrachters wenden, ist es natürlich notwendig, daß der Fotograf selbst diese Bewegung spürt, die er in anderen erwecken möchte.

        Aus diesem Grunde sehe ich echtes Interesse am Aufnahmeobjekt als erste Vorbedingung für gute Fotos an. Wenn ein Fotograf unfähig ist, gefühlsmäßig auf sein Motiv zu reagieren, kann er natürlich keine Bilder schaffen, die gefühlsmäßig wirken, genauso wie Fotos, denen solche Eigenschaften fehlen, keine Gefühle bei denen erregen können, die sie anschauen. …

        und so endet A.F. anno 1969 im Kapitel „Schlußfolgerungen“:

        … Wo liegt denn dann der Unterschied?

        Es handelt sich hier um den Unterschied zwischen Ihnen und diesen berühmten Fotografen, zwischen Ihrer Persönlichkeit und der dieser Fotografen, Ihrer Geschicklichkeit und Schöpferkraft und der, der anderen, der allein für den Unterschied zwischen Ihren Bildern und deren Bildern verantwortlich ist. Um ein Gleichnis aus der Musik zu erwähnen: Anfänger benutzen nur einen Finger, um ein Lied zu spielen, Virtuosen (oder geübte Amateure) nehmen alle zehn dazu. Das Lied und das Klavier können dieselben sein – wie Motiv und Kamera dieselben sein können -, aber die Wirkungen sind sehr verschieden.

        »Das ist es ja gerade«, mögen Sie sagen. »Das sind Fachleute. Wie kann ich denn mit ihnen konkurrieren?«

        Meine Antwort:

        Bedenken Sie, daß jene nicht als Fachleute geboren wurden. Auch sie haben einmal als »Amateure« oder grüne Anfänger begonnen, und beim Vergleich ihrer eigenen Versuche mit den vollendeten Werken der »Meister« waren auch sie oft nahe daran, aufzugeben. Aber statt dessen hielten sie durch! Sie machten Fehler, aber sie lernten daraus, wie man es nicht machen soll. Sie blieben beharrlich. Sie verbesserten ihre technischen Fähigkeiten, ihr Farbempfinden, ihr Gefühl für Farbharmnonie, ihren Geschmack und ihre Geschicklichkeit. Nach und nach wurden sie die Spitzenfotografen von heute.

        Und SIE können dasselbe erreichen!

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        • Verfasser

          Danke für die Textauszüge, die sehr interessant sind, aber auch die Gefahr in sich birgen, seine Ansprüche in unermessliche Höhen zu treiben. Ich muss den Feininger doch mal ganz lesen, steht schon seit ewigen Zeiten auf meiner Wunschliste. Aber vielleicht ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt 😉

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      • Verfasser

        Leider komme ich erst heute dazu, diese längeren Kommentare zu lesen, aber in deinen Zeilen fühle ich mich verstanden, wenngleich es da natürlich nicht um mich ging, das ist mir klar. „Gute Bilder kommen von innen“ Sie passieren (manchmal), wenn man fühlen kann. Sei es eine Situation, das Licht, eine Aussage, eine Komposition. Und manchmal passiert es, dass man die Bilder nicht mehr vor sich, sondern in sich findet und dann ist es sicher nicht nur für mich ein Problem, nicht so recht zu wissen, wie man seine inneren Bilder in Fotos umsetzen könnte.

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  11. Oh man! Anflüge einer solchen Krise kenne ich auch, aber so stark hat es mich noch nicht erwischt.
    Aber super dass du den Kampf dagegen aufnimmst! 🙂

    Die Workshops klingen sehr interessant. Besonder der mit der erfolgreichen Umsetzung von Projekten. Da hapert es bei mir gewaltig. Ich hatte mich zu zwei projekten angemeldet und ein eigenes ins Leben gerufen – und jetzt, ich hab NULL BOCK drauf. Es interessiert mich derzeit einfach gar nicht. Ich bekomme nur ein schlechtes Gewissen weil ich die Fotos nicht einreiche und mein Projekt nicht wirklich vertrete. Aber ich hab so viele andere Sachen im Sinn. Es ist so viel los.
    Naja, mal sehen wie es mit den Projekten 2012 ausläuft.

