PABUCA – Architecture

Deichstraße und Elbphilharmonie

 

Harmonie zwischen Speicherstadt und Hafencity

 

Kritisches Graffiti

 

Was verbinde ich mit der Architektur Hamburgs? Hamburg befindet sich im Umbruch. Gentrifizierung, Abriss, Leerstand trotz Wohnungsnot prägen das Stadtbild. 70er Jahre Bausünden hier, Luxusvillen dort. In der Mitte von allem die bei allen beliebte Alster mit ihren umliegenden wunderschönen Gebäuden. Ein Platz des Friedens, hier sind sich alle einig: Das ist das Schönste an Hamburg. Anders die Beurteilung über den Neubau der Hafencity, wo irgendwie kein Mensch mehr weiß, was da eigentlich vorher war ;-). Als ich das erste Mal dort war, packte mich das kalte Grausen, mittlerweile habe ich meinen Frieden mit diesem, aus dem Boden gestampften Stadtteil gemacht und beobachte gern, wie er sich entwickelt. Er hat Vor- und Nachteile, ohne Frage. Und komisch ist es schon, wenn man durch die historische Deichstraße Richtung Elbphilharmonie schaut. In der Deichstraße stehen Häuser, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts gebaut wurden, die Elbphilharmonie ist noch nicht fertig gebaut. Es ist aber eindeutig sehr gut gelungen, die historische Hamburger Speicherstadt optisch mit der Hafencity zu verbinden.  Stil-Elemente des Alten wurden für die neuen Gebäude aufgegriffen und sind auch für den „normalen“ Bürger sichtbar. Brücken verbinden das historische und das neue Viertel. Die Hafencity wächst und wächst, nicht zum Gefallen aller, wie man auf dem dritten Bild sieht. Der Protest ist dokumentiert, bevor das weit sichtbare Graffiti wieder abgewaschen wird.

Die Begrenzung auf 3 Fotos macht es für mich schwierig, mein Gefühl für die Architektur Hamburgs zu bebildern. Für mich gehören auch die unsäglichen 70er Jahre Bausünden dazu, die man an allen Ecken Hamburgs sehen muss. An denen kann man nicht vorbei schauen ;-). Vielleicht ist das noch mal einen Extra-Beitrag wert…….

 

Mein Beitrag zum Projekt Pabuca – Architecture

14 Antworten zu PABUCA – Architecture

  1. Franka sagt:

    Ich glaube, auch 30 Fotos würden nicht ausreichen. Wahrscheinlich ist es das, was eine Stadt ausmacht: die vielen Gesichter, die 1000 Facetten. Bausünden der 70er haben wir hier auch und sie tun dem Auge richtig weh und vielleicht auch dem Herz. Auch in der heutigen Zeit ist nicht alles gelungen, aber im Großen und Ganzen scheint es doch wieder viele gute Architekten zu geben. Dein 2. Bild scheint mir dafür ein gutes Beispiel zu sein, weil die Elemente des Alten beim Neuen aufgenommen wurden.
    Im 3. Foto sieht man wieder eine dieser eintönigen gesichtlosen ‚gefensterten‘ Fassaden, von denen wir hier leider auch einige haben (neue!).
    VG aus Köln.

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      Da hast du sicher recht, Franka. Auch 30 Fotos würden nicht reichen. Im Gegensatz zu dir mag ich diese „gefensterten“ Fassaden sehr. Einblicke, Durchblicke, Spiegelungen…… Viele Grüße zurück!

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      • Franka sagt:

        Ich mag nur einige … Hier gibt es zwei neue Gebäude, die in ihrer Einförmigkeit richtig klotzig wirken. Eines davon steht gleich neben einer romanischen Kirche und ist mitbestimmend für die Silhouette am Rheinufer. Spiegelungen mag ich auch sehr; ich habe sogar eine eigene Rubrik.

