Ein Fotograf muss kein Animateur sein!

D75_2112

 

Eine Fotograf muss kein Animateur sein und sollte es auch nicht sein!?

Oh je. Wenn ich Menschen fotografiere, mache ich das anders, als ich es machen sollte, wenn ich der einschlägigen Fach-Literatur glauben würde. Meine Shootings laufen ruhig ab. Da wird nicht pausenlos geredet. Kein “Ja, genauso so.” “Super” usw., ihr wisst schon. Ich habe lange versucht, das zu  können, aber es liegt mir nicht und die Erfahrung zeigt mir, dass ich das auch nicht leisten muss. Im Gegenteil. Die Menschen fühlen sich vor meiner Kamera wohl. Sie können loslassen, sich entspannen und fühlen sich frei von jeglichem Druck. Und mir geht es auch so. Ich finde das Sich-Einlassen aufeinander viel wichtiger. Lass dich auf den Menschen ein, höre ihm zu, nehme ihn wahr, nicht als Model, sondern als Menschen und schon ist die Chemie eine ganz andere. Eine Annehmende, Akzeptierende. Und schon zeigen dir Menschen ganz andere Facetten, als die, die sie zeigen, wenn sie etwas verbergen wollen. Vertrauen ist das Stichwort.

Vertrauen kann nicht da wachsen, wo ein vermutlich erwartetes Verhalten abgespult wird. Da fühlt sich doch auch niemand ernst genommen oder? Was würde ich erwarten, wenn mich jemand portraitieren würde? Dass er mich wahrnimmt, akzeptiert, im richtigen Moment abdrückt und genau den Moment erkennt, wo ich etwas zeige, was ich normalerweise verhülle.

Wie sind da eure Erfahrungen oder Erwartungen?

Das erste Bild in diesem Jahr

Tropfen an einem Band

 

Das erste Bild in diesem Jahr gibt es noch gar nicht. Dieses ist aus dem Letzten, aber angesichts der Wetterlage fügt es sich nahtlos ein. Es ist quasi die Initialzündung zu einer freien Arbeit, an der ich in diesem Jahr arbeiten möchte: “Die Schönheit des Trivialen”. Ich habe mir für dieses Jahr viel vorgenommen und es wird noch ein weiteres Projekt geben und viel Arbeit (mehr verrate ich an dieser Stelle nicht). Dieses soll der Ausgleich sein. Eine Serie, die mir viel Spielraum und Entspannung gibt und die durch mein Sehen für mich frei von Stress ist :-). Auch das darf ein Projekt, eine Serie: Einfach nett sein und für positive Gefühle sorgen. So entspricht sie doch am ehestem dem, warum ich einst zur Kamera griff: Aus Spass am Tun und den Bildern.

Habt ihr euch ein Ziel gesteckt oder ein Projekt oder ähnliches geplant? Ich bin neugierig!

Harley-Tour USA IX: Kayenta – Kanab – Vegas und ein Filmchen

DSC_9134-Bearbeitet

Tag 14: Für diesen Tag stand etwas ganz besonderes auf dem Plan: Der Antelope Canyon. Bilder davon hat jeder schon gesehen und so auch ich. Hach, meine Vorfreude war groß und ihr wisst ja: Je größer die Erwartung……. Man muss wissen, dass man in Gruppen regelrecht durch die Höhlen getrieben wird und es wirklich brechend voll und eng ist, weswegen Stative nicht erlaubt sind. Vermutlich gibt es da aber Ausnahmen, sonst gäbe es nicht so viele wundervolle Bilder dieser Location.

Mittagspause in Page an einer Tankstelle, wo das Tragen von Waffen ausdrücklich willkommen ist, schräg. Danach ging es noch mal an den Colorado River und den Glen Canyon, der vor allem durch seinen gigantischen Staudamm und den dadurch entstandenen Lake Powell bekannt ist. Das Wetter an diesem Tag war wieder traumhaft, ebenso wie die Landschaften. Tageskilometer: 290

 

Am nächsten und letztem Tag führte uns die Tour durch den wunderschönen und beeindruckenden Zion Nationalpark. Hier hatten wir gar nicht viel erwartet und wurden verwöhnt. Die Strecke ist landschaftlich so schön, dass es mich traurig stimmte, dass die Tour nun zu Ende war. Nachdem wir die Harleys in Vegas zurückgeben hatten, mischte sich etwas in die Stimmung, was ich die Leere nach einem erfüllten Traum nennen würde. Tageskilometer: 340

