52/7 – 9

WHITE TULIPS
57 WHITE TULIPS
58 BEAUTIFUL MORNING
58 BEAUTIFUL MORNING
59 FLAT TULIP
59 FLAT TULIP
60 DON´T KICK ME!
60 DON´T KICK ME! Die Motorrad-Saison hat begonnen 😀
61 FAIRY DUST
61 FAIRY DUST
62 JUST A SECOND
62 JUST A SECOND
63 MURDERED
63 MURDERED

 

Die 9. Woche verging wie im Flug. Tag 58 begann wunderschön. Nebel lag über den Wiesen und Feldern und ich war sehr früh unterwegs und habe mich an dem Licht gefreut, bin mal wieder regelrecht versunken in den Augenblicken.

An Tag 62 habe ich mich sehr lange mit der Umsetzung eines Gefühls beschäftigt. In der Sekunde, in der ich auf eines meiner Bilder schaue, werden Millionen andere ins Netz geladen. Über verschiedene Interpretationen kam ich dann zu der Bild-Idee, eine Mehrfachbelichtung aus 7 Fotos zu machen, jedes zeigt Bilder in der Google-Bildersuche. Aus einem Video über analoge Fotografie nahm ich ein Bild, also einen Teil einer Sekunde, der genau 2 belichtete Negative zeigt. Das Finish entstand in Photoshop, wo ich dieses Bild halbtransparent über die Mehrfachbelichtung legte, wodurch auf dem belichteten Teil des Films, die Masse der Google-Bilder wieder durchscheint. Andere Interpretationen zeigten aber auch mich inmitten dieser Bilderflut oder eines meiner Bilder darüber. Ein Thema für mich, nicht erst nachdem ich an Tag 61 auf die wahnsinnige Idee kam, ein paar Fotos auf dem Venezianischem Maskenfest zu machen, wie gefühlt alle Hamburger, die über eine Kamera, vorzugsweise mit riesigen Linsen, verfügen. Ob die aufwändig verkleideten und ein Spiel darbietenden Künstler sich wohl in die Zeiten zurückgesehnt haben, als das Publikum noch zu sah und applaudierte und nicht nur Fotos schoss wie bekloppt? Eine Flut dieser Fotos überschwemmte nicht nur die Hamburger Internet-Region und alle sahen irgendwie gleich aus. 😉

Am nächsten Tag war ich auf einem Friedhof, um an meiner Serie weiter zu arbeiten. Auf einem Sektor mit den Gräbern von italienischen Kriegsgefangenen fiel mir auf, dass die Gräber wie mit einer Schnur gezogen und weit gespreizt angeordnet sind . Es sind so viele und man müsste sie viel kompakter angeordnet sehen, um die Masse zu erfassen. So war mein Gefühl. Der Versuch, dies in einer Mehrfachbelichtung festzuhalten, ist auf dem letzten Bild zu sehen.

Ich stelle fest, dass mich die Veröffentlichung der Bilder beeinflusst, was ich so nicht vermutet hätte. Rein theoretisch hätte ich mich vielleicht durchaus die ganze Woche mit den Tulpen beschäftigen können. Wie gesagt, rein theoretisch ;-). Aber so würde ich das hier nicht zeigen. Warum eigentlich nicht? Joakim Eskildsen hat sich schliesslich auch wochenlang auf ein Motiv konzentriert und z. B. eine Zeit lang nur Bäume fotografiert. Auseinandersetzung, dass ist doch das, was ich will. Und im Grunde sollte mir doch egal sein, wie das „draußen“ so ankommt. Daran arbeite ich noch ;-), nee wirklich, im Ernst! 🙂

21 Antworten zu 52/7 – 9

  1. Billerbookblog sagt:

    Hi Conny, am Wochenende habe ich mich etwas geärgert, dass ich zum Venezianischem Maskenball nicht in der Stadt war … und jetzt sehe ich auch noch dein schönes Bild ’61 FAIRY DUST‘ … naja nächstes Jahr 🙂

    Mir gefällt es, dass Du jeden Tag ‚etwas Neues zu bieten hast‘, aber ich würde es genauso spannend finden, wenn Du dich eine ganze Woche (oder länger) EINEM Thema widmest. Es ist interessant zu sehen, wie vielseitig eine Betrachtung sein kann und welche Entwicklung sie vollzieht.

    LG, Anja

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  2. Hallo Conny,
    unheimlich gut: Murdererd. Tolle düstere Stimmung, dem „Grund“ angemessen. Auch der Versuch, die Masse durch Mehrfachbelichtung gerecht zu werden, ist wirklich gelungen. Toll.
    Aber wie jede Woche ist es in allem die Mischung der Kompositionen. Wunderbar und inspirierend.
    Lg,
    Werner

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  3. Achim sagt:

    Hallo Conny,

    ich finde auch das Bild 2 ganz gut. Ich interpretiere da die Ruhe und Entspannung rein. Beim letzten Bild kommt was Gruseliges rüber, als würde ich da auf dem Friedhof stehen. Die mehrfach Belichtung, finde ich gut gelungen, sie bringt das düstere richtig rüber.

    Lg,
    Achim

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  4. Ray Catcher sagt:

    Paar experimentelle Fotos, aber -was ich gut finde- nicht zum Selbstzweck, sondern mit Hintergrund. Die Bilderflut von außen, aber auch die Gefahr selbst in einen digitalen Rausch zu verfallen, ist schon immens. Und auch für uns Fotografen sicher eine Herausforderung nicht beliebig zu werden und auf den einmaligen Zufall unter 1000 Fotos zu hoffen.

    Deshalb gefällt mir ganz besonders das letzte Foto, worin viel Konzept für die Botschaft drinsteckt, aber auch viel Arbeit, das zu verdichten. Es ist dir gelungen neben der abstrakten Schichtung von so vielen Schicksalen noch die mytisch traurige Stimmung durch Ton und Härte hervorzuheben.

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    • Verfasser

      Experimente, auch ohne tieferen Sinn, als den, eine Stimmung zu vermitteln, finde ich stets sehr interessant. Die Bilderwelt bietet so unendlich viele Möglichkeiten, dass ich keine Einengung mag. Wenn man eine konzeptionelle Idee so umsetzen kann, dass Betrachter zumindest eine Ahnung des Verstehens haben, gefällt mir das auch sehr. Danke!

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