Schwarzweiß oder Farbe?

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Meistens weiß ich ganz genau, ob ich ein Bild in schwarzweiß oder in Farbe besser finde. Bei diesem Foto von Miriam ist das nicht der Fall. Seit Wochen versuche ich, eine finale Entscheidung zu treffen und hatte das Bild zunächst in Farbe auf meine Webseite gestellt, mich dann aber umentschieden und nun schwanke ich schon wieder.

An der Version in Farbe mag ich die Pastelltöne im Hintergrund sehr, die ganz nebenbei und subtil Informationen über den Ort geben und zusammen mit der schönen Haarfarbe besonders wirken. Miriam selbst (auf diesem Foto ;-) ) gefällt mir besser in s/w, allerdings verliert sich hier der Hintergrund und löst sich fast auf.

Ein Kompromiss kommt nicht in Frage. Welche Variante gefällt euch besser und warum?

Ein Interview mit mir

rar (1 von 1)

 

Ich mache mich ja gerade ein wenig rar hier und überhaupt im Internet, aber so ganz aufgelöst habe ich mich noch nicht ;-).

Es ist Sommer und jeder Tag ist wertvoll, das Leben pulsiert. Die Zeit rast dahin wie immer und wenn man keine 20 oder 30 mehr ist, lernt man zwangsläufig, dass “Carpe diem” eben einer der Sprüche ist, die man sich wirklich zu Herzen nehmen sollte. Keine Zeit soll verplempert werden mit Dingen, denen der Aufschub nicht weh tut. Aber wenn ich mich in der Blogger-Szene so umschaue, geht es vielen von euch nicht anders. Es ist ruhig. Es gibt eben Dinge die warten können, das Leben nicht! Ich fotografiere “frei” so viel wie schon lange nicht mehr, aber die Bilder schlummern auf der Festplatte, weil ich mich oft nicht schnell entscheiden kann, was ich posten möchte und Zeit ist kostbar ;-).

Dennoch gibt es News. Nora, die den Blog “Foto-Paletti” betreibt, bat mich um ein kleines Interview und das könnt ihr hier lesen. Liebe Nora, vielen Dank!

 

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Baumstudien

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Zu Bäumen empfinde ich eine tiefe Zuneigung, darüber schrieb ich hier schon einmal. Wenn ich sie fotografiere, dann mit einem liebevollen oder auch schmerzerfüllten Blick, wie auf dem letzten Foto. Dieses Wäldchen ist weg. Irgendwelche Menschen beschlossen, dort einen anderen anzupflanzen. Einfach abgeholzt. Mir tut das weh. Es waren kräftige, gesunde Bäume, die dort der Axt zum Opfer fielen. Es wird Jahre dauern, bis die Fläche wieder “aufgeforstet” ist, wie es in Beamtendeutsch so schön heißt, denn dort soll ein neuer, anderer Wald wachsen. Über das Warum steht nichts zu lesen.

Die eine oder andere Erinnerung wurde gleich mit abgeholzt. Vielleicht saß ein Paar unter einem dieser Bäume und hat ihre Liebe in der Rinde verewigt, jedenfalls dachten sie damals, dass es für die “Ewigkeit” wäre. Vielleicht hatte sich ein Mädchen einen dieser Bäume ausgesucht, als Zuhörer, als Freund, Mädchen tun so etwas, ich weiß das, denn ich war auch mal eines. Vielleicht haben Vogelpärchen seit Jahren in ihnen ihre Nester gebaut. Rehe und Wildschweine haben sich an ihnen den Rücken geschrubbelt, Pflanzen haben sich in ihrem Schatten ein nettes Plätzchen ausgesucht. Und die Bäume haben über viele Jahre ihre Wurzeln tiefer in das Erdreich gebohrt und wurden kräftiger und schöner.

Wäldchen sollten vom Umtausch ausgeschlossen werden!

 

Bis auf das Letzte (iPhone) übrigens alle so als JPG aus der D750.