    So, Kopf hoch. Noch höher! Super. Es geht weiter.
    Ich freue mich auf neue Bilder – in welcher Form auch immer.
    Und wenn du mal in Köln bist, mach ich dir den Buddy 😉

    LG Christina

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  12. Natürlich kenne auch ich diese Situationen. Den Kopf leer. Keine Bilder, die entstehen. Keine Ideen. Alles schon mal gemacht, gesehen. Langweilig. Grausam. Und auch ich glaube, dass es sich durchaus um eine Weiternentwicklung handeln kann (ist ja eine sehr postitive Deutung einer Krise). Allerdings hoffe ich eigentlich mich mit jedem Foto weiter zu entwickeln und nicht nur, wenn nichts mehr gehen will.

    Im Moment bin ich selbst wohl kurz vor oder mittendrinn oder fast schon wieder durch. Hört sich merkwürdig an. Aber irgendwie fehlt die Motivation. Zumindest bis ich draußen bin. Dann ist alles gut. Macht auch viel Spaß. Nur der Schweinehund im Innern will gerade nicht.
    Nicht gut.
    Aber auch nicht zu ändern.

    Ich versuche übrigens nicht über loslassen sondern über das genaue Gegenteil damit umzugehen. Also raus und ausprobieren. Funktioniert leider nicht immer. Aber einige meiner liebsten Bilder sind dadurch entstanden.

    Und was das gemeinsame Fotografieren angeht. Wenn Du mal Lust hast, am Wochenende früh aufzustehen, sag Bescheid.

    LG Michel

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  13. Stefan sagt:

    Liebe Conny,

    ich glaube Du hast schon die richten Maßnahmen getroffen um schon wieder bald uns hier Deine sprudelnde Kreativität zu zeigen.

    Für mich ist es wichtig sich mit Personen zu umgeben die eine positive Ausstrahlung haben, einen inspirieren und ein positives aber auch konstruktives Feedback zur eigenen Arbeit geben. Niemand ist so kritisch wie man selbst. Ab und zu ist es wichtig einmal Abstand zu bekommen und die Arbeit neu und von einem anderen Standpunkt zu betrachten.

    Dann ist Entspannung für die Seele für mich auch extrem wichtig:

    – Einen guten Film anzuschauen (http://youtu.be/P0xVp3N-M84)
    – Schöne Musik zu hören (evacroissant.de, http://joelhavea.com/?p=1178)

    Und wenn Du Lust hast mal durch die Hafencity zuziehen sag‘ gerne Bescheid. Das Licht ist dort momentan einfach nur einmalig. Ein paar Impressionen kannst Du bei mir auf Google plus sehen: http://plus.trefferbild.de

    Liebe Grüße

    Stefan

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    • Verfasser

      Hi Stefan, vielen Dank für deine Zeilen! 🙂 Der Trailer zu dem Film ist ja einfach grandios! Ein Feuerwerk an Bildern! Joel kannte ich schon, den hat doch seinerzeit euer Hoheit, der Stilpirat gekonnt in Szene gesetzt :-).

      Entspannung ist sicher auch ein Punkt. Sich nicht immer von dem „ich muss, ich müßte“ unter Druck setzen zu lassen, sondern zu akzeptieren, dass ein Jedes seine Zeit hat und Ruhe auszuhalten ;-), was mir nicht immer einfach fällt.

      Dein Angebot für eine gemeinsame Session finde ich sehr nett! Vielleicht wäre das mal was 🙂

      LG,

      Conny

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  14. Luiza sagt:

    …mich hat sie teilweise auch voll im Griff. Ist vielleicht auch ganz gut, dann ändert sich auch mal wieder was. Bin schon ganz froh, dass der Sommer vorbei ist, die Autos schlafen jetzt, jetzt kann man wieder probieren:-)

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