
Das Jahr ist schon 21 Tage alt. Ich hoffe, ihr seid gut rüber gekommen? Für mich habe ich Ende letzten Jahres entschieden, mich dem ganzen Feierzwang zu Weihnachten zu entziehen und war in Frieden mit mir selbst ;-). Beim Einkaufen lächelte ich entspannt denen zu, die hektisch durch die Läden liefen, um auf den letzten Drücker ganze Wagenladungen an kulinarischen Köstlichkeiten für das Familienfest des Jahres einzukaufen und hoffte, ihre Erwartungen mögen erfüllt werden. Mein ganzes Leben lang war der Ablauf dieser Tage von anderen und Ritualen bestimmt worden und nun nahm ich mir die Freiheit, selbst zu entscheiden, was ich eigentlich wirklich möchte. Und ich mochte nichts, als nach all dem hektischen Treiben meiner Mitmenschen die nun endlich einkehrende Ruhe zu genießen.
Für den Jahreswechsel hatte ich bereits im Sommer ein sehr kuscheliges Appartement in St. Peter-Ording gebucht, damit die Hündin eine Chance hat, dem Knall-Wahnsinn zu entgehen. Wir hatten eine schöne Woche. Klar, Nordsee im Winter ist je nach Wetterlage eine Herausforderung. Oft war es trübe und nasskalt. Und wenn dann noch eine Steife Brise den Nieselregen waagerecht durch die Luft treibt, mag man nicht lange draussen sein, schon gar nicht am ungeschützten Strand. Aber wir hatten von sieben immerhin zwei richtig schöne Tage. Einer davon war der Sylvestertag. Der Wind machte gnädigerweise eine Pause, die Sonne strahlte uns an und auch abends war es noch milde. Und es war so ruhig. Tagsüber genossen wir den Strand und abends konnten wir ganz gemütlich durch den Ort laufen. Keine Knallerei. Menschen trafen sich in Restaurants oder in den Ferienwohnungen, vielleicht zum Raclette. Die Feierwütigen sammelten sich auf der Promenade oder zum Tanz bei Gosch, aber alles ging sehr geruhsam zu, mal abgesehen von der brüllend lauten Musik an der Promenade. Die Hündin und ich waren noch spätabends unterwegs, auch am Hotspot, ganz entspannt.

Um 24 Uhr, wir waren längst im Appartement, gab es ein organisiertes Feuerwerk (die Hündin verharrte in Schockstarre, zog den Schwanz bis zum Bauchnabel ein und verweigerte jegliches Leckerli) und ´ne halbe Stunde später war der Spuk weitgehenst vorbei. Das will ich bitte jetzt jedes Jahr :-). Gern auch hier in der Stadt, damit ich nicht jedes Jahr flüchten muss.

Von meinen Nachbarn erfuhr ich später, dass es hier in diesem Jahr besonders schlimm war, für Mensch und Tier. Unverständlich nach der regen Diskussion um ein von vielen gewünschtes Böllerverbot :-(. Vielleicht haben viele aus Angst vor diesem all ihr gebunkertes Zeugs verknallt ;-)? Ich finde, die Knallerei ist (wie so vieles) nicht mehr zeitgemäß und hoffe sehr, dass sich die Politik dazu durchringen kann, etwas zu ändern. Geht woanders ja auch, ein zentrales Feuerwerk und gut.

Hinterlasse einen Kommentar