Workshop mit Nina Schnitzenbaumer: „Emotionale Portraits indoor“


shari-14-von-17Mindestens einmal im Jahr besuche ich gern einen Workshop bei Kollegen. In Norddeutschland habe ich also schon so einige mitgemacht. Umso erfreuter war ich zu lesen, dass die liebe Nina Schnitzenbaumer aus Darmstadt einen Workshop in Neumünster anbietet. „Emotionale Portraits indoor“ mit vorhandenem Licht. Nina hat ihren Portrait-Stil gefunden und kann selbst Photoshop auf erfrischende Weise gut erklären. Neumünster – eine knappe Stunde Fahrt, da habe ich nicht lange überlegt und gebucht.

Der Workshop fand in dem  coolen Studio von Sarah statt und begann damit, dass Nina über sich und ihre Art zu fotografieren, ihren Bildlook erzählte. Worauf sie bei der Wahl der Location achtet, wie man ein Model findet und welche „Checkliste“ man beim Shooting im Hinterkopf haben sollte. Wie man ein Model führt, wie man schöne Handhaltungen erreicht, wie die Körperhaltung und wie einen schönen Blick.  Vor allem ging es aber ums Licht und um den Bildaufbau.

Mit der Theorie im Kopf ging es also daran, sie in die Praxis umzusetzen. Ich habe bisher nur in Workshops mit Models gearbeitet und finde es immer wieder gewöhnungsbedürftig, da Models im Laufe der Zeit ihre Posen perfekt beherrschen und man eigentlich nur noch die Kamera draufhalten braucht, um schöne Bilder zu machen. Das ist für viele ein Vorteil, denn „schöne“ Bilder nimmt man sicher mit nach Hause. Ein Nachteil ist aber, dass die Fotografin hier nicht diesen verbindenden, nahen Moment einfangen kann, wie er m. E. nur entstehen kann, wenn man mit dem Menschen vor der Kamera in echten Kontakt tritt. Mag sein, dass andere Fotografen das in Workshop-Situationen können, wo sie umringt sind von anderen Teilnehmern, ich gehöre nicht dazu und das ist auch nicht schlimm. Ninas Workshop hat meinen Horizont erweitert und vor allem Spaß gemacht :-).

Meine größte Erkenntnis hat allerdings weniger mit der Menschenführung als vielmehr mit der Belichtung und Bildbearbeitung zu tun. „Belichte dunkler, noch dunkler“ hörte jede der Teilnehmerinnen nicht nur einmal an diesem Tag. Mut zur dunkleren Belichtung („die Lichter kannst du später hochziehen“), in der Bildbearbeitung Mut zur Farbe, wobei Ninas Ansatz ist, sich möglichst auf 2 Farben im Bild zu reduzieren. Zwei Farben und im besten Fall zwei Komplementärfarben. Z. B. im Hintergrund einen grünen Busch und ein Model mit rotem Haar. Störende Farben werden einfach umgefärbt. So einfach ist das. Und die Wirkung ist groß, tatsächlich!

Ich bin Ninas Weg in Photoshop nur teilweise gefolgt und habe hier doch auf meine, den analogen Look imitierende VSCO-Filter gesetzt. Für die Farbigen N-Agfha Vista 800 Night/Tungsten. Für die Monochromen N-Fuji FP-3000b Negative +.

Eine besondere Erkenntnis war sicher, dass man auch fast im Dunkeln, wie auf den letzten beiden Bildern, fotografieren kann und die Bilder eine besondere Ausstrahlung haben (können).

Model war hier (zum letzten Mal) Make-up Artist Shari, vielen Dank, liebe Shari!

 

25 Antworten zu Workshop mit Nina Schnitzenbaumer: „Emotionale Portraits indoor“

    • Verfasser

      Danke, die Blümchen reiche ich in Gedanken an Shari weiter. Komplementärfarben können grundsätzlich spannend sein und man kann ja auch ein Haus umfärben 😉

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  1. Daniel sagt:

    Wunscherschöne Bilder! ETTR oder ETTL, beides kann tolle Sachen mit dem Motiv machen… Man muss sich einfach von der Theorie lösen und fotografieren…. Ein technisch „richtiges Bild“ ist nicht immer das schönste Bild.

    Viele Grüße

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    • Verfasser

      Vielen Dank und ja, das stimmt natürlich und man muss für jedes Motiv seine Wahl treffen. In diesem Fall konnte man durch die etwas dunklere Belichtung den Bildlook besser verstehen, finde ich jedenfalls :-).
      Nette Grüße zurück!

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  2. Nahaufnahme. sagt:

    Wow, tolle Fotos! Seit ich ein Histogramm lesen kann, „traue“ ich mich fast gar nicht mehr, unterbelichtete Fotos zu machen… das gibt mir noch mal Mut, einfach mein Ding zu machen – Histogramm hin oder her;-)… Toll, ich beneide dich um die Teilnahme an DEM Workshop!

