Workshop-Review „Available Light – Portraits“ bei Markus Brügge

Ricarda 9

 

Gestern habe ich einen Workshop des Fotografen Markus Brügge besucht, der diese in Hamburg und Lüneburg anbietet. Auf seine Workshops wurde ich durch einen Artikel bei Stefan Groenveld aufmerksam. Das Thema hat mich sofort angesprochen: „Available Light – Portraits mit einfachen Mitteln“. Genau das Richtige, um den Umgang mit natürlichem Licht zu vertiefen. Böse Zungen behaupten ja, dass Available Light gern von Fotografen genutzt wird, die nicht blitzen können ;-). Blöd bloß, wenn der Blitz ausfällt und man auf dem Schlauch steht. Außerdem finde ich es sowieso sinnvoll mehr über das Licht zu lernen, welches wir immer vorfinden und nutzen können. Dieser Workshop kann also nur hilfreich sein, dachte ich mir.

Nach der netten Begrüßung in den Seminarräumen in Hamburg gab es erstmal ein kleines Frühstück in lockerer Atmosphäre. Eine gute Idee, denn meist kennt man sich untereinander nicht und kann sich erstmal beschnuppern. Nach einer kurzen Präsentation einiger Bildbeispiele wurde indoor mit Fensterlicht und weißen Aufhellern gearbeitet, auch solchen, die jeder leicht und kostengünstig selber bauen kann. Markus gab uns Tipps, half je nach Kenntnisstand der Teilnehmer mit den Kamera-Einstellungen und stand jedem  mit Rat und Tat zur Seite. Obwohl ich schon mit Fensterlicht gearbeitet habe, habe ich wertvolle Tipps und Ideen mitnehmen können. Gerade auch was den Umgang mit dem Menschen vor der Kamera und seine Körperhaltung angeht, aber auch zur Bildgestaltung, Weißabgleich und vieles mehr.

Danach folgte ein kleiner Ausflug in die RAW-Entwicklung mit Lightroom und Markus zeigte uns anhand einiger Beispiele sein Vorgehen in der Bildbearbeitung.

Martin at workAnschließend ging es nach draussen, wo wir unter verschiedenen Bedingungen das Licht analysierten, Vorgehensweisen und Bild-Ideen erarbeiteten und jeder mit Model Ricarda seine Fotos machen konnte. Auch hier kam jeweils nur ein Reflektor zum Einsatz. Leider hatten wir optimales Portrait-Wetter, spricht einen bedeckten Himmel, der wie eine große Softbox wirkt. Ich hätte nicht nur wegen der Temperaturen gern ab und zu knallende Sonne gehabt, damit wir auch den Umgang damit hätten lernen können, aber das Wunsch-Wetter kann man leider nicht buchen ;-).

Der Workshop fand in netter Atmosphäre statt und Markus Brügge führte aufmerksam und fachlich versiert durch diesen Tag. Das Konzept ist praxis-orientiert, was ich sehr gut finde, denn dabei lernt man am meisten. Auch der unterschiedliche Kenntnisstand der Teilnehmer war überhaupt kein Problem, so dass ich diesen Workshop auch denjenigen empfehlen kann, die noch nicht so lange fotografieren. Wer sich diesbezüglich unsicher ist, kann Markus anschreiben. Ich werde auf jeden Fall noch einen Workshop bei ihm buchen: „Portraits bei Nacht & Dämmerung“. Da freue ich mich jetzt schon drauf :-).

Workshop-Fotos sind ja immer Fotos von Übungen, die unter relativ unruhigen Bedingungen stattfinden, aber mir gefallen einige der Bilder ausgesprochen gut, was nicht zuletzt an dem Model Ricarda Geist liegt, die nicht nur wunderhübsch, professionell und geduldig ist, sondern auch super-sympathisch. Danke, Ricarda, dass ich die Bilder hier zeigen darf. Entstanden sind die Fotos übrigens mit der D700 und dem 85er 1.4. Entwickelt in Lightroom und s/w in Silver Efex Pro 2. Auf das große Bild bin ein bisschen stolz. 🙂

 

 

16 Antworten zu Workshop-Review „Available Light – Portraits“ bei Markus Brügge

  1. Paul Simmen sagt:

    Hej Connie
    Das ist grossartig, dass du dich dem schönsten Licht der Welt und demjenigen Licht, das du zuerst gesehen wirklich erlebt hast intensiv zu widmen beginnst. Ich freue mich auf deine Experimente und auf die vielen wirklich tollen (wie das Grosse) Bilder, welche ich von dir zu sehen bekomme.
    Ganz herzliche Grüsse, Paul

    P.S. Deine Ausrüstung wird auch viel leichter zu tragen sein, wenn die Blitzköpfe daheim bleiben dürfen. Mit weniger Technik hast du zudem Kopf und Herz frei für das Bild, welches du im nächsten Moment aufnehmen wirst!