Es war großartig, es war toll! Wenn ich die Bilder sehe, möchte ich sofort wieder dorthin. Gute zwei Wochen nur blauer Himmel, supertolle Landschaften, fast immer leckeres Essen (vom Frühstück mal abgesehen) und vielen freundlichen und interessierten Amerikanern begegnet. Die Harley, eine E-Glide, hat Spaß gemacht, war super bequem, aber nicht so cool wie unsere, auf der wir aber diese Tour nicht hätten fahren mögen :-). Die Organisation der Tour durch American Motorcycle Tours war hervorragend! Ein Tourguide, der das Navi  im Kopf hat, ist Gold wert! Es war eine Rundum-Sorglos-Reise. Danke Thomas und Frank :-)

Zum Abschluss habe ich noch ein Schmankerln für euch. Mein Mann hat netterweise aus unserem Urlaubsfilm, der überwiegend mit einer Helm-Kamera entstanden ist, einen wirklich dynamischen Film zusammengeschnitten. 16 Tage in 8 Minuten. Macht wirklich Spaß, also schaut ihn an, am besten in HD und schön laut :-)

Danke, dass ihr mit mir gereist seid, es freut mich sehr, dass diese Tour auf so viel Interesse gestoßen ist. :-)

 

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren:

Vegas – bunt, laut, skurril

Harley-Tour USA und das Foto-Equipment

Harley-Tour USA II: Warum eine geführte Tour und Death Valley

Harley-Tour USA III: Von Bishop über Mariposa nach San Francisco

Harley-Tour USa IV: San Francisco

Harley-Tour USA V: Highway No.1 – S. F. bis L. A.

Harley-Tour USA VI: L. A. bis Palm Springs

Harley-Tour USA VII: Palm Springs bis Kingman

Harley-Tour USA VIII: Kingman – Williams – Kayenta

Ein Zitat von Erwitt und einige Gedanken zum Reisen

LANDING IN VEGAS I

 

Das Reisen ist für die Fotografie recht nützlich, denn man bekommt viel Neues vor die Linse. Man erhält neuen Antrieb. Wenn man jedoch genug Disziplin hat, kann man auch vor seiner eigenen Tür Bilder machen. Bilder gibt es überall. Das Reisen befreit einen lediglich vor der Routine. Als Konsequenz arbeitet man effizienter. Es ist nicht zwingend notwendig, macht aber Spaß.

 

Elliott Erwitt sagt dies auf seine unverwechselbare Art im Austausch mit Marc Riboud. Zwei große Magnum Fotografen unter sich. Der Film wurde auf FotoTV veröffentlicht, ist leider nur zahlenden Mitgliedern zugänglich, aber sehenswert.

Der Aussage schließe ich mich uneingeschränkt an :-). Ich leide zunehmend an Fernweh und würde am liebsten die Koffer packen und die ganze Welt entdecken. Reisen inspiriert, erweitert den Horizont, erfrischt den Geist und den Blick. Man muss nicht am Grand Canyon stehen, um zu verstehen, wie klein und unbedeutend wir und unser Dorf sind, aber es hilft ungemein ;-) . Die Perspektive auf das eigene Zuhause und sein “Viertel”  verändert sich durch längere Abwesenheit, als entdecke man es neu, so geht es jedenfalls mir. Nach Hause kommen ist schön, aber dafür muss man es erstmal verlassen (können). (Dennoch kann man natürlich auch ohne Reisen in seinem Umfeld die interessantesten Fotos machen, das will ich gar nicht in Abrede stellen.)

Im Urlaub zu Hause verweile ich zur Zeit gern in zwei Bildbänden und ich frage mich manchmal, wie es diesen Fotografen ging, als sie nach langer und weiter Reise in die abgelegensten Winkel dieser Welt, nach der Begegnung mit so viel Ursprünglichem, nach Hause kehrten. Für die die Reise nur ein Mittel zum den Zweck war, ihrer großen Passion zu folgen:

Before they pass away von Jimmy Nelson

Genesis von Sebastião Salgado

Zwei unterschiedliche Fotografen, die unabhängig voneinander doch irgendwie denselben Gedanken verfolgen. Was sie verbindet ist ohne Frage die ganz große Kunst der Fotografie und ihr Bedürfnis, fotografische Dokumente, ja Denkmäler zu erschaffen, intensive Portraits, die das Wesen der Urlandschaften und ihren Bewohnern erfassen, bevor beides unwiderruflich verloren geht. Dafür sind sie weit und lange gereist. Zwei ganz unterschiedliche Bildbände, die sich aber wunderbar ergänzen. Ich verneige mich vor so viel Engagement und Können.

