Street-Funk

Funkband aus Berlin spielt auf einer Verkehrsinsel

 

In Berlin gibt es eine Band names “Rupert´s Kitchen Orchestra“, die irgendwie überall und zu jeder Jahreszeit zu spielen scheinen und ihr Publikum, das sich in kürzester Zeit um sie versammelt, gut zu unterhalten weiß. Der Funk geht in die Füße, das Saxophon ins Herz oder so ähnlich ;-). Jedenfalls bei dieser Dame, die da so locker an der Laterne lehnt.

Und da sie Musik so lieben, spielen sie offensichtlich auch dann, wenn andere Musiker sich mit ihren Instrumenten ins stille und warme Kämmerlein verziehen ;-). Coole Socken!

 

Eine kleine Serie

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D75_3971Ab und zu brauche ich jemanden, der sich meiner erbarmt und mich in Sachen Licht etwas probieren lässt. Mein Fotofreund Achim war diesmal so nett und erwies sich als überaus geduldig. Danke an dich, Achim! Das erste Portrait ist übrigens ein Ergebnis, die darunter skizzieren Arbeitsschritte. Die entstandene kleine Serie mag ich total. Übrigens habe ich auf dem oberen Bild mein neues Striplight ausprobiert und auf den unteren mit diesem Beauty-Dish mit Grid gearbeitet.

Es ist im Moment sehr ruhig hier, was auch daran liegt, dass ich in meiner freien Zeit intensiv an meinen Skills arbeite und das passiert im Real Life. Als Fotografin schaue ich gern über den Tellerrand und lerne von erfahreneren oder spezialisierteren Kollegen. Ich freue mich wie Bolle auf morgen, denn der Tag morgen wird mit intensivem Lernen in einer Mini-Gruppe bei einem sehr guten und erfahrenem Fotografen erfüllt sein, der auch als Dozent an einer Hochschule arbeitet und ein Händchen für´s Lehren hat, ja geradezu dafür brennt. Mein erster Workshop bei ihm hat mir schon so viel gebracht und auch viel Spaß. Im Gegensatz zu anderen, die dir immer zeigen, wie sie ein Foto machen, zeigt er dir das nicht, weil, wie er meint, dabei nur herauskommen kann, dass du versuchst, wie er zu fotografieren. Er regt an, lässt auch mal Fragen offen im Raum stehen (die sich dann durch den Versuch beantworten) und ist unglaublich inspirierend. Und ein Dozent, der freiwillig mit seinen Workshop-Teilnehmern weit über der Zeit noch zusammen sitzt und für Austausch und Fragen zur Verfügung steht, ist schon einmalig. Also freue ich mich sehr auf morgen!

Ich werde weiter berichten….. :-)

Analog nach Rezept

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Das Rezept: Nassplatte, ein paar Fusseln und Kratzer, ein Filmtyp und etwas Vignette. Alles wohl dosiert und dann abgespeichert. Das Ergebnis ein Genuss ;-) So einfach kann man einem stinknormalen, digitalen Foto einen recht überzeugenden analogen Look verpassen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Anwendung mit Analog Efex Pro 2 kinderleicht. Gefällt mir.

Aber diese Tage sind die ersten Filme geliefert worden. Ein Ilford HP5 Plus 400 und ein Ilford FP 4 Plus 125. Auf einen Fuji Neopan 400 S/W-Film warte ich noch. Ich bin schon gespannt auf den unterschiedlichen Look der Filme :-).

 

 + ctrl + ⏏

VOR GEBRAUCH SCHÜTTELN

 

Schütteln von rechts nach links und wieder zurück.
Erschüttern, Abschütteln, Durchrütteln, Durchmischen.
Erfahrungen, Pläne, Gedanken, Erinnerungen, Gefühle.
Wahrnehmen, ordnen, prüfen, bewerten, verzweifeln.
Bildschirmfoto 2015-01-15 um 18.05.10
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg

Marvin Hüttermann und Andrea Grützner (Gute Aussichten 2014/2015)

 

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Neulich war ich im Haus der Photographie in Hamburg und habe mir die Ausstellung “Gute Aussichten 2014/15 – Junge deutsche Fotografie” angesehen. Ein festes Ritual im Jahresablauf, sowohl dem der Deichtorhallen, als auch in meinem. “Gute Aussichten” ist ein privat initiiertes Projekt, bei dem jedes Jahr von den verschiedenen Hochschulen und Akademien Deutschlands die vier besten Abschlussarbeiten junger Fotografen einer Jury vorgelegt werden (diesmal 115 Einreichungen von 40 Hochschulen), die darüber entscheidet, welche 8  Arbeiten in dieser Ausstellung gezeigt werden. Diesmal haben die 8 Auserwählten die ganze große Halle für sich und als Besucher atmet man angesichts des lichten Raumes auf, zumindest, wenn man wie ich vorher in der Leica-Ausstellung war, die jeden Fitzel Ausstellungsfläche nutzen musste.  Ich möchte hier nicht auf alle 8 eingehen, aber auf die 2, die mir mit Abstand am besten gefallen haben.