Standing here
The old man said to me
Long before these crowded streets
Here stood my dreaming tree
Below it he would sit
For hours at a time
Now progress takes away
What forever took to find
Now he’s falling hard
He feels the falling dark
How he longs to be
Beneath his dreaming tree
Conquered fear to climb
A moment froze in time
When the girl who first he kissed
Promised him she’d be his
Remembered mother’s words
There beneath the tree
No matter what the world
You’ll always be my baby

Mommy come quick

The dreaming tree has died

aus Dave Mattews Band: The Dreaming Tree

Phillip Toledano in den Deichtorhallen

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Im Haus der Photographie, im Rahmen der Triennale in Hamburg, werden z. Zt. 6 Serien des New Yorker Fotografen Phillip Toledano gezeigt. Von diesem Künstler hatte ich bisher noch nicht gehört und mich auch ausnahmsweise nicht vorab mit seinen Werken beschäftigt und war frei von jeglichen Erwartungen. Umso überraschter war ich von der Intensität seiner Arbeiten. Toledano setzt sich auseinander, mit sich, seinen Erinnerungen und Ängsten, aber auch mit gesellschaftlichen Themen wie Schönheit und Isolation. In “Days with my Father” zeigt er Bilder, die während der drei letzten Lebensjahre seines an Demenz erkrankten Vaters entstanden. Ähnliche Serien gibt es auch von anderen Fotografen, aber diese ist anders. Die Fotos sind von Liebe und Zuneigung geprägt. Sie zeigen nicht nur den liebevollen Blick auf seinen Vater, sondern auch auf die Dinge um ihn herum. Es wird deutlich, wie sehr Vater und Sohn die gemeinsame Zeit genossen haben, wie eine ganz andere Nähe zwischen den Beiden entstand. Sie ist sehr persönlich. Gleichzeitig gibt es Texte zu den Bildern, wodurch man emotional noch näher an die Arbeit rückt, denn der Sohn geht darin sehr offen mit seinen z. T. ambivalenten Gefühlen um. So schreibt er z. B. zu dem folgenden Bild:

 

“Mein Vater redet oft davon, dass er sterben möchte. Er sagt, dass es Zeit ist für ihn sei, zu gehen, dass er schon viel zu lange hier war. Es ist seltsam, denn etwas in mir möchte auch, dass er geht. Das ist kein Leben für ihn, im Zwielicht halber Erinnerungen. Aber er ist der einzig lebende nahe Familienangehörige, den ich noch habe. Ich bin ein Einzelkind, nach ihm bleibe nur ich allein.”

 

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Die Serie “A New Kind of Beauty” steht in starkem Kontrast zu der über den Vater, ist aber in ungefähr dem gleichen Zeitraum entstanden. Sie zeigt Menschen, die ihr Wunschbild von sich durch viele Operationen versuchten umzusetzen, die das Altern und ihr eigenes Sosein leugnen. Portraits, die durch ihre Schärfe und Klarheit konfrontieren. Portraits, die oberflächig betrachtet zwar Stolz und Würde festhalten, aber auch den kleinen Moment, in dem man meint, die tiefe Traurigkeit dieser Personen zu fühlen. Das ist allerdings meine Interpretation. Ein Blickwinkel verbindet eines der Portraits mit einem Toledano’s Vater (s. o.), sicher kein Zufall.


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Am meisten berührt hat mich aber die in einem kleinen Raum ausgestellte Serie “When I was six”, die wie ein Filmstreifen angeordnet ist.  Als Toledano 6 Jahre alt war, starb seine Schwester Claudia. Darüber wurde in der Familie geschwiegen. Erst nach dem Tod seines Vaters (die Mutter starb viele Jahre vorher) fand er eine Kiste, in der die Eltern Erinnerungsstücke an das Mädchen aufbewahrten. Und er begann, sich in seiner Arbeit mit seinen Gefühlen und Erinnerungen fotografisch auseinanderzusetzen. Die Präsentation ist sehr gelungen. Wunderbar, berührend. Wir sehen auf den Fotos Stück für Stück den Inhalt dieser Kiste, in der Sachen lagen, die er selbst noch nie gesehen hatte, gepaart mit den Bildern, in denen er seine Gefühle ausdrückt. Als Betrachter geht man mit Toledano auf die Reise und auch hier finden sich wieder kleine Texte, wie auch in dem wunderschön gestaltetem Buch, welches ich mir direkt in meinem Lieblingsbuchladen nebenan gekauft habe. Hierzu ein Tipp: Die limitierte Auflage von nur 500 Stück ist sicher bald vergriffen.

