Vom Leben mit Einschränkungen

Hamburg-Bramfeld

Wetten, ihr denkt jetzt bei „Einschränkungen“ an Covid-19? Ich nicht. Seit ich hier oben im hohen Norden lebe, der Region mit der unendlichen Weite und der niedrigsten Inzidenz in Deutschland, vergesse ich Corona manchmal, wenn nicht gerade Handwerker kommen oder ich in den Supermarkt muss.

Mich beschäftigt eine ganz andere Art der Einschränkung. Ich erinnere mich noch genau daran, als ich das erste Mal Internet-Zugang hatte, das ist bestimmt 22 Jahre her. Damals war es unendlich langsam. Einen Musiktitel runterzuladen dauerte so um und bei 15 Minuten. Ich erinnere mich an ein komische Töne erzeugendes Modem ;-). Wenn man ein größeres Update laden wollte, konnte man das getrost über Nacht machen oder erstmal gemütlich spazieren gehen. Kennt ihr vielleicht auch noch. Aber niemals musste ich am Computer über meinen Datenverbrauch nachdenken.

Hier schon.

Mein Haus ist zwar vorbereitet für Glasfaser, aber es noch nicht eingeblasen und wann das geschehen wird, steht scheinbar nicht mal in den Sternen. Ich habe eine Speedbox, die auch gut funktioniert und via LTE auch Streaming erlaubt, aber begrenzt ist auf 100GB pro Monat. Nachbuchen kann ich nicht. (Ja, ich könnte mir noch zusätzliche Karten holen, aber das ist echt alles richtig teuer. In Hamburg hatte ich unbegrenztes superschnelles Glasfaser für 20€ im Monat.) Plötzlich bin ich damit konfrontiert, mir über jedes Foto, das ich verschicke, Gedanken zu machen. Streaming geht nur in der miesesten Auflösung und auch nur wohl dosiert. Und wenn mir Freunde und Bekannte Fotos schicken, ist meine Freude (datenmäßig) begrenzt. Adobe, Apple und all die Apps wollen Updates – ich kriege einen Anfall. Meine ehemals lokale Hamburger Fotogruppe hält wegen Corona zweimal monatlich virtuelle Treffen ab, eigentlich für mich wegen der Entfernung super, aber datenmäßig nicht möglich.

Und da fast niemand in so einer Situation lebt, muss ich das immer und immer wieder erklären. Upps, jedes Wort verbraucht Datenvolumen ;-).

Aber, ich suche nach dem Positiven, du lernst jedes GB wirklich schätzen ;-). Und da ist auch die Aussicht, dass halb so schnelles Netz wie in HH in Zukunft das Dreifache kosten wird, Hauptsache, es kommt endlich, posititv 😉

Jaaaa, ich weiß, ich jammere auf hohem Niveau, es gibt Schlimmeres. Es gibt fast immer Schlimmeres…..

12 Antworten zu Vom Leben mit Einschränkungen

  1. Ulf sagt:

    Liebe Conny,
    dass du mit dem engen Datenvolumen auch noch ein Lebenszeichen (mit Bild) sendest, ist trotzdem erfreulich … 😉 Ja, glaube ich dir, dass das doch etwas nervt. Ich kenne das vor allem aus dem Urlaub – Ferienwohnung ohne WLAN (stand natürlich anders in der Ausschreibung), ein schwaches Mobilfunksignal mit Edge auch nur vor der Tür … Aber das ist im Urlaub eher als im Alltag zu verschmerzen.
    Halte gut durch – du beneidest mich um mein DSL 50.000, ich dich um die Küste in der Nähe.
    Liebe Grüße, Ulf

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    • Verfasser

      Lieber Ulf,
      „etwas“, nein, es nervt total und beschränkt mich täglich und ja, ich beneide dich!!!!! Um an die Küste fahren zu können, wäre halt schön, wenn da auch irgendeine Lokalität geöffnet hätte. So kann Frau ja nicht mal auf´s Klo gehen ;-). Schwierig, das alles. Ich hoffe, dir und deiner Familie geht es gut. Bleibt gesund!
      Liebe Grüße, Conny

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  2. Stefan Senf sagt:

    Liebe Conny, Du musst einfach schreiben. Text kostet fast keine Daten. Nur Bilder und Töne tun weh.

    In romantischer Verklärung träumt man ja gerne davon, in die analoge Welt zurück zu kehren. Bewegtes Bild nur linear. Die Konzentration nicht durch ein Smartphone untergraben. Kultur kommt zwischen Buchdeckeln oder will aufgesucht sein. Und ja, ich träume auch während ich das schreibe.

    Und gleichzeitig bricht hier malte Panik aus, wenn mal wieder das Glasfaser eine Pause macht und hier 3-4 Videokonferenzen gleichzeitig ausfallen (Schule, Beruf), wenn dann auch das Telefon schweigt (gleicher Provider) und selbst der Griff zum Smartphone keine rechte Erleichterung bringt (weil da die Datenmenge endlich ist).

    Irgendwann wird’s klappen. Und vielleicht ist es Dir dann schon ein bisschen egal. Aber mach Dir keine Hoffnung: Die Entwöhnung wird nicht lange halten…

    😉

    Ich wünsche Dir Geduld Gesundheit und immer ein gutes Buch!

    Stefan

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    • Verfasser

      Lieber Stefan,

      da hast du mich jetzt aber gerade runtergeholt, denn solch instabiles Netz bin ich nicht gewohnt, 3 1/2 Jahre Willy.tel und nie Probleme. Ich bin einfach verwöhnt :D.

      Liebe Grüße und bleibe gesund und weiterhin so kreativ,

      Conny

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      • Stefan sagt:

        Unser Provider ist eine kleine Firma aus Hamburg (sic!), deren momentan einziger Kunde in Deutschland mein ‚Häuschen‘ hier in Stuttgart ist. Das sorgt guten Service aber es zeigt ab und zu auch Grenzen auf…

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  3. emhaeu sagt:

    Verstehe ich nicht so recht. Glasfaser haben wir hier auch nicht, aber über die gute alte Telefonleitung und dann WLAN kommt doch bei 16.000 b/sek (oder so) doch immerhin so viel, dass unbegrenzt und problemlos streamen kann. Wieso LTE?

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  4. Paleica sagt:

    klar gibt es fast immer schlimmeres, dennoch bestimmt das internet und die virtuelle kommunikation einen großen teil unserer sozialen interaktionen, von dem her ist das durchaus verständlich, dass sich das als einschränkung anfühlt… schon arg, wie selbstverständlich an einem ort, soviel luxus ist es an einem anderen, obwohl im selben land.

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    • Verfasser

      Moin Helmut, heute sollte mein Glasfaser eingeblasen werden, hat leider nicht geklappt, jetzt muss meine Auffahrt nochmal ausgebuddelt werden, weil wohl was falsch angeschlossen ist, aber bald ist es endlich (hoffentlich) soweit 🍀😊👍. Aber vom Beginn der Arbeiten bis jetzt sind schon 3 Jahre vergangen. Das ist Deutschland……

      Liebe Grüße aus dem Storchendorf

      Conny

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