Auch das Leben ist eine Reise, mal sehen, wo sie uns hinführt und was sie im nächsten Jahr bereit hält. Ich bin gespannt!

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit, eure Kommentare und E-Mails, in denen ihr eure Gedanken mit mit geteilt habt!  

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in ein wundervolles Jahr 2015!

Conny

 

Harley-Tour USA VIII: Kingman – Williams – Kayenta

 

DSC_8599

 

Tag 12 unserer Westküstentour stand ganz im Zeichen der Nostalgie und war eher ein schön bummeliger, für mich ohne große Highlights, was zwischendurch auch mal ganz gut war, denn ich war an Bildern mittlerweile übersättigt :-). Auf der Mother Road ging es zunächst nach Seligman, dem “Birthplace of Historic Route 66″. Und dieses Städtchen feiert sich entsprechend, indem hier alles ausgestellt wird, was irgendwie an die alten Zeiten erinnert, als die Route 66 noch nicht durch den Bau der Interstate Highways an Bedeutung verloren hatte. Uralte Autos, Motorräder und Souvenirs jeder erdenklichen Art prägen das Bild. Am Ende der Tagesstrecke lag Williams, ein hübscher, kleiner Ort, den wir am Nachmittag schon erreichten. Aber wie immer, waren wir kaputt, zu kaputt um sich mit Kamera und Stativ auf die Socken zu machen, dabei hätte sich das hier gelohnt. Am Abend steckte ich meistens nur das iPhone ein. Da es hier mit Untergang der Sonne recht kühl wurde, waren alle früh auf ihren Zimmern und bereiteten sich mental auf den nächsten Tag vor, an dem es zum Grand Canyon und zum Monument Valley gehen sollte. Vermutlich waren alle froh, einfach mal auf dem Bettchen vor dem Fernseher zu chillen ;-). Hier einige Impressionen dieses Tages, darunter geht es mit dem nächsten Tag weiter.

 

 

Für den 13. Tag hatte ich mir für den ersten Streckenabschnitt das erste und einzige Mal auf der Tour einen Platz im Auto gesichert, denn es war schweinekalt morgens und wir hatten Eiskristalle auf den Sitzen. -2°C – da wäre mir den ganzen Tag nicht mehr warm geworden :-). Wahnsinn, was für Temperatur-Unterschiede wir auf dieser Reise erlebt haben. Aber das wusste man vorher und konnte entsprechend packen. :-)

Am Grand Canyon hatten wir einen Hubschrauber-Rundflug gebucht, auf den ich mich sehr gefreut hatte. Leider finden in dieser Art Hubschrauber 7 Passagiere Platz, was bedeutet, dass mindestens 2 davon hinten in der Mitte sitzen müssen. Jeder wird hier gewogen und die Gesellschaft verteilt das Gewicht im Hubschrauber. Macht natürlich Sinn, aber es bescherte mir einen Platz hinten in der Mitte, wodurch ich in keine Richtung wirklich gute Sicht hatte. Egal. Einfach mal genießen. Da wir anschließend noch an den Rand des Grand Canyon fuhren und ich dort fotografieren konnte, fühlte ich mich entschädigt. Die Aussicht war der Wahnsinn. Wenn man sich bewusst macht, dass das alles durch die Kraft des einst mächtigen Colorado River entstanden ist, von dem heute durch die stromaufwärts gelegenen Staustämme hier nur noch ein Rinnsal übrig geblieben ist, packt einen schon die Ehrfurcht. Das Werk des Flusses lässt uns heute Erdschichten von ca. 2 Milliarden Jahren bestaunen.

Durch das Navajo-Rerservat fuhren wir Richtung Monument Valley. Das Land ist karg, der Boden staubig, Sandsteinwüste. Ab und zu sahen wir die meist ärmlich anmutende Häuschen, davor standen Autos, von denen man nicht glauben konnte, dass sie überhaupt noch fahren.  Die Armut hier gleicht der in der dritten Welt, die Arbeitslosigkeit ist mit 50-60% einer der höchsten der Welt.  Als wir einen Laden an einer gut besuchten Tankstelle betraten, hat es mich umgehauen. Leere Regale, nur am vorderen Rand standen einzelne Waren. Selbst wenn man Geld hätte, könnte man hier nichts kaufen.