 

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Last but not least gefiel mir “Maybe”. Hier visualisiert der Fotograf seine Zukunftsvision von sich selbst. Es sind Verschiedene denkbar und möglich, in diesem Artikel ist beschrieben, wie er sie entwickelt hat. Die Umsetzung war mit hohem Aufwand verbunden und für Phillip Toledano eine Art Selbsterfahrungtrip. Wer hat sich nicht schon mal gefragt, wie man selbst später aussehen wird, was man tut, was passiert, wenn man einen Unfall hat oder schwer erkrankt. Oder ein Star oder reich wird. Verrückte Idee, die verschiedenen Visionen “einfach” mal darzustellen und sich in die Rolle einzufühlen.

 

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Was mir an diesem Künstler besonders gefällt ist die persönliche Ebene in seinen Arbeiten. Dieser Mann hat was zu erzählen, zieht mich emotional in seine Werke und seine Geschichte(n) und beim Verlassen der Ausstellung war ich angefüllt mit Bildern und Gefühlen, ein bisschen verwirrt ob der Offenheit und voller Gedanken und Ideen. Ich werde diese Ausstellung bald noch einmal besuchen und mir dann auch die Kurzfilme ansehen, denn dafür hatte ich diesmal keinen Kopf mehr.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. September in den Deichtorhallen zu sehen. Es lohnt sich!!!

Webseite des Künstlers

Infos zur Ausstellung (mit einem Video, in dem die Kuratorin über die Ausstellung spricht und auch auf den Kontext zu den ebenfalls ausgestellten Fotos aus der Sammlung F. C. Gundlach eingeht)

 

(Mein) Blogbuch – gegen das digitale Vergessen

Das Bild ist gleich zu sehen!

Die “Wundertüte” – mein Blogbuch

 

Vor einiger Zeit las ich in dem Blog der Pixelsophie von ihrer Aktion “Blogbuch – gegen das digitale Vergessen”. Kurz gesagt, findet Sophie es zum einen einfach schade, dass wir zwar im Internet Texte und Bilder publizieren, diese aber meist dazu verdammt sind, im Dschungel der digitalen Daten ihr Dasein zu fristen. Zum anderen geht es ihr auch darum, die Entwicklung eines Blogs festzuhalten, aber das erklärt sie selbst in einem Video ausführlicher:

 

 

Und so konnte man sich um eines ihrer Blogbücher bewerben, was ich umgehend tat und das Glück hatte, eine Zusage zu bekommen. Sophie hat versucht, finanzielle Unterstützung  für das Projekt zu bekommen, wobei sie eine direkte Finanzierung durch den jeweiligen Blogger ablehnte, denn sie möchte ihm oder ihr das Buch schenken. Leider ist es nicht gelungen und die liebe Sophie macht das alles auf eigene Kosten. Man stelle sich allein die zu investierende Zeit vor! Alle Beiträge des jeweiligen Blogs müssen gelesen werden, Beiträge und Bilder ausgewählt und in Buchform gebracht werden. Sophie, vielen Dank dafür, ich weiß das zu schätzen!

Letzte Woche brachte mir der Postbote mein Blogbuch. Beim Auspacken stellte sich eine gewisse Aufregung ein, denn ich wusste ja nicht, welche Blog-Artikel ausgewählt wurden, denn ich wurde nur nach meinem Lieblingsbeitrag gefragt. Ein bisschen war es wie das Öffnen einer Wundertüte, denn insgesamt habe ich tatsächlich schon 334 Beiträge veröffentlicht. Die Auswahl ist sehr gelungen und es ist toll, seine Artikel und Bilder gedruckt zu sehen. Ich bin ja immer sehr dafür, Fotos nicht nur auf der Festplatte vor sich hin schmoren zu lassen, sondern sie auch in Papierform zu drucken, aber auf die Idee, meinen Blog auf diese Weise “nach Hause” zu holen, bin ich noch nie gekommen.