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      Hej Paul, was für ein schöner Kommentar. Nach einem Workshop kribbelt es und man will die Ideen, die sich fast zwangsläufig ergeben, ausprobieren. Danke für deinen Kommentar :-). LG, Conny

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  2. Hi, das „schönste Licht der Welt“ ist m.E. nicht available light – sondern: gutes oder gut nutzbares available light! Was ich damit sagen will: bei dem Thema schwingt bei Fotografen leicht eine gewisse Ideologie mit, vor allem dann, wenn man sich allzu eindeutig auf „sein Licht“ festlegt. Das schönste Licht ist für mich das schönste Licht, das in einer bestimmten Situation die beste Lösung darstellt. Das kann available ligth sein, das kann available light + Aufheller oder + Blitz oder + Dauerlicht oder eine beliebige Kombination sein. Es gibt Fotografen – auch große Namen – die singen das Hohelied des available light auch in miesen Fabrikhallen – und das ist nicht mehr nachvollziehbar. Dann muss Photoshop alles rausreißen, aber eigentlich muss sich der Fotograf die Frage gefallen lassen, warum er so faul war.
    Aber dennoch: wenn alles stimmt, dann stellt die Natur einem manchmal eine Lichtsituation zur Verfügung, die einfach unübertreffbar ist: keine Softbox könnte größer, kein Licht weicher, kein Streiflicht differenzierter sein…. Dafür muss man allerdings viel Glück und/oder Geduld haben oder aufbringen.

    Viele Grüße
    Christian
    http://www.christianahrens.de

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    • Verfasser

      Hi Christian, so sagte es auch Markus Brügge, gutes Licht ist gerichtetes Licht. Als Fotograf muss man abschätzen können, wie und aus welcher Quelle man es braucht, da hast du völlig Recht. Nur auf Available Light zu setzen, fände ich ziemlich … na ja, jeder muss wissen was er tut ;-). Ich finde aber, dass viele Anfänger den Fehler machen, den auch ich damals gemacht habe. Man kommt gerade eben mit der Kamera zurecht und schon werden die ersten Kurse zum Thema Blitzen gebucht und technisch aufgerüstet, als wäre das ein Rezept für gelungene Aufnahmen. Andersherum wird meiner Meinung nach ein Schuh draus. Lerne erst einmal Licht zu sehen, zu erkennen, aus welcher Richtung es kommt und wie du es mit oder ohne Hilfsmittel normal/verstärkt/abgemildert nutzen kannst, was schließlich für (fast) jede Art der Fotografie nützlich ist. Und dann lerne, es künstlich zu ergänzen oder sogar zu ersetzen. Just my 2 cents. Vielen Dank für deinen Kommentar und liebe Grüße, Conny

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  3. Nein, ich diskutiere jetzt nicht mit darüber, welches Licht, warum und weshalb und wieso. Wer das will, kann ja die Millionen Foren im Netz besuchen. Tolle Fotos sind dir gelungen. Der Reiz dieser Workshops liegt für mich immer darin, Tipps zu bekommen, seine eigenen Möglichkeiten zu erweitern und Neues zu probieren. Das ist dir ja gelungen. Bin gespannt, was nun kommt.
    Lg,
    Werner

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      😉 Genau, ein Reiz von Workshops ist für mich, aus meiner Komfortzone heraus zu treten. I. S. Model-Shooting bin ich bisher eher nicht unterwegs gewesen und es war spannend, eine für mich neue Facette der Fotografie auszuprobieren :-). LG, Conny

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  4. hansekiki sagt:

    Moin Conny,
    ich hab nun wirklich überhaupt keine Ahnung von Portraitfotografie und kann nur schreiben, daß ich einfach begeistert bin. Eigentlich geht es hier ja um’s Licht, aber du hast es selber in einem kleinen Satz beschrieben, man muß auch gut mit Menschen umgehen können. Körperhaltung und Blicke erzählen sehr viel und wenn die Chemie zwischen Fotograf und Model nicht harmoniert, dann nutzen die besten Voraussetzungen nichts. Ich stelle es mir dann sehr schwierig vor, überhaupt zu einem guten Ergebnis zu kommen.
    LG kiki

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    • Verfasser

      Hi Kiki, freut mich, dass dir die Fotos gefallen. Es ist mit einem Model wesentlich einfacher, als wenn du jemanden fotografierst, der sich völlig unwohl vor der Kamera fühlt und/oder unerfahren ist. Models wissen um ihre Haltung und ihren Ausdruck und bieten dir immer etwas an, was du dann vielleicht noch korrigierst. Für ganz große, kreative Bild-Ideen, deren Umsetzung Stunden dauert und wo die Chemie dann wirklich zum Tragen kommt, ist in einem Workshop dieser Art eh kein Platz. Vielleicht, so denke ich gerade, spiegelt sich aber meine Sympathie für Ricarda in den Bildern. Mein Blick auf sie. Wenn ich sie nicht gemocht hätte, wären vielleicht andere Bilder dabei rausgekommen. Insofern hast du vielleicht Recht. LG, Conny

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  5. Gefällt mir sehr gut! Kann mir richtig vorstellen, wie es dir jetzt in den Fingern kribbelt, um die Inspirationen umzusetzen. – Ich sollte mich glaube ich auch mal umschauen, ob es solche Workshops nicht auch bei uns gibt. Hätte ich auch Lust drauf. LG, Markus

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      • Mach ich. genau: Tellerrand!!! Das ist echt wichtig.. ..und nicht nur bei Fotos.Das ist echt inspirierend das du versuchst weiter zu gehen und dieses mit anderen teilst. Chapeau! Das tut gut. LG, Markus

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  6. Ray Catcher sagt:

    So was macht Spaß. Meistens soviel Anregungen, dass man platzen könnte, was?
    Gelungene Aufnahmen. Neben dem Licht finde ich besonders die Wahl der Blende und Brennweite wichtig – und natürlich den Umgang mit dem Model.

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    • Verfasser

      Die Brennweite, die ich für Portraits am liebsten mag, habe ich zu Hause entschieden und war nur mit dem 85er unterwegs. Die Blende mag ich bei Portraits halt gern so offenblendig wie möglich, es sei denn, du willst einen strukturierten Hintergrund einbauen. Der Umgang mit dem Menschen vor der Kamera und dass man sich auf ihn einlässt ist wohl das Wichtigste. Ein Model ist in erster Linie eines: Ein Mensch :-), LG, Conny

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  7. candyshop60 sagt:

    Alles richtig gemacht… 🙂 Aber richtig lustich wird das erst, wenn Du ein unerfahrenes Modell vor der Kamera hast… So wie ich, ich habe noch nie ein Semi oder Profimodell fotografiert… Einstudierte Posen, einstudierte Blicke, einstudiertes Lächeln…all das… wollte ich von Anfang an nicht. Wie schwer der Weg jedes mal war, bis wir BEIDE die optimalen Ergebnisse hatten, will ich hier gar nicht weiter ausführen. Oftmals kam erst beim dritten oder viertem Shooting das gewünschte Ergebnis zustande.
    Aber etwas zum vorhandenen Licht… Meine Peoplefotografie begann tatsächlich mit einer professionellen Studioblitzanlage. Und was soll ich sagen, erst dadurch lernte ich überhaupt die verschiedenen Lichtrichtungen (gerichtetes Licht) kennen. Um so leichter fiel es mir dann auch mit dem vorhandenen Tageslicht zu arbeiten. Wobei 🙂 knallende Sonne vermeide ich immer so oft es geht. Macht echt keinen Spaß. Mit Reflektoren und SunSwattern zu arbeiten ist umständlich aber in dem Fall unumgänglich, will man Schlagschatten vermeiden…
    Das nur als Tipp am Rande.
    Ansonsten bist Du auf einem guten und richtigem Weg… freut mich so etwas auch mal zu lesen…

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