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  2. hansekiki sagt:

    Jede Stadt entwickelt sich weiter, daher finde ich es sehr spannend, wenn man bei Besichtigungen einfach unterschiedliche Stilrichtungen betrachten kann. Auch Bausünden gehören dazu, das muß man ertragen, die gehören zur Stadtgeschichte dazu. Die Hafencity finde ich eigentlich ganz gut gelungen, da hätte man Schlimmeres bauen können 😉 Gentrifizierung ist da das größere Übel, da ist der Architekturstil oftmals nur zweitrangig. Kein schönes Gefühl, wenn man durch Abriß oder Sanierung gezwungen wird, sein angestammtes Viertel mit allen Kontakten verlassen zu müssen, weil der neue Wohnraum fast unbezahlbar wird. Ich bin mal gespannt, wie es sich im Gängeviertel entwickeln wird.
    LG kiki

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    • Verfasser

      Stimmt, Gentrifizierung ist im Moment ein großes Thema, scheinbar fast in allen großen Städten. Übel, übel. Bezüglich der Hafencity teile ich deine Meinung. Der Marco-Polo-Tower ist dort aber für mich jetzt schon d i e Bausünde dieses Jahrzehnts. Hässlich und verwitterungsanfällig. LG, Conny

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  3. Ich mag Städte mit Bausünden. Letztendlich identifiziere ich mich mehr damit als mit den Plätzen aus Prospekten, da diese ja „für alle“ sind. Natürlich darf das nicht ausufern, vor allem, wenn dadurch soziale Ungleichgewichte entstehen.

    Trotz der Vielfältigkeit Hamburgs hast du eine gute Auswahl getroffen. Mein Favorit ist das zweite Bild, weil sich hier Stilrichtungen fast miteinander verzahnen, vielleicht sinnbildlich.

    Übrigens: Ich möchte jetzt nicht unser eigenes Konzept unterlaufen, aber es steht jedem frei auch mehr als drei Bilder zu posten. Insgesamt soll die Beschränkung nur einen Anreiz bieten, auf das Wesentliche (auch für den Betrachter) zu beschränken.

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    • Verfasser

      Danke für deinen Kommentar. Nee, nee. Ich finde, man sollte sich bei einem Projekt schon an die Regeln halten, es sei denn, sie würden für alle geändert werden. Aber dafür besteht meiner Meinung nach überhaupt kein Anlass. Man muss sich auf ausgewählte Aspekte fokussieren und sicher wird es auch Themen geben, wo ein Bild ausreicht.

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  4. Symbolisch fuer deinen „gefundenen“ Frieden koennte dein zweites Bild stehen. Du hast dort einen sehr gelungenen Uebergang zwischen dem Alten und Neuen gefunden (ich schliesse mich da Franka an, siehe oben). Obwohl auf der linken Seite (das alte Hafenviertel) die runden Formen dominieren, schaffst Du es die vertikalen Linie zu nutzen um einen Uebergang zum Neuen zu schaffen. Die Architektur verschmilzt hier. Super gut gelungen.

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    • Verfasser

      Danke, das freut mich, weil ich ganz gezielt nach genau so einem Motiv gesucht habe. In Farbe würde es noch deutlicher, weil sich die Farben des Alten im Neuen wiederholen. Aber ich wollte es in b/w.

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  5. Hallo Conny,
    beeindruckende Aufnahmen, die den „Konfilkt“ (der eigentlich gar keiner ist) zwischen Tradition und Moderne widerspiegelt. In deinen Bildern zeigt sich, dass beide Pole gut miteinander harmonieren können. Für mich ist es immer dann gelungen, wenn in der Moderne, Elemente der Tradition aufgehoben sind.
    Im dritten Foto artikuliert sich das Unverständnis über ein auf dem Reißbrett entstandenes Viertel, was vor allem Raum für Spekulanten bietet. Ich weiß noch immer nicht, ob die Hafencity ein gelungenes Beispiel für die Erschließung eines städtischen Raumes ist. EInerseits beeindruckend, andererseits erschreckend kühl und leer.
    Lg,
    Werner

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    • Verfasser

      Hallo Werner, so habe ich das Graffiti auch empfunden, ganz klar war das für mich. Nach ein paar Tagen Abstand denke ich, dass es das ist, was du oder ich da hinein interpretieren. Vielleicht waren es ein paar Jugendliche, die sich einfach nur tödlich gelangweilt haben, weil nachts in HH nicht mehr viel los, wenn man nicht gerade auf dem Kiez ist. 😀 LG, Conny

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