Wenn ihr diese Idee unterstützen möchtet, könnt ihr das hier ganz unkompliziert auch mit einem ganz kleinen Betrag. Sophie macht weiter, so viel steht fest, hat sich z. Zt. aber auf 4 Blogbücher pro Jahr beschränkt. Ihr könnt euch bei ihr bewerben, müsst aber eine lange Wartezeit in Kauf nehmen. So und nun noch einige Eindrücke von ausgewählten Seiten aus meinem Buch:

 

Business-Shooting in der Hafencity

 

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Business-Shooting in der Hafencity in Hamburg. Den Ort haben wir gewählt, weil er auf wenig Raum viele interessante Hintergründe bietet und für Modernität steht, denn S. ist Wissenschaftler. Wetterbedingt haben wir uns um die Mittagszeit getroffen, was fotografisch vom Licht her recht schwierig ist. Auch dafür ist ein Ort wie die Hafencity ideal, denn es finden sich Plätze, die die direkte Sonne aussperren, aber dennoch hell genug sind für schöne Portraits.

Da sich kurzfristig ergab, dass ich ohne Assistenten arbeiten musste, blieb wohl oder übel einiges an Equipment zu Hause, denn ich nehme nur mit, was ich auch allein händeln kann und dazu gehört auch der Transport. Nach diesem Shooting habe ich ein wenig Equipment-Aufrüstung betrieben und mir u. a. einen großen Foto-Trolley angeschafft, in dem ich auch das Zubehör für entfesseltes Blitzen und Reflektoren unterbringe, so dass der Transport zu einem Spaziergang wird. Daran kann ich auch Stative und Schirme befestigen und habe eine Hand frei für den Koffer mit der mobilen Blitzanlage. Normalerweise verteile ich alles auf meine genialen ThinkTank-Foto-Taschen (und einen Assistenten), was man allein aber nicht lange tragen kann, ohne Rückenschmerzen zu bekommen. Außerdem ist der große Koffer, der neue Lowepro Roller 300 AW, übersichtlicher und man hat noch schnelleren Zugriff auf alles.

Zur Bearbeitung: Die Bilder sind in Lightroom entwickelt und alle in Photoshop minimal retuschiert. Will man sich mit einem Foto in der Arbeitswelt oder im Internet präsentieren, sind z. B. Augenringe unerwünscht. Dabei achte ich aber sehr darauf, bleibende Merkmale, wie z. B. Leberflecken, nicht anzutasten, denn der Mensch und sein Aussehen sollte auf keinen Fall verfremdet werden. Gerade im Business nicht, wo es auch  um die authentische Ausstrahlung eines Menschen geht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Time Lapse Mining aus Millionen von freien Bildern

 

Täglich werden Millionen Fotos ins Internet gestellt Oft werden dazu die gleichen Spots und ähnliche Perspektiven genutzt. Viele vertreten die Meinung, dass man darauf verzichten sollte, häufig Fotografiertes selbst ein weiteres Mal abzulichten. Es dennoch zu tun, hat nun einen weiteren Grund, als den, die eigenen Erinnerungen damit zu konservieren ;-).

Wissenschaftler von Google und der Uni Washington haben im Internet frei verfügbare Fotos (z. B. von Flickr) von gleichen Orten zu interessanten Time Lapse Videos zusammengebaut ( “Time Lapse Mining”). Die bisherigen Ergebnisse über einen Zeitraum von ein paar Jahren sind interessant, aber denkt man in die Zukunft, wird daraus eine Art kollektive, fließende, visuelle Darstellung von sich verändernden Städten und Landschaften. Vor dem Hintergrund bekommen die jährlich in Milliardenhöhe hochgeladenen Fotos einen ganz neuen Sinn :-).

Weiterführende Informationen gibt es auf der Webseite des Forschungsprojektes zu lesen.

 

NOT ALONE

Kletternde Jungen - NOT ALONE

 

Anfang April im CCH. Der Abend ist lau und der Himmel sieht wunderschön aus. Ganz Hamburg scheint irgendwo in der Sonne sitzen. In Parks, auf Wiesen, am Wasser lässt man die Seele baumeln oder eben auf den Dächern des CCHs, wo diese Kinder sich austoben ;-). Dieses Bild nehme ich mit in ein super Konzert, super für mich, weil auf einer großen Leinwand Videos zur Musik laufen, wodurch das Ganze nicht nur ein akustischer, sondern auch ein visueller Genuss ist. Musik, Lyrics und Bilder, die berühren, alles passt.