Nachmittags kamen wir am Monument Valley an. Einer der Orte auf der Welt, wo dir bewusst wird, dass dein Leben nicht mal ein Wimpernschlag im Universum ist. Die Tafelberge bestehen aus 275 Millionen Jahre altem Sandstein, die markanten Formen wurden in den letzten 50 Millionen Jahren durch witterungsbedingte Einflüsse geschaffen. Und sie sehen wunderschön aus, besonders im Licht der späten Nachmittagssonne. Was man auf dem Bild nicht sieht, ist der Krach der laufenden Busmotoren hinter uns, Autos, die ankamen, Touristen ausspuckten, die schnell ein Selfie vor den berühmten Bergen machten und wieder abfuhren ;-). Und ausnahmsweise dachte ich an den Janusblick, sprich: Ich drehte mich um und machte ein Bild, wegen der Objektivität, ihr wisst schon ;-).

Das Motel für die Nacht lag an einer großen Straße und das nächste zu Fuß zu erreichende Restaurant, war das einer großen Burgerkette. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Wer denkt schon bei einer Übernachtung im Indianer-Reservat an Burger, Cola und Hauptstraßen ;-)  Irgendwie spielten in meiner Phantasie Steppenwölfe, Lagerfeuer und Bohnen aus der Dose eine Rolle ;-) :-D

 

 

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren:

Vegas – bunt, laut, skurril

Harley-Tour USA und das Foto-Equipment

Harley-Tour USA II: Warum eine geführte Tour und Death Valley

Harley-Tour USA III: Von Bishop über Mariposa nach San Francisco

Harley-Tour USa IV: San Francisco

Harley-Tour USA V: Highway No.1 – S. F. bis L. A.

Harley-Tour USA VI: L. A. bis Palm Springs

Harley-Tour USA VII: Palm Springs bis Kingman

Harley-Tour USA IX: Kayenta-Kanabl-Vegas und ein Filmchen

Impressionen von “Augen auf! 100 Jahre Leica Fotografie”

DSCF8701

Im November war ich im Haus der Photographie und habe mir die Ausstellung “Augen auf! 100 Jahre Leica Fotografie” angesehen. Leica-Fotofrafen gehen hier vermutlich durch ihre “heiligen Hallen” und haben ein ehrfürchtiges Gefühl, da natürlich auch alte Leicas ausgestellt sind, Bücher, in denen genau aufgelistet wurde, wann welche Leica wohin verkauft wurde. Sogar die Entwürfe für die erste Leica überhaupt hängen hier. Nach diesem Abschnitt der Präsentation geht es dann richtig los. Was ich einfach wahnsinnig spannend finde: 100 Jahre Leica sind 100 Jahre Geschichte, unsere Geschichte. Nicht nur die Geschichte der Fotografie, sondern Geschichte allgemein. Sehr interessant und für mich rückte die Leica komplett in den Hintergrund, hier geht es um die Geschehnisse und die Fotografen der vergangenen 100 Jahre. Es sind wirklich viele Bilder, schöne, interessante und teilweise auch grausam reale. Klar, die Leica war die Reportage-Kamera schlechthin.

Rund 550 Fotografien von über 140 Künstlern, ergänzt um dokumentarisches Material − Zeitschriften, Magazine, Bücher, Werbemittel, Broschüren, Kameraprototypen, Filme − rekapitulieren die Geschichte der Kleinbildfotografie von den Anfängen bis in unsere Tage.

Quelle: Deichtorhallen

 

Das ist Input, für den man Zeit braucht. Ich habe an einer öffentlichen Führung teilgenommen, leider nicht an der Kuratorenführung, die passte diesmal nicht in meinen Zeitplan. Aber wenn ihr überlegt, die Ausstellung zu besuchen, bringt viel Zeit mit und versucht möglichst eine Führung zu erwischen. Es ist so wahnsinnig viel Material, dass ein bisschen Anleitung und Information ganz hilfreich sind. Ich zeige euch einige Impressionen, ausführlich darüber zu schreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Dieser Artikel vom NDR beschreibt es sehr gut. Es gibt auch ein Buch zur Ausstellung, welches natürlich auch auf meinem ellenlangen Wunschzettel gelandet ist.