Marvin Hüttermann: Es ist so nicht gewesen. Auf dem hell getünchtem Lese-Tisch liegen ein paar Foto-Bücher aus. Dazwischen eines, das mich mit seinem quadratischen Format und dem matt-schwarzem Einband an einen Untersetzer erinnert. Aber es ist ein Buch, nämlich das von Marvin Hüttermann, sein Titel: “Es ist so nicht gewesen.” Die Bilder berühren mich und interessiert blättere ich Seite für Seite um. Martin Hüttermann setzt sich mit dem Tod auseinander. Behutsam nimmt er mich mit, in die Zeit des Übergangs. Wie sehen die Räume aus, in denen der verstorbene Mensch vor kurzem noch lebte? Wie sieht es dort aus, wo er jetzt ist? Die Bilder der Zimmer, die eben noch der Lebensmittelpunkt der Verstorbenen waren, zeigt er in Farbe, die jetzigen Räume in schwarzweiß, aber je länger der Mensch tot ist, je mehr verblassen die Farben und halten langsam Einzug in die Bilder aus der Leichenhalle. Auf diese Weise erzählt Marvin Hüttermann auf zwei Ebenen, was mir ausgesprochen gut gefällt. Es gibt je ein einzelnes Bild am Anfang und am Ende. Die Anderen sind paarweise angeordnet, sowohl im Buch als auch an der Wand. In jedem Paar gibt es eine weitere erzählerische Komponente. Dort ein Riss in der Tapete, hier ein Riss in der Kleidung. Dort das Schattenspiel einer Pflanze, hier das Muster der Leichenflecke unter der Haut. Ich empfinde diese Art der Erzählung als poetisch, es nimmt die Scheu vor dem Betrachten, die Scheu vor dem Tod. Dafür aber ist diese Gegenüberstellung in Bildpaaren wichtig und wird leider in dieser Galerie nicht sichtbar, auch in anderen Online-Galerien nicht, was die Bilder so einzeln fast beliebig erscheinen lässt. Das finde ich wirklich sehr schade, hat aber mit der Ausstellung nichts zu tun, denn hier wurde alles richtig gemacht.

 

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Andrea Grützner: Erbgericht. In der Mitte der lichten Halle hängen große, farbige Prints, an denen ich zunächst vorbei gehe. Irgendwie faszinieren sie mich, aber sie irritieren auch. Es scheinen Ausschnitte aus gewöhnlichen Häusern zu sein, aber irgendwie doch fremd und besonders, auch besonders groß. Zudem fehlt den Fotos jegliche Tiefe, sie zeigen flächige, abstrakte, farbige Elemente und erinnern stark an die Farbflächen-Malerei. Bei dem Titelbild dieses Artikels (siehe oben) kommt hinzu, dass es direkt auf die Wand gedruckt zu sein scheint (es ist tatsächlich ein Großflächenplakat, direkt auf die Wand aufgebracht – ein Einweg-Bild sozusagen). Außerdem scheint mir irgendetwas merkwürdig bei den Farben und so ist es auch, denn die Fotografin hat durch farbige Folien geblitzt. Spannend und einen zweiten Besuch der Ausstellung absolut wert. Stellte sich die Begeisterung auch langsam ein, ist sie heute mein Favorit. Unter dem Foto findet ihr den Link zu einem “Geo”-Film, in dem Andrea Grützner über die Idee und die Entstehung ihrer Arbeit erzählt. Sehr sehenswert!

Auf der Seite der Deichtorhallen findet ihr umfassende Info zur gesamten Ausstellung, auch zu dem Video-Tagebuch, in welchem die Künstler auch etwas zu ihren Arbeiten erzählen.

Die Ausstellung ist nur noch bis zum 8. März 20115 in Hamburg zu sehen, aber ich lege euch die Kuratoren-Führung am 4. März um 18:00 Uhr ans Herz, Ingo Taubhorn macht das großartig :-). Die nächsten Ausstellungsorte könnt ihr auf der Webseite der Gute Aussichten erfahren.