Kurz zur Story: Steven Wilson hörte von der Geschichte einer jungen Frau, die in England zwei Jahre tot in ihrer Wohnung lag, bevor ihre Leiche entdeckt wurde. Eine schreckliche Vorstellung und von ähnlichen Fällen hört und liest man immer wieder, aber meist handelt es sich um alte Menschen, die niemanden mehr haben.

“Wie konnte jemand, der Freunde und Familie hatte, so lange unbemerkt verschwunden sein?”, fragt Steven Wilson. “Für mich illustriert das perfekt die emotionale Kälte, der man in einer Metropole wie London ausgesetzt sein kann.” Wilson, der den Großteil seines Lebens in London lebte, weiß wovon er spricht und ist auch deshalb vor vier Jahren aufs Land gezogen: “Ich hatte zu Beginn meiner Karriere harte Zeiten in London, war zeitweilig so einsam, dass ich kaum vor die Tür gehen mochte. In dem Dorf, in dem ich jetzt lebe, kannte ich nach drei Tagen schon den Namen des Postboten.” (spiegel.de)

Dem Musiker gab sie den Anstoß für sein Solo-Album “Hand. Cannot. Erase.”, auf dem er die Geschichte einer fiktiven jungen Frau erzählt, die aus dem Leben verschwinden möchte. Einsamkeit, Wut, Trauer und Schmerz, aber auch Liebe und Freundschaft sind die großen Themen und die Bilderwelt von Lasse Hoile ist gewaltig. Es zieht mich völlig in den Bann, rührt und rüttelt mich. Ich habe lange kein so gutes Album gehört, aber das Highlight ist für mich die Kombination mit den Filmen, den gewaltigen oder auch leisen Bildern. Der Abend war voller Inspiration und Gefühl und das muss ich mir ab und zu woanders holen, als in der Fotografie. Für manche ist es dann ein gutes Buch und/oder Musik. Für mich ist es eher die Kombination aus Film und Musik, nicht von ungefähr bin ich ein großer Fan von Filmmusik (Kopfkino pur) und kreativ gemachten Musikvideos. Ich bin und bleibe halt ein visueller Mensch und insofern hat dieser Beitrag dann doch noch viel mit Fotografie zu tun ;-)

Ich freue mich schon wie Bolle auf die DVD, um das Konzert, vor allem die Filme noch einmal sehen zu können, denn es gibt kaum welche im Netz. Filmen und Fotografieren war streng verboten und streng meint streng, was ja nicht jeden abschreckt. Ich habe noch nie erlebt, dass Ordner ständig durch die Reihen laufen, Leute rausziehen und verlangen, das Material zu löschen, etwas nervig :-(.

Es gibt übrigens einen gleichnamigen Blog, in dem die fiktive Frau eine visuelle “Realität” bekam, schräg, aber im Grunde sicher nicht der einzige seiner Art ;-).

 

Dresden für alle!?

Plakat an der Hochschule für Bildende Kunst, Dresden: "Das Land, dass die Fremden nicht beschützt, geht bald unter."

 

Dresden im April 2015. Ein Wochenende bei wirklich miesem Wetter, kalt, stürmisch und nass. Ich fühlte mich nicht wohl in dieser Stadt, in der so viele Menschen dem Ruf der Rechtspopulisten auf die Straße folgen. Die Stadt Dresden kämpft um ihren Ruf, liegt doch auf der Hand, dass Touristen und Arbeitskräfte sich durch “Pegida” abgeschreckt fühlen könnten.

Wenn man nach Dresden fährt, schaut man sich auch die Sehenswürdigkeiten an, wunderschöne, beeindruckende historische Gebäude, die Frauenkirche und die Semperoper, dafür ist Dresden berühmt und gut besucht von Touristen. Nette Biergärten am Elbufer lassen erahnen, dass diese Stadt im Sommer ein schönes Flair haben muss. Aber egal wo ich Menschen begegnete, kroch die Frage in mir hoch, ob der- oder diejenige wohl auch mit marschiert ist und Bilder von sich durch die Straßen schiebenden Pegida-Anhängern entstanden vor meinem inneren Auge auf den Straßen, die ich gerade entlangging und Unbehagen drückte sich durch die Gänsehaut auf meinen Armen aus. Da helfen auch die vielen Zeichen der Toleranz und Mahnung nicht viel, auf die man hier stößt. Auch nicht die Berichte über die große Zahl an Gegendemonstranten, die zeigen, dass die weltoffenen, toleranten Bürger hier in der Mehrheit sind.