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  3. lomoherz sagt:

    Die sehen wahnsinnig schön aus!!
    Das Titelbild gefällt mir besonders gut ❤
    Ich will mich in den nächsten Monaten auch mal an die Portraitfotografie wagen, Models habe ich schon gefunden, nur leider keinen Workshop. Falls du mal einen weiter (nord)östlich für dich entdecken solltest, würde ich sehr gerne mitkommen 😉
    Viele Grüße
    Conny

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    • Verfasser

      Nächstes Jahr wieder :-). Dann denke ich an dich. Aber wenn du die Models schon hast, kannst du doch direkt loslegen und erstmal selbst ein bisschen probieren. Von Nina gibt auf youtube jede Menge „Stoff“ zum Anschauen 🙂
      LG, Conny

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  4. Stefan sagt:

    Moin Conny,
    Deine Portraits sind richtig schön geworden. Eine Augenweide dank der besonderen Ausstrahlung und Komosition. Dazu eine Klasse Bildbearbeitung und besonders, dass man aus Workshops so manche Inspiration mitnehmen kann. Letztlich sollte man all diese Erfahrungen, Regeln für sich verändern und kreativ anwenden. Das ist dir sehr gut gelungen. Ich bin begeistert.
    Liebe Grüße,
    Stefan

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    • Verfasser

      Moin Stefan, so ist das wohl auch gedacht und daher finde ich es auch ganz wichtig, Workshops bei unterschiedlichen Fotografen zu besuchen. Freut mich, dass dir meine Bilder gefallen :-), danke!
      LG; Conny

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  5. Lichtbild sagt:

    Belichte dunkler, noch dunkler Himmel arsch und zwirn 😄 so hört sich das bei mir an ;P gute workshops zu finden ist auch eine Kunst für sich aber deine Ergebnisse sprechen bände Klasse 😀

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    • Verfasser

      Na ja, das klingt vielleicht komisch, aber in anderen Workshops habe ich das Gegenteil gehört, also Hauptsache die Haut stimmt, der Hintergrund kann ruhig überstrahlen… Der eine so, der andere so :-D. Ich finde die verschiedenen Ansätze interessant und am Ende sucht man sich doch die Tipps, die zum eigenen Bild passen :-). Danke schön!

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      • Lichtbild sagt:

        Naja kommt drauf an was man will 😀 Nicht immer gelingt es, beim Fotografieren die optimale Belichtung für ein Bild zu erreichen. Oftmals sind Fotos entweder vollständig über- oder unterbelichtet beziehungsweise die Tiefenbereiche zu dunkel oder zu hell. Sind Teilbereiche eines Bildes stark „ausgefressen“, also zu hell, kann auch Photoshop keine Details mehr wiederherstellen. In zu dunklen Bereichen lassen sich häufig noch detailreiche Ergebnisse erzielen. Was ich eigentlich sagen will ist das nach meiner Erfahrung die etwas dunkler belichteten Bilder mit der Betonung auf „etwas“ es besser verkraften details rauszuboxen. ;P

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  6. hansekiki sagt:

    Moin Conny,
    wenn es den eigenen Horizont erweitert, hat es sich gelohnt. Man muß ja nicht alle Schritte übernehmen, das wäre letztendlich auch zu plump und ich denke, darum geht es in solchen Workshops auch nicht. Man pickt etwas heraus, was einen dann in seiner Arbeit bereichert und so wie du schreibst, hat es ja auch sehr viel Spass gemacht. Mit dem „echten“ Kontakt ist es wohl bei Models immer schwierig. Ich denke, da braucht man dann auch etwas „Vorlaufzeit“ wo man sich miteinander ein wenig beschäftigt. Da muß die Chemie auch stimmig sein, sonst ist es halt „nur“ professionell.
    LG kiki

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    • Verfasser

      Moin Kiki, das Kennenlernen und der zwischenmenschliche Kontakt ist wichtig und ich habe das lieber unter anderen Bedingungen, aber das weiß ich vorher und daher finde ich es auch nicht schlimm. Aus diesem Workshop nehme ich so einiges mit und daher fand ich ihn gut. Ich habe schon an Worksshops teilgenommen, wo ich auf der Heimfahrt schon wusste, dass das ein verschwendeter Tag war und so war es hier zum Glück überhaupt nicht.
      Ich schaue im Moment ganz anders auf Farben….. 🙂
      LG, Conny

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  7. Gabi sagt:

    Ich bin hin und weg!
    Wunderschöne Bilder…es hört sich gut an…seinen eigenen Stil vertrauen…
    Meinen allergrößten Respekt, ein Traum solche Bilder machen zu können!
    Liebe Grüße, Gabi

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  8. Das ist wahrlich beeindruckend! Wie du dort mit dem Licht und den Farben umgehst, toll.
    Mal so rein technisch bezüglich des Workshops. Das verstehe ich doch richtig, Du hast schon DEINE Zeit mit dem Model für die Interaktion, oder?

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    • Verfasser

      Ja, wir haben im 2er-Team ein Setting entwickelt, welches jede für sich fotografiert hat, aber auch das Setting der anderen Teilnehmer. Dennoch nicht im Rudel, sondern immer allein. Trotzdem mag ich viel lieber mit dem von mir fotografiertem Menschen allein sein, dabei entsteht ein ganz anderer, intensiverer Kontakt, den man dann auch in den Bildern sieht.

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      • Deshalb frage ich. Ich wäre ein bisschen irritiert, wenn es ein Rudelknipsen wäre. Nicht das da keine netten Fotos bei rauskommen, aber mir würde der Bezug, mein Austausch zum Model fehlen… …ganz gleich wie talentiert sie ist und sie vielleicht auch dankbare Posen anbietet.
        Ich habe das im Grunde auch erst einmal mit Andrea vor kurzem in Russland gemacht. Auf beiden Seiten totale Anfänger. Trotzdem war das Ergebnis eine total klasse Interaktion bei dem man sich Geschichten ausdenkt und versucht umzusetzen . Klar, ein Workshop läuft da anders ab. Hört sich aber echt spannend an und das stimmt, da spürt man schon einen großen Austausch in den Bildern.

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