Manchmal ist analog einfach sinnlicher ;-)

Analog

Es ist lange her, aber den Geruch werde ich nie vergessen. Den Geruch der königsblauen Tinte, die mir aus dem Schulheft in die Nase stieg und den ich liebte. Mein Vater saß bei mir und schaute mir ab und zu während Schularbeiten über die Schulter. Ich war stolz wie Bolle auf meinen Pelikan-Füller und die feucht-glänzende Tinte. Ich gab mir besonders viel Mühe und wollte die leeren Zeilen mit meiner schönsten Schrift füllen. Tintenkiller sollten erst in ein paar Jahren erfunden werden (und würden dann hässliche, gelbe Spuren auf dem Papier hinterlassen) und so stand jeder kleinste Wackler und natürlich erst Recht jedes falsch geschriebene Wort unwiderruflich in dem Heft. Schon damals hatte ich einen klitzekleinen Hang zum Perfektionismus ;-)  und hätte am liebsten bei jedem Fehler ein neues Heft angefangen, um endlich mal ein fehlerfreies zu haben. Das hat nie geklappt :-). Die ersten Seiten sahen toll aus und dann begann der Schlendrian, vielleicht kennt ihr das.

Geblieben ist meine Liebe zur Tinte, schönen Schreibgeräten und noch schöneren Heften. Ehrlich, ich kenne alle meine Stifte ganz genau und auch ihr Verhalten auf unterschiedlichen Papieren. Ich hüte sie wie meine Augäpfel und wenn ich tatsächlich mal einen verliere, bin ich untröstlich. Dabei schreibe ich nicht wirklich. Ich notiere, zitiere, fixiere, manchmal meine Gedanken, die anderer oder Lyrics, die mir etwas bedeuten. Aber das Tun mag ich. Es ist im Grunde eine kleine Kunst, die wir damals gelernt haben. Schönschrift, der ausgedehnte Schreibübungen vorausgingen. Man schrieb eine Seite nur mit dem  kleine “l” voll, die Hand musste locker kreisen und bald die komplizierten Schlingen des “Schreib-Gs”  sauber auf das Papier bringen ohne die Tinte zu verwischen. Eine schöne Fertigkeit, die Ruhe und Konzentration erfordert, Sorgfalt und Umsicht.

Heute schreibe ich selbstverständlich auch auf der Tastatur, die alles verzeiht, löscht und kopiert. Ob es schön aussieht oder nicht, entscheidet die Wahl der Schrift, nicht meine Sorgfalt. Alles geht schnell und effektiv. Das ist auch gut so, natürlich! Und die Vorstellung, die Möglichkeit nicht mehr zu haben, wäre gruselig.

Aber sinnlicher ist es analog. Deswegen habe ich meinen Füller, der keine Tinte mehr aufziehen wollte, nun für richtiges Geld reparieren lassen und freue mich (mal wieder) an einem neuen Buch, welches mit Worten gefüllt werden möchte. Übrigens ziert das Cover die Handschrift  von Antoine de Saint-Exupéry und es ist einfach schön. Die erste Seite liegt blank vor mir und einige Zeilen geht es gut, aber dann – verschrieben *grrrr*. Der Versuch, die Seite so herauszureißen, dass es nicht auffällt, scheitert. Das Buch ist verletzt. Dann heute beim “Fotoshooting”  für diesen Artikel: Absturz! Buchabsturz – die Länge des Objektivs unterschätzt und beim Runterfahren des Stativs damit auf´s Buch gehauen, welches am Rand des Küchentisches liegend natürlich vorn runter, hinten hoch klappte, den Füller ins Rollen brachte, den ich im letzten Moment vor dem Absturz retten konnte, die Finger verschmiert mit dokumentenechter schwarzer Tinte, das schöne Blatt auch. Aber ich habe ja das Löschblatt parat ;-). Ach, analog ist irgendwie cool. Wenn ich das Buch später mal in die Hand nehme, werde ich mich schmunzelnd an diesen Moment erinnern und das Geschreibsel ist so wirklich  einzigartig. Copy & Paste unmöglich.

Ich verstehe euch, die ihr mit echtem Film und Chemie in der Nase in der Dunkelkammer steht, ehrlich :-). Und ich schiele immer öfter in entsprechende Kursangebote.

Fast wie neu zurück – D750

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Als ich im November die ersten Tests mit meiner nagelneuen D750 machte, fiel mir zu Hause auf einigen Bildern ein komischer Effekt auf, den ich aber nicht einordnen konnte, auch nicht wollte und somit erstmal “vergaß”. ;-) Nun, es ist Winter, ich fotografiere seltener draußen und noch seltener ins Gegenlicht.

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Mittlerweile hat Nikon eingeräumt, dass es Probleme mit der D750 gibt: Ein Streulicht- bzw. Schwarzes Band-Problem, was bei Gegenlicht-Situationen auftreten kann. Nikon hat sich an die Kunden gewandt und eine Seite eingerichtet, auf der man sich über die nötigen Schritte informieren kann. Bei mir hat die Eingabe der Serien-Nummer allerdings ergeben, dass mein Body von diesem Fehler nicht betroffen sei – ah ja ;-)- Gut, dass ich meinen Bildern mehr traue….

Aber was stimmt denn nun nicht mit dem Body? Es handelt sich vermutlich um einen Konstruktionsfehler und hat mit der Platzierung des AF-Moduls zu tun.  Sehr ausführlich wird dies auf dieser englischsprachigen Seite besprochen. Den Artikel fand ich sehr interessant, denn die Störungen auf den Bildern der D750 sind stark, aber etwas abgemildert ähnlich auch bei anderen Kamera-Modellen vorhanden bzw. mit ihnen reproduzierbar.

Wie dem auch sei. Mit keiner Kamera vorher habe ich solche Störungen im Bild gehabt, die weit entfernt von schönen Flares sind, die ich gern provoziere. Vor 12 Tagen habe ich die D750 also zum Nikon-Service gefahren und gestern wieder abgeholt. Die Reparaturbeschreibung ist lang und so fragte ich nach, was denn nun eigentlich genau gemacht wurde. Nikon hat das große OP-Besteck herausgeholt und den kompletten Frontbody ausgetauscht. Das sei sehr aufwändig, so erklärte man mir, aber schließlich wolle man sicher stellen, dass die Kunden zufrieden seien. Das klingt vernünftig und ich bin erstmal zufrieden und hoffe, dass das Problem nun wirklich nicht mehr auftritt. Das bleibt halt abzuwarten.

Und froh bin ich, diese tolle Kamera nun quasi fast wie neu zurück zu haben, denn sie ist mir schnell ans Herz gewachsen und das 50er Sigma Art hat sie auch vermisst – mein Dream-Team!  :-) Und bei Gegenlicht von rechts oben trat das Problem ja eh nicht auf, jedenfalls nicht auf diesem Bild ;-)

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STRONG ENOUGH?

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God, I feel like hell tonight
Tears of rage I cannot fight
I’d be the last to help you understand
Are you strong enough to be my man?

Nothing’s true and nothing’s right
So let me be alone tonight
‘Cause you can’t change the way I am
Are you strong enough to be my man?

Lie to me
I promise I’ll believe
Lie to me
But please don’t leave
Don’t leave
Don’t leave

I have a face I cannot show
I make the rules up as I go
Just try and love me if you can
Are you strong enough to be my man?
My man

Are you strong enough to be my man?
Are you strong enough to be my man?
Are you strong enough my man?

When I’ve shown you that I just don’t care
When I’m throwing punches in the air
When I’m broken down and I can’t stand
Would you be man enough to be my man?

Lie to me
I promise I’ll believe
Lie to me
But please don’t leave


SHERYL CROW

 

 

 

 

Ein Fotograf muss kein Animateur sein!

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Eine Fotograf muss kein Animateur sein und sollte es auch nicht sein!?

Oh je. Wenn ich Menschen fotografiere, mache ich das anders, als ich es machen sollte, wenn ich der einschlägigen Fach-Literatur glauben würde. Meine Shootings laufen ruhig ab. Da wird nicht pausenlos geredet. Kein “Ja, genauso so.” “Super” usw., ihr wisst schon. Ich habe lange versucht, das zu  können, aber es liegt mir nicht und die Erfahrung zeigt mir, dass ich das auch nicht leisten muss. Im Gegenteil. Die Menschen fühlen sich vor meiner Kamera wohl. Sie können loslassen, sich entspannen und fühlen sich frei von jeglichem Druck. Und mir geht es auch so. Ich finde das Sich-Einlassen aufeinander viel wichtiger. Lass dich auf den Menschen ein, höre ihm zu, nehme ihn wahr, nicht als Model, sondern als Menschen und schon ist die Chemie eine ganz andere. Eine Annehmende, Akzeptierende. Und schon zeigen dir Menschen ganz andere Facetten, als die, die sie zeigen, wenn sie etwas verbergen wollen. Vertrauen ist das Stichwort.

Vertrauen kann nicht da wachsen, wo ein vermutlich erwartetes Verhalten abgespult wird. Da fühlt sich doch auch niemand ernst genommen oder? Was würde ich erwarten, wenn mich jemand portraitieren würde? Dass er mich wahrnimmt, akzeptiert, im richtigen Moment abdrückt und genau den Moment erkennt, wo ich etwas zeige, was ich normalerweise verhülle.

Wie sind da eure Erfahrungen oder Erwartungen?