Mal sehen, wie es mit Dresden weitergeht. Im Juni kandidiert T. Festerling für das Amt der Oberbürgermeisterin, die sich selbst als “Lady Bitch Rechts” bezeichnet . Reale Chancen werden ihr nicht eingeräumt, sonst hätte Dresden vermutlich auch um mehr zu fürchten, als um seinen Ruf. Und nicht nur Dresden.

 

Hinsehen - Inschrift einer Bank in Dresden.

HINSEHEN – Das sollten wir aus der Geschichte gelernt haben. “Nur für Arier” Nov. 1938: Juden ist das Betreten des Königsufers verboten. 1. April 1949: Juden ist das Betreten der Brühlschen Terrasse verboten (…)”

 

 

Jorge-Gomondai-Platz in Dresden. Mahntafel.

 

"Refugees welcome" an den Fenstern der Hochschule für Bildende Künste

“REFUGEES WELCOME” steht an den Fenstern der Hochschule für Bildende Künste

 

 

DRESDEN FÜR ALLE - Fenster der Hochschule für Bildende Künste in Dresden

 

Portrait im Frühling

SPRING PORTAIT - Ein Frühlingsportrait

Der Frühling ist da (ab und zu zumindest ;-) ) und wir können endlich wieder draussen fotografieren ohne uns die Füße abzufrieren. Ich mag die leichten, zarten Farben, die noch nicht die Leuchtkraft des Sommers oder die Intensität des Herbstes haben und wollte sie gern in diesem Portrait von Julia betonen und dem Bild einen natürlich schönen, weichen Look verleihen. Dafür hätte eine entsprechende Entwicklung in Lightroom zwar schon gereicht, aber das Ausprobieren von  “Bokeh Textures and Actions Vol.2” stand an, welches ich als Goodie für einen anderen Kauf bekommen habe, sonst kostet es verschmerzbare $4. Das ist eine Photoshop-Aktion, der praktischerweise auch gleich ein paar Bokeh-Bilder beigepackt sind, man kann in dem entsprechenden Ordner, den PS während der Aktionsroutine automatisch ansteuert, aber auch seine eigenen Fotos platzieren, was ich auch tun werde). Dieses Foto passte besonders gut, weil es schon schöne Bokeh-Kreise im Hintergrund aufwies und da ich es dann eh gerade in Photoshop geladen hatte, kam noch kurz das Beauty Panel von Hollywood/Kaiser zum Einsatz, mit dem man wirklich ganz dezent und strukturerhaltend retuschieren kann und welches ich nicht mehr missen möchte. Hier ging es mir hauptsächlich um die leicht überbelichtete Stelle an der Stirn.

Ihr wisst, ich bette nicht klammheimlich Werbung ein, sondern empfehle nur, was mir selbst wirklich gut gefällt. Man spart sich bei Beidem die eigene Erstellung von Aktionen, was im Fall von “Bokeh Textures” noch relativ schnell selbst zu erledigen ist, beim Beauty Panel aber richtig viel Arbeit bedeuten würde, das entsprechende Know How i. S. Smart-Objects, Ebenen, Masken, Frequenztrennung und und und…..  mal vorausgesetzt. Außerdem ist es als “Panel” wirklich bequem zu bedienen. Ich denke, selbst wenn ihr in Photoshop nicht ganz so fit seid, könnt ihr dank des Anleitungs-Videos damit zurecht kommen und eure Ergebnisse in der Retusche deutlich verbessern, so ihr sie vorsichtig einsetzt. Ich weiß, manche mögen Retusche gar nicht, andere lassen retuschieren, aber für mich gehört sie zum Handwerkszeug, gerade in der People-Fotografie, und ich freue mich über jede Zeitersparnis und da sind die knapp €60 gut angelegt :-).