Hier bin ich tatsächlich schon an Bildern von Rodcenko vorbeigelaufen, Herr Herschelmann, aber in der Fülle der Bilder ist er mir durchgerutscht ;-)

Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. Januar 2015 und ich denke, selbst eine weite Anreise lohnt sich!  Die nächste und letzte Kuratorenführung findet am 7. Januar 2015, um 18:00 Uhr statt. Infos auf der Webseite der Deichtorhallen.

Die Ausstellung geht anschließend auf Tour. Im Frühjahr 2015 wird sie in Frankfurt/M. zu sehen sein, im Sommer dann in Berlin, im Herbst/Winter in Wien und im Frühjahr 2016 in München.

 

Was inspiriert dich?

 

DREAMY LAKE II

Eine Stippvisite auf Facebook und eine Diskussion um die Technik, welche Marke, welche Linsen, ISO, Rauschen, Schärfe und und und. Ich mag solche Diskussionen lesen, es kommt aber relativ selten vor, dass ich über Foto-Technik schwafle. Marketing-Beratern würden deshalb vermutlich die Haare zu Berge stehen, denn die Balken der Statistik an “Technik-Tagen” gleichen Wolkenkratzern in einem norwegischem Dorf ;-). Ich habe einige E-Mails mit der Frage erhalten, warum ich denn nicht über meine neue Kamera schreibe, das wäre doch was, was die Leser interessiert. Ja, vielleicht, einige zumindest. Aber das können andere besser und tun es auch fleissig. Oft schon, bevor das neue Gerät überhaupt erschienen ist ;-)

“It is an illusion that photos are made with the camera… they are made with the eye, heart and head.” – Henri Cartier-Bresson

Mir persönlich ist es mittlerweile relativ schnurz, womit jemand fotografiert. Es ist doch völlig egal und du siehst doch nicht, mit welchem Gerät ein Foto gemacht wurde.  Neulich sagte mir jemand, ich habe die fette Kamera, weil es nicht sein kann, dass der Kunde eine fettere Kamera hat als ich. Hmm, solange der Kunde nicht die besseren Fotos macht, sollte auch das egal sein :-D. Wenn mich Technik fasziniert, dann sind es eher die verschiedenen Möglichkeiten, ein Foto zu machen. Obiges ist mein allererstes Bild mit einer Lochblende, also einem Plastikdeckel mit Loch. Ich mag staunen und das hat mich zum Staunen gebracht :-). Das funktioniert tatsächlich ;-). Scharf geht anders, aber ich mag es.

Wichtig ist, dass ein Bild mich irgendwie berührt. Das Ergebnis zählt und der Weg dahin ist egal. Mir ist egal, ob analog, digital, ob s/w oder Farbe, iPhone oder Leica, mit oder ohne Photoshop. Das alles sind nur Werkzeuge!

Wonach wir doch alle suchen, ist Inspiration. Das, was den Funken entzündet, Ideen wachsen und neue Wege sichtbar werden lässt. Mich interessiert, was oder wer dich inspiriert? Ich würde mich freuen, wenn du mir ein bis maximal drei Künstler oder Bildbände nennst, die dich zum Staunen bringen, dich inspirieren, begeistern. 

LIGHTS

LIGHTS (3 von 3)

 
LIGHTS (2 von 3)

 

LIGHTS (1 von 3)

 

 

When the lights go down in the city
And the sun shines on the bay
Do I wanna be there in my city?

So you think you’re lonely
Well my friend I’m lonely too
I wanna get back to my city by the bay

It’s sad, oh there’s been mornings
Out on the road without you
Without your charms

When the lights go down in the city
And the sun shines on the bay
Do I wanna be there in my city?

When the lights go down in the city
And the sun shines on the bay
Do I wanna be there in my city?

(Journey, 1977)


Mein Beitrag zu Pabucas Wochenthema “Lights”.

Alle meine Hamburg-Bilder zu diesem Projekt sind in folgender Galerie zu sehen: >klick<

Bildschirmfoto 2014-12-10 um 21.43.18

Harley-Tour USA VII: Palm Springs bis Kingman

DSC_8270-Bearbeitet-2

Der 11. Tag. Ein Tag, der mit unglaublich schönem Licht begann und auch so enden sollte. Ein aufregender Tag für mich. Jeder in der Gruppe hatte sein Highlight auf dieser Reise, für die meisten war es der Grand Canyon, für einige Monument Valley und für mich war es der Besuch des Joshua Tree Nationalparks. Als ich damals (lang ist´s her) das Cover von U2´s “The Joshua Tree” in den Händen hielt, hätte ich nicht mal zu träumen gewagt, dass ich jemals selbst einem solchen Baum gegenüberstehen würde. Nach einer schönen Fahrt durch´s Morgenlicht kamen wir früh im Park an, was natürlich toll war, weil es noch leer und unglaublich still war. Felsen und diese besonderen Bäume prägen dieses Landschaft. Auf unserer Reise haben wir zwar hier und da einige Exemplare gesehen, aber hier wachsen sie geschätzt zu Tausenden. Ein wirklich wunderschöner Anblick! Und ich bin innerlich abgetaucht. Ich war ganz im Hier & Jetzt, ließ mich ein auf die Landschaft und die Bilder. Dabei vergaß ich fast, dass es ratsam gewesen wäre, den Blick auch am Boden zu halten, denn dort leben auch Taranteln und giftige Schlangen. Zum Glück habe ich keine gesehen.

Von dort aus ging es wieder durch die Mojave-Wüste, vorbei an einer Saline, auf die Route 66, der wir nun eine Weile folgen würden. Es war mittlerweile wieder mörderisch heiss und in der Sonne kaum auszuhalten. Abkühlung schaffte nur der Fahrtwind und jedes Anhalten war unangenehm. Trotzdem haben wir natürlich das obligatorische Foto am Beginn der Route 66, bei Roy´s Café in Amboy gemacht :-D, wie Millionen andere Leute auch ;-).   Auf unserer Strecke lag auch Oatman, eine ehemalige Goldgräberstadt in den Black Mountains, die heute aber nur noch dem Spaß der Touristen dient. Mal wie ein Cowboy im Schaukelstuhl auf der Veranda sitzen und beobachten, wer aus dem Saloon gegenüber kommt. Das ist hier möglich ;-). Oatman beheimatet wild lebende Esel, die sich auch durch den Krach der Harleys nicht aus der Ruhe bringen ließen, vielleicht sind sie aber auch schon taub ;-).

Der letzte Streckenabschnitt führte uns auf der Mother Road über den Sitgreaves Pass nach Kingman. Wunder-wunderschöne Strecke, vor allem im Abendlicht der untergehenden Sonne. Die Straße ist nicht ohne, überhaupt ist die Route 66 nicht überall in gutem Zustand. Ich habe mich zusammengerissen und doch einige Fotos gemacht, was angesichts der kurvenreichen Route nicht so einfach war. Übrigens waren wir mittlerweile ja schon in Arizona und wir hätten ohne Helm fahren können, aber das war mir wegen der Bergstraßen viel zu gefährlich.

Tageskilometer: ca. 410km

 

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren:

Vegas – bunt, laut, skurril

Harley-Tour USA und das Foto-Equipment

Harley-Tour USA II: Warum eine geführte Tour und Death Valley

Harley-Tour USA III: Von Bishop über Mariposa nach San Francisco

Harley-Tour USa IV: San Francisco

Harley-Tour USA V: Highway No.1 – S. F. bis L. A.

Harley-Tour USA VI: L. A. bis Palm Springs

Harley-Tour USA VIII: Kingman – Williams – Kayenta

Harley-Tour USA IX: Kayenta-Kanabl-Vegas und ein Filmchen

Nebel im Moor s/w

D75_1162

 

 

D75_1185

 

 

D75_1203

 

 

Nebelbilder in schwarzweiß haben ihren eigenen Zauber, dennoch tue ich mich schwer, die Farbe herauszunehmen, denn auch die ist bei solchem Wetter meist wunderschön, besonders im Herbst, wenn die Gräser in warmen Farben leuchten.

Solche Bilder eignen sich aber besonders gut für die Konvertierung in s/w, da man eine breite Palette an feinsten Grauwerten erreichen kann. Und man kann mit der Farbmischung spielen, was ein Farbbild nur selten verträgt. Das Hochdrehen der Farbwerte-Regler für Rot und Orange lässt die Gräser hier plastisch hervortreten und hellt sie auf, so dass hier ein leichter Infrarot-Look entsteht. Konvertiert habe ich die Bilder übrigens händisch in Silver Efex Pro 2, neben Lightroom mein wichtigstes Programm.

Eines der Bilder wird demnächst auf Alu-Dibond an meiner Wand hängen. Ich tendiere zu Nr. 3, mal sehen…. oder doch Nr. 